|
|
| Tops / Flops der Woche |
TOPS Rivian Automotive +12,23 %: Vor dem Auslaufen der Steuervergünstigung der US-Regierung verzeichnete der US-amerikanische Elektroautobauer einen starken Anstieg der Auslieferungen. Der Konzern konnte seine Verluste senken und hat die für das nächste Jahr geplante Markteinführung seines SUV R2 bestätigt. Darüber hinaus will das Unternehmen sein Geschäft diversifizieren und kündigte zu diesem Zweck die Gründung einer Tochtergesellschaft für Industrierobotik an. Vestas +14,89 %: Der dänische Windkraftanlagenhersteller hat seine Umsatzprognose für das Geschäftsjahr angehoben. Darüber hinaus plant das Unternehmen ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 150 Mio. EUR. Idexx Laboratories +12,54 %: Der Spezialist für Veterinärdiagnostik hat seinen Ausblick für das Gesamtjahr nach oben angepasst. Obwohl die Vorstellungen in den Tierarztpraxen leicht zurückgegangen sind, geben die Kunden weiterhin viel Geld für die Gesundheit ihrer Haustiere aus. Die Nachfrage nach Diagnosegeräten und Softwaredienstleistungen ist hoch. Im nächsten Jahr will das Unternehmen sein Angebot der Krebsvorsorgediagnostik für Hunde erweitern. BMW +6,71 %: Der deutsche Automobilhersteller behauptet sich nach wie vor gut. Im abgelaufenen Quartal lag die operative Marge aufgrund gesunkener Kosten über den Erwartungen. Geberit +6,24 %: Das europaweit führende Schweizer Unternehmen für Sanitärprodukte hat diese Woche überzeugende Ergebnisse veröffentlicht. Der Umsatzzuwachs ist vor allem der hohen Nachfrage nach den neuen Produkten zu verdanken. Banca Monte dei Paschi di Siena +2,25 %: Die von der italienischen Großbank veröffentlichten Zahlen übertrafen die Erwartungen. Dank der Übernahme der Mediobanca sind auch die Geschäftsaussichten solide. FLOPS Celsius -31,06 %: Die Marke für Energydrinks verzeichnete ein starkes Umsatzwachstum und steigerte ihre Rentabilität trotz gestiegener Produktionskosten. Die gute Performance ist jedoch bereits in der Bewertung eingepreist. Die Anleger hatten mit besseren Zahlen gerechnet. Doordash -19,68 %: Die Ausgaben des kalifornischen Essenslieferdienstes sind zu stark gestiegen. Das Unternehmen will im kommenden Jahr massiv investieren, um die internationale Expansion zu beschleunigen, die Plattform für künstliche Intelligenz auszubauen und die autonome Lieferung weiterzuentwickeln. Die Finanzierung der Projekte schmälert zumindest auf kurze Sicht zwangsläufig die Marge. Axon Enterprise -17,72 %: Der US-amerikanische Anbieter von Sicherheitstechnik leidet unter den von der Trump-Regierung verhängten Zöllen. Axon gab außerdem die Übernahme der Notfallplattform Carbyne bekannt, die Technologien für die Strafverfolgungsbehörden bereitstellt. Pinterest -18,16 %: Die Social-Media-Plattform kämpft mit der Konkurrenz der Online-Werbegiganten und den sinkenden Marketingbudgets der Unternehmen. Zwar wächst die Nutzerzahl weiter, allerdings bei nur begrenzter Monetarisierung neuer Abonnenten. Auch tut sich das Unternehmen schwer, sich die Fortschritte im Bereich der künstlichen Intelligenz zunutze zu machen. Telefonica -16,69 %: Der spanische Telekommunikationsriese hat seine strategische Planung vorgestellt: Er will Schulden abbauen und sich wieder auf seine Kernmärkte in Europa und Brasilien konzentrieren. Um seine Finanzkraft zu stärken, hat der Konzern unrentable lateinamerikanische Tochtergesellschaften veräußert und die Dividende gekürzt. Im Übrigen wurden die Ergebnisse durch Wertberichtigungen