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IAA-BLOG/Conti-CEO : Nennenswerte neue Chipproduktions-Kapazitäten erst 2023

06.09.2021 | 17:57

Die wichtigsten Meldungen zur IAA Mobility in München in kompakter Form:

Conti-CEO: Nennenswerte neue Chip-Produktionskapazitäten erst ab 2023 

Die Autobranche wird wohl noch einige Zeit mit Lieferengpässen bei Halbleitern zurechtkommen müssen. "Vor 2023 kann es rein physikalisch keinen großen Kapazitätsschub geben", sagte Continental-CEO Nikolai Setzer. Bei großen Investitionen in Chip-Produktionsanlagen dauere es 18 bis 24 Monate, bis die Fertigung hochfahren könne. Insgesamt sei die Situation sehr dynamisch. Die wegen Lockdowns geschlossenen Werke von Chipherstellern in Malaysia, Vietnam oder den Philippinen seien aktuell im Hochlauf. Perspektivisch werde die Nachfrage aus verschiedenen Branchen hoch bleiben. "Deshalb gehen wir davon aus, dass uns die Halbleiterkrise auch 2022 noch begleiten wird", ergänzte Setzer.

Daimler-Entwicklungsvorstand: Keine Neuentwicklung bei Hybrid-Technik 

Daimler setzt künftig ausschließlich auf den rein batterieelektrischen Antrieb und lässt die Hybrid-Technik nach und nach auslaufen. "Es sind keine weiteren neuen Entwicklungen geplant", sagte Entwicklungschef Markus Schäfer. "Die Investitionen sind getätigt, entsprechend nutzen wir sie." Beide Antriebe in einem Fahrzeug seien äußerst komplex, außerdem sei es eine Kostenbelastung für das Auto. Letztlich könne sich Daimler mit der Konzentration auf rein batterielektrische Antriebe viel stärker fokussieren. "In Zukunft wird es bei Pkw, AMG und Vans nur noch elektrische Plattformen geben", ergänzte der Manager während der IAA Mobility.

ZF profitiert von E-Mobilität - Großauftrag für Hybridgetriebe 

Der Autozulieferer ZF Friedrichshafen profitiert von dem beschleunigten Hochlauf der Elektromobilität und hat einen Großauftrag für Hybrid-Automatikgetriebe erhalten. "Es ist ein Auftrag in Größenordnung mehrerer Milliarden Euro für die 8-Gang-Plugin-Hybrid-Version", sagte CEO Wolf-Henning Scheider. Der erneute Auftrag zeige, dass die Nachfrage nicht nur nach rein batterieelektrischen Fahrzeugen, sondern auch nach Konzepten wie Plug-in-Hybriden vorhanden sei.

Daimler-CEO: Talsohle bei Chipversorgung im 3. Quartal 

Die Autobranche dürfte nach Einschätzung von Daimler-CEO Ola Källenius aktuell die Talsohle bei der begrenzten Lieferung von Halbleitern durchschreiten. "Es ist unsere Hoffnung, (...) dass man im vierten Quartal wieder den Weg nach oben findet", sagte Källenius mit Blick auf die Lieferfähigkeit der Chiphersteller. Vor allem im dritten Quartal hätten die harten Lockdowns in Malaysia zu Schließungen von Chipwerken geführt. Abgesehen von Covid-Shutdowns gebe es aber auch eine strukturelle Ebene, bei der die hohe Nachfrage auf begrenzte Kapazitäten treffe. Das könne auch das Jahr 2022 beeinflussen und sollte dann ab 2023 entspannter werden. "Das Interessante daran ist, dass diese Knappheit auf die im Prinzip beste Nachfrage seit Jahrzehnten und eine insgesamt günstige Marktlage trifft", so Källenius.

BMW: Autos mit Brennstoffzelle in Serie vor 2030 

BMW fährt beim künftigen Antrieb von Premiumwagen weiterhin mehrgleisig und setzt weiter auf den Einsatz der Wasserstoff-Brennstoffzellen-Technologie. "Vor 2030 wird es eine Serie von Autos geben, die groß genug sein wird, um profitabel zu sein", sagte BMW-CEO Oliver Zipse während der IAA. Wir groß die Serie konkret ausfallen werde, sei aktuell noch nicht abzusehen. Für nächstes Jahr plant BMW den Marktstart des i Hydrogen Next, der erste Wagen aus einer Kleinserie. Die dann geplante größere Serie werde es in fünf bis sieben Jahren geben, so Zipse. BMW bezieht dabei die Brennstoffzellen von Toyota. Die Unternehmen arbeiten seit Jahren in dem Bereich zusammen.

