LONDON (dpa-AFX) - Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) gibt Deutschland weiterhin die Bestnote. Die Kreditwürdigkeit der größten Volkswirtschaft der Eurozone werde weiter mit "AAA" bewertet, teilte S&P am Freitag in London mit. Eine Herabstufung der Bonitätsnote erwarte man nicht. Der Ausblick bleibt daher "stabil".

Deutschland habe eine moderne, breit aufgestellte und wettbewerbsfähige Wirtschaft. Zudem betreibe die Regierung eine vorsichtige Finanzpolitik. Deutschland sei zudem in der Lage, große wirtschaftliche Schocks zu verkraften. Angesichts der Schwäche in den Schwellenländern erwartet S&P für 2015 aber nur noch ein Wachstum von 1,5 Prozent. Im Juli war man noch von 2,0 Prozent ausgegangen.

Das verhaltenere Wachstum in den Schwellenländern durften laut S&P auch im kommenden Jahr die Exporte tendenziell belasten. Gleichzeitig dürfte aber der Euro weiter fallen und den deutschen Ausfuhren helfen. Die unterschiedliche Geldpolitik in der Eurozone und den USA belastete den Eurokurs.

Die Flüchtlingskrise dürfte laut S&P die Staatsfinanzen kaum belasten. Zusätzliche Ausgaben würden im Jahr 2016 durch Kürzungen an anderer Stelle kompensiert. Der Staatshaushalt dürfte in den Jahren 2015 bis 2018 weitgehend ausgeglichen sein. Wachsende Steuereinnahmen und die lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) würden die Finanzpolitik erleichtern./jsl/bgf