Zwischenbericht Q2 2020

ZWISCHENBERICHT Q2 2020 | INHALT  3

Inhalt

A | Wichtige Kennzahlen

4

B | Daimler am Kapitalmarkt

6

C | Konzernzwischenlagebericht

7 - 30

Geschäftsentwicklung

7

Ertragslage

9

Finanzlage

16

Vermögenslage

20

Investitions- und Forschungstätigkeit

23

Mitarbeiter

23

Wichtige Ereignisse

24

Risiko- und Chancenbericht

25

Prognosebericht

29

D | Geschäftsfelder

31 - 35

Mercedes-Benz Cars & Vans

31

Daimler Trucks & Buses

33

Daimler Mobility

35

E | Konzernzwischenabschluss

36 - 64

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

36

Konzern-Gesamtergebnisrechnung

38

Konzernbilanz

40

Konzern-Kapitalflussrechnung

41

Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals

42

Konzernanhang zum Zwischenabschluss

44

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

65

Bescheinigung nach prüferischer Durchsicht

66

F | Adressen - Informationen -

Finanzkalender

67

Titelmotiv: Die neue E-Klasse.

Umfangreich aktualisiert geht die neue E-Klasse an den Start. Die wich- tigsten Eckpunkte der Modellpflege sind das dynamischere Design, die nächste Generation von Fahrassistenzsystemen, das höhere Komfort­ niveau und die Erweiterung des Modellportfolios um zahlreiche elek­ trifizierte Antriebe. Verfügbar sind sieben Modelle als Plug-in-Hybride (Diesel und Benziner, Limousine und Kombi, Heck- und Allradantrieb). Mit über 14 Millionen ausgelieferten Limousinen und T-Modellen seit 1946 ist die E-Klasse die meistverkaufte Modellreihe in der Geschichte von Mercedes-Benz.

4 A | WICHTIGE KENNZAHLEN

Q2

Wichtige Kennzahlen Daimler-Konzern

€-Werte in Millionen

Q2 2020

Q2 2019

Veränd. in %

Umsatz

30.184

42.650

-291

Europa

11.455

17.237

-34

davon Deutschland

4.787

6.708

-29

Nordamerika

8.212

13.217

-38

davon USA

7.268

11.364

-36

Asien

9.173

9.690

-5

davon China

5.348

4.659

+15

Übrige Märkte

1.344

2.506

-46

Sachinvestitionen

1.609

1.751

-8

Forschungs- und Entwicklungsleistungen

2.255

2.357

-4

davon aktivierte Entwicklungskosten

711

788

-10

Free Cash Flow des Industriegeschäfts

685

-1.302

.

Bereinigter Free Cash Flow des Industriegeschäfts

778

-1.208

.

EBIT

-1.682

-1.558

.

Bereinigtes EBIT

-708

2.447

.

Konzernergebnis

-1.906

-1.242

.

Ergebnis je Aktie (in €)

-1,87

-1,24

.

Beschäftigte

293.688

298.6552

-2

  1. Bereinigt um Wechselkurseffekte Umsatzrückgang um 29 %.
  2. Stand 31.12.2019.

Umsatz

EBIT

Konzernergebnis

Ergebnis je Aktie

in Milliarden €

in Milliarden €

in Milliarden €

in €

50

45

40

35

30

25

20

15

10

5

0

Q1

Q2

Q3

Q4

3,0

2,5

2,0

1,5

1,0

0,5

0

-0,5

-1,0

-1,5

-2,0

Q1

Q2

Q3

Q4

3,0

2,5

2,0

1,5

1,0

0,5

0

-0,5

-1,0

-1,5

-2,0

Q1

Q2

Q3

Q4

3,0

2,0

1,0

0

-1,0

-2,0

Q1

Q2

Q3

Q4

2019

2020

A | WICHTIGE KENNZAHLEN 5

Q1-2

Wichtige Kennzahlen Daimler-Konzern

€-Werte in Millionen

Q1-2 2020

Q1-2 2019

Veränd. in %

Umsatz

67.407

82.348

-181

Europa

26.799

33.857

-21

davon Deutschland

10.727

13.088

-18

Nordamerika

19.361

24.822

-22

davon USA

17.119

21.502

-20

Asien

17.777

18.661

-5

davon China

9.177

9.049

+1

Übrige Märkte

3.470

5.008

-31

Sachinvestitionen

3.221

3.419

-6

Forschungs- und Entwicklungsleistungen

4.609

4.735

-3

davon aktivierte Entwicklungskosten

1.343

1.462

-8

Free Cash Flow des Industriegeschäfts

-1.631

-3.341

.

Bereinigter Free Cash Flow des Industriegeschäfts

-1.084

-3.168

.

EBIT

-1.065

1.240

.

Bereinigtes EBIT

11

4.757

-100

Konzernergebnis

-1.738

907

.

Ergebnis je Aktie (in €)

-1,78

0,72

.

Beschäftigte

293.688

298.6552

-2

  1. Bereinigt um Wechselkurseffekte Umsatzrückgang um 18 %.
  2. Stand 31.12.2019.

6 B | DAIMLER AM KAPITALMARKT

Daimler am Kapitalmarkt

Kennzahlen

30. Juni

30. Juni

Veränd.

2020

2019

in %

Ergebnis je Aktie im Q2 (in €)

-1,87

-1,24

.

Ausstehende Aktien (in Mio.)

1.069,8

1.069,8

0

Marktkapitalisierung (in Mrd. €)

38,67

52,35

-26

Xetra-Schlusskurs (in €)

36,15

48,93

-26

Höchst- und Tiefstkurse Daimler, 2019/2020

in €

60

55

50

45

40

35

30

25

20

7.19 8.19 9.19 10.1911.19 12.191.20 2.20 3.20 4.20 5.20 6.20

Börsenkursentwicklung (indiziert)

140

130

120

110

100

90

80

70

60

50

31.12.18

30.3.19

30.6.19

30.9.19

31.12.19

31.3.20

30.6.20

Börsen und Automobilaktien im zweiten Quartal 2020 mit volatiler Aufwärtsbewegung

Nach einer kurzen Schwächephase zu Beginn des zweiten Quartals zeigten die stützenden Maßnahmen der Notenbanken und Regierungen, die zum Teil in der Berichtsperiode noch aus- geweitet wurden, ihre Wirkung. Die Börsenindizes kletterten im Verlauf des Quartals weltweit nach oben und machten damit einen großen Teil der Verluste aus den Vormonaten wieder gut. Rückenwind erhielten im zweiten Quartal auch Automobil- werte, bei denen die Investoren die Aktienpositionen in den letzten drei Monaten wieder hochgefahren haben. Ihre Kurse wurden insbesondere von den Unterstützungsmaßnahmen und den ergriffenen wirtschaftspolitischen Maßnahmen sowie dem Rückgang der Ölpreise unterstützt, aber auch der Automobil- absatz in China erholte sich im zweiten Quartal schneller als von vielen Marktteilnehmern erwartet. Auch die Daimler-Aktie zeigte im zweiten Quartal 2020 nach anfänglichen Kursverlus- ten eine deutliche Kurserholung. Neben den geld- und fiskal­ politischen Maßnahmen machten insbesondere positive Signale vom chinesischen Automarkt den Anlegern Mut. Die Daimler- Aktie schloss zum Quartalsende bei 36,15 € und lag damit um rund 31 % über dem Wert zum Ende des ersten Quartals 2020. Im gleichen Zeitraum stieg der DAX um 24 % und der STOXX Europe Auto Index um 23 %.

Erfolgreiche Refinanzierung in volatilem Marktumfeld

Der Daimler-Konzern hat sich im zweiten Quartal des Jahres 2020 trotz eines sehr volatilen Marktumfelds erneut erfolg- reich auf den internationalen Geld- und Kapitalmärkten refi- nanziert. Neben einigen lokalen Transaktionen wurden durch die Daimler AG zwei Anleihen begeben, die ein Volumen von 1,5 Mrd. € sowie von 3,0 Mrd. € umfassten. Darüber hinaus wurde Anfang April eine zusätzliche Kreditlinie in Höhe von

12 Mrd. € mit einem internationalen Bankenkonsortium verein- bart. Nach Durchführung von Kapitalmarkttransaktionen im Laufe des zweiten Quartals, die zu einer Reduzierung dieser Linie führten, wurde der verfügbare Betrag von 12 Mrd. € auf 9,9 Mrd. € angepasst. Weiterhin konnten im zweiten Quartal mehrere Asset-Backed Securities (ABS)-Transaktionen durch- geführt werden. In den USA wurde ein Refinanzierungsvolumen von insgesamt 2,6 Mrd. US-$ generiert. In Großbritannien wurde ein Volumen von 0,5 Mrd. GBP begeben. Darüber hinaus sind in Deutschland über eine ABS-Transaktion 0,65 Mrd. € sowie über ein Offenmarktgeschäft 0,92 Mrd.€ zugeflossen (ES. 19).

Daimler AG

STOXX Europe Auto Index

DAX

C | KONZERNZWISCHENLAGEBERICHT 7

Konzernzwischenlagebericht

Konzernabsatz mit 541.800 (i. V. 821.700) Einheiten deutlich unter Vorjahresniveau Umsatz bei 30,2 (i. V. 42,7) Mrd. €

Konzern-EBIT in Höhe von -1,7 (i. V. -1,6) Mrd. €; bereinigtes Konzern-EBIT von -0,7 (i. V. 2,4) Mrd. € Konzernergebnis von -1,9 (i. V. -1,2) Mrd. €

Free Cash Flow im Industriegeschäft durch liquiditätssichernde Maßnahmen unterstützt bei 0,7 (i. V. -1,3) Mrd. €

Für Gesamtjahr 2020 Absatz, Umsatz, EBIT und Free Cash Flow des Industriegeschäfts unter Vorjahresniveau erwartet

Geschäftsentwicklung

Weltwirtschaft rückläufig

Schon im ersten Quartal hatten die globale Ausbreitung des Coronavirus und die ergriffenen Gegenmaßnahmen die wirt- schaftlichen Aktivitäten zunächst in China und dann im weite- ren Verlauf auch in Europa, den USA und anderen Märkten erheblich eingeschränkt. Diese Entwicklung hat sich im zwei- ten Quartal zunächst weiter verschärft. Nicht nur der schwan- kungsanfällige Industriesektor, sondern in besonderem Maße auch der Dienstleistungsbereich wurden von der Krise massiv erfasst. Geschäftsklima, Verbrauchervertrauen, Konsumaus­ gaben und Industrieproduktion fielen im April angesichts der nationalen Shutdowns in fast allen großen Volkswirtschaften deutlich. Infolgedessen ging die weltweite Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal im Vorjahresvergleich nach letzten Schät- zungen noch einmal merklich zurück. Mit dem vorsichtigen Beginn der Lockerungen ab Mai setzte zwar vielerorts die wirt- schaftliche Erholung ein, dieser Prozess wird sich angesichts des Fortdauerns der Corona-Pandemie aber noch länger hin- ziehen. Trotz dieser Entwicklungen hat sich der globale Aktien- markt nach dem tiefen Einbruch im März im Laufe des zweiten Quartals deutlich erholt und lag zuletzt nur noch rund 10 % unterhalb des Höchststandes von Mitte Februar. In China, das als erste große Volkswirtschaft von der COVID-19-Pandemie betroffen war, setzte die Erholung bereits etwas früher ein, so dass die Wirtschaftsleistung dort nach dem deutlichen Ein- bruch zu Jahresbeginn schon im zweiten Quartal wieder ein leichtes Plus im Vorjahresvergleich verzeichnen konnte. Die Rezession in der Europäischen Währungsunion dürfte im April ihren Tiefpunkt erreicht haben, als Industrieproduktion und Einzelhandel im Vorjahresvergleich um mehr als ein Viertel bzw. rund ein Fünftel einbrachen. Frühindikatoren deuten auf eine einsetzende Erholung ab Mai hin; nichtsdestotrotz ist davon auszugehen, dass die Wirtschaftsleistung in der Euro- zone im zweiten Quartal insgesamt noch einmal stärker schrumpfte als im ersten Quartal. Nahezu zeitgleich mit Europa und ähnlich abrupt wurde auch die US-amerikanische Wirt- schaftsaktivität abgebremst. Die drastischen Rückgänge bei Produktion und Konsumausgaben im April konnten nach früh- zeitigen Lockerungen zwar bereits im Mai zum Teil wieder auf- geholt werden; in Summe schrumpfte aber auch die US-Wirt- schaft deutlich. Als Reaktion auf den wirtschaftlichen Einbruch haben Notenbanken und Regierungen in China, Europa, USA und anderen Regionen massive Stützungsmaßnahmen ergriffen, was einen noch gravierenderen Krisenverlauf verhindert haben

sollte. Weitere große Volkswirtschaften wie Japan, Indien,

­Brasilien und Russland sind ebenfalls in erheblichem Ausmaß von der Corona-Krise betroffen. Für die rohstoffexportierenden Volkwirtschaften kam der weitere Ölpreisverfall auf teils unter 20 US-$ je Barrel im April verschärfend hinzu; im weiteren Quartalsverlauf konnte sich der Ölpreis angesichts der leichten Nachfrageerholung und deutlicher Produktionskürzungen auf ein Niveau von knapp 40 US-$ je Barrel erholen.

Auch die Entwicklung des weltweiten Pkw-Marktes war

­weiterhin stark durch die Corona-Krise geprägt. Die deutlich rückläufige Marktentwicklung, die schon im ersten Quartal begonnen hatte, setzte sich im zweiten Quartal in nahezu allen für Daimler wichtigen Absatzregionen fort. Der Monat April dürfte aber vielerorts den Tiefpunkt der Krise markiert haben. Der chinesische Markt hingegen, der bereits im ersten Quartal seinen stärksten Rückgang zu verzeichnen hatte, zeigte zuletzt schon wieder eine Erholungstendenz. Dennoch lag die welt- weite Pkw-Nachfrage im zweiten Quartal weiterhin deutlich zweistellig unter dem Vorjahresniveau.

Seit dem Tiefpunkt im Februar erholte sich die Nachfrage auf dem chinesischen Markt schrittweise. Im zweiten Quartal lagen die Pkw-Verkäufe bereits wieder leicht über dem Vor­ jahresniveau. Der US-amerikanische Markt für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge hatte im April mit einem Marktrückgang von fast 50 % seinen schwächsten Monat in der aktuellen Krise. Im weiteren Quartalsverlauf konnten die Verluste etwas reduziert werden, insgesamt lag die Nachfrage aber immer noch mehr als 30 % unter dem Vorjahresniveau.