und ein sich abschwächendes Wachstum belastet. Legrand -13,14 %: Der Anbieter elektrotechnischer Infrastruktur profitiert insbesondere in Nordamerika von der durch die Errichtung von Rechenzentren ausgelösten Nachfrage. Doch wirkte sich die Konjunkturschwäche in Europa insgesamt negativ aus, was auch beim Bewertungsniveau Spuren hinterließ. Dennoch hält das Unternehmen an den ursprünglichen Zielvorgaben für das Geschäftsjahr fest. International Consolidated Airlines -12,37 %: Die Muttergesellschaft der Airlines British Airways und Iberia litt unter dem Rückgang des touristischen Flugverkehrs in die Vereinigten Staaten sowie unter dem Preisdruck in Europa. Aber die Nachfrage ist noch hoch und die Buchungen stimmen für den Jahresendspurt zuversichtlich. Das Unternehmen investiert weiterhin in das Kundenerlebnis und die Konnektivität an Bord. Der Kursrücksetzer ist vor dem Hintergrund der positiven Entwicklung der letzten Monate zu sehen. Siemens Healthineers -10,87 %: Für den Medizintechnikhersteller verlief das 4. Quartal enttäuschend. Das Wachstum hat sich im Vergleich zum Geschäftsjahresauftakt abgeschwächt. Der Gewinn wurde durch die Zölle geschmälert. Um dem entgegenzuwirken, will das Unternehmen Preiserhöhungen durchsetzen, strengere Kostendisziplin üben und die Wertschöpfungskette anpassen. Für die Anleger waren diese Zukunftsversprechen aber nicht ausreichend. Novo Nordisk -7,83 %: Der norwegische Pharmakonzern mit Fokussierung auf Antidiabetika und Adipositasmedikamente hat mit den Vereinigten Staaten eine Vereinbarung über die Senkung der Preise seiner Präparate zur Gewichtsreduktion geschlossen. Darüber hinaus korrigierte das Unternehmen aufgrund des intensiven Wettbewerbs, der Belastung durch die Zölle und der Restrukturierungskosten seine Prognosen für das Gesamtjahr nach unten. Die Analysten waren daraufhin geteilter Meinung. Hinzu kommt, dass sich der Wettbewerb mit Lilly insbesondere in Indien verschärft. |
|
| Rohstoffe |
Energie: Mit Blick auf ein mögliches Überangebot im kommenden Jahr entwickeln sich die Ölpreise weiterhin rückläufig. Die OPEC+ hat für Dezember eine Steigerung der Fördermenge um 137.000 Barrel pro Tag angekündigt, eine weitere Erhöhung für das 1. Quartal 2026 jedoch ausgeschlossen. Auch der Rückgang der Verkaufspreise, die Saudi-Arabien auf den asiatischen Märkten erzielt, zeugt von einem gut versorgten Markt. Zum Preisdruck tragen noch weitere Faktoren bei, so der anhaltende Government Shutdown in den USA, der sich auf die Wirtschaftstätigkeit auswirkt und die Nachfrage nach bestimmten Erdölprodukten wie Kerosin sinken lässt. Auch die gegen Russland verhängten Sanktionen fördern nach wie vor die uneinheitliche Marktentwicklung. Kaum abzuschätzen ist, inwieweit diese Maßnahmen die Öllieferungen Russlands an seine wichtigsten Abnehmer - insbesondere China und Indien - beeinträchtigen könnten. Rohöl der Sorte Brent notierte zuletzt bei ca. 66,80 USD, die US-Referenzsorte WTI bei 62,60 USD je Barrel. Metalle: Der Kupferpreis (3-Monats-Future) sank diese Woche in London auf 10.682 USD. Trotz des kräftigen Preisanstiegs im bisherigen Jahresverlauf trüben sich die Nachfrageperspektiven mit einem enttäuschenden Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe aus China ein. Der Markt legt somit in Erwartung der nächsten Konjunkturindikatoren aus dem Reich der Mitte sowie eventueller Zinsentscheidungen der US-Notenbank eine Verschnaufpause ein. Gold hat etwas Boden gutgemacht und oszilliert