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Insolvente Kryptobörse FTX hat 1,24 Milliarden Dollar in Kasse

22.11.2022 | 17:55
ARCHIV: Illustration vom FTX-Logo

FURCHT VOR ANSTECKUNGSEFFEKTEN

Frankfurt/London/New York/Bangalore (Reuters) - Die geschätzt etwa eine Million Gläubiger von FTX können auf mehr Geld aus der Insolvenzmasse der kollabierten Kryptobörse hoffen.

Wie aus am Dienstag veröffentlichten Gerichtsunterlagen einer Beratungsfirma von FTX hervorgeht, verfügt das Unternehmen über einen Kassenbestand von 1,24 Milliarden Dollar. Dies sei "deutlich mehr" als bislang gedacht. Früheren Angaben zufolge schuldet die Börse ihren 50 größten Gläubigern insgesamt etwa 3,1 Milliarden Dollar. Im Verlauf des Dienstags sollte das Verfahren vor dem Insolvenzgericht eröffnet werden.

FTX hatte vor knapp zwei Wochen in den USA Gläubigerschutz beantragt, nachdem Kunden als Reaktion auf die heimliche Verschiebung von Einlagen im Volumen von zehn Milliarden Dollar massenhaft Gelder abgezogen hatten. Dies schickte auch Bitcoin auf Talfahrt. Die älteste und wichtigste Cyber-Devise fiel von einem Zwei-Jahres-Tief auf das nächste und kostete zuletzt rund 16.000 Dollar. "Das Vertrauen in Kryptowährungen hat massiv gelitten", sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. Die Stimmung liege am Boden.

Dies spiegele sich unter anderem im Wirrwarr um den Kryptowährungsbroker und -verleiher Genesis wider, warf Analyst Timo Emden von Emden Research ein. "Das, was Genesis signalisiert und was der Markt glaubt, sind offensichtlich zwei verschiedene Paar Schuhe." Genesis wies Medienberichte über eine bevorstehende Insolvenz als Folge der FTX-Affäre zurück. Allerdings hatte die Firma zuvor die Kreditvergabe und Rückzahlungen vorläufig eingestellt. Auch die Kryptobank BlockFi steht einem Zeitungsbericht zufolge vor dem Aus.

"Neben der Furcht, dass weitere Branchen-Größen schon bald ihr Handtuch werfen könnten, sehen sich Anleger zusehends mit Regulierungssorgen konfrontiert", fügte Emden hinzu. Vor dem Hintergrund des FTX-Kollapses werden die Rufe von Politikern und Zentralbanken nach strengeren Gesetzen lauter.

(Bericht von Hakan Ersen, Dietrich Knauth und Tom Wilson; Redigiert von Scot W. Stevenson; unter Mitarbeit von Manya Saini, Rishabh Jaiswal, Juby Babu und Lavanya Sushil Ahire. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)


© Reuters 2022
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