Auch der europäische Markt erreichte im April seinen Tief- punkt mit einem Absatzvolumen, das sich in etwa drei Viertel unter dem Niveau des Vorjahres bewegte. Auch wenn die ­Rückgänge im Mai und Juni nicht mehr ganz so drastisch waren, gingen die Pkw-Verkäufe im zweiten Quartal im Vorjahres­ vergleich insgesamt stark zurück. Der westeuropäische Absatz- markt verzeichnete mit einem Minus von etwas mehr als 50 % einen drastischen Rückgang. Von den fünf größten Einzelmärk- ten waren Spanien und Großbritannien mit Absatzeinbrüchen von jeweils rund 70 % am stärksten betroffen, aber auch in Frankreich, Deutschland und Italien waren die Verluste mit einem Minus zwischen 43 und 57 % massiv. In Osteuropa sank die Nachfrage ebenfalls deutlich.

8 C | KONZERNZWISCHENLAGEBERICHT

Die Transporternachfrage in der Region EU30 (Europäische Union, Vereinigtes Königreich, Norwegen und Schweiz) war im zweiten Quartal 2020 stark rückläufig. Dabei verringerte sich das Marktvolumen für mittelgroße und große Transporter um rund 40 % und für kleine Transporter um mehr als 50 %. Der US­ -Markt für große Transporter lag deutlich unter dem Vorjah- resniveau. Der Markt für große Transporter in Lateinamerika verzeichnete ebenfalls einen deutlichen Marktrückgang.

Wichtige Lkw-Absatzmärkte verzeichneten im zweiten Quar- tal eine sehr schwache Entwicklung. Der nordamerikanische Markt für schwere Lkw (Klasse 8) befand sich schon vor Aus- bruch der Corona-Krise in einer zyklischen Abschwungphase. Verstärkt durch die drastische Verschlechterung der gesamt- wirtschaftlichen Situation verlor der Markt gemessen am Vor- jahresniveau rund die Hälfte seines Volumens.

Der Markt für schwere Lkw in der Region EU30 verzeichnete nach letzten Schätzungen einen starken Rückgang von mehr als 50 %. In Brasilien war die Nachfrage nach schweren Lkw ebenfalls zunehmend von der tiefen Wirtschaftskrise beein- trächtigt und ging im Vergleich zum Vorjahresniveau um rund 30 % zurück. In Japan lagen die Verkäufe von schweren Lkw gut 10 % unter dem Vorjahresniveau.

Die Busmärkte entwickelten sich angesichts der Krise

ebenfalls­ sehr schwach. In der Region EU30 ging die Nachfrage nach Bussen nach letzten Schätzungen deutlich zurück, in ­Brasilien war der Markt im zweiten Quartal ebenfalls deutlich rückläufig.

Konzernabsatz deutlich unter Vorjahresniveau

Im zweiten Quartal 2020 hat Daimler weltweit 541.800 (i. V. 821.700) Pkw und Nutzfahrzeuge abgesetzt. C.01

Mercedes-BenzCars hat das zweite Quartal mit weltweit 408.900 (i. V. 575.600) abgesetzten Pkw der Marken Mercedes-Benz und smart abgeschlossen. Die Verkäufe im zweiten Quartal waren von den Auswirkungen der COVID-

19-Pandemie und den vorübergehenden Schließungen von Handelsbetrieben vor allem in Europa und Nordamerika maß- geblich geprägt. In Europa wurden 113.400 (i. V. 244.800) Fahrzeuge abgesetzt. Im Kernmarkt Deutschland haben wir 39.500 (i. V. 82.500) Fahrzeuge ausgeliefert. In China, dem größten Absatzmarkt von Mercedes-Benz Cars, wurden 196.200 (i. V. 168.300) Einheiten verkauft. Das entspricht dem höchsten Absatz in China, der je in einem zweiten Quartal von Mercedes-Benz Cars erzielt wurde und zeigt, dass sich bisher die Nachfrage im größten Markt erholt. In den USA lagen die Auslieferungen von Mercedes-Benz Cars mit 42.500 (i. V. 75.500) Fahrzeugen deutlich unter dem Vorjahresniveau.

Mercedes-BenzVans verzeichnete von April bis Juni 2020 einen Absatz von 71.900 (i. V. 111.100) Einheiten. Der deutliche Rückgang ist wesentlich von den Folgen der COVID-19-Pande- mie geprägt. In der Region EU30 setzte Mercedes-Benz Vans 42.900 (i. V. 78.600) Einheiten ab. Auch in Nordamerika lag der Absatz mit 10.900 (i. V. 12.300) Einheiten deutlich unter dem Vorjahr. In den USA haben wir im zweiten Quartal 9.600 (i. V. 8.700) Einheiten verkauft; in Lateinamerika ging der Absatz auf 2.200 (i. V. 4.900) Einheiten zurück. In China lag der Absatz mit 9.500 (i. V. 7.100) Einheiten deutlich über dem Vorjahreszeitraum.

Der Absatz von Daimler Trucks lag insbesondere COVID-19-­ bedingt im zweiten Quartal 2020 mit 57.900 Einheiten um

54 % unter dem Vorjahresniveau. In Nordamerika gingen unsere Lkw-Verkäufe um 63 % auf 20.000 Einheiten zurück. Auch in der Region EU30 waren wir mit einem deutlichen Rückgang des Absatzes auf 9.700 (i. V. 19.800) Lkw von der weltweiten Markt- schwäche betroffen. In Brasilien setzten wir 4.800 Einheiten ab; dies entspricht einem Absatzrückgang von 34 % gegenüber dem Vorjahresquartal. In Asien bewegten sich unsere Lieferun- gen mit 17.700 (i. V. 34.000) Lkw ebenfalls deutlich unter denen des Vorjahres.

Der Absatz von Daimler Buses ging im Wesentlichen infolge der COVID-19-Pandemie im zweiten Quartal 2020 um 63 % auf 3.100 Einheiten zurück. In der Region EU30 hat Daimler Buses dabei mit 1.200 Einheiten 57 % weniger Komplettbusse und Fahrgestelle der Marken Mercedes-Benz und Setra abgesetzt als im Vorjahresquartal. Auch in Mexiko gingen unsere Ver- käufe mit 200 Einheiten deutlich zurück (-64 %). In Brasilien, unserem Hauptmarkt in Lateinamerika, verzeichneten wir mit 900 Fahrgestellen einen Absatzrückgang um 66 %. Massiv rückläufig war mit 45 (i. V. 500) Einheiten unser Absatz in Indien.

Bei Daimler Mobility ging das Neugeschäft aufgrund der

Auswirkungen­der COVID-19-Pandemie und des damit verbun- denen Absatzrückgangs unserer automobilen Geschäftsfelder im Vergleich zum Vorjahresquartal deutlich um 24 % auf

14,0 Mrd. € zurück. Das Vertragsvolumen lag Ende Juni bei 153,7 Mrd. € und damit um 6 % unter dem Niveau vom Jahres- ende 2019. Auch das Versicherungsgeschäft verzeichnete einen Rückgang. Weltweit wurden im zweiten Quartal 504.000 (i. V. 602.000) Versicherungspolicen über Daimler Mobility abgeschlossen.

C.01

Konzernabsatz

Q2 2020

Q2 2019

Veränd. in %

Daimler-Konzern

541.833

821.666

-34

Mercedes-Benz Cars

408.924

575.639

-29

Mercedes-Benz Vans

71.876

111.118

-35

Daimler Trucks

57.945

126.474

-54

Daimler Buses

3.088

8.435

-63

C | KONZERNZWISCHENLAGEBERICHT 9

Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

Ertragslage

Um einen besseren Einblick in die Ertrags-, Finanz- und Vermö- genslage zu erhalten, werden die verkürzte Gewinn- und Verlust- rechnung, die verkürzte Kapitalflussrechnung und die verkürzte Bilanz zusätzlich zum Daimler-Konzern für das »Industriege- schäft« und für »Daimler Mobility« dargestellt. Die Spalten Indus- triegeschäft und Daimler Mobility stellen dabei eine wirtschaft­ liche Betrachtungsweise dar. Das Industriegeschäft umfasst die Fahrzeugsegmente Mercedes-Benz Cars & Vans und Daimler Trucks & Buses. Daimler Mobility entspricht dem Segment Daimler Mobility. Die Eliminierungen der konzerninternen Bezie- hungen zwischen dem Industriegeschäft und Daimler Mobility sind grundsätzlich dem Industriegeschäft zugeordnet.

Umstellung der unternehmensinternen Steuerungs- und Berichtsstruktur ab 1. Januar 2020

Bis zum 31. Dezember 2019 umfassten die berichtspflichti- gen Segmente des Konzerns Mercedes-Benz Cars, Daimler Trucks, Mercedes-Benz Vans, Daimler Buses und Daimler Mobility. Ab 1. Januar 2020 werden die Aktivitäten des Kon- zerns auf die Segmente Mercedes-Benz Cars, Mercedes-Benz Vans, Daimler Trucks & Buses und Daimler Mobility aufgeteilt. Die Aufgliederung entspricht der internen Berichts- und Orga- nisationsstruktur. Die Segmente Mercedes-Benz Cars und Mercedes-Benz Vans werden entsprechend der Art der ange- botenen Produkte und Dienstleistungen sowie der Marken, Vertriebswege und Kundenprofile zu dem berichtspflichtigen Segment Mercedes-Benz Cars & Vans zusammengefasst.

Zur transparenteren Darstellung des laufenden Geschäfts wer- den zudem ab dem Geschäftsjahr 2020 sowohl für den Konzern als auch für die Segmente ergänzend bereinigte Größen ermit- telt und berichtet. Die Bereinigungen umfassen Einzelsach­ verhalte, sofern diese in einem Berichtsjahr zu wesentlichen Effekten führen. Diese Einzelsachverhalte können insbesondere rechtliche Verfahren und damit zusammenhängende Maßnah- men, Restrukturierungsmaßnahmen sowie M&A-Transaktionen betreffen. Weitere Informationen zum Steuerungssystem fin- den sich im Geschäftsbericht 2019 im Kapitel Grundlagen des Konzerns im zusammengefassten Lagebericht.

Anpassung der Vorjahreswerte

Um eine Vergleichbarkeit der Zahlen für das Jahr 2020 mit den Vorjahreszahlen sicherstellen zu können, wurden die Zahlen des Jahres 2019 an die neue Segmentstruktur angepasst. Dabei wurden die internen Liefer- und Leistungsbeziehungen innerhalb der neuen Segmente berücksichtigt. Darüber hinaus wurden im Vorjahr insbesondere Auswirkungen bestimmter Rechtsthemen sowie bisher nicht den Segmenten zugeordnete Beteiligungen von der Überleitung in die Fahrzeugsegmente umgegliedert.

Gewinn- und Verlustrechnung des Daimler-Konzerns im zweiten Quartal 2020

Infolge der weltweiten Absatzrückgänge aufgrund der durch die COVID-19-Pandemie ausgelösten geringeren Kundennach- frage und Schließungen von Niederlassungen und Händlerbe- trieben in wichtigen Märkten lag der Umsatz des Daimler-Kon- zerns im zweiten Quartal 2020 mit 30.184 (i. V. 42.650) Mio. € deutlich unter dem Vorjahreswert. Auch bereinigt um positive Wechselkursveränderungen sank der Umsatz deutlich unter das Niveau des Vorjahresquartals.

Die in Folge der COVID-19-Pandemie eingeleiteten Maßnah- men wirkten sich leicht dämpfend auf das Bruttoergebnis vom Umsatz aus und führten auch in den anderen Funktionskosten- bereichen zu einer Verbesserung der Kostenpositionen. Gegen- läufig führten Aufwendungen im Zusammenhang mit Restwert- risiken zu einer Belastung des Bruttoergebnisses. Im Segment Daimler Mobility trugen erhöhte Aufwendungen für Kreditrisiko­ kosten zu Ergebnisbelastungen bei. Die Forschungs­- und ­Entwicklungskosten bewegten sich aufgrund der Weiterent- wicklung des Produktportfolios sowie aufgrund von laufenden Aufwendungen für die Elektrifizierung von Fahrzeugen auf dem Niveau des Vorjahres.

Im übrigen Finanzergebnis wirkten sich sinkende Abzinsungs- faktoren negativ auf das Ergebnis aus.

Wie im Vorjahr war das Ergebnis zudem durch Einzelsachverhalte beeinflusst. Sowohl Abschreibungen auf das Sachanlagever­ mögen und Aufwendungen aus der Zuführung von Rückstellun- gen im Zusammenhang mit der Anpassung und Neuausrichtung der Kapazitäten innerhalb des globalen Produktionsnetzwerks als auch Aufwendungen aus den laufenden Kostenoptimie- rungsprogrammen wirkten sich negativ auf die Umsatzkosten aus. Im Vorjahr hatte eine Neueinschätzung von Risiken im Zusammenhang mit laufenden behördlichen und gerichtlichen Verfahren und Maßnahmen betreffend Mercedes-Benz Diesel- fahrzeuge zu starken Ergebnisbelastungen sowohl in den Umsatzkosten als auch im sonstigen betrieblichen Ergebnis geführt. Darüber hinaus belasteten im Vorjahresquartal Auf- wendungen im Zusammenhang mit einer aktualisierten Risiko- bewertung für einen erweiterten Rückruf von Takata-Airbags das Bruttoergebnis. Des Weiteren verschlechterten Aufwen- dungen im Zusammenhang mit der Beendigung der Produktion der X-Klasse die Umsatzkosten im zweiten Quartal 2019.

Das EBIT belief sich im zweiten Quartal 2020 auf -1.682 (i. V. -1.558) Mio. € und lag damit leicht unter dem Vorjahreswert. Das bereinigte EBIT des Daimler-Konzerns betrug -708 (i. V.

2.447) Mio. €. Wechselkurseffekte beeinflussten das operative Ergebnis in allen Segmenten positiv. Die Überleitung vom EBIT zum bereinigten EBIT ist in Tabelle C.04 enthalten.

Das Zinsergebnis belief sich im zweiten Quartal 2020 auf -60 (i. V. -114) Mio. €.

10 C | KONZERNZWISCHENLAGEBERICHT

Im zweiten Quartal 2020 wird unter den Ertragsteuern trotz eines negativen Vorsteuerergebnisses ein Aufwand von 164 (i. V. Ertrag von 430) Mio. € ausgewiesen. Die Steuerquote betrug -9,4 (i. V. 25,7) %. Dies ist im Wesentlichen darauf zurückzufüh- ren, dass im zweiten Quartal 2020 auf im Inland entstandene Verluste kein Steuerertrag angesetzt werden konnte.

Das Konzernergebnis belief sich im zweiten Quartal 2020 auf -1.906 (i. V. -1.242) Mio. €. Dabei entfiel auf nicht beherr- schende Anteile ein Gewinn von 95 (i. V. 86) Mio. €. Der Anteil der Aktionäre der Daimler AG am Konzernergebnis betrug -2.001 (i. V. -1.328) Mio. €; dies führte zu einem negativen Ergebnis je Aktie von -1,87 (i. V. -1,24) €.

