FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Staatsanleihen sind am Montag gesunken. Bis zum Abend gab der richtungweisende Euro-Bund-Future um 0,09 Prozent auf 160,39 Punkte nach. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 0,58 Prozent.

Schon seit mehreren Wochen haben sich die Renditen von Staatsanleihen, nicht nur im Euroraum, spürbar erhöht. In den USA rentieren zweijährige Staatspapiere auf dem höchsten Stand seit etwa zehn Jahren.

In Deutschland liegt die Rendite von zehnjährigen Bundesanleihen in etwa so hoch wie seit einem halben Jahr nicht mehr. Gestützt wurden die Renditen am Montag auch von der Aussicht auf eine Regierungsbildung nach Abschluss der Sondierungsgespräche für eine Große Koalition.

Der wesentliche Grund für den Zinsauftrieb wird aber in der Geldpolitik großer Notenbanken gesehen. Nicht nur dürfte die US-Notenbank Fed ihren Straffungskurs in diesem Jahr fortsetzen. Auch in Europa und Japan gibt es Spekulationen auf eine perspektivisch weniger lockere Geldpolitik. Die Bank of England hat im vergangenen Jahr ihren Leitzins bereits angehoben. Es war der erste Zinsschritt seit zehn Jahren.

Darüber hinaus wird das Zinsniveau an den Anleihemärkten durch das anhaltend robuste Wirtschaftswachstum angehoben. Zahlreiche Institutionen und Wirtschaftsforscher erwarten eine Fortsetzung des weltweiten konjunkturellen Aufschwungs in diesem Jahr./tos/das