(neu: Schlusskurse sowie DZ-Bank-Kommentar)

NEW YORK (dpa-AFX) - Ein Übernahmeangebot von Bristol-Myers Squibb (BMS) hat die Aktien von Celgene am Donnerstag um knapp 21 Prozent auf 80,43 US-Dollar nach oben katapultiert. Der Pharmariese BMS will den Biopharma-Spezialisten für rund 74 Milliarden US-Dollar übernehmen. Die BMS-Papiere büßten daraufhin im sehr schwachen Gesamtmarkt knapp 14 Prozent auf 45,12 Dollar ein.

Die Celgene-Aktionäre sollen pro eigener Aktie ein BMS-Papier und 50 Dollar erhalten, wie beide Unternehmen mitteilten. Auf Basis des vor dem Angebot letzten BMS-Schlusskurses wären das insgesamt 102,34 Dollar, was einem Aufschlag von 54 Prozent auf den Celgene-Schlusskurs vom Mittwoch gleichkäme - vor gut einer Woche hatte dieser bei 58,59 Dollar noch den niedrigsten Stand seit Juni 2013 markiert. Zudem bekommen die Celgene-Anteilseigner das Recht auf weitere Erfolgszahlungen.

DZ-Bank-Analyst Robert Czerwensky sieht den geplanten Zusammenschluss positiv. Mit Blick auf die Verluste der BMS-Aktie vermutete er, dass einige Investoren die Übernahmeprämie wohl für zu hoch hielten. "Aus unserer Sicht ist die Kursreaktion aber übertrieben", betonte er und bekräftigte seine Kaufempfehlung für die BSM-Aktie.

Sollte die Fusion über die Bühne gehen, soll ein führender Hersteller von Biopharma-Medikamenten entstehen, der sich auf Medikamente gegen Krebs sowie Entzündungen und Erkrankungen des Immunsystems und der Blutgefäße konzentrieren will. Die Unternehmen erwarten den Vollzug im dritten Quartal 2019 und wollen bis zum Jahr 2022 jährliche Einsparungen von 2,5 Milliarden Dollar erzielen. BMS will nach dem Abschluss zudem einen beschleunigten Aktienrückkauf über bis zu 5 Milliarden Dollar durchziehen.

Analystin Alethia Young von Cantor Fitzgerald bestätigte ihre Kaufempfehlung für Celgene mit einem Kursziel von 100 Dollar. Das Unternehmen müsse sich bei den Anlegern noch beweisen, weshalb die Aktie bisher mit einem Bewertungsabschlag zum Sektor gehandelt werde, erklärte die Expertin. Nach Veränderungen im Management sei sie für die Umsetzung der Firmenziele vorsichtig optimistisch und rechne 2019 mit einem weiter starken Kerngeschäft./gl/fba/ck/he