Für die Berechnung des Ergebnisses je Aktie (unverwässert) wurde eine durchschnittliche Anzahl ausstehender Aktien von 1.069,8 (i. V. 1.069,7) Mio. Stück zugrunde gelegt.

Tabelle C.02 zeigt die verkürzte Gewinn- und Verlustrech- nung des Daimler-Konzerns sowie des Industriegeschäfts und Daimler Mobility. Tabelle C.03 zeigt die Zusammensetzung des EBIT für das Industriegeschäft.

C.02

Verkürzte Gewinn- und Verlustrechnung zweites Quartal

Daimler-Konzern

Industriegeschäft

Daimler Mobility

Q2 2020

Q2 2019

Q2 2020

Q2 2019

Q2 2020

Q2 2019

in Millionen €

Umsatzerlöse

30.184

42.650

23.734

35.505

6.450

7.145

Umsatzkosten

-27.489

-37.104

-21.742

-30.878

-5.747

-6.226

Bruttoergebnis vom Umsatz

2.695

5.546

1.992

4.627

703

919

Vertriebskosten

-2.462

-3.072

-2.304

-2.875

-158

-197

Allgemeine Verwaltungskosten

-808

-975

-627

-760

-181

-215

Forschungs- und nicht aktivierte Entwicklungskosten

-1.544

-1.569

-1.544

-1.569

-

-

Sonstiges betriebliches Ergebnis

366

-1.611

341

-1.660

25

49

Ergebnis aus at-equity bewerteten Finanzinvestitionen

269

210

451

335

-182

-125

Übriges Finanzergebnis

-198

-87

-196

-87

-2

-

EBIT

-1.682

-1.558

-1.887

-1.989

205

431

Zinsergebnis

-60

-114

-57

-112

-3

-2

Ergebnis vor Ertragsteuern

-1.742

-1.672

-1.944

-2.101

202

429

Ertragsteuern

-164

430

-28

577

-136

-147

Konzernergebnis

-1.906

-1.242

-1.972

-1.524

66

282

davon auf nicht beherrschende Anteile entfallendes Ergebnis

95

86

davon Anteil der Aktionäre der Daimler AG am Konzernergebnis

-2.001

-1.328

Ergebnis je Aktie (in €)

auf Basis des Ergebnisanteils der Aktionäre der Daimler AG

Unverwässert

-1,87

-1,24

Verwässert

-1,87

-1,24

C.03

EBIT des Industriegeschäfts zweites Quartal

Industriegeschäft

Mercedes-Benz Cars

Daimler Trucks

Überleitung

& Vans

& Buses

Q2 2020

Q2 2019

Q2 2020

Q2 2019

Q2 2020

Q2 2019

Q2 2020

Q2 2019

in Millionen €

Umsatzerlöse

23.734

35.505

18.949

25.418

6.200

11.581

-1.415

-1.494

Umsatzkosten

-21.742

-30.878

-17.341

-22.755

-5.805

-9.381

1.404

1.258

Bruttoergebnis vom Umsatz

1.992

4.627

1.608

2.663

395

2.200

-11

-236

Vertriebskosten

-2.304

-2.875

-1.839

-2.431

-608

-713

143

269

Allgemeine Verwaltungskosten

-627

-760

-338

-453

-312

-376

23

69

Forschungs- und nicht aktivierte

-1.544

-1.223

-330

9

Entwicklungskosten

-1.569

-1.225

-370

26

Übrige Erträge/Aufwendungen

596

-1.412

667

-1.338

99

93

-170

-167

EBIT

-1.887

-1.989

-1.125

-2.784

-756

834

-6

-39

C | KONZERNZWISCHENLAGEBERICHT 11

Umsatz und EBIT der Segmente im zweiten Quartal 2020

Aufgrund des deutlichen Absatzrückgangs bedingt durch die weltweiten Folgen der COVID-19-Pandemie sank der Umsatz von Mercedes-BenzCars & Vans im zweiten Quartal 2020 um 25 % auf 18.949 (i. V. 25.418) Mio. €. Das EBIT des Segments belief sich auf -1.125 (i. V. -2.784) Mio. €; das bereinigte EBIT betrug -284 (i. V. 1.148) Mio. €. Die bereinigte Umsatzrendite lag mit -1,5 % unter dem bereinigten Vorjahreswert von 4,5 %.

  • C.03C.04

Das Bruttoergebnis vom Umsatz ging von 10,5 % auf 8,5 % zurück. Dabei führten die in Folge der COVID-19-Pandemie ein- geleiteten Maßnahmen, unter anderem die Nutzung von Kurz- arbeit in Deutschland, zu einer Kostenreduktion in allen Funkti- onskostenbereichen. Vorteilhaft wirkte außerdem ein besserer Modell-Mix sowie eine signifikante Reduzierung der Fixkosten. Gegenläufig belasteten Aufwendungen im Zusammenhang mit Restwertrisiken das Ergebnis. Darüber hinaus ergaben sich negative Ergebniseffekte durch sinkende Abzinsungsfaktoren im übrigen Finanzergebnis.

Des Weiteren belasteten Restrukturierungsaufwendungen von 788 Mio. € das Ergebnis des Segments. Diese beinhalten

Aufwendungen­zur Anpassung und Neuausrichtung der

­Kapazitäten innerhalb des globalen Produktionsnetzwerks von 687 Mio. €, die unter anderem im Zusammenhang mit dem beab- sichtigten Verkauf des Pkw-Werks im französischen Hambach und mit Kapazitätsanpassungen in den Werken in Aguascalientes (Mexiko) und Tuscaloosa (USA) stehen. Darüber hinaus umfas- sen die Restrukturierungsaufwendungen Kostenoptimierungs- programme von 101 Mio. €. Im Vorjahresquartal war das Ergebnis auch durch Einzelsachverhalte im Zusammenhang mit laufenden behördlichen und gerichtlichen Verfahren und Maßnahmen betreffend Mercedes-Benz Dieselfahrzeuge (2.532 Mio. €) sowie Aufwendungen im Zusammenhang mit einem Rückruf von Takata-Airbags (941 Mio. €) belastet. Des Weiteren führten im zweiten Quartal des Vorjahres Restrukturierungsaufwendungen im Zusammenhang mit der Beendigung der Produktion der X-Klasse zu einem Ergebnisrückgang (459 Mio. €). Die Überlei- tung vom EBIT zum bereinigten EBIT ist in Tabelle C.04 enthal- ten.

Infolge des deutlichen Absatzrückgangs verzeichnete Daimler Trucks & Buses im zweiten Quartal 2020 einen Umsatzrück- gang um 46 % auf 6.200 (i. V. 11.581) Mio. €. Das EBIT betrug -756 (bereinigt -747; i. V. 834) Mio. €. Die bereinigte Umsatz- rendite des Segments lag mit -12,0 % unter dem Vorjahreswert von 7,2 %. C.03C.04

Die Ergebnisentwicklung im zweiten Quartal 2020 war stark negativ von Volumenrückgängen geprägt. Die rückläufige Absatzentwicklung betraf alle Regionen und war im Wesent­ lichen auf Marktrückgänge zurückzuführen. Belastungen resul- tierten auch aus Aufwendungen für Kundendienstmaßnahmen bei Mercedes-Benz Trucks sowie der Bewertung von Gebraucht- fahrzeugbeständen. Das Bruttoergebnis vom Umsatz ging des- halb von 19,0 % auf 6,4 % zurück. Kosten- und Kapazitätsanpas- sungen als Reaktion auf die COVID-19-Pandemie, unter anderen die Nutzung von Kurzarbeit in Deutschland, und eine signifikante Reduzierung der Fixkosten trugen positiv zur Ergebnisentwick- lung bei. Die Überleitung vom EBIT zum bereinigten EBIT ist in Tabelle C.04 enthalten.

Das EBIT des Segments Daimler Mobility belief sich im zwei- ten Quartal 2020 auf 205 (i. V. 431) Mio. €; das bereinigte EBIT betrug 313 (i. V. 483) Mio. €. Die bereinigte Eigenkapitalrendite lag mit 8,6 % unter dem bereinigten Vorjahreswert von 14,0 %.

C.02 C.04

Vor dem Hintergrund der volkswirtschaftlichen Abkühlung im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie, wirkten sich die höheren Kreditrisikokosten negativ auf das EBIT aus. Zusätz­ liche Belastungen waren durch höhere Refinanzierungskosten zu verzeichnen. Im zweiten Quartal 2020 ist im At-equity- Ergebnis der YOUR NOW Holding GmbH eine Wertminderung von 105 Mio. € enthalten. Positive Effekte konnten aufgrund der eingeleiteten Maßnahmen zur Verbesserung der Kostenposi- tion realisiert werden. Die Überleitung vom EBIT zum bereinig- ten EBIT ist in Tabelle C.04 enthalten.

Die Überleitung der operativen Ergebnisse der Segmente auf das EBIT des Konzerns umfasst die zentral verantworteten Sachverhalte sowie Ergebniseffekte aus der Eliminierung ­konzerninterner Transaktionen zwischen den Segmenten.

Aus den zentral verantworteten Sachverhalten resultierten im zweiten Quartal 2020 Aufwendungen von 83 (i. V. 45) Mio. €. Aus der Eliminierung konzerninterner Transaktionen ergaben sich Erträge von 77 (i. V. 6) Mio. €.

12 C | KONZERNZWISCHENLAGEBERICHT

C.04

Überleitung EBIT zum bereinigten EBIT zweites Quartal

Mercedes-Benz

Daimler

Daimler

Daimler-

Cars & Vans

Trucks & Buses

Mobility

Überleitung

Konzern

in Millionen €

Q2 2020

EBIT

-1.125

-756

205

-6

-1.682

Rechtliche Verfahren (und damit zusammenhängende Maßnahmen)­

53

-

-

-

53

Restrukturierungsmaßnahmen

788

9

108

16

921

M&A-Transaktionen

-

-

-

-

-

Bereinigtes EBIT

-284

-747

313

10

-708

Umsatzrendite/Eigenkapitalrendite

(in %)

-5,9

-12,2

5,6

Bereinigte Umsatzrendite/Eigenkapitalrendite

-1,5

-12,0

8,6

(in %)1

Mercedes-Benz

Daimler

Daimler

Daimler-

Cars & Vans

Trucks & Buses

Mobility

Überleitung

Konzern

in Millionen €

Q2 2019

EBIT

-2.784

834

431

-39

-1.558

Rechtliche Verfahren (und damit zusammenhängende Maßnahmen)­

3.473

-

23

21

3.517

Restrukturierungsmaßnahmen

459

-

29

-

488

M&A-Transaktionen

-

-

-

-

-

Bereinigtes EBIT

1.148

834

483

-18

2.447

Umsatzrendite/Eigenkapitalrendite

(in %)

-11,0

7,2

12,5

Bereinigte Umsatzrendite/Eigenkapitalrendite

(in %)1

4,5

7,2

14,0

1 Die bereinigte Umsatzrendite ermittelt sich als Verhältnis von bereinigtem EBIT zu Umsatzerlösen.

Die bereinigte Eigenkapitalrendite wird als Verhältnis von bereinigtem EBIT und durchschnittlichem Eigenkapital der Quartale bestimmt.

Gewinn- und Verlustrechnung des Daimler-Konzerns im ersten Halbjahr 2020

Infolge der weltweiten Absatzrückgänge aufgrund der durch die COVID-19-Pandemie ausgelösten geringeren Kundennach- frage und Schließungen von Niederlassungen und Händlerbe- trieben in wichtigen Märkten lag der Umsatz des Daimler-Kon- zerns im ersten Halbjahr 2020 mit 67.407 (i. V. 82.348) Mio. € deutlich unter dem Vorjahreswert. Auch bereinigt um positive Wechselkursveränderungen lag der Umsatz in allen Segmenten deutlich unter dem Vorjahresniveau.

Die in Folge der COVID-19-Pandemie eingeleiteten Maßnah- men wirkten sich kompensierend auf das Bruttoergebnis vom Umsatz aus und führten auch in den anderen Funktionskosten- bereichen zu einer Verbesserung der Kostenpositionen. Zu Ergebnisbelastungen führten Aufwendungen im Zusammen- hang mit Restwertrisiken. Erhöhte Aufwendungen für Kreditri- sikovorsorgen verschlechterten die Umsatzkosten im Segment Daimler Mobility. Die Forschungs-­ und Entwicklungskosten bewegten sich aufgrund der Weiterentwicklung des Produkt- portfolios sowie aufgrund von laufenden Aufwendungen für die Elektrifizierung von Fahrzeugen auf dem Niveau des Vorjahres.

Wie im Vorjahr war das Ergebnis durch Einzelsachverhalte beeinflusst. Sowohl Abschreibungen auf Sachanlagen und Auf- wendungen aus der Zuführung von Rückstellungen im Zusam- menhang mit der Anpassung und Neuausrichtung der Kapazitä- ten innerhalb des globalen Produktionsnetzwerks als auch Aufwendungen aus den laufenden Kostenoptimierungsprogram- men wirkten sich negativ auf die Umsatzkosten aus. Insbeson- dere in der Vorjahresperiode führte eine Neueinschätzung von Risiken im Zusammenhang mit laufenden behördlichen und gerichtlichen Verfahren und Maßnahmen betreffend Mercedes- Benz Dieselfahrzeuge zu starken Ergebnisbelastungen sowohl in den Umsatzkosten als auch im sonstigen betrieblichen Ergebnis. Darüber hinaus belasteten im Vorjahreszeitraum Auf- wendungen im Zusammenhang mit einer aktualisierten Risiko- bewertung für einen erweiterten Rückruf von Takata-Airbags das Bruttoergebnis. Des Weiteren belasteten Aufwendungen im Zusammenhang mit der Beendigung der Produktion der X-Klasse die Umsatzkosten im ersten Halbjahr 2019.

Das EBIT belief sich im ersten Halbjahr 2020 auf -1.065 (i. V. 1.240) Mio. € und lag damit deutlich unter dem Vorjahreswert. Das bereinigte EBIT des Daimler-Konzerns betrug 11 (i. V. 4.757) Mio. €. Wechselkurseffekte beeinflussten das operative Ergebnis positiv. Die Überleitung vom EBIT zum bereinigten EBIT ist in Tabelle C.07 enthalten.

C | KONZERNZWISCHENLAGEBERICHT 13

Das Zinsergebnis belief sich in den ersten sechs Monaten des Jahres 2020 auf -137 (i. V. -289) Mio. €.

