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ANALYSE/Anleger verzichten auf Nikotin. Und wie steht's mit Alkohol?

30.05.2022 | 09:58

Von Carol Ryan

LONDON (Dow Jones)--Manche Sünden sind offenbar leichter zu verzeihen als andere. Die Vorliebe der Anleger für Alkohol im Vergleich zu Zigaretten ist ein Rätsel. Anzeichen, dass sich daran so bald etwas ändern könnte, gibt es kaum.

Die Tabakbranche zeigt, wie schnell beliebte Investitionen ins Wanken geraten können, wenn die Behörden gegen Suchtgefahren vorgehen wollen. Noch vor fünf Jahren wurden die Aktien der großen Zigarettenfirmen im Durchschnitt mit dem 19-fachen der prognostizierten Gewinne gehandelt. Seit dem Jahr 2000 sorgten sie für eine jährliche Gesamtrendite von über 20 Prozent für die Aktionäre. Das war mehr als das Vierfache der Durchschnittsrendite im S&P 500. Mittlerweile ist ihr Stern deutlich verblasst. Zurzeit werden sie nur noch mit dem Elffachen der prognostizierten Gewinne gehandelt. Schuld daran sind die geplanten strengeren Tabakgesetze, darunter auch ein Verbot von Mentholzigaretten in den USA.

Die Frage ist, ob das gleiche Schicksal den Aktien der Alkoholproduzenten blühen könnte. Ein paar Drinks ab und zu sind weniger schädlich als ständiges Rauchen, könnte man argumentieren. Und Tabakfirmen verkaufen zweifellos das giftigere Produkt. Weltweit sterben jedes Jahr acht Millionen Menschen an Krankheiten, die durch Zigaretten verursacht werden. Aber auch der Alkoholkonsum ist ein großes Problem, das nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation jährlich drei Millionen Menschenleben fordert.

Berücksichtigt man die gesamten sozialen Kosten beider Produkte, wie zum Beispiel Kriminalität, Verkehrsunfälle und Produktivitätsverluste am Arbeitsplatz, wird der Abstand zwischen Tabak und Alkohol geringer. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation kosten die durch Tabak verursachten Probleme 1,8 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts. Eine Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ergab, dass übermäßiger Alkoholkonsum das BIP mit 1,6 Prozent belastet.

   Bei Alkohol gilt: je härter, desto besser 

Anleger haben gegenüber Alkoholaktien derzeit deutlich weniger Vorbehalte als gegenüber Tabak. Auf der Grundlage einer Analyse von Fonds mit mindestens 200 Beteiligungen schließen nur 2,5 Prozent der weltweit verwalteten Vermögen Alkoholunternehmen aus ihren Portfolios aus, verglichen mit 11,5 Prozent bei Zigarettenfirmen, so die Schätzungen des Anbieters von Datenanalysen Ethos ESG. Andere kontroverse Branchen wie Glücksspiel und Pornografie liegen irgendwo in der Mitte.

Wenn es um die Bewertung von Alkoholaktien geht, gilt sogar: je härter, desto besser. Hersteller hochprozentiger Spirituosen werden wegen ihres besseren Umsatzwachstums mit einem höheren Aufschlag gehandelt als etwa Bierbrauer. Große Spirituosenhersteller wie der Hersteller von Casamigos-Tequila Diageo und Remy Cointreau werden im Durchschnitt mit dem 26-fachen der prognostizierten Gewinne gehandelt, verglichen mit dem 18-fachen für weltweit agierende Brauereien. Dabei genießt Bier bei vielen Regierungen einen deutlichen Steuervorteil gegenüber starkem Alkohol. Für die Galone Bier werden zum Beispiel in den USA nur 0,58 US-Dollar Steuern fällig. Für Schnäpse werden 13,50 US-Dollar Bundessteuer erhoben, wie aus Daten der Tax Foundation hervorgeht.

