Zürich/London (awp) - Die Grossbank UBS versucht im Prozess um eine milliardenschweren Schadenersatzklage der Regierung von Mosambik laut der "Financial Times" einen Vergleich in letzter Minute zu erzielen. Das Verfahren am Londoner High Court um die sogenannten "Thunfisch-Anleihen" der von der UBS übernommenen Credit Suisse soll am kommenden Montag starten.

Die Anwälte der UBS wollten den Prozess vermeiden und drängten auf einen Vergleich, schreibt die "Financial Times" unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Dagegen seien die Rechtsvertreter des afrikanischen Landes für den Prozess bereit. Mosambik fordert von der Grossbank bis zu 1,5 Milliarden US-Dollar an Schadenersatz. Die UBS wollte den Bericht der britischen Wirtschaftszeitung gegenüber der Nachrichtenagentur AWP nicht kommentieren.

In dem Verfahren geht es um die Rolle der mittlerweile von der UBS übernommenen Credit Suisse bei der Vermittlung von Krediten und Anleihen an das afrikanische Land von mehr als 2 Milliarden Dollar. Damit sollte unter anderem der Aufbau einer Thunfischfangflotte bezahlt werden. Allerdings wurden dabei offenbar Gelder in grossem Umfang von korrupten Beamten "zweckentfremdet".

Die CS hatte wegen dem Mosambik-Fall im Jahr 2021 in einem Vergleich mit den Aufsichtsbehörden der USA, Grossbritanniens und der Schweiz in diesem Fall eine Busse von 475 Millionen Dollar bezahlt. Zudem erliess die Bank dem afrikanischen Land Schulden im Umfang von 200 Millionen Dollar. Zwei CS-Mitarbeitende bekannten sich in dem Fall in den USA wegen Geldwäscherei schuldig.

Mit der Akquisition der Credit Suisse hat die UBS auch umfangreiche juristische Altlasten der in Schieflage geratenen einst zweitgrössten Schweizer Bank übernommen. Laut einer Schätzung der Analysten von JPMorgan verfügt die Grossbank über ein finanzielles Polster aus Rückstellungen und Reserven für eigene sowie CS-bezogene Rechtsfälle im Umfang knapp 10 Milliarden Dollar.

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