Im ersten Halbjahr 2020 wird unter den Ertragsteuern trotz eines negativen Vorsteuerergebnisses ein Aufwand von 536 (i. V. 44) Mio. € ausgewiesen. Die Steuerquote betrug -44,6 (i. V. 4,6) %. Dies ist im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass auf im ersten Halbjahr 2020 im Inland entstandene Verluste kein Steuerertrag angesetzt werden konnte. Im ersten Halbjahr 2019 hatte sich der im Wesentlichen steuerfreie Ertrag aus der Zusammenlegung der Mobilitätsdienste des Daimler-Konzerns und der BMW Group mindernd auf die Steuerquote ausgewirkt.

Das Konzernergebnis lag mit -1.738 Mio. € deutlich unter dem Niveau des Vorjahres von 907 Mio. €. Dabei entfiel auf nicht beherrschende Anteile ein Gewinn von 169 (i. V. 140) Mio. €. Der Anteil der Aktionäre der Daimler AG am Konzernergeb- nis betrug -1.907 (i. V. 767) Mio. €; dies führte zu einem starken Rückgang des Ergebnisses je Aktie auf -1,78 (i. V. 0,72) €.

Für die Berechnung des Ergebnisses je Aktie (unverwässert) wurde eine durchschnittliche Anzahl ausstehender Aktien von 1.069,8 (i. V. 1.069,7) Mio. Stück zugrunde gelegt.

Tabelle C.05 zeigt die verkürzte Gewinn- und Verlustrech- nung des Daimler-Konzerns sowie des Industriegeschäfts und Daimler Mobility. Tabelle C.06 zeigt die Zusammensetzung des EBIT für das Industriegeschäft.

C.05

Verkürzte Gewinn- und Verlustrechnung erstes Halbjahr

Daimler-Konzern

Industriegeschäft

Daimler Mobility

Q1-2 2020

Q1-2 2019

Q1-2 2020

Q1-2 2019

Q1-2 2020

Q1-2 2019

in Millionen €

Umsatzerlöse

67.407

82.348

53.856

68.322

13.551

14.026

Umsatzkosten

-59.001

-69.231

-46.611

-57.028

-12.390

-12.203

Bruttoergebnis vom Umsatz

8.406

13.117

7.245

11.294

1.161

1.823

Vertriebskosten

-5.351

-6.223

-5.015

-5.836

-336

-387

Allgemeine Verwaltungskosten

-1.728

-1.994

-1.360

-1.552

-368

-442

Forschungs- und nicht aktivierte Entwicklungskosten

-3.266

-3.273

-3.266

-3.273

-

-

Sonstiges betriebliches Ergebnis

781

-619

717

-1.417

64

798

Ergebnis aus at-equity bewerteten Finanzinvestitionen

219

472

474

624

-255

-152

Übriges Finanzergebnis

-126

-240

-123

-240

-3

-

EBIT

-1.065

1.240

-1.328

-400

263

1.640

Zinsergebnis

-137

-289

-131

-285

-6

-4

Ergebnis vor Ertragsteuern

-1.202

951

-1.459

-685

257

1.636

Ertragsteuern

-536

-44

-396

233

-140

-277

Konzernergebnis

-1.738

907

-1.855

-452

117

1.359

davon auf nicht beherrschende Anteile entfallendes Ergebnis

169

140

davon Anteil der Aktionäre der Daimler AG am Konzernergebnis

-1.907

767

Ergebnis je Aktie (in €)

auf Basis des Ergebnisanteils der Aktionäre der Daimler AG

Unverwässert

-1,78

0,72

Verwässert

-1,78

0,72

C.06

EBIT des Industriegeschäfts erstes Halbjahr

Industriegeschäft

Mercedes-Benz

Daimler

Überleitung

Cars & Vans

Trucks & Buses

Q1-2 2020

Q1-2 2019

Q1-2 2020

Q1-2 2019

Q1-2 2020

Q1-2 2019

Q1-2 2020

Q1-2 2019

in Millionen €

Umsatzerlöse

53.856

68.322

42.145

49.481

14.944

21.755

-3.233

-2.914

Umsatzkosten

-46.611

-57.028

-36.617

-41.969

-13.130

-17.649

3.136

2.590

Bruttoergebnis vom Umsatz

7.245

11.294

5.528

7.512

1.814

4.106

-97

-324

Vertriebskosten

-5.015

-5.836

-4.108

-4.829

-1.236

-1.386

329

379

Allgemeine Verwaltungskosten

-1.360

-1.552

-757

-900

-637

-739

34

87

Forschungs- und nicht aktivierte

-3.266

-2.591

-690

15

Entwicklungskosten

-3.273

-2.575

-740

42

Übrige Erträge/Aufwendungen

1.068

-1.033

1.313

-849

240

146

-485

-330

EBIT

-1.328

-400

-615

-1.641

-509

1.387

-204

-146

14 C | KONZERNZWISCHENLAGEBERICHT

Umsatz und EBIT der Segmente im ersten Halbjahr 2020

Aufgrund des deutlichen Absatzrückgangs bedingt durch die weltweiten Folgen der COVID-19-Pandemie sank der Umsatz von Mercedes-BenzCars & Vans im ersten Halbjahr 2020 um 15 % auf 42.145 (i. V. 49.481) Mio. €. Das EBIT des Segments belief sich auf -615 (i. V. -1.641) Mio. €; das bereinigte EBIT belief sich auf 319 (i. V. 2.520) Mio. €. Die bereinigte Umsatz- rendite lag mit 0,8 % unter dem bereinigten Vorjahreswert von 5,1 %. C.06C.07

Das Bruttoergebnis vom Umsatz ging von 15,2 % auf 13,1 % zurück. Dabei führten die in Folge der COVID-19-Pandemie ein- geleiteten Maßnahmen, unter anderem die Nutzung von Kurz- arbeit in Deutschland, zu einer Kostenreduktion in allen Funkti- onskostenbereichen. Vorteilhaft wirkte zusätzlich ein besserer Modell-Mix sowie eine signifikante Reduzierung in den Fixkos- ten. Gegenläufig belasteten Aufwendungen im Zusammenhang mit Restwertrisiken das Ergebnis.

Des Weiteren belasteten Restrukturierungsaufwendungen von 788 Mio. € das Ergebnis des Segments. Diese beinhalten Aufwendungen zur Anpassung und Neuausrichtung der ­Kapazitäten innerhalb des globalen Produktionsnetzwerks von 687 Mio. €, die unter anderem im Zusammenhang mit dem beabsichtigten Verkauf des Pkw-Werks im französischen Ham- bach und mit Kapazitätsanpassungen in den Werken in Aguasca- lientes (Mexiko) und Tuscaloosa (USA) stehen. Darüber hinaus umfassen die Restrukturierungsaufwendungen Kostenoptimie- rungsprogramme von 101 Mio. €. Effekte aus laufenden behörd- lichen und gerichtlichen Verfahren und Maßnahmen betreffend Mercedes-Benz Dieselfahrzeuge führten zu einer Ergebnisbe- lastung von 146 Mio. €. Im ersten Halbjahr des Vorjahres war das Ergebnis auch durch Einzelsachverhalte im Zusammenhang mit laufenden behördlichen und gerichtlichen Verfahren

und Maßnahmen betreffend Mercedes-Benz Dieselfahrzeuge (2.654 Mio. €) sowie Aufwendungen im Zusammenhang mit einem Rückruf von Takata-Airbags (941 Mio. €) belastet. Des Weiteren führten im ersten Halbjahr des Vorjahres Restruktu- rierungsaufwendungen im Zusammenhang mit der Beendigung der Produktion der X-Klasse zu einem Ergebnisrückgang

(566 Mio. €). Die Überleitung vom EBIT zum bereinigten EBIT ist in Tabelle C.07 enthalten.

Infolge des deutlichen Absatzrückgangs verzeichnete Daimler Trucks & Buses im ersten Halbjahr 2020 einen Umsatzrück- gang um 31 % auf 14.944 (i. V. 21.755) Mio. €. Das EBIT betrug -509 (bereinigt -500; i. V. 1.387) Mio. €. Die bereinigte Umsatz- rendite des Segments lag mit -3,3 % unter dem Vorjahreswert von 6,4 %. C.06C.07

Die Ergebnisentwicklung im ersten Halbjahr 2020 war stark negativ von Volumenrückgängen geprägt. Die rückläufige Absatzentwicklung betraf alle Regionen und war im Wesent­ lichen auf Marktrückgänge zurückzuführen. Belastungen resul- tierten auch aus Kundendienstmaßnahmen bei Mercedes-Benz Trucks sowie der Bewertung von Gebrauchtfahrzeugbestän- den. Das Bruttoergebnis vom Umsatz ging deshalb von 18,9 % auf 12,1 % zurück. Kosten- und Kapazitätsanpassungen als Reaktion auf die COVID-19-Pandemie, unter anderen die Nut- zung von Kurzarbeit in Deutschland, und eine signifikante Reduzierung der Fixkosten trugen positiv zur Ergebnisentwick- lung bei. Die Überleitung vom EBIT zum bereinigten EBIT ist in Tabelle C.07 enthalten.

In den ersten sechs Monaten des Jahres 2020 erreichte das Segment Daimler Mobility ein EBIT von 263 (i. V. 1.640) Mio. €; das bereinigte EBIT betrug 371 (i. V. 974) Mio. €. Die bereinigte Eigenkapitalrendite lag mit 5,0 % unter dem bereinigten Vor­ jahreswert von 14,2 %. C.05 C.07

Um den verschlechterten volkswirtschaftlichen Prognosen im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie Rechnung zu tra- gen, wirkte sich die Erhöhung der Kreditrisikovorsorge negativ auf die Umsatzkosten aus. Zusätzliche Belastungen waren durch höhere Refinanzierungskosten zu verzeichnen. Im zwei- ten Quartal 2020 ist im At-equity-Ergebnis der YOUR NOW ­Holding GmbH eine Wertminderung von 105 Mio. € enthalten. Weiter ist die Ergebnisverschlechterung auf den positiven Effekt von 718 Mio. € im sonstigen betrieblichen Ergebnis aus der Zusammenlegung der Mobilitätsdienste des Daimler-­ Konzerns und der BMW Group im ersten Quartal 2019 zurück- zuführen. Positive Effekte konnten aufgrund der eingeleiteten Maßnahmen zur Verbesserung der Kostenposition realisiert werden. Die Überleitung vom EBIT zum bereinigten EBIT ist in Tabelle C.07 enthalten.

Die Überleitung der operativen Ergebnisse der Segmente auf das EBIT des Konzerns umfasst die zentral verantworteten Sachverhalte sowie Ergebniseffekte aus der Eliminierung kon- zerninterner Transaktionen zwischen den Segmenten.

Aus den zentral verantworteten Sachverhalten resultierten im ersten Halbjahr 2020 Aufwendungen von 301 Mio. € (i. V. 190) Mio. €. Darin enthalten ist die Wertminderung auf den Beteili- gungsbuchwert der BAIC Motor Corporation Ltd. im ersten Quartal 2020. Aus der Eliminierung konzerninterner Transaktio- nen ergaben sich im ersten Halbjahr 2020 Erträge von 97 (i. V. 44) Mio. €.

C | KONZERNZWISCHENLAGEBERICHT 15

C.07

Überleitung EBIT zum bereinigten EBIT erstes Halbjahr

Mercedes-Benz

Daimler

Daimler

Daimler-

Cars & Vans

Trucks & Buses

Mobility

Überleitung

Konzern

in Millionen €

Q1-2 2020

EBIT

-615

-509

263

-204

-1.065

Rechtliche Verfahren (und damit zusammenhängende Maßnahmen)

146

-

-

9

155

Restrukturierungsmaßnahmen

788

9

108

16

921

M&A-Sachverhalte

-

-

-

-

-

Bereinigtes EBIT

319

-500

371

-179

11

Umsatzrendite/Eigenkapitalrendite

(in %)

-1,5

-3,4

3,6

Bereinigte Umsatzrendite/Eigenkapitalrendite

0,8

-3,3

5,0

(in %)1

Mercedes-Benz

Daimler

Daimler

Daimler-

Cars & Vans

Trucks & Buses

Mobility

Überleitung

Konzern

in Millionen €

Q1-2 2019

EBIT

-1.641

1.387

1.640

-146

1.240

Rechtliche Verfahren (und damit zusammenhängende Maßnahmen)

sowie Takata

3.595

-

23

22

3.640

Restrukturierungsmaßnahmen

566

-

29

-

595

M&A-Transaktionen

-

-

-718

-

-718

Bereinigtes EBIT

2.520

1.387

974

-124

4.757

Umsatzrendite/Eigenkapitalrendite

(in %)

-3,3

6,4

24,0

Bereinigte Umsatzrendite/Eigenkapitalrendite

(in %)1

5,1

6,4

14,2

1 Die bereinigte Umsatzrendite ermittelt sich als Verhältnis von bereinigtem EBIT zu Umsatzerlösen. Die bereinigte Eigenkapitalrendite wird als Ver- hältnis von bereinigtem EBIT und durchschnittlichem Eigenkapital der Quartale bestimmt.

16 C | KONZERNZWISCHENLAGEBERICHT

Finanzlage

Der Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit C.08 belief sich in den ersten sechs Monaten 2020 auf 9,0 (i. V. 2,2) Mrd. € und war insbesondere geprägt durch die weltweiten Auswirkungen der COVID-19-Pandemie.Während in der Vorjahresperiode ein Anstieg des Leasings- und Absatzfinanzierungsportfolios den Cash Flow der Geschäftstätigkeit belastete, ergab sich durch den Rückgang des Portfolios im ersten Halbjahr 2020 infolge der Corona-Kriseeine deutliche Entlastung des Cash Flow. Die Folgen der COVID-19-Pandemiebeeinflussten aber auch die Entwicklung des Working Capital positiv. Niedrigere Umsatz­ erlöse in den ersten sechs Monaten 2020 führten in allen Seg- menten zu einem starken Rückgang der Forderungen aus ­Lieferungen und Leistungen. Aufgrund der Produktionsunter- brechungen ergab sich ein gegenüber dem Vorjahr geringerer

Vorratsaufbau, wobei die positive Entwicklung der Vorratsbe- stände bei Mercedes-Benz Cars & Vans zusätzlich dadurch beeinflusst war, dass in den ersten sechs Monaten 2019 die Vorräte neben saisonalen Effekten auch aufgrund von Modell- wechseln und der Einschränkung der Fahrzeugverfügbarkeit in einigen internationalen Märkten stark gestiegen waren. Die mit den Folgen der COVID-19-Pandemie einhergehende deutli- che Verschlechterung des operativen Geschäftsverlaufs zeigte sich vor allem im Ergebnis vor Steuern, welches im Vorjahr durch die nicht zahlungswirksamen Zuführungen zu den Rück- stellungen in den sonstigen betrieblichen Aktiva und Passiva belastet war. Zudem wirkten Zahlungen, die im Rahmen der Überprüfung und Priorisierung des Produktportfolios für die anstehende Beendigung der Produktion der X-Klasse im ersten Quartal 2020 geleistet wurden.