In vielen der großen Volkswirtschaften der Welt wird Alkoholkonsum eher akzeptiert als das Rauchen. Das könnte erklären, warum die beiden Branchen so unterschiedlich behandelt werden. Die wirtschaftliche Aktivität und die Beschäftigungseffekte, die aus dem Alkoholkonsum in Bars und Restaurants resultieren, sind denen des Tabaksektors weit überlegen. Zudem haben die Zigarettenhersteller die Beziehungen zu den Aufsichtsbehörden über Jahrzehnte hinweg selbst vergiftet, indem sie versuchten, die sie die gesundheitlichen Gefahren des Rauchens leugneten.

Ohne einen kulturellen Wandel in der Einstellung der Gesellschaft zum Alkoholkonsum scheint das Risiko, dass sich mehr Anleger von Alkoholaktien trennen, gering. Höhere Steuern auf Alkohol sind eine näher liegende Bedrohung. Die WHO empfiehlt den Behörden, auf eine Zigarettenschachtel Abgaben in Höhe von mindestens 75 Prozent des Gesamtpreises zu erheben. Bei Alkohol ist die Belastung geringer: Wie eine Analyse von Jefferies zeigt, machen die Steuern auf hochprozentigen Alkohol in den Industrieländern durchschnittlich 28 Prozent der Einzelhandelspreise aus. Im Februar hatte die WHO eine Initiative gestartet, um die Länder in Europa - der Region mit dem weltweit höchsten Alkoholkonsum pro Kopf - zu ermutigen, die Steuern auf Alkohol anzuheben. Sie schätzt, dass eine Mindeststeuer von 15 Prozent auf den Einzelhandelspreis pro Einheit die alkoholbedingten Todesfälle in Europa um etwa ein Zehntel reduzieren würde.

   Höhere Steuern auf Alkohol sind politisch heikler 

Dies könnte sich auf Getränkehersteller auswirken, die in Märkten wie Frankreich und Deutschland tätig sind, wo die Biersteuer bis zu 7 Prozent beträgt. Der russische Markt ist ein extremes Beispiel dafür, was passieren kann, wenn Abgaben erhöht werden. Die Gewinnspannen für Bier in Russland fielen laut dem Analysehaus Bernstein von 16 Prozent im Jahr 2010 auf 9 Prozent etwa ein Jahrzehnt später, weil die höheren Steuern die Produkte weniger erschwinglich machten.

Zum Glück für Anleger fällt es Politikern in den meisten Ländern schwerer, die Steuern auf Alkohol zu erhöhen als auf Tabakwaren. Zum einen wirken sich höhere Preise auf mehr Menschen aus - sieben von zehn amerikanischen Erwachsenen gaben in der jüngsten Umfrage des National Institute on Alcohol Abuse and Alcoholism an, im vergangenen Jahr Alkohol getrunken zu haben, während der Raucheranteil in den USA auf 13 Prozent zurückgegangen ist.

Alkoholkonzerne haben auch mehr Erfahrung im Umgang mit den Regulierungsbehörden als Zigarettenhersteller. Etliche der Alkoholproduzenten geben einen Teil ihrer Budgets aus, um für den verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol zu werben. Ihre Offensive bei alkoholfreien Produkten sowie die stärkere Orientierung hin zum Premiumsegment, bei dem die Verbraucher in den reifen Märkten teureren Alkohol, aber davon weniger trinken, dürften dazu beitragen, die Getränkeindustrie vor schärferer Kritik zu schützen. Bis 2025 will die Budweiser-Brauerei Anheuser-Busch Inbev ein Fünftel aller von ihr verkauften Getränke als alkoholarme oder alkoholfreie Varianten anbieten.

Getränkegiganten wie AB Inbev und Heineken erkennen an, dass unverantwortlicher Alkoholkonsum eine der größten Bedrohungen für ihr Geschäft darstellt. Bislang haben sie die Risiken gut im Griff. Dennoch: Ihre Aktien mögen das heute zwar nicht widerspiegeln, aber die Alkoholunternehmen haben mehr mit dem Tabakkonsum gemeinsam, als sich die Anleger eingestehen wollen.

Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com

DJG/DJN/rer/sha

(END) Dow Jones Newswires

May 30, 2022 03:57 ET (07:57 GMT)

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