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CORONA-BLOG/Lauterbach sieht bei Omikron keinen Grund zur Entwarnung

17.01.2022 | 19:11

Die aktuellen Entwicklungen rund um die Corona-Pandemie in kompakter Form:

Lauterbach sieht bei Omikron keinen Grund zur Entwarnung 

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) warnt davor, die Omikron-Variante des Coronavirus zu unterschätzen. Es gebe "keinerlei Grund zur Entwarnung", sagte Lauterbach am Montag während eines Besuchs in Mecklenburg-Vorpommern bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD). Je nach Entwicklung könnte es sein, dass die Schutzmaßnahmen noch einmal verschärft werden müssten. Noch sei die aktuelle Welle "schwer einzuschätzen", sagte Lauterbach. Bislang seien vor allem Menschen mittleren Alters und jüngere Menschen betroffen. Wenn sich mehr Ältere infizierten, könne es auch wieder eine stärkere Belastung auf den Intensivstationen geben. Ob man dann mit den aktuellen Schutzmaßnahmen hinkomme, "werden wir sehen", sagte der Minister.

Von der Leyen sagt Reise nach Straßburg ab 

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat wegen eines Corona-Falls in ihrem Umfeld ihre Teilnahme an der Plenarsitzung des Europaparlaments in Straßburg abgesagt. Ihr Fahrer sei positiv auf das Coronavirus getestet worden, schrieb von der Leyen im Onlinedienst Twitter. Sie müsse daher nach Brüssel zurückkehren. Die EU-Kommissionspräsidentin kann somit nicht persönlich an der Trauerfeier für den verstorbenen EU-Parlamentspräsidenten David Sassoli am Montagnachmittag teilnehmen.

Lauterbach: Entscheiden über mögliche Verschärfungen in 7-10 Tagen 

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) will innerhalb der nächsten sieben bis zehn Tage bewerten, ob eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen zur Abflachung der Omikron-Welle nötig ist. Die aktuelle Welle durch die hoch infektiöse Omikron-Variante sei noch schwer einzuschätzen. Deutschland sei gut gestartet, denn durch die Kontaktbeschränkungen, die 2G-Regelungen in der Gastronomie sowie mehr Homeoffice sei es Deutschland gelungen, die Verdoppelung der Infektionszahlen zu strecken auf sechs bis sieben Tage. Diese Frist sei länger, als in vielen anderen Ländern. "Es kann sein, dass eine solche Maßnahme gar nicht nötig ist", sagte Lauterbach mit Blick auf mögliche Verschärfungen. Auch wenn man an der Omikron-Variante meist weniger stark erkranke, dürften die Krankenhäuser und die Infrastruktur aufgrund der insgesamt hohen Infektionszahlen dennoch stärker belastet werden.

Kanada genehmigt orales Pfizer-Medikament gegen Covid-19 

Die kanadische Gesundheitsbehörde hat die Verwendung eines oralen Medikaments von Pfizer gegen Covid-19 bei Erwachsenen genehmigt. Das Pharmaunternehmen teilte mit, dass Health Canada die Verwendung von Paxlovid, auch bekannt als Nirmatrelvir-Tabletten und Ritonavir-Tabletten, für die Behandlung von leichtem bis mittelschwerem Covid-19 genehmigt hat. Das Medikament soll die Aktivität eines der Schlüsselenzyme des Virus blockieren, das es zur Replikation nutzt. Die kanadische Gesundheitsbehörde Health Canada hat das Medikament auf der Grundlage von Daten aus der Phase-2/3-Studie EPIC-HR von Pfizer für Erwachsene mit Covid-19 zugelassen, bei denen ein höheres Risiko für ein Fortschreiten der Krankheit besteht.

Anklage wegen Betrugs mit erfundenen Corona-Teststellen in Essen erhoben 

In Essen hat die Staatsanwaltschaft Anklage wegen mehrerer erfundener Corona-Teststellen gegen die vermeintliche Betreiberin erhoben. Die Beschuldigte soll bundesweit online mindestens elf angebliche Teststellen eröffnet haben, wie aus einem Bericht des nordrhein-westfälischen Justizministeriums an den Rechtsausschuss des Landtags hervorgeht. Demnach strich die Tatverdächtige mit dem Betrug insgesamt 1,1 Millionen Euro ein. Den Angaben zufolge erhielt die Frau mehrere Zahlungen für angeblich geleistete Coronatests und Impfungen gegen das Coronavirus. Von der Schadenssumme seien bereits 925.000 Euro durch Kontopfändungen beschlagnahmt worden. Die mutmaßliche Täterin befindet sich demnach in Untersuchungshaft. Weitere Verfahren wegen Betrugs mit Corona-Teststellen würden unter anderem in Bielefeld, Bochum und Hagen geführt.

Genesenen-Status nur noch für 90 Tage 

Nach einer Corona-Infektion gilt der Genesenen-Status künftig nur noch für drei statt bislang sechs Monate. Dies hat das Robert Koch-Institut in seinen neuen Richtlinien festgelegt. Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums erklärte, dass man sich zu diesem Schritt "aus wissenschaftlicher Sicht" entschlossen habe. Der Genesenen-Status habe während der Delta-Variante des Coronavirus gegolten, die als weniger infektiös angesehen wird als die gegenwärtig vorherrschende Omikron-Variante. Laut RKI gilt der Genesenennachweis für denjenigen, bei dem der PCR-Test mindestens 28 Tage und höchstens 90 Tage zurückliegt.