C.08

Verkürzte Kapitalflussrechnung

Daimler-Konzern

Industriegeschäft

Daimler Mobility

Q1-2 2020

Q1-2 2019

Q1-2 2020

Q1-2 2019

Q1-2 2020

Q1-2 2019

in Millionen €

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

zum Periodenbeginn

18.883

15.853

16.152

12.799

2.731

3.054

Ergebnis vor Ertragsteuern

-1.202

951

-1.459

-685

257

1.636

Abschreibungen/Wertminderungen

4.452

3.644

4.376

3.569

76

75

Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen und

-274

-561

287

Erträge sowie Ergebnis aus dem Verkauf von Aktiva

-1.143

-601

-542

Veränderung betrieblicher Aktiva und Passiva

Vorräte

-1.059

-3.849

-1.040

-4.009

-19

160

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

2.237

-92

2.077

-320

160

228

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

778

946

736

866

42

80

Forderungen aus Finanzdienstleistungen

3.675

-1.172

16

-44

3.659

-1.128

Vermietete Fahrzeuge

2.249

-631

-136

-39

2.385

-592

Sonstige betriebliche Aktiva und Passiva

-1.151

4.561

-733

4.040

-418

521

Erhaltene Dividenden von at-equity bewerteten

64

64

-

Finanzinvestitionen

52

52

-

Gezahlte Ertragsteuern

-784

-1.069

-160

-473

-624

-596

Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit

8.985

2.198

3.180

2.356

5.805

-158

Zugänge zu Sachanlagen und immateriellen

-4.708

-4.668

-40

Vermögenswerten

-5.119

-5.040

-79

Erwerb und Erlöse aus dem Verkauf von Anteilsbesitz

13

-1.010

-3

-273

16

-737

Erwerb und Verkauf verzinslicher Wertpapiere und

1.213

993

220

ähnlicher Geldanlagen

751

562

189

Sonstige Ein- und Auszahlungen

129

106

121

79

8

27

Cash Flow aus der Investitionstätigkeit

-3.353

-5.272

-3.557

-4.672

204

-600

Veränderung der Finanzierungsverbindlichkeiten

-2.175

3.455

-5.120

2.969

2.945

486

Dividendenzahlungen

-207

-3.709

-198

-3.698

-9

-11

Sonstige Transaktionen mit Anteilseignern

1

-43

-12

-11

13

-32

Interne Eigenkapital- und Finanzierungstransaktionen

-

-

7.646

770

-7.646

-770

Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit

-2.381

-297

2.316

30

-4.697

-327

Einfluss von Wechselkursänderungen auf die

-185

-124

-61

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

37

25

12

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

zum Periodenende

21.949

12.519

17.967

10.538

3.982

1.981

C | KONZERNZWISCHENLAGEBERICHT 17

Aus dem Cash Flow aus der Investitionstätigkeit C.08 ergab sich ein Mittelabfluss von 3,4 (i. V. 5,3) Mrd. €. Der Rück- gang resultierte insbesondere aus der im ersten Quartal 2019 durchgeführten Zusammenlegung der Mobilitätsdienste des Daimler-Konzernsund der BMW Group, die im Saldo zu Zah- lungsmittelabflüssen (netto) von 0,7 Mrd. € führte. Hier wirkten insbesondere Kapitalerhöhungen in die Gemeinschaftsunter- nehmen. Positive Effekte resultierten zudem aus den im Rah- men des Liquiditätsmanagements vorgenommenen Käufen und Verkäufen von Wertpapieren und ähnlichen Geldanlagen. Im ersten Halbjahr 2020 ergaben sich insgesamt höhere Mittel­ zuflüsse (netto). Des Weiteren beeinflussten die rückläufigen Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögens- werte den Cash Flow aus der Investitionstätigkeit.

Aus dem Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit C.08 resultierte im Berichtszeitraum ein Mittelabfluss von 2,4 (i. V. 0,3) Mrd. €. Der Anstieg im Vergleich zur Vorjahresperiode ist im Wesentlichen auf die Veränderung der Finanzierungsver- bindlichkeiten zurückzuführen, die insbesondere im Zusam- menhang mit der Refinanzierung der Leasing- und Absatzfinan- zierung stehen. Positive Effekte resultierten dagegen aus der bereits im ersten Halbjahr 2019 durchführten Zahlung der ­Dividende an die Aktionäre der Daimler AG, die im aktuellen Geschäftsjahr erst im Juli zahlungswirksam wird.

Seit dem 31. Dezember 2019 stiegen die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente unter Berücksichtigung von Wechselkurseffekten­ um 3,1 Mrd. €. Die Liquidität, die zusätz- lich die verzinslichen Wertpapiere und ähnlichen Geldanlagen umfasst, hat sich um 1,8 Mrd. € auf 29,3 Mrd. € erhöht.

Die von Daimler verwendete Messgröße für die Finanzkraft seiner industriellen Aktivitäten ist der Free Cash Flow des Industriegeschäfts C.09, dessen Ableitung auf Grundlage der veröffentlichten Cash Flows aus der Geschäfts- und Investi- tionstätigkeit erfolgt. Die im Cash Flow aus der Investitions­ tätigkeit enthaltenen Zahlungsströme aus dem Kauf und Verkauf von verzinslichen Wertpapieren und ähnlichen Geldanlagen werden herausgerechnet, da diese Wertpapiere der Liquidität zugeordnet sind und deren Veränderung daher nicht Bestand- teil des Free Cash Flow ist. Demgegenüber werden Effekte im Zusammenhang mit der Abbildung der Nutzungsrechte, die aus der Leasingnehmerbilanzierung resultieren und im Wesentlichen­ zahlungsunwirksam sind, im Free Cash Flow des Industrie­ geschäfts berücksichtigt.

Die übrigen Anpassungen betreffen die Effekte aus der Finan- zierung konzerninterner Händler sowie Effekte aus konzer­ ninternen Geldanlagen. Darüber hinaus werden die im Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit auszuweisenden Zahlungs- ströme im Zusammenhang mit dem Erwerb oder der Ver­ äußerung von Anteilen an Tochtergesellschaften ohne Beherr- schungsverlust im Free Cash Flow berücksichtigt.

Der Free Cash Flow des Industriegeschäfts führte im ersten Halbjahr 2020 zu einem geringeren Zahlungsmittelabfluss von 1,6 (i. V. 3,3) Mrd. € und ist insbesondere geprägt durch die weltweiten Auswirkungen der COVID-19-Pandemie.Die deut- lich geringere Kundennachfrage sowie temporäre Produktions- unterbrechungen waren die wesentlichen Einflussfaktoren auf die Entwicklung des Working Capital. Deutliche Rückgänge der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie der gerin- gere Anstieg der Vorratsbestände wirkten in allen automobilen Segmenten positiv auf das Working Capital. Zudem war ­insbesondere bei Mercedes-BenzCars & Vans im Vorjahr ein

C.09

Free Cash Flow des Industriegeschäfts

in Millionen €

Q1-2 2020

Q1-2 2019

Veränd.

Cash Flow aus der

3.180

Geschäftstätigkeit

2.356

+824

Cash Flow aus der

-3.557

Investitionstätigkeit

-4.672

+1.115

Veränderung der

verzinslichen Wertpapiere

-993

und ähnlichen Geldanlagen

-562

-431

Nutzungsrechte

-218

-476

+258

Übrige Anpassungen

-43

13

-56

Free Cash Flow des

Industriegeschäfts

-1.631

-3.341

+1.710

Rechtliche Verfahren (und

damit zusammenhängende

246

Maßnahmen)

173

+73

Restrukturierungs­

301

-

+301

maßnahmen

M&A Transaktionen

-

-

-

Bereinigter Free Cash Flow

des Industriegeschäfts

-1.084

-3.168

+2.084

höherer Anstieg der Vorratsbestände zu verzeichnen, der neben den saisonalen Einflüssen auch auf Modellwechsel und die Einschränkung der Fahrzeugverfügbarkeit in einigen inter- nationalen Märkten zurückzuführen war. Des Weiteren beein- flussten die rückläufigen Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte sowie die geringeren Zugänge zu Nutzungsrechten den Free Cash Flow des Industriegeschäfts. Die mit den Folgen der COVID-19-Pandemie einhergehende deutliche Verschlechterung des operativen Geschäftsverlaufs zeigte sich vor allem im Ergebnis vor Steuern, welches im Vor- jahr durch die nicht zahlungswirksamen Zuführungen zu den Rückstellungen in den sonstigen betrieblichen Aktiva und Pas- siva belastet war. Darüber hinaus führten die Zahlungen, die im Rahmen der Überprüfung und Priorisierung des Produktport­ folios im ersten Quartal 2020 geleistet wurden, zu einer Belas- tung im Free Cash Flow des Industriegeschäfts.

Zur transparenteren Darstellung des laufenden Geschäfts ermitteln und berichten wir zudem ab dem ersten Quartal 2020 einen bereinigten Free Cash Flow des Industriege- schäfts C.09. In den Bereinigungen aus rechtlichen Verfah- ren sind Zahlungen des Industriegeschäfts enthalten, die im Zusammenhang mit laufenden behördlichen und gerichtlichen Verfahren und den damit zusammenhängenden Maßnahmen betreffend Mercedes-Benz Dieselfahrzeuge stehen. Die Berei- nigungen aus Restrukturierungsmaßnahmen beinhalten die Zahlungen, die im Rahmen der Überprüfung und Priorisierung des Produktportfolios geleistet wurden. Der bereinigte Free Cash Flow des Industriegeschäfts führte zu einem Zahlungs- mittelabfluss von 1,1 (i. V. 3,2) Mrd. €.

In den ersten sechs Monaten 2020 führte der Free Cash Flow des Daimler-Konzerns zu einem Mittelzufluss von 4,1 (i. V. Mittelabfluss 4,4) Mrd. €. Neben den Effekten aus dem Free Cash Flow des Industriegeschäfts ist der Free Cash Flow des Daimler-Konzerns insbesondere durch das Leasing- und Absatz­ finanzierungsgeschäft von Daimler Mobility beeinflusst. Zudem wirkten im ersten Quartal 2019 die Zahlungsmittelabflüsse (netto) infolge der Zusammenlegung der Mobilitätsdienste des Daimler-Konzerns und der BMW Group.

18 C | KONZERNZWISCHENLAGEBERICHT

Neben der Ableitung auf Grundlage der veröffentlichten Cash Flows aus der Geschäfts- und Investitionstätigkeit kann der Free Cash Flow des Industriegeschäfts auf Basis der Cash Flows vor Zinsen und Steuern (CFBIT) der automobilen ­Segmente abgeleitet werden. Die Überleitung vom CFBIT von Mercedes-Benz Cars & Vans und Daimler Trucks & Buses zum Free Cash Flow des Industriegeschäfts umfasst darüber hinaus die gezahlten Steuern und Zinsen. Die übrigen Überleitungs- posten beinhalten insbesondere Eliminierungen zwischen den Segmenten sowie Sachverhalte, die dem Industriegeschäft zuzuordnen sind, aber nicht von den automobilen Segmenten verantwortet werden. In der Tabelle C.10 wird die Über­ leitung vom CFBIT der automobilen Segmente zum Free Cash Flow des Industriegeschäfts dargestellt.

Der CFBIT der automobilen Segmente leitet sich aus dem EBIT und der Veränderung der Net Assets ab und enthält auch die Zugänge der Nutzungsrechte. Die Tabelle C.11 zeigt für Mercedes-BenzCars & Vans und Daimler Trucks & Buses die Zusammensetzung des CFBIT für das zweite Quartal 2020 im Vergleich zur Vorjahresperiode. In der Tabelle C.12 wird für Mercedes-BenzCars & Vans und Daimler Trucks & Buses die Überleitung vom CFBIT zum bereinigten CFBIT sowie die bereinigte Cash Conversion Rate für das zweite Quartal dar- gestellt.

C.10

Überleitung CFBIT zum Free Cash Flow des Industriegeschäfts

Q2 2020

Q2 2019

Q1-2 2020

Q1-2 2019

in Millionen €

CFBIT Mercedes-Benz Cars & Vans

430

-2.141

-1.299

-2.976

CFBIT Daimler Trucks & Buses

-121

1.027

-206

795

Gezahlte/erstattete Ertragsteuern

271

-37

-160

-473

Gezahlte/erhaltene Zinsen

35

-30

51

-224

Übrige Überleitungsposten

70

-121

-17

-463

Free Cash Flow des Industriegeschäfts

685

-1.302

-1.631

-3.341

C.11

CFBIT

Mercedes-Benz Cars & Vans

Daimler Trucks & Buses

Q2 2020

Q2 2019

Q2 2020

Q2 2019

in Millionen €

EBIT

-1.125

-2.784

-756

834

Veränderung im Working Capital

1.548

-1.050

306

35

Nettofinanzinvestitionen

170

-89

-27

58

Nettoinvestitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte

-2.191

-2.429

-201

-321

Abschreibungen/Wertminderungen

2.090

1.486

339

320

Übrige

-62

2.725

218

101

CFBIT

430

-2.141

-121

1.027

C.12

Überleitung zum bereinigten CFBIT

Mercedes-Benz Cars & Vans

Daimler Trucks & Buses

Q2 2020

Q2 2019

Q2 2020

Q2 2019

in Millionen €

CFBIT

430

-2.141

-121

1.027

Rechtliche Verfahren (und damit zusammenhängende Maßnahmen)

92

94

-

-

Restrukturierungsmaßnahmen

-

-

-

-

M&A Transaktionen

-

-

-

-

Bereinigter CFBIT

522

-2.047

-121

1.027

Bereinigtes EBIT

-284

1.148

-747

834

Bereinigte Cash Conversion Rate1

-1,8

-1,8

0,2

1,2

1 Die bereinigte Cash Conversion Rate berechnet sich aus dem Verhältnis von bereinigtem CFBIT zu bereinigtem EBIT.

Die Netto-Liquidität des Industriegeschäfts C.13 errech- net sich als Bestand der bilanziell ausgewiesenen Zahlungs­ mittel, Zahlungsmitteläquivalente und der in das Liquiditäts­ management einbezogenen verzinslichen Wertpapiere und ähnlichen Geldanlagen abzüglich des währungsgesicherten Rückzahlungsbetrags der Finanzierungsverbindlichkeiten. Soweit die konzerninterne Refinanzierung des Finanzdienstleis- tungsgeschäfts durch Gesellschaften des Industriegeschäfts erfolgt, wird diese bei der Ermittlung der Netto-Verschuldungdes Industriegeschäfts abgezogen.

