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MÄRKTE USA/Börse überwindet Zinsschreck dank starker BIP-Daten

27.01.2022 | 18:03

NEW YORK (Dow Jones)--Der erste Fed-Schreck scheint an der Wall Street am Donnerstag schon wieder verflogen zu sein. Hatte der Aktienterminmarkt zunächst noch eine Fortsetzung der Verluste aus dem späten Vortagessgeschäft angedeutet, zeigt sich der Kassamarkt am Donnerstag im Verlauf fest. Analysten sind sich einig, dass Verluste in Zinserhöhungszyklen meist nicht von Dauer seien. Dauerhaft hohe Inflation sei dagegen ein Phänomen, das das Wachstum bremse und letztlich auch die Gewinnentwicklung der Unternehmen dämpfe, heißt es im Handel. Unterstützung kommt auch von überraschend starken Daten zum US-Wirtschaftswachstum.

Der Dow-Jones-Index steigt gegen Mittag (Ortszeit New York) um 1,4 Prozent - trotz eines Einbruchs bei Intel. S&P-500 und Nasdaq-Composite ziehen um 1,2 bzw. 0,8 Prozent an. Falkenhaft eingestufte Aussagen von US-Notenbankgouverneur Jerome Powell hatten die US-Börsen im späten Vortageshandel ins Minus gedrückt. Die Zinsentscheidung der US-Notenbank selbst überraschte nicht, die Kommentare von Powell dagegen schon. Powell hatte die erste Zinserhöhung im März praktisch angekündigt und wollte nicht ausschließen, dass auf jeder Sitzung Zinserhöhungen kommen könnten. Zudem betonte er, dass die Fed "flink" sein müsse bei der Bekämpfung der Inflation.

Die Schlagzeilen zeigten, dass die Fed "in Eile ist. Die Fed hat sehr schnell ernst gemacht und das hat Auswirkungen auf die Märkte", sagt Marktstratege John Vail von Nikko Asset Management mit Blick auf die Verluste des Vortages. Von anderer Seite wird die Inflation aber als das größere Übel angesehen. Bei der laufenden Berichtsperiode werde daher verstärkt darauf geachtet, ob Unternehmen den Inflationsdruck weiterreichen könnten oder aber die Margen belastet würden, so ein Händler.

   BIP-Details weisen auf nachlassenden Inflationsdruck hin 

Starke und deutlich über der Markterwartung liegende US-BIP-Daten zum vierten Quartal liefern indes weitere Argumente für Zinserhöhungen. Denn das Wachstum hat sich deutlich beschleunigt - es verzeichnete den stärksten Anstieg seit 37 Jahren. Wesentlichen Anteil daran hatte allerdings die Wiederaufstockung von Lagerbeständen, wie Volkswirte anmerken. Das könnte ein Zeichen dafür sein, dass Lieferengpässe zurückgingen und damit auch der Inflationsdruck. Auch die wöchentlichen Arbeitsmarktdaten sind besser als gedacht ausgefallen. Der Auftragseingang langlebiger Güter ist im Dezember aber deutlicher als befürchtet gesunken. Hier könnte die Inflation bereits Bremsspuren hinterlassen haben.

Der Dollar zeigt sich extrem fest mit der Aussicht auf deutlich steigende Zinsen. Der Dollarindex legt um 1,3 Prozent zu und verzeichnet damit den stärksten Anstieg seit März 2020. Der feste Greenback drückt den Euro auf den niedrigsten Stand seit über eineinhalb Jahren. "Mit der Konzentration der US-Notenbank auf die Inflationsbekämpfung sind weitere Dollar-Gewinne drin", sagt Analyst Ricardo Evangelista von Activtrades.

Am Rentenmarkt fallen die Renditen, nachdem sie am Vortag nach oben geschossen waren. Auf dem ermäßigten Kursniveau kauften Anleger nun wieder Anleihen - gerade vor dem Hintergrund des Ukraine-Konflikts, heißt es.

Der feste Dollar sowie die Aussicht auf deutliche Zinserhöhungen belasten den Goldpreis. Die Ölpreise kommen leicht zurück, halten sich aber in der Nähe neuer Siebenjahreshochs. Unterstützung bietet auch hier laut Händlern der Ukraine-Konflikt mit dem Hauptakteur Russland, einem wichtigen Erdölförderer.

   Intel unter Druck 

Intel geben 5,6 Prozent nach, nachdem der Chiphersteller im vierten Quartal zwar mit Umsatz und Gewinn die Erwartungen übertroffen hat, der Ausblick aber Licht und Schatten enthält. Lam Research kommen um 6,2 Prozent zurück. Der Zulieferer der Halbleiterindustrie hat knapp im Rahmen der Erwartungen liegende Quartalsergebnisse gemeldet, aber auch betont, dass sich die Probleme in der Lieferkette Ende Dezember verstärkt hätten.

