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Oerlikon reagiert mit Kostensenkung und Stellenabbau auf Corona-Krise

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05.05.2020 | 09:44

Pfäffikon (awp) - Der Industriekonzern Oerlikon hat im ersten Quartal 2020 schwer unter der Corona-Krise gelitten. Während sich der Bereich Kunstfaser bald wieder erholen dürfte, haben die negativen Auswirkungen in der Oberflächentechnik zwar später eingesetzt, dürften dafür aber das Geschäft nachhaltiger bremsen. Der Konzern plant als Reaktion Kostensenkungen und einen Stellenabbau.

Insgesamt büsste der Oerlikon-Konzernumsatz im ersten Quartal 15 Prozent auf 529 Millionen Franken ein und der Auftragseingang lag mit 477 Millionen rund 30 Prozent unter dem Vorjahreswert. Das Betriebsergebnis auf Stufe EBITDA sank um 38 Prozent auf 58 Millionen.

Verzögerungen bei Manmade Fibers

Das Segment Manmade Fibers wurde im ersten Quartal durch den Produktionsausfall in China und Verzögerungen bei den Genehmigungen für Projekte hart getroffen", sagte Oerlikon-CEO Roland Fischer am Dienstag gegenüber AWP. Bei Manmade betrug das Umsatzminus im ersten Quartal 19 Prozent auf 205 Millionen Franken und der Betriebsgewinn halbierte sich auf 18 Millionen.

Die Produktion in China stand ab Ende Januar und im Februar still. Daneben werden eine geringere Nachfrage nach Ausrüstung und Ersatzteilen in Nordamerika und Europa als Gründe für den Rückgang genannt.

"Wir haben hier aber den Boden gesehen und werden die für das Gesamtjahr geplanten Zahlen schaffen", ist der Oerlikon-Chef überzeugt. Die strategischen Investitionen der chinesischen Kunden in Filamentanlagen würden hier eine gute Visibilität schaffen. Dabei verwies Fischer auch auf die zuletzt gemeldeten Aufträge im Volumen von 600 Millionen Franken und einem Zeithorizont bis 2023.

Für eine "kleine Sonderkonjunktur" würde die derzeitige Nachfrage für die Meltdown-Technologie von Oerlikon sorgen. Diese werden zur Produktion von Vliesstoffen verwendet, wie sie etwa für chirurgische Gesichtsmasken nötig sind.

Surface wird länger leiden

Bei der Oberflächentechnik habe die Corona-Krise erst ab März deutlich negative Auswirkungen gehabt. Entsprechend rechnet Fischer hier mit dem Höhepunkt der Beeinträchtigungen erst im laufenden zweiten Quartal und geht auch nur von einer schrittweisen Erholung aus.

Bei Surface Solutions ging der Umsatz um 12 Prozent auf 325 Millionen Franken zurück und das EBITDA verringerte sich um rund 36 Prozent auf 39 Millionen. Die Schwäche im Sektor Automobil sei durch die Corona-Krise noch verstärkt worden und der Shutdown in China habe in der Lieferkette zu Unterbrüchen geführt. Auch die Flugzeugindustrie sei mit einem noch nie dagewesenem Stillstand konfrontiert.

Mit Blick auf die Hauptmärkte bleibt Fischer vorsichtig. "In China erholt sich die Automobilindustrie schnell", betonte er. In Europa sei die Erholung aber unsicherer. "Auch hier fahren die Zulieferer ihre Produktion langsam wieder an, aber auf einem tieferen Niveau." Im Bereich Luftfahrt rechnet der Oerlikon-Chef nicht mit einer Erholung vor Ende des Jahres oder 2021.

An den bereits vor der Krise geplanten Kosten- und Effektivitätsmassnahmen will Fischer festhalten und sie gegebenenfalls noch intensivieren. Dabei sei bei Surface wie bekannt auch ein Stellenabbau von rund 800 Arbeitsplätzen geplant, was ungefähr 10 Prozent der Stellen entspricht.

Jahresausblick zurückgezogen

"Da wir die Dauer und das Ausmass der Ausbreitung des Virus nicht voraussagen können, ziehen wir die Prognose für das Jahr 2020 zurück", sagte Fischer. Anfang März hatte das Management noch eine flacher Umsatzentwicklung und eine Marge von bis zu 14,5 Prozent erwartet.

Man habe Massnahmen ergriffen, um die Mitarbeitenden zu schützen und die Geschäftskontinuität zu wahren. Oerlikon verfüge über eine solide Kapitalstruktur, starke Liquidität und eine nettoschuldenfreie Bilanz, wird weiter betont. Ein Massnahmenplan zur Sicherung der Liquidität und zur Senkung der Kosten in allen Geschäftsbereichen sei in Umsetzung. Das Mittelfristziel einer EBITDA-Marge von 16 bis 18 Prozent werde weiter angestrebt.

Mit den Zahlen hat das Unternehmen die Erwartungen der Analysten beim Umsatz erreicht und beim Betriebsergebnis übertroffen. Der Auftragseingang lag jedoch klar unter den Schätzungen.

yr/an

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Finanzkennziffern
Umsatz 2020 2 206 Mio 2 351 Mio 2 074 Mio
Nettoergebnis 2020 13,9 Mio 14,8 Mio 13,1 Mio
Nettoliquidität 2020 139 Mio 148 Mio 131 Mio
KGV 2020 185x
Dividendenrendite 2020 3,03%
Marktkapitalisierung 2 643 Mio 2 816 Mio 2 484 Mio
Marktkap. / Umsatz 2019
Marktkap. / Umsatz 2020 1,13x
Mitarbeiterzahl 11 134
Streubesitz 56,4%
Chart OC OERLIKON CORPORATION
Dauer : Zeitraum :
OC Oerlikon Corporation : Chartanalyse OC Oerlikon Corporation | MarketScreener
Vollbild-Chart
Trends aus der Chartanalyse OC OERLIKON CORPORATION
KurzfristigMittelfristigLangfristig
TrendsFallendNeutralNeutral
Ergebnisentwicklung
Analystenschätzung
Verkauf
Kaufen
Durchschnittl. Empfehlung AUFSTOCKEN
Anzahl Analysten 10
Mittleres Kursziel 9,49 CHF
Letzter Schlusskurs 7,91 CHF
Abstand / Höchstes Kursziel 102%
Abstand / Durchschnittliches Kursziel 20,0%
Abstand / Niedrigstes Ziel -11,5%
Revisionen zum Gewinn/Aktie
Unternehmensführung
NameTitel
Roland Fischer Chief Executive Officer & CEO-Surface Solutions
Michael Süß Chairman
Philipp Müller Chief Financial Officer
Helmut Rudigier Chief Technology Officer
Gerhard Pegam Vice Chairman
Branche und Wettbewerber
01.01.Marktkapitalisierung (M$)
OC OERLIKON CORPORATION-30.63%2 797
ATLAS COPCO AB8.11%51 146
ROPER TECHNOLOGIES, INC.11.00%40 765
FANUC CORPORATION-4.97%34 850
SANDVIK AB-1.45%24 467
PARKER-HANNIFIN CORPORATION-11.41%23 379