Seit dem 31. Dezember 2019 reduzierte sich die Netto-Liquidi- tät des Industriegeschäfts um 1,5 Mrd. € auf 9,5 Mrd. €. Der Rückgang ist insbesondere auf den negativen Free Cash Flow des Industriegeschäfts zurückzuführen.

Die auf Konzernebene vor allem aus der Refinanzierung des Leasing- und Absatzfinanzierungsgeschäfts resultierende Netto-Verschuldung hat sich gegenüber dem 31. Dezember 2019 um 7,0 Mrd. € auf 126,7 Mrd. € verringert. C.14

Der Daimler-Konzern hat sich im zweiten Quartal des Jahres 2020 trotz eines sehr volatilen Marktumfelds erneut erfolg- reich auf den internationalen Geld- und Kapitalmärkten

refinanziert­ .

Im zweiten Quartal 2020 sind Daimler aus der Emission von Anleihen liquide Mittel in Höhe von 5,2 (i. V. 0,4) Mrd. € zuge- flossen. Aufgrund der Tilgung von Anleihen flossen 7,4 (i. V. 2,8) Mrd. € ab. Ein wesentlicher Teil des Emissionsvolumens wurde in Form sogenannter Benchmark-Anleihen (Anleihen mit hohem Nominalvolumen) durchgeführt. C.15

Über die in der Tabelle dargestellten Emissionen hinaus ­ wurden diverse weitere Begebungen in verschiedenen Ländern vorgenommen.

Weiterhin konnten im zweiten Quartal 2020 mehrere Asset- Backed Securities (ABS)-Transaktionendurchgeführt werden. In den USA wurde ein Refinanzierungsvolumen von insgesamt 2,6 Mrd. US-$generiert. In Großbritannien wurde ein Volumen von 0,5 Mrd. GBP begeben. Darüber hinaus wurde in Deutsch- land eine ABS-Anleihemit einem Refinanzierungsvolumen von 1,75 Mrd. € emittiert. Die Mercedes-BenzBank AG hat davon

1,1 Mrd. € an Wertpapieren selbst erworben. Die Wertpapiere werden als Sicherheit für Offenmarktgeschäfte mit der Deut- schen Bundesbank genutzt. Durch ein Offenmarktgeschäft der Mercedes-Benz Bank AG mit der Deutschen ­Bundesbank sind dem Daimler-Konzern im Anschluss zusätzlich 0,92 Mrd. € zugeflossen.

Des Weiteren wurde Anfang April 2020 eine zusätzliche Kredit- linie in Höhe von 12 Mrd. € mit einem internationalen Banken- konsortium vereinbart. Nach Durchführung von Kapitalmarkt- transaktionen, die im zweiten Quartal 2020 zu einer Reduktion dieser Kreditlinie führten, beläuft sich der verfügbare Betrag zum 30. Juni 2020 auf 9,9 Mrd. €.

C | KONZERNZWISCHENLAGEBERICHT 19

C.13

Netto-Liquidität des Industriegeschäfts

30. Juni

31. Dez.

in Millionen €

2020

2019

Veränd.

Zahlungsmittel und

17.967

Zahlungsmitteläquivalente

16.152

+1.815

Verzinsliche Wertpapiere

6.469

und ähnliche Geldanlagen

7.522

-1.053

Liquidität

24.436

23.674

+762

Finanzierungsverbindlichkeiten

-16.539

-13.289

-3.250

Marktbewertung und

Währungsabsicherung

für Finanzierungs-

1.584

verbindlichkeiten

612

+972

Finanzierungs-

verbindlichkeiten (nominal)

-14.955

-12.677

-2.278

Netto-Liquidität

9.481

10.997

-1.516

C.14

Netto-Verschuldung des Daimler-Konzerns

30. Juni

31. Dez.

in Millionen €

2020

2019

Veränd.

Zahlungsmittel und

21.949

Zahlungsmitteläquivalente

18.883

+3.066

Verzinsliche Wertpapiere und

7.370

ähnliche Geldanlagen

8.655

-1.285

Liquidität

29.319

27.538

+1.781

Finanzierungsverbindlichkeiten

-157.591

-161.780

+4.189

Marktbewertung und

Währungsabsicherung

für Finanzierungs-

1.595

verbindlichkeiten

579

+1.016

Finanzierungs-

verbindlichkeiten (nominal)

-155.996

-161.201

+5.205

Netto-Verschuldung

-126.677

-133.663

+6.986

C.15

Benchmarkemissionen

Emittentin

Monat der

Volumen

Emission

Fälligkeit

Daimler Finance

North America LLC

1.250 Mio. US-$

03/2020

03/2023

Daimler Finance

450 Mio. US-$

03/2020

03/2025

North America LLC

Daimler Finance

450 Mio. US-$

03/2020

03/2030

North America LLC

Daimler AG

1.500 Mio. €

04/2020

04/2025

Daimler AG

1.000 Mio. €

05/2020

08/2023

Daimler AG

1.250 Mio. €

05/2020

08/2026

Daimler AG

750 Mio. €

05/2020

05/2030

20 C | KONZERNZWISCHENLAGEBERICHT

Vermögenslage

Die Bilanzsumme ging im Vergleich zum 31. Dezember 2019 von 302,4 Mrd. € auf 294,8 Mrd. € zurück; währungsbereinigt war ein Rückgang von 2,6 Mrd. € zu verzeichnen. Von der Bilanzsumme entfallen 166,2 (i. V. 174,8) Mrd. € auf Daimler Mobility; dies entsprach 56 % aller Vermögenswerte im Daimler-Konzern (i. V. 58 %).

Die weltweiten Auswirkungen der COVID-19-Pandemie haben die Bilanzpositionen zum 30. Juni 2020 in unterschiedlichem Umfang beeinflusst. Der Rückgang der Bilanzsumme ist insbe- sondere auf ein geringeres Volumen im Finanzdienstleistungs- geschäft und geringere Forderungen aus Lieferungen und

­Leistungen infolge der geringeren Kundennachfrage zurückzu- führen. Gegenläufig wirkten höhere Zahlungsmittel und ­Zahlungsmitteläquivalente. Auf der Passivseite sind niedrigere Finanzierungsverbindlichkeiten und ein geringeres Eigenkapital zu verzeichnen. Tabelle C.16 zeigt die verkürzte Bilanz des Daimler-Konzerns sowie des Industriegeschäfts und Daimler Mobility.

Der Anteil der kurzfristigen Vermögenswerte an der Bilanz- summe liegt mit 42 % auf dem Niveau des Vorjahres. Der Anteil der kurzfristigen Schulden an der Bilanzsumme liegt mit 35 % ebenfalls auf dem Vorjahresniveau.

C.16

Verkürzte Bilanz

Daimler-Konzern

Industriegeschäft

Daimler Mobility

30. Juni

31. Dez.

30. Juni

31. Dez.

30. Juni

31. Dez.

2020

2019

2020

2019

2020

2019

in Millionen €

Aktiva

Immaterielle Vermögenswerte

16.587

15.978

15.697

15.077

890

901

Sachanlagen

36.483

37.143

36.162

36.782

321

361

Vermietete Gegenstände

48.774

51.482

17.472

18.799

31.302

32.683

Forderungen aus Finanzdienstleistungen

97.670

103.661

-84

-88

97.754

103.749

At-equity bewertete Finanzinvestitionen

4.932

5.949

4.079

4.842

853

1.107

Vorräte

30.118

29.757

28.828

28.420

1.290

1.337

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

9.928

12.332

8.886

11.045

1.042

1.287

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

21.949

18.883

17.967

16.152

3.982

2.731

Verzinsliche Wertpapiere und ähnliche Geldanlagen

7.370

8.655

6.469

7.522

901

1.133

davon kurzfristig

6.517

7.885

6.217

7.420

300

465

davon langfristig

853

770

252

102

601

668

Übrige finanzielle Vermögenswerte

8.441

6.083

-9.705

-13.283

18.146

19.366

Sonstige Vermögenswerte

12.513

12.515

2.834

2.349

9.679

10.166

Summe Aktiva

294.765

302.438

128.605

127.617

166.160

174.821

Passiva

Eigenkapital

58.857

62.841

44.263

47.858

14.594

14.983

Rückstellungen

31.757

30.652

30.595

29.473

1.162

1.179

Finanzierungsverbindlichkeiten

157.591

161.780

16.539

13.289

141.052

148.491

davon kurzfristig

61.700

62.601

-21.916

-21.218

83.616

83.819

davon langfristig

95.891

99.179

38.455

34.507

57.436

64.672

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

13.665

12.707

12.825

11.896

840

811

Übrige finanzielle Verbindlichkeiten

8.922

9.864

5.900

6.224

3.022

3.640

Vertrags- und Rückerstattungsverbindlichkeiten

12.765

13.631

12.366

13.239

399

392

Sonstige Schulden

11.208

10.963

6.117

5.638

5.091

5.325

Summe Passiva

294.765

302.438

128.605

127.617

166.160

174.821

C | KONZERNZWISCHENLAGEBERICHT 21

Die Immateriellen Vermögenswerte von 16,6 (i. V. 16,0) Mrd. € beinhalten 13,0 (i. V. 12,5) Mrd. € aktivierte Entwicklungskos- ten, 1,8 (i. V. 1,7) Mrd. € Konzessionen, gewerbliche Schutz- rechte und ähnliche Rechte sowie 1,3 (i. V. 1,2) Mrd. € Geschäfts­ werte. Von den Entwicklungskosten entfielen Anteile von 94 (i. V. 93) % auf das Segment Mercedes-Benz Cars & Vans sowie 6 (i. V. 7) % auf das Segment Daimler Trucks & Buses.

Die Sachanlagen reduzierten sich unter anderem aufgrund der Anpassung und Neuausrichtung der Kapazitäten innerhalb des globalen Produktionsnetzwerks auf 36,5 (i. V. 37,1) Mrd. €. In den ersten sechs Monaten 2020 wurden weltweit 3,2 (i. V. 3,4) Mrd. € insbesondere an unseren Produktions- und Montage- standorten für innovative Produkte und neue Technologien sowie die Modernisierung des weltweiten Produktionsnetz- werks investiert. Auf die deutschen Standorte entfielen wie im Vorjahreszeitraum Sachinvestitionen von 2,4 Mrd. €.

Die Vermieteten Gegenstände und Forderungen aus Finanz- dienstleistungen reduzierten sich auf 146,4 (i. V. 155,1)

Mrd. €. Der währungsbereinigte Rückgang von 5,9 Mrd. € war insbesondere eine Folge der durch die Corona-Krise ausgelös- ten geringeren Kundennachfrage. Zudem wirkte die Erhöhung der Kreditrisikovorsorge, um den verschlechterten volkswirt- schaftlichen Prognosen im Zusammenhang mit der COVID-19-­ Pandemie Rechnung zu tragen. Der Anteil des Leasing- und Absatzfinanzierungsgeschäfts an der Bilanzsumme lag mit 50 % unter dem Vorjahresniveau (i. V. 51 %).

Die At-equity bewerteten Finanzinvestitionen reduzierten sich auf 4,9 (i. V. 5,9) Mrd. €. Sie umfassen vor allem die Buch- werte der Beteiligungen an Beijing Benz Automotive Co., Ltd. (BBAC), BAIC Motor Corporation Ltd., There Holding B.V. sowie der YOUR NOW Holding GmbH. Der Rückgang ist unter ande- rem auf die beschlossene Dividende bei BBAC zurückzuführen.

Die Vorräte stiegen leicht von 29,8 Mrd. € auf 30,1 Mrd. €; der Anteil an der Bilanzsumme liegt mit 10 % auf dem Niveau des Vorjahres. Im ersten Halbjahr 2020 fällt der übliche, saisonale Aufbau aufgrund der COVID-19-Pandemie in allen automobilen Segmenten geringer als in Vergleichsjahren aus.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen liegen mit 9,9 Mrd. € deutlich unter dem Vorjahresniveau (i. V.

12,3 Mrd. €). Der Rückgang spiegelt die weltweiten Auswirkun- gen der Corona-Krise und der daraus resultierenden Absatz- rückgänge wider. Auf das Segment Mercedes-Benz Cars & Vans entfielen 63 (i. V. 61) % der Forderungen sowie 26 (i. V. 28) % auf das Segment Daimler Trucks & Buses.

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente erhöh- ten sich gegenüber dem 31. Dezember 2019 um 3,1 Mrd. € auf 21,9 Mrd. €.

Der Bestand an Verzinslichen Wertpapieren und ähnlichen Geldanlagen wurde gegenüber dem 31. Dezember 2019 von 8,7 Mrd. € auf 7,4 Mrd. € reduziert. Er beinhaltet die der Liqui- dität zugeordneten Schuldtitel, die im Wesentlichen auf einem aktiven Markt gehandelt werden. Die Schuldtitel weisen in der Regel ein externes Rating von A oder besser aus.

Die Übrigen finanziellen Vermögenswerte liegen mit

8,4 Mrd. € deutlich über dem Niveau des Vorjahres (i. V.

6,1 Mrd. €). Sie bestehen vor allem aus derivativen Finanzinst- rumenten, Eigen- und Fremdkapitalanteilen, Anteilen an nicht konsolidierten Tochterunternehmen sowie Krediten und sonsti- gen Forderungen gegen Dritte. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf die Dividendenansprüche gegenüber BBAC sowie auf die gestiegenen positiven Marktwerte der derivativen Finanzinstru- mente zurückzuführen.

Die Sonstigen Vermögenswerte von 12,5 (i. V. 12,5) Mrd. € beinhalten insbesondere latente Steuern sowie Steuererstat- tungsansprüche.

Das Eigenkapital des Konzerns reduzierte sich gegenüber dem 31. Dezember 2019 von 62,8 Mrd. € auf 58,9 Mrd. €. Der währungsbereinigte Rückgang von 3,0 Mrd. € resultierte im Wesentlichen aus dem negativen Konzernergebnis von

1,7 Mrd. € und den ergebnisneutral erfassten Verlusten im Zusammenhang mit Pensionen von 1,3 Mrd. €. Gegenläufig wirkten die ergebnisneutralen Gewinne aus der Bewertung der derivativen Finanzinstrumente von 0,3 Mrd. €. Das den Aktio- nären der Daimler AG zustehende Eigenkapital reduzierte sich entsprechend auf 57,4 (i. V. 61,3) Mrd. €.

Im Verhältnis zum Rückgang der Bilanzsumme von 3 % redu- zierte sich das Eigenkapital gegenüber dem um die Dividende bereinigten Eigenkapital des Vorjahres überproportional.

Dementsprechend­lag die Eigenkapitalquote des Konzerns mit 19,6 % unter dem Niveau des Vorjahres (i. V. 20,5 %); für das Industriegeschäft belief sich die Eigenkapitalquote auf 33,7

(i. V. 36,7) %. Die Eigenkapitalquoten sind um die in der Haupt- versammlung Anfang Juli beschlossene und zwischenzeitlich ausgeschüttete Dividende für das Geschäftsjahr 2019 bereinigt.