Continental will bei Nachhaltigkeit und autonomem Fahren punkten 

Continental will bei Nachhaltigkeit und CO2-Ersparnis in den kommenden Jahren punkten und strebt auch beim autonomen Fahren eine führende Rolle an. "Schon ab 2022 werden wir Geschäfte mit emissionsfreien Fahrzeugen komplett CO2-neutral stellen - und das weltweit", sagte Conti-Chef Nikolai Setzer am Montag auf der IAA Mobility in München. "Für 2040 streben wir in allen Werken weltweit einen CO2-Ausstoß von null an. Und das große Ziel‚ vollständig klimaneutral entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu wirtschaften, haben wir uns spätestens für 2050 vorgenommen."

BMW-Chef Zipse erwartet in einem Jahr wieder Normalität bei Chips 

BMW rechnet im kommenden Jahr wieder mit einer normalen Belieferung von Halbleitern. "Die Anspannung in den Lieferketten wird wohl noch sechs bis zwölf Monate andauern", sagte BMW-CEO Oliver Zipse auf der IAA in München. Die Liefersituation werde etwa in einem Jahr wieder zur Normalität zurückkehren. Die gesamte Branche befinde sich angesichts der enormen Nachfrage in einer Nachinvestitionsphase. Langfristig sehe Zipse bei der Versorgungssicherheit mit Halbleitern keinerlei Probleme.

Aktionsbündnis will für Mobilitätswende demonstrieren 

Anlässlich der diesjährigen Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in München hat ein Bündnis von Umweltorganisationen zu Protesten für die Mobilitätswende aufgerufen. "Weniger Autos und bessere Mobilität - weniger Verkehr und mehr Klimaschutz: Das sind die zentralen Forderungen", erklärte das Aktionsbündnis "Aussteigen" am Montag. Am kommenden Samstag wollen die Organisatoren "tausende Teilnehmer" auf die Straße bringen, noch gibt es aber juristische Unklarheiten über die Demonstrationsroute.

Schaeffler kooperiert mit Mobileye beim autonomen Fahren 

Der Autozulieferer Schaeffler hat sich für die Entwicklung autonom fahrender Transportshuttles bis zur Serienreife einen Partner ins Boot geholt. Wie das Unternehmen anlässlich der Automesse IAA Mobility mitteilte, hat es mit der Intel-Tochter Mobileye, einem führender Anbieter von Systemen für automatisiertes Fahren, eine langfristige Zusammenarbeit vereinbart. Durch die Kombination von Schaefflers modularer Plattform "Rolling Chassis" mit dem Selbstfahr-System von Mobileye sei eine schnelle Skalierung von autonomen Transportlösungen ab dem Jahr 2023 möglich.

BMW verschärft Ziele für CO2-Ausstoß 

BMW verschärft seine im Sommer 2020 ausgegebenen Ziele zur Senkung der CO2-Emissionen erneut. Bis 2030 soll der CO2-Ausstoß je Fahrzeug und gefahrenem Kilometer gegenüber dem Jahr 2019 nun mindestens halbiert werden, wie BMW anlässlich der Automesse IAA Mobility in München mitteilte. Entscheidend dafür ist der Hochlauf der Elektromobilität.

ZF: 2030 mehr Umsatz mit E-Mobilität als mit Getriebegeschäft 

ZF Friedrichshafen rechnet in den kommenden Jahren mit einem schnellen Hochlauf im E-Mobilitätsgeschäft. Im Jahr 2030 dürfte der Umsatzanteil des Geschäfts mit Elektroantrieben weltweit bei rund 50 Prozent liegen, sagte ZF-CEO Wolf-Henning Scheider auf der IAA Mobility in München. Aktuell belaufe sich der Umsatz im Geschäft mit Getriebeaggregaten auf rund 10 Milliarden Euro. Mit Blick auf den aktuellen Auftragsbestand sei ZF auf Kurs, dieses Ziel zu erreichen. Der Hochlauf der E-Mobilität gehe schneller voran als erwartet. "Vor drei Jahren hätten wir das nicht erwartet", ergänzte Scheider.

ZF will Entwicklungszeit für E-Antriebe um 50% reduzieren 

Der Autozulieferer ZF will mehr Tempo bei der Entwicklung in der E-Mobilität. "Wir reduzieren die Entwicklungszeiten für Elektroantriebe um 50 Prozent", sagte Vorstandschef Wolf-Henning Scheider auf der Automesse IAA Mobility in München. Dafür bündelt ZF seine Elektromobilitäts-Expertise im Bereich Systemlösungen, Komponenten und Softwaresteuerung in einer Plattform namens "Modular eDrive Kit". Die neuen Antriebe dieser Plattform bieten laut ZF deutliche Verbesserungen bei Leistungsdichte, Gewicht und Wirkungsgrad.

Kontakt zum Autor: unternehmen.de@dowjones.com

DJG/kla/mgo

(END) Dow Jones Newswires

September 06, 2021 11:56 ET (15:56 GMT)

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Wolfgang W. Reitzle Chairman-Supervisory Board
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