NEW YORK (dpa-AFX) - Der Dow Jones Industrial hat am Freitag trotz guter Geschäftszahlen einiger Banken an Schwung verloren. Nachdem sich der US-Leitindex zu Handelsbeginn nur bis auf knapp 50 Punkte an die bisher noch nie erreichte Marke von 20 000 Punkten herantasten konnte, verließ die Anleger der Mut. Zuletzt rutschte das bekannteste Börsenbarometer der Welt sogar ins Minus und verlor 0,13 Prozent auf 19 865,74 Punkte.

Auf Wochensicht steuert der Dow damit auf einen Verlust von rund einem halben Prozent zu. Am Montag pausiert der Handel wegen des Martin Luther King Day. "Bloße Ideen einer lockeren Fiskalpolitik und Steuerkürzungen reichen nicht aus, um dem Markt auf neue Höhen zu verhelfen", sagte Craig Erlam vom Brokerhaus Oanda mit Blick auf eine mittlerweile erschöpfte Rally nach der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten.

Unter den Standardwerten rückte der breit gefasste S&P 500 um 0,13 Prozent auf 2273,45 Punkte vor. Die Technologieindizes Nasdaq 100 und Nasdaq Composite setzten derweil ihre Rekordjagd fort. Zuletzt standen sie 0,37 Prozent beziehungsweise 0,51 Prozent höher.

Am Freitag rückten die Resultate von gleich drei großen Finanzhäusern in den Fokus des Marktes. Dabei erfreute vor allem JPMorgan die Experten: Die Papiere lagen zuletzt aber nur noch moderat im Plus, nachdem sie zwischenzeitlich bei 88,17 Dollar ein Rekordhoch erreicht hatten. Ein starker Anleihehandel hatte der Großbank das beste Jahr ihrer Geschichte beschert. Auch die wieder gestiegenen Zinsen im Heimatmarkt hatten das Ergebnis des amerikanischen Bankenprimus beflügelt.

Die Anteilscheine von Goldman Sachs büßten ebenfalls einen Großteil ihrer Gewinne wieder ein und bewegten sich zuletzt kaum vom Fleck. Diese Bank legt am Mittwoch ihre Quartalszahlen vor.

Die Papiere der Bank of America drehten zuletzt sogar mit dem Markt leicht ins Minus, nachdem sie zuvor noch gut 2 Prozent gewonnen hatten. Das Institut hatte im vergangenen Jahr ebenfalls dank zuletzt wieder steigender Zinsen und eines besseren Geschäfts mit Anleihen deutlich mehr verdient. Zudem hatte sich der Sparkurs ausgezahlt, so dass die Bank of America ebenfalls positiv überraschte.

Wells Fargo hingegen hatte zwar im ersten Geschäftsquartal nach Bekanntwerden des Scheinkonten-Skandals die Erwartungen verfehlt, dennoch hielten sich die Aktien noch etwas im Plus.

Mit Blick auf die Technologiewerte zogen die Anteilsscheine von Netflix um rund 2,5 Prozent an. Die Deutsche Bank hatte ihre Verkaufsempfehlung für die Papiere der Online-Videothek aufgegeben. Analyst Bryan Kraft begründete den Schritt mit der verbesserten Abonnentenentwicklung und der Erwartung einer positiven Überraschung bei den in Kürze anstehenden Unternehmenszahlen./la/he