Die Rückstellungen liegen mit 31,8 Mrd. € über dem Vorjah- resniveau (i. V. 30,7 Mrd. €); der Anteil an der Bilanzsumme liegt mit 11 % ebenfalls über dem Niveau des Vorjahres (i. V.

10 %). Sie umfassen insbesondere die Rückstellungen für Pen- sionen und ähnliche Verpflichtungen von 11,7 (i. V. 9,7) Mrd. €, die im Wesentlichen die Differenz aus dem Barwert der Pen­ sionsverpflichtungen von 37,1 (i. V. 36,2) Mrd. € und dem Marktwert der Planvermögen zur Finanzierung dieser Verpflich- tungen von 26,8 (i. V. 27,8) Mrd. € enthalten. Der leichte ­Rückgang der Abzinsungsfaktoren führte zu einem Anstieg des Barwerts der Pensionsverpflichtungen. Dieser Effekt wurde durch eine leicht negative Renditeentwicklung der Planvermögen verstärkt. Darüber hinaus beinhalten die Rückstellungen die Verpflichtungen für Produktgarantien von 8,3 (i. V. 8,7) Mrd. €, für den Personal- und Sozialbereich von 4,1 (i. V. 4,2) Mrd. €, für Haftungs- und Prozessrisiken sowie behördliche Verfahren von 4,8 (i. V. 4,9) Mrd. € und für übrige Risiken von 2,9 (i. V. 3,1) Mrd. €.

22 C | KONZERNZWISCHENLAGEBERICHT

Die Finanzierungsverbindlichkeiten lagen mit 157,6 Mrd. € unter dem Niveau des Vorjahres (i. V. 161,8 Mrd. €). Der ­währungsbereinigte Rückgang von 1,3 Mrd. € ist insbesondere auf die Entwicklung des Leasing- und Absatzfinanzierungs­ geschäfts zurückzuführen. Von den Finanzierungsverbindlich- keiten entfallen 51 % auf Anleihen, 24 % auf Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, 11 % auf Verbindlichkeiten aus ABS-Transaktionensowie 9 % auf Einlagen aus dem Direkt- bankgeschäft.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen haben sich gegenüber dem Vorjahreswert auf 13,7 (i. V. 12,7) Mrd. € erhöht. Der Anstieg betrifft fast ausschließlich Mercedes-BenzCars & Vans und steht im Zusammenhang mit dem Wiederanlauf nach den temporären Produktionsunter­ brechungen. Auf das Segment Mercedes-BenzCars & Vans entfallen 74 (i. V. 71) % der Verbindlichkeiten und 21 (i. V. 22) % auf das Segment Daimler Trucks & Buses.

Die Übrigen finanziellen Verbindlichkeiten lagen bei 8,9 (i. V. 9,9) Mrd. €. Sie umfassen vor allem die Verbindlichkeiten aus Restwertgarantien, aus der Personalabrechnung, aus derivativen Finanzinstrumenten, erhaltene Kautionen sowie Verbindlich­ keiten aus Zinsabgrenzungen auf Finanzierungsverbindlichkeiten.

Die Vertrags- und Rückerstattungsverbindlichkeiten lagen mit 12,8 Mrd. € unter dem Vorjahresniveau (i. V. 13,6 Mrd. €). Sie beinhalten insbesondere unrealisierte Umsätze aus Service- und Wartungsverträgen und erweiterten Garantien sowie ­Verpflichtungen aus Verkaufsgeschäften, die im Anwendungs- bereich des IFRS 15 sind.

Die Sonstigen Schulden von 11,2 (i. V. 11,0) Mrd. € beinhalten hauptsächlich latente Steuern, Steuerverbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten.

Tabelle C.17 zeigt für die automobilen Segmente die Ablei- tung der Net Assets. Dabei handelt es sich um die operativen Vermögenswerte und Schulden, die von den Segmenten zu ver- antworten sind.

Weitergehende Informationen zu den bilanzierten Vermögens- werten, dem Eigenkapital und den Schulden des Konzerns ­können der Konzernbilanz E.03, der Entwicklung des Konzern- Eigenkapitals E.05 sowie den jeweiligen Erläuterungen im Konzernanhang zum Zwischenabschluss entnommen werden.

C.17

Net Assets der automobilen Segmente

Mercedes-Benz Cars & Vans

Daimler Trucks & Buses

30. Juni 2020

31. Dez. 2019

30. Juni 2020

31. Dez. 2019

in Millionen €

Immaterielle Vermögenswerte

13.888

13.234

1.794

1.828

Sachanlagen

27.586

27.933

8.264

8.569

Vorräte

21.132

20.959

7.839

7.615

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

6.291

7.556

2.595

3.469

Übrige Segmentvermögenswerte

24.189

24.808

5.976

6.497

Segmentvermögenswerte

93.086

94.490

26.468

27.978

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

10.056

9.042

2.851

2.847

Übrige Segmentschulden

49.738

52.150

13.944

14.706

Segmentschulden

59.794

61.192

16.795

17.553

Net Assets

33.292

33.298

9.673

10.425

C | KONZERNZWISCHENLAGEBERICHT 23

Investitions- und Forschungstätigkeit

Mitarbeiter

Der Daimler-Konzern hat im ersten Halbjahr 3,2 (i. V. 3,4) Mrd. € in Sachanlagen investiert. Der größte Anteil entfiel mit 2,9 (i. V. 2,9) Mrd. € auf Mercedes-Benz Cars & Vans. Der Schwerpunkt der Sachinvestitionen lag auf den Produktions- vorbereitungen der neuen S-Klasse und der Nachfolgemodelle der Kompaktwagen sowie der Anlaufvorbereitung für die C-Klasse. Außerdem fließen weiterhin hohe Investitionen in die Batteriefertigung. Daimler Trucks & Buses hat im ersten Halb- jahr 2020 vor allem in Folgegenerationen für bestehende Pro- dukte, in Zukunftsprojekte, globale Aggregate-Projekte sowie in die Optimierung des weltweiten Produktions- und Vertriebs- netzwerks investiert.

Die Forschungs- und Entwicklungsleistungen des Daimler-Kon- zerns beliefen sich im ersten Halbjahr auf 4,6 (i. V. 4,7) Mrd. €; davon wurden 1,3 (i. V. 1,5) Mrd. € aktiviert. Mit 3,9 (i. V. 4,0)

Mrd. € entfielen mehr als drei Viertel der Forschungs- und Ent- wicklungsleistungen auf Mercedes-Benz Cars & Vans. Der Schwerpunkt der Entwicklungskosten lag dabei auf der nächs- ten Generation der Elektrofahrzeuge und der Batteriefertigung. Zudem werden die Themen Digitalisierung und autonomes ­Fahren stetig vorangetrieben. Die wichtigsten Projekte von Daimler Trucks & Buses lagen in den Bereichen Emissions­ standards und Kraftstoffeffizienz sowie bei maßgeschneiderten Produkten und Technologien für wichtige Wachstumsmärkte. Außerdem spielen die Zukunftstechnologien automatisiertes und autonomes Fahren, Elektromobilität und Konnektivität eine bedeutende Rolle. Vor dem Hintergrund unserer eingelei- teten Maßnahmen zur Liquiditätssicherung und Kostensenkung haben wir auch Reduzierungen im Entwicklungsbudget vor­ genommen; der Fokus auf Zukunftstechnologien blieb jedoch unverändert erhalten.

Zum Ende des zweiten Quartals 2020 waren im Daimler-­ Konzern weltweit 293.688 (Jahresende 2019: 298.655) Mitarbei- terinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Davon waren 169.593 (Jahresende 2019: 173.813) in Deutschland tätig; 25.543 (Jahres- ende 2019: 25.788) waren es in den USA, 11.335 (Jahresende 2019: 11.128) in Brasilien und 11.473 (Jahresende 2019: 10.056) in Japan. Bei unseren konsolidierten Tochtergesellschaften in China waren Ende Juni 2020 4.255 (Jahresende 2019: 4.439) Beschäftigte tätig. C.18

C.18

Mitarbeiter nach Geschäftsfeldern (per 30.06.2020)

Daimler-Konzern293.688

Mercedes-Benz Cars & Vans

170.601

Daimler Trucks & Buses

100.203

Daimler Mobility

12.057

Konzernübergreifende

Funktionen & Services

10.827

24 C | KONZERNZWISCHENLAGEBERICHT

Wichtige Ereignisse

Daimler-Aktionäre unterstützen strategische Ausrichtung mit sehr großer Mehrheit

Die Hauptversammlung der Daimler AG hat die strategische Ausrichtung und Transformation des Unternehmens mit hohen Zustimmungswerten untermauert. Auf der virtuellen Hauptver- sammlung am 8. Juli billigten die Aktionäre alle Tagesordnungs- punkte. Die Mitglieder des Vorstands wurden mit 96,6 %, die Mitglieder des Aufsichtsrats mit 88,4 % entlastet. Für das Ver- gütungssystem für die Mitglieder des Vorstands stimmten

95,3 %. Die von Vorstand und Aufsichtsrat vorgeschlagene Dividende für das Geschäftsjahr 2019 wurde mit 98,9 % angenom- men.

Die Hauptversammlung wählte zudem Timotheus Höttges, Vor- sitzender des Vorstands Deutsche Telekom AG, Bonn, als Ver- treter der Anteilseigner in den Aufsichtsrat. Er folgt Dr. Paul Achleitner, der sich für eine Wiederwahl in das Kontrollgre- mium nicht mehr zur Verfügung gestellt hat.

Rolls-Royce und Daimler Truck AG planen Kooperation für stationäre Brennstoffzellensysteme

Die Daimler Truck AG und Rolls-Royce plc planen eine Koope- ration zur CO2-neutralen Notstromversorgung von sicherheits- kritischen Einrichtungen wie beispielsweise Rechenzentren mit stationären Brennstoffzellengeneratoren. Diese sollen emissi- onsfreie Alternativen zu Dieselmotoren bieten, die bislang als Notstromaggregate oder zur Abdeckung von Spitzenlasten ein- gesetzt werden. Die Daimler Truck AG und der britische Tech- nologiekonzern Rolls-Royce haben hierfür im Mai 2020 eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet. Bis Ende des Jahres soll ein umfassender Kooperationsvertrag ausgearbeitet und unterzeichnet werden.

BMW Group und Mercedes-Benz AG lassen Entwicklungs- kooperation für automatisiertes Fahren vorerst ruhen Die BMW Group und die Mercedes-BenzAG lassen ihre Zusam- menarbeit für die Entwicklung der nächsten Technologiegene- ration im Bereich automatisiertes Fahren vorerst ruhen. Beide Unternehmen haben sich nach intensiver Prüfung und im bes- ten partnerschaftlichen Einvernehmen im Juni 2020 darauf ver- ständigt, sich auf ihre jeweils bestehenden Entwicklungs- pfade - auch mit den jeweiligen bestehenden oder neuen Partnern - zu fokussieren. Beide Unternehmen betonen aus- drücklich, dass eine Zusammenarbeit zu einem späteren Zeit- punkt weiterhin möglich ist. Die BMW Group und die Mercedes-BenzAG arbeiten unabhängig voneinander an ihren aktuellen Generationen für das hochautomatisierte Fahren - und haben dabei in der Vergangenheit große Fortschritte erzielt. Allerdings konnten die BMW Group und die Mercedes- Benz AG erst nach erfolgter Vertragsunterschrift im vergange- nen Jahr detaillierte Gespräche auf Expertenebene führen und gemeinsam mit Lieferanten über Technologieroadmaps spre- chen. In diesen Gesprächen kamen beide Seiten nach intensi- ver Prüfung zu dem Ergebnis, dass angesichts des hohen Auf- wands für eine gemeinsame technologische Basis und vor dem Hintergrund der gesamtunternehmerischen und konjunkturel- len Rahmenbedingungen derzeit der richtige Zeitpunkt für eine erfolgreiche Umsetzung der Kooperation nicht gegeben ist.

Automatisiertes Fahren: Mercedes-Benz und NVIDIA wol- len Software-definierte Fahrzeugarchitektur für künftige Fahrzeugflotte aufbauen

Die Mercedes-Benz AG und NVIDIA beabsichtigen, bei der Ent- wicklung eines fahrzeuginternen Computersystems sowie einer KI-Computing-Infrastruktur zu kooperieren. Ab 2024 soll die neue Technologie über alle Mercedes-Benz Baureihen einge- führt werden, um Fahrzeuge der nächsten Generation mit upgradefähigen, automatisierten Fahrfunktionen auszustatten. Ziel der geplanten Zusammenarbeit ist es, eine der intelligen- testen und fortschrittlichsten Rechnerarchitekturen in der Automobilindustrie für alle Mercedes-Benz Baureihen zu entwi- ckeln. Die neue Software-definierte Architektur basiert auf NVIDIA DRIVETM und wird in allen künftigen Mercedes-Benz Fahrzeugen zum Standard gehören, um moderne automati- sierte Fahrfunktionen zu ermöglichen. Ein Ziel wird sein, regel- mäßige Strecken automatisiert zu fahren. Zusätzlich wird es zahlreiche weitere Sicherheits- und Komfortanwendungen geben.

Mercedes-Benz AG beabsichtigt die Straffung ihres globa- len Produktionsnetzwerks und prüft den Verkauf des Pkw- Werks im französischen Hambach

Die Mercedes-Benz AG befindet sich auf dem Weg zur CO₂- neutralen Mobilität der Zukunft und investiert in den kommen- den Jahren massiv in die Transformation des Unternehmens. Sie konzentriert sich dabei auf die Elektrifizierung der Produkt- palette sowie die Digitalisierung von Fahrzeugen und Unter- nehmensabläufen. Gleichzeitig haben wir zahlreiche Maßnah- men auf den Weg gebracht, um unsere Kostenstruktur nachhaltig zu verbessern und deutlich effizienter zu werden. Ein wichtiger Stellhebel hierfür ist die Anpassung und Neuaus- richtung der Kapazitäten innerhalb des globalen Produktions- netzwerks. Vor diesem Hintergrund beabsichtigt die Mercedes-Benz AG, Verhandlungen über den Verkauf ihres Pkw-Werks im französischen Hambach aufzunehmen.