um die Marke von 4.000 USD. Die Haushaltssperre in den USA und der Kursrückgang am Aktienmarkt haben einen gewissen preisstützenden Effekt für das gelbe Edelmetall. In Anlegerkreisen gilt Gold in diesem Klima der Unsicherheit als sicherer Hafen. Darüber hinaus hat sich der US-Arbeitsmarkt im Oktober abgeschwächt, was die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung erhöht, die für Dezember auf 67% geschätzt wird. Dies macht Gold noch attraktiver. Agrarrohstoffe: Die Preise für Weizen, Mais und Soja waren in dieser Woche in Chicago rückläufig. Anfängliche Hoffnungen nach der Aussetzung bestimmter Zölle durch China wurden dadurch gedämpft, dass sich die chinesischen Importe in Grenzen hielten. Der Preis für ein Scheffel Weizen (Dezember-Kontrakt 2025) gab leicht auf 531 US-Cent nach. Gleiches gilt für Mais, der jetzt bei 428 US-Cent notiert. |
|
| Makroökonomie |
Marktstimmung: Trotz positiver saisonaler Effekte und insgesamt über den Erwartungen liegender Ergebnisveröffentlichungen haben die internationalen Börsen eine harte Woche hinter sich. Der Kursrutsch an den Märkten ist größtenteils dadurch zu erklären, dass die Fed einen weniger sanften Ton anschlägt als erwartet. Außerdem lassen Produktivitätssteigerungen (und damit höhere Gewinne) durch Investitionen in KI noch auf sich warten. Man sollte jedoch das Kind nicht mit dem Bade ausschütten, zumal der amerikanische Markt seit Mitte April praktisch nur eine Richtung kennt, nämlich aufwärts, mit einigen wenigen Konsolidierungsphasen von nicht mehr als 4%. Wir werden daher aufmerksam die Entwicklung des S&P 500 bei 6.700/6.690 verfolgen. Halten diese Marken nicht, könnte dies der Auftakt zu einer stärkeren Konsolidierung sein. Was die Anleiherenditen anbelangt, stoßen 10-jährige Papiere momentan auf Widerstand zwischen 4,14% und 4,24%. Gleiches gilt für den Dollarindex, dem es nicht gelungen ist, die Marke von 100,25 zu knacken. Kryptowährungen: Der Bitcoin (BTC) sank diese Woche unter die symbolische Schwelle von 100.000 USD. Ein Rückgang von fast 10%, der wie so oft den gesamten Markt mit nach unten zog. So fiel der Ether (ETH), die am zweithöchsten bewertete Kryptowährung, um mehr als 17% und näherte sich der Marke von 3.000 USD. Der Solana (SOL) musste fast 20% abgeben und notierte zuletzt bei rund 150 USD. Insgesamt verlor der Kryptomarkt diese Woche fast 400 Mrd. USD an Wert. Doch warum? Der beobachtete Abwärtstrend lässt sich weitgehend mit der Risikoscheu der Anleger, von der vor allem die Kryptowährungen betroffen sind, und einem sich leicht eintrübenden Konjunkturumfeld erklären. Diese neue Entwicklung zeigt, dass Kryptowährungen nach wie vor sehr empfindlich auf makroökonomische Trends reagieren und ihre Kursentwicklung weiterhin eng mit der von Technologiewerten korreliert. Dabei fungiert der Nasdaq als Gradmesser. Das Narrativ der zunehmenden Akzeptanz setzt sie demselben Gegenwind aus: Solange die Risikobereitschaft am Markt nicht erneut deutlich steigt, verstärkt die Volatilität der Kryptowährungen die Turbulenzen an den Aktienmärkten. |
|
|
|
*Die Wochenperformance der Indizes und Aktien bezieht sich auf den Zeitraum von der Eröffnung der Märkte am Montag bis zur Erstellung dieses Newsletters am Freitag. Die Wochenperformance von Rohstoffen, Edelmetallen und Währungen bezieht sich auf den 7-Tage-Zeitraum von Freitag bis Freitag (bis zur Erstellung des Newsletters). Diese Vermögenswerte notieren auch an Wochenenden. |


































