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Aktien Frankfurt: Anleger bleiben in der Defensive

22.10.2020 | 11:59

FRANKFURT (awp international) - Weiter steigende Corona-Neuinfektionen und die Hängepartie um das US-Konjunkturpaket haben den deutschen Aktienmarkt am Donnerstag weiter ins Minus befördert. Der Dax fiel im frühen Handel um bis zu 1,7 Prozent unter die Marke von 12 400 Punkten auf das tiefste Niveau seit rund einem Monat. Danach erholte sich der Leitindex etwas und notierte zuletzt noch 0,54 Prozent niedriger bei 12 489,61 Punkten.

Der MDax der 60 mittelgrossen Börsentitel sank um 0,57 Prozent auf 27 009,88 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor rund 0,6 Prozent auf 3162 Punkte.

Marktexperte Andreas Lipkow von der Comdirect Bank sieht den Aktienmarkt derzeit am Scheideweg. Sollte der Kursbereich bei Dax zwischen 12 400 und 12 500 Punkten durchbrochen werden, könne es schnell sehr ungemütlich für die deutschen Standardwerte werden.

Die drastisch gestiegenen Corona-Infektionszahlen treiben den deutschen Konsumenten wieder den Angstschweiss auf die Stirn. Die Kauflaune der Deutschen sei im Oktober deutlich gesunken, sagte Rolf Bürkl vom Nürnberger Konsumforschungsunternehmen GfK.

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages in Deutschland ist erneut stark gestiegen und hat erstmals den Wert von 10 000 überschritten. Die Gesundheitsämter meldeten nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Donnerstagmorgen 11 287 Fälle binnen 24 Stunden. Der bisherige Höchstwert seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland war am Samstag mit 7830 Neuinfektionen erreicht worden.

Von den Verhandlungen zwischen Republikanern und Demokraten in den USA über neue Finanzhilfen in der Corona-Pandemie kamen zuletzt widersprüchliche Signale. Nancy Pelosi, die Sprecherin der Demokraten im Repräsentantenhaus, zeigte sich eher zuversichtlich. Dagegen warnte der Mehrheitsführer der Republikaner im Senat, Mitch McConnell, einer Einigung noch vor den Präsidentschaftswahlen Anfang November zuzustimmen.

Unter den Einzelwerten hielten sich die Continental-Aktien mit minus 0,4 Prozent noch ganz passabel. Der Autozulieferer und Reifenhersteller rutschte auch im dritten Quartal in die roten Zahlen, schnitt damit aber besser ab, als Analysten befürchtet hatten. Die Profitabilität habe die Erwartungen übertroffen, schrieb Warburg-Analyst Marc-Rene Tonn.

Die Adidas-Anteilsscheine setzten sich nach einem schwächeren Start mit einem Plus von 3,1 Prozent an die Dax-Spitze. Auftrieb gab ein Bericht des "Manager-Magazins", wonach die Herzogenauracher nach gescheiterter Sanierung nun den Verkauf der Tochter Reebok eingeleitet hätten. Bereits in der Vergangenheit hatte es immer wieder Spekulationen über einen Reebok-Verkauf gegeben.

Die Papiere von Varta gerieten kräftig unter Druck. In der ersten Handelsstunde sanken die Titel des Batteriekonzerns um über 11 Prozent. Zuletzt lagen sie noch rund 5 Prozent tiefer. Börsianer machten für die Verluste vor allem automatisch ausgelöste Verkaufsorders verantwortlich. Es machten aber auch Gerüchte die Runde, dass ein Leeverkäufer aktiv ist, der auf weiter fallende Kurse setzt. Mit der gemeldeten Vertragsverlängerung von Vorstandschef Herbert Schein hätten die Kursverluste nichts zu tun, hiess es.

Die Aktien von Hypoport brachen nach einem Ergebnisrückgang des Finanzdienstleisters in der Spitze um mehr als 21 Prozent ein. Mit 429 Euro sackten sie zwischenzeitlich auf den tiefsten Stand seit Mitte August ab und notierten zuletzt knapp 17 Prozent niedriger bei 453 Euro. Das operative Ergebnis von Hypoport fiel im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund ein Fünftel auf etwa 7 Millionen Euro. Analysten sprachen unisono von enttäuschenden Kennziffern.

Der Gabelstaplerhersteller Jungheinrich erhöhte nach einer Belebung der Nachfrage seine Jahresziele. Seit mehreren Wochen belebe sich die Kundennachfrage sukzessive, weshalb im Restjahr höhere als zunächst geplante Umsätze zu erwarten seien, hiess es. Die eingeleiteten Sparmassnahmen dürften sich weiter positiv im Ergebnis niederschlagen. Die Jungheinrich-Titel stiegen um 4,3 Prozent.

Der Telekomausrüster Adva Optical traut sich nach einem positiv verlaufenen dritten Quartal wieder eine Jahresprognose zu. Die Aktien schnellten an der SDax-Spitze um 10,3 Prozent nach oben./edh/jha/

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---


© AWP 2020
Im Artikel erwähnte Wertpapiere
%Kurs01.01.
ADIDAS AG -1.43%288.9 verzögerte Kurse.-3.02%
COMDIRECT BANK AG -0.14%13.84 Schlusskurs.0.00%
DAX -0.67%13786.29 verzögerte Kurse.0.49%
EURO STOXX 50 -1.33%3636.44 verzögerte Kurse.2.36%
HYPOPORT SE -0.51%581 verzögerte Kurse.12.82%
MDAX -1.17%31270.86 verzögerte Kurse.1.54%
SDAX -1.03%15109.96 verzögerte Kurse.2.34%
SDAX PERFORMANCE INDEX 9:00-20:00 -1.23%15107.5 verzögerte Kurse.2.32%
STOXX 50 -1.53%3124.51 verzögerte Kurse.0.52%
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DAIMLER AG66.25 verzögerte Kurse.0.49%
DEUTSCHE TELEKOM AG15.03 verzögerte Kurse.0.40%
HEIDELBERGCEMENT AG65.48 verzögerte Kurse.-2.70%
BAYER AG50.12 verzögerte Kurse.-2.85%
COVESTRO AG59.96 verzögerte Kurse.-3.01%
BEIERSDORF AKTIENGESELLSCHAFT81.9 verzögerte Kurse.-3.15%
DEUTSCHE BANK AG10.214 verzögerte Kurse.-3.50%
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