VdK fordert Vermögensabgabe zur Finanzierung der Corona-Mehrausgaben 

Der Sozialverband VdK hat eine Verschärfung der ungleichen Vermögensverteilung während der Corona-Pandemie angeprangert. Nötig sei eine einmalige Vermögensabgabe zur Finanzierung der coronabedingten Mehrausgaben. "Vor allem Gering- und Normalverdiener sowie Arbeitslose sind von den Folgen der Pandemie finanziell schwer betroffen", erklärte VdK-Präsidentin Verena Bentele zu einem Bericht der Hilfsorganisation Oxfam, nach dem sich die Vermögen der reichsten Menschen während der Pandemie verdoppelt habe. "Um den Sozialstaat zu stärken und zu finanzieren, müssen große Unternehmen, Digitalkonzerne und sehr reiche Menschen mehr bezahlen. Die Kosten der Corona-Pandemie müssen gleich verteilt werden."

Regierung sieht keinen Grund für Nachlassen bei Impfungen 

Die Bundesregierung hat vor einer laxeren Haltung in der gegenwärtigen Phase der Coronavirus-Pandemie gewarnt. "Grundsätzlich ist es sehr wichtig, dass wir die jetzt laufende Omikron-Welle und auch die Pandemie sehr ernst nehmen. Es gibt keinen Grund, jetzt irgendwie nachzulassen in den Anstrengungen, was die Impf- und Boosterkampagne angeht", sagte Vize-Regierungssprecher Wolfgang Büchner. Jede einzelne Impfung zähle. "Das ist unser bestes Mittel, in dieser Pandemie voranzukommen und auch irgendwann herauszukommen." Auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und Experten drängen weiter darauf, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums sagte. "Das Entscheidende ist, und da sind sich ja auch alle einig, dass wir die Impflücke schließen", erklärte er.

Bahn will Ausbildungskapazitäten trotz Corona weiter erhöhen 

Die Deutsche Bahn will in diesem Jahr trotz der Coronavirus-Pandemie nach eigenen Angaben noch mehr Nachwuchskräfte einstellen. Auch im dritten Corona- und nunmehr siebten Jahr in Folge erhöhe der Konzern seine Ausbildungskapazitäten und wolle rund 5.200 Auszubildende und Dual Studierende an Bord holen, teilte die Bahn mit. Im Vorjahr vergab die Bahn rund 5.000 Plätze, 2020 waren es gut 4.700. "Wir spüren, dass der Wettbewerb auf dem Arbeitsmarkt weiter anzieht und werden auch deshalb noch mehr ausbilden und qualifizieren", sagte Personalvorstand Martin Seiler. Die Bahn wolle die Fachkräfte von morgen selbst ausbilden.

Bayerischer Gesundheitsminister erwartet Impfpflicht sicher 

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hält die schnelle Einführung einer allgemeinen Impfpflicht für unerlässlich, auch wenn sich ein Ende der Coronavirus-Pandemie abzeichnet. "Ich glaube, wir werden aus dieser Pandemie nur rauskommen, wenn wir jetzt diese Impfpflicht egal in welcher Variante einführen", sagte Holetschek dem Fernsehsender Bild TV. Er zeigte sich überzeugt, dass die Impfpflicht am Ende kommen werde. Der offenbar mildere Verlauf der Omikron-Variante lässt aber offenbar in der FDP-Bundestagsfraktion Zweifel wachsen. "Omikron ändert die Spielregeln", sagte Stephan Thomae, einer der parlamentarischen Geschäftsführer, der Süddeutschen Zeitung. Die SPD-Abgeordnete Dagmar Schmidt konkretisierte erste Überlegungen. "Eine Impfpflicht - wenn sie kommt - wird befristet", sagte sie.

Zahl beruflich bedingter Krankheitsfälle steigt stark an 

Die Corona-Pandemie hat zu einem drastischen Anstieg der Zahl beruflicher bedingter Krankheitsfälle geführt, berichtet die Bild-Zeitung unter Berufung auf einen Bericht der Bundesregierung. Demnach stieg die Zahl anerkannter Berufskrankheiten im Jahr 2020 auf 39.551 Fälle - ein Plus von 93,7 Prozent gegenüber 2019 (20.422 Fälle) und neuer Rekordwert. Darunter waren laut den Angaben 18.959 Fälle von Mitarbeitern des Gesundheitswesens oder Laboren mit durch Infektionen bedingten Berufskrankheiten, fast neunmal so viel wie 2019 (1.898 Fälle). 18.065 der neu anerkannten Berufskrankheiten waren demnach durch Corona hervorgerufen. Im Schnitt seien Arbeitnehmer 2020 insgesamt 17,1 Arbeitstage krankheitsbedingt arbeitsunfähig gewesen. Die gesamtwirtschaftlichen Kosten der Arbeitsunfähigkeit wurden auf 144 Milliarden Euro beziffert.


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