KASSEL/PHILIPPSTHAL (dpa-AFX) - Nach monatelanger Kurzarbeit hat der Düngemittel- und Salzproduzent K+S die Produktion am osthessischen Standort Hattorf wieder auf volle Leistung hochgefahren. Rund 1000 Mitarbeiter konnten an ihre Arbeitsplätze zurückkehren, wie das Unternehmen am Dienstag in Kassel mitteilte. Entsorgungsprobleme mit salzhaltigem Abwasser und ein Brandschaden in dem Werk im vergangenen Herbst hatten zu den Produktionsunterbrechungen geführt.

Am Standort Hattorf in Philippsthal (Kreis Hersfeld-Rotenburg) hatte K+S die Mitarbeiter im April 2016 das erste Mal in Kurzarbeit geschickt. Gleichzeitig wurde auch im wenige Kilometer entfernten Werk Unterbreizbach in Thüringen die Produktion gestoppt. Grund war damals ein niedriger Wasserstand der Werra. Hinzu kam ein Brand im Werk Hattorf, der Schaden war erst im Dezember behoben. In Unterbreizbach läuft bereits seit einigen Monaten wieder die volle Produktion.

Beim Abbau von Kali entstehen große Mengen salzhaltigen Abwassers, konzernweit sind es nach Angaben des Unternehmens pro Jahr sieben Millionen Kubikmeter. K+S darf nur eine bestimmte Menge davon in tiefe Gesteinsschichten versenken und ist daher im hessisch-thüringischen Grenzgebiet vor allem auf die Entsorgung über die Werra angewiesen. Dazu ist aber ein bestimmter Pegelstand erforderlich. Es sei daher nicht auszuschließen, dass bei anhaltendem Niedrigwasser die Produktion erneut eingeschränkt werden müsse, wenn die Speicherbecken nicht genügend Platz böten, erklärte das Unternehmen.

Kurz vor Weihnachten hatte das Regierungspräsidium Kassel dem Unternehmen die Erlaubnis erteilt, befristet bis Ende 2021 weiter Abwasser im Boden zu entsorgen. Umweltschützer sehen die Versenkung kritisch und befürchten negative Folgen für das Trink- und Grundwasser./hus/DP/stb