Tesla werden 6,7 Prozent tiefer gehandelt. Der Elektroautobauer hat zwar trotz der Chipknappheit für 2021 einen Rekordgewinn ausgewiesen. Der E-Autobauer warnte jedoch, dass die Lieferkettenprobleme auch 2022 noch andauern könnten. Zudem arbeitet das Unternehmen derzeit nicht an Elektrofahrzeugen im unteren Preissegment. Im Jahr 2022 werden auch keine neuen Modelle auf den Markt kommen.

Einen Satz um gut 9 Prozent nach oben machen Qualtrics. Die SAP-Tochter rutschte im vierten Quartal zwar tiefer in die roten Zahlen als erwartet, übertraf aber mit dem Umsatzwachstum die Prognosen deutlich. Gut kommen Geschäftszahlen und insbesondere der Ausblick von Levi Strauss (+11,3%) an.

Ein Kursdebakel erleben Teradyne (-27,4%). Der Hersteller von Testsystemen für Mikroprozessoren übertraf zwar mit den Geschäftszahlen die Erwartungen, verfehlte sie aber beim Ausblick. Chemiekonzern Dow übertraf im vierten Quartal die Gewinnerwartungen, der Kurs steigt um 7 Prozent. Mastercard legen nach Viertquartalsausweis um 3,1 Prozent zu.

Die US-Schnellrestaurantkette McDonald's hat im vierten Quartal zwar dank Preiserhöhungen und Werbeaktionen Umsatz und Ergebnis erhöht, blieb aber mit dem Wachstum hinter den Erwartungen zurück. Der Kurs hinkt dem Markt mit plus 0,2 Prozent hinterher.

=== 
INDEX                 zuletzt      +/- %     absolut  +/- % YTD 
DJIA                34.652,04      +1,4%      483,95      -4,6% 
S&P-500              4.403,72      +1,2%       53,79      -7,6% 
Nasdaq-Comp.        13.654,40      +0,8%      112,28     -12,7% 
Nasdaq-100          14.318,03      +1,0%      145,28     -12,3% 
 
US-Anleihen 
Laufzeit     Rendite  Bp zu VT  Rendite VT  +/-Bp YTD 
2 Jahre         1,19      +4,4        1,14       45,7 
5 Jahre         1,66      -2,9        1,69       39,8 
7 Jahre         1,79      -4,5        1,83       34,6 
10 Jahre        1,81      -5,9        1,87       29,9 
30 Jahre        2,09      -7,6        2,17       19,0 
 
DEVISEN               zuletzt      +/- %    Do, 8:11  Mi, 17:30   % YTD 
EUR/USD                1,1147      -0,8%      1,1216     1,1282   -2,0% 
EUR/JPY                128,71      -0,1%      128,59     128,99   -1,7% 
EUR/CHF                1,0384      +0,0%      1,0375     1,0397   +0,1% 
EUR/GBP                0,8325      -0,3%      0,8354     0,8347   -0,9% 
USD/JPY                115,47      +0,7%      114,64     114,34   +0,3% 
GBP/USD                1,3388      -0,5%      1,3426     1,3515   -1,1% 
USD/CNH (Offshore)     6,3691      +0,5%      6,3538     6,3280   +0,2% 
Bitcoin 
BTC/USD             36.540,57      +0,1%   36.074,53  38.157,82  -21,0% 
 
ROHÖL                 zuletzt  VT-Settl.       +/- %    +/- USD   % YTD 
WTI/Nymex               87,18      87,35       -0,2%      -0,17  +16,4% 
Brent/ICE               89,75      89,96       -0,2%      -0,21  +15,2% 
 
METALLE               zuletzt     Vortag       +/- %    +/- USD   % YTD 
Gold (Spot)          1.792,27   1.819,52       -1,5%     -27,26   -2,0% 
Silber (Spot)           22,69      23,54       -3,6%      -0,85   -2,7% 
Platin (Spot)        1.022,38   1.037,48       -1,5%     -15,10   +5,4% 
Kupfer-Future            4,44       4,52       -1,6%      -0,07   -0,5% 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/cln/flf

(END) Dow Jones Newswires

January 27, 2022 12:03 ET (17:03 GMT)

Im Artikel erwähnte Wertpapiere
%Kurs01.01.
DJ INDUSTRIAL -1.46%30800.37 Realtime Kurse.-13.99%
DOW INC. -2.48%67.03 verzögerte Kurse.21.23%
INTEL CORPORATION -3.99%40.34 verzögerte Kurse.-18.43%
LAM RESEARCH CORPORATION -4.51%450.845 verzögerte Kurse.-34.35%
LEVI STRAUSS & CO. -3.65%15.78 verzögerte Kurse.-34.52%
MASTERCARD, INC. -1.10%328.36 verzögerte Kurse.-6.52%
MCDONALD'S CORPORATION 0.01%228.95 verzögerte Kurse.-14.57%
QUALTRICS INTERNATIONAL INC. -5.27%14.39 verzögerte Kurse.-57.09%
TESLA, INC. -10.59%634.54 verzögerte Kurse.-32.87%
US DOLLAR / RUSSIAN ROUBLE (USD/RUB) -2.00%60.875 verzögerte Kurse.-15.26%
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