Mercedes-Benz verkündet strategische Partnerschaft und Beteiligung an Batteriezellenhersteller Farasis

Die Mercedes-Benz AG hat mit dem chinesischen Batteriezel- lenhersteller Farasis Energy (Ganzhou) Co., Ltd. eine weitrei- chende strategische Partnerschaft inklusive Kapitalbeteiligung auf den Weg gebracht. Kernelemente der Vereinbarung sind die Entwicklung und Industrialisierung hochentwickelter Zell- technologien sowie ehrgeizige Ziele in der Kostenposition. Der Vertrag bietet Mercedes-Benz die sichere Belieferung mit Bat- teriezellen für die Elektro-Offensive, während Farasis Pla- nungssicherheit für den Kapazitätsaufbau erhält. Um die stei- genden Bedarfe für die deutschen Mercedes-Benz Werke in Zukunft bedienen zu können, baut Farasis in Bitterfeld-Wolfen ein Werk für Batteriezellen und schafft bis zu 2.000 neue Arbeitsplätze. Der ostdeutsche Standort wird von Beginn an als CO₂-neutrale Fabrik konzipiert.

C | KONZERNZWISCHENLAGEBERICHT 25

Kurzarbeit zum Teil beendet, Produktion läuft wieder an Aufgrund der sich zuspitzenden COVID-19-Pandemiehatte Daimler den Großteil seiner Produktion und der Arbeit in aus- gewählten Verwaltungsbereichen und Tochtergesellschaften in Europa ab dem 23. März 2020 zunächst zwei Wochen unter- brochen und danach Kurzarbeit eingeführt. Mit Wirkung zum

30. Juni 2020 wurde die Kurzarbeit für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Zentralbereichen beendet. Die Mercedes-BenzPkw-Werke haben bereits ab Mitte April suk- zessive die Produktion wieder aufgenommen. Zunächst sind am 20. April die deutschen Motoren- und Komponenten-Werke gestartet, gefolgt von den deutschen Mercedes-BenzPkw-Auf- bauwerken. Die internationalen Mercedes-Benz Standorte haben die Produktion parallel wieder hochgefahren. Auch im Geschäftsfeld Daimler Trucks & Buses produzieren die Werke wieder in unterschiedlichen Wiederanlaufphasen und unter Berücksichtigung der jeweiligen Nachfragesituation. Die Gesundheit und Sicherheit aller Beteiligten hat dabei für uns oberste Priorität.

Wir stehen in sehr engem Kontakt mit unseren Zulieferern und überprüfen und steuern die weltweiten Bedarfe und Bestände durch ein engmaschiges Monitoring der einzelnen Lieferanten und Lieferketten.

Risiko- und Chancenbericht

Die Risiken und Chancen, die einen wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Daimler-Konzerns haben können, und detaillierte Informationen zu unserem Risiko- und Chancenmanagementsystem wurden in unserem Geschäftsbericht 2019 auf den ESeiten 135 bis 149 darge- stellt. Darüber hinaus verweisen wir auf die Hinweise zu den vorausschauenden Aussagen am Ende dieses Konzernzwi- schenlageberichts. Die Einschätzung der Risiken und Chancen für das Geschäftsjahr 2020 hat sich seit der Vorlage des Lage- berichts 2019 insbesondere vor dem Hintergrund der COVID- 19-Pandemie wie folgt geändert.

Die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen der COVID-19-Pan- demie betreffen inzwischen einen Großteil der für Daimler rele- vanten Absatzmärkte.

Volkswirtschaftliche Risiken

Von dieser Entwicklung ist die gesamte Weltwirtschaft mit teil- weise drastischen Rückgängen der Wirtschaftsleistung betrof- fen. Die wirtschaftlichen Erwartungen je Region sind im Prog- nosebericht erläutert.

Risiken ergeben sich aus einem möglicherweise noch gravie- renderen Verlauf der Corona-Krise, insbesondere im Falle einer massiven zweiten weltweiten Infektionswelle, die zu neuerli- chen weitreichenden Lockdown-Maßnahmen führen würde. Das würde einerseits einen noch tieferen Einbruch der Welt- wirtschaft zur Folge haben, als im Prognosebericht erläutert. Andererseits wären die Risiken für Daimler, die nicht nur die Absatzentwicklung betreffen, sondern auch die Produktion, den Beschaffungsmarkt und die Zulieferkette erheblich beein- trächtigen können, in diesem Fall noch schwerwiegender als aktuell angenommen. Weitere Risiken können sich aus der Ent- wicklung des weltweiten Aktienmarktes ergeben, der mit sei- nem Anstieg seit Ende März die erhoffte realwirtschaftliche Erholung schon größtenteils vorweggenommen hat. Sollten die Erwartungen der Finanzmärkte, zum Beispiel aufgrund einer zweiten Pandemiewelle, enttäuscht werden, könnte es zu einem neuerlichen Kursverfall kommen. Das wäre mit entspre- chenden negativen Auswirkungen auf die Stimmungsindikato- ren, die Vermögenswerte und die realwirtschaftliche Entwick- lung verbunden. Für den Fall eines deutlich früheren Endes der Corona-Krise und einer schnelleren und kräftigeren wirtschaft- lichen Belebung, ergeben sich hingegen Chancen für eine bes- sere Absatzentwicklung sowie eine schnellere Erholung der Produktion, des Beschaffungsmarktes und der Zulieferketten.

Was die Entwicklung des Ölpreises angeht, haben sich die Risi- ken von Angebotsengpässen und erheblichen Preissteigerun- gen deutlich verringert. Angesichts der stark gesunkenen Nachfrage besteht weiterhin eher das Risiko eines anhaltend niedrigen Ölpreises, was vor allem ölexportierende Volkswirt- schaften zusätzlich belasten würde. In diesen Ländern könnte das negative Absatzeffekte für alle Daimler-Segmente zur Folge haben.

26 C | KONZERNZWISCHENLAGEBERICHT

Umfeld- und Branchen- sowie unternehmensspezifische und finanzwirtschaftliche Risiken

Unter den beschriebenen Rahmenbedingungen, die derzeit wesentlich von der COVID-19-Pandemie bestimmt sind, besteht weiterhin eine außergewöhnlich hohe Unsicherheit über die künftige geschäftliche Entwicklung des Daimler-Kon- zerns, die dazu führt, dass wir die von uns prognostizierten bedeutsamsten Leistungsindikatoren für den weiteren Jahres- verlauf nicht in der gewohnten Detaillierung und Ausprägung einschätzen können und damit die Einschätzung der Chancen- und Risiken des Daimler-Konzerns und der Segmente wesent- lich beeinträchtigt. Es lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschätzen, welchen weiteren Verlauf die COVID-19-Pandemie in den für uns wichtigen Absatz- und Beschaffungsmärkten nimmt. Auch die damit verbundene Volatilität der Finanzmärkte kann derzeit nicht verlässlich abgeschätzt werden, so dass wir derzeit von höheren finanzwirtschaftlichen Risiken ausgehen.

Risiken aus rechtlichen Verfahren im Zusammenhang mit Diesel- abgasemissionen - Behördliche Verfahren

Daimler ist laufend behördlichen Anfragen, Ermittlungen, Untersuchungen, Anordnungen und Verfahren bezogen auf umweltrechtliche, strafrechtliche, kartellrechtliche sowie wei- tere Gesetze und Vorschriften im Zusammenhang mit Dieselab- gasemissionen ausgesetzt.

Verschiedene Bundes- und Landesbehörden sowie weitere Ins- titutionen weltweit haben Anfragen gestellt und/oder führen Untersuchungen und/oder Verfahren durch oder haben diese durchgeführt und/oder haben Anordnungen oder, im Fall der Staatsanwaltschaft Stuttgart, einen Bußgeldbescheid erlassen. Diese beziehen sich insbesondere auf Testergebnisse und Emissionskontrollsysteme in Mercedes-Benz Dieselfahrzeugen und/oder Daimlers Interaktion mit den entsprechenden Bundes - und Landesbehörden sowie damit zusammenhängende rechtliche Fragen und Implikationen, beispielsweise auch nach geltendem Umwelt-, Straf- und Kartellrecht. Bei diesen Behör- den und Institutionen handelt es sich unter anderem um das US-amerikanische Justizministerium (U. S. Department of Justice »DOJ«), das von Daimler die Durchführung einer internen Untersuchung verlangt hat, die US-amerikanische Umwelt- schutzbehörde (U. S. Environmental Protection Agency »EPA«), die kalifornische Umweltschutzbehörde (California Air Resources Board »CARB«) und weitere US-Landesbehörden, das süd- koreanische Umweltministerium (Ministry of Environment), die südkoreanische Wettbewerbsbehörde (Korea Fair Trade Com- mission) und die Staatsanwaltschaft Seoul (Südkorea), die Europäische Kommission, das Bundeskartellamt sowie Landes- kartellbehörden und weitere Behörden verschiedener ausländi- scher Staaten sowie das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (»BMVI«) und das Kraftfahrt-Bundesamt (»KBA«). Die Europäische Kommission hat im Rahmen ihrer förmlichen Prüfung möglicher Absprachen über Emissionsmin- derungssysteme im April 2019 eine Mitteilung der Beschwerde- punkte an Daimler sowie andere Automobilhersteller gerichtet. Daimler hat in diesem Zusammenhang bei ihr bereits vor eini- ger Zeit einen Antrag auf Geldbußenerlass (»Kronzeugenan-

trag«) gestellt. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart führt derzeit Ermittlungsverfahren gegen Mitarbeiter von Daimler wegen des Verdachts auf Betrug und strafbare Werbung durch und hat im Mai 2017 die Geschäftsräume von Daimler an verschiedenen Standorten in Deutschland durchsucht. Im Februar 2019 hat die Staatsanwaltschaft Stuttgart auch ein förmliches Ord- nungswidrigkeitenverfahren gegen die Daimler AG eingeleitet. Im September 2019 hat die Staatsanwaltschaft Stuttgart gegen Daimler einen Bußgeldbescheid wegen fahrlässiger Aufsichts- pflichtverletzung in Höhe von 870 Mio. € erlassen, welcher rechtskräftig geworden ist. Dadurch wurde das Ordnungswid- rigkeitenverfahren gegen Daimler beendet. Daimler kooperiert weiterhin vollumfänglich mit den Behörden und Institutionen. Ungeachtet dieser Kooperation und angesichts der jüngsten Entwicklungen ist es möglich, dass weitere regulatorische, strafrechtliche und verwaltungsrechtliche Untersuchungs- sowie Zwangs- und Vollstreckungsverfahren und -maßnahmen gegen Daimler und/oder seine Mitarbeiter ergriffen oder Anordnungen erlassen werden. Dabei könnten beispielsweise strafbewehrte rechtliche Anordnungen im Beweisaufnahmever- fahren, sogenannte Subpoenas, oder sonstige Verfügungen hinsichtlich Unterlagen, Zeugenaussagen oder sonstigen Infor- mationen erlassen sowie Rückrufe von Fahrzeugen angeordnet werden, weitere Hausdurchsuchungen stattfinden, die Mittei- lung eines Rechtsverstoßes (notice of violation) ergehen oder eine zunehmende Formalisierung der behördlichen Untersu- chungen, Abstimmungen oder Verfahren, einschließlich der vergleichsweisen Verfahrensbeendigung, eintreten. Ferner könnten weitere Verzögerungen bei der Erteilung behördlicher Genehmigungen, die für die Marktzulassung neuer oder die Rezertifizierung existierender Fahrzeugmodelle notwendig sind, auftreten.

Das KBA hat seit 2018 verschiedene Anordnungen erlassen, in denen es feststellt, dass bestimmte Kalibrierungen von näher spezifizierten Funktionalitäten in bestimmten Mercedes-Benz Dieselfahrzeugen als unzulässige Abschalteinrichtungen zu bewerten seien, und hat diesbezüglich nachträgliche Nebenbe- stimmungen zu den einschlägigen EG-Typgenehmigungen angeordnet, einschließlich Rückrufen und zum Teil Erstzulas- sungsstopps. Daimler hat zudem seit 2018 (mit Blick auf die Rechtsauffassung des KBA vorsorglich) für bestimmte Modelle einen vorläufigen Auslieferungs- und Zulassungsstopp ange- ordnet, auch bezüglich des Gebrauchtwagen-, Leasing- und Finanzierungsgeschäfts, und prüft laufend, ob dieser ganz oder teilweise wieder aufgehoben werden kann. Gegen die Anord- nungen des KBA hat Daimler jeweils fristgerecht Widerspruch eingelegt bzw. wird dies weiterhin tun, um die offenen Rechts- fragen gegebenenfalls auch gerichtlich klären zu lassen. Das KBA führt im Rahmen seiner regulären Marktüberwachung lau- fend weitere Untersuchungen von Mercedes-Benz Fahrzeugen durch und stellt Fragen zu technischen Elementen der Fahr- zeuge. Angesichts der vorgenannten Anordnungen des KBA und Diskussionen mit dem Amt ist es wahrscheinlich, dass das KBA im Zuge der laufenden und/oder weiterer Untersuchungen zusätzliche Anordnungen erlassen wird, in denen es feststellt, dass weitere Mercedes-Benz Dieselfahrzeuge ebenfalls mit unzulässigen Abschalteinrichtungen ausgestattet sind.

C | KONZERNZWISCHENLAGEBERICHT 27

Die vom KBA geforderten Neukalibrierungen werden derzeit bearbeitet, und für einen erheblichen Teil der Fahrzeuge ist die betreffende Software vom KBA bereits freigegeben worden; die entsprechenden Rückrufe sind insoweit eingeleitet worden. Es ist nicht ausgeschlossen, dass bei gegebenem Anlass Software -Updates nachbearbeitet, weitere Auslieferungs- und Zulassungsstopps angeordnet oder als Vorsichtsmaßnahme des Unternehmens, auch im Hinblick auf das Gebrauchtwa- gen-, Leasing- und Finanzierungsgeschäft, beschlossen werden können. Daimler führt weitergehende Untersuchungen durch und kooperiert im Übrigen weiterhin vollumfänglich mit den Behörden und Institutionen.

Im Januar 2019 hat ein anderer Fahrzeughersteller mit US-Bundes - und -Landesbehörden sowie Fahrzeugkunden zivilrechtli- che Vergleiche abgeschlossen. Obwohl der Hersteller kein Schuldeingeständnis abgegeben hat, vertreten die Behörden den Standpunkt, dass der Fahrzeughersteller sogenannte nicht offengelegte Auxiliary Emission Control Devices (»AECDs«) in seinen Dieselfahrzeugen verwendet hat, darunter anscheinend auch für Dieselfahrzeuge übliche Funktionalitäten, und dass bestimmte dieser AECDs unzulässige Abschalteinrichtungen sind. Als Teil des Vergleichs hat sich der Hersteller bereit erklärt, unter anderem zivilrechtliche Geldstrafen zu zahlen, einen Rückruf der betroffenen Fahrzeuge durchzuführen, erweiterte Gewährleistungen zu übernehmen, ein landesweites Schadensbegrenzungsprojekt durchzuführen und weitere Zah- lungen zu leisten. Der Hersteller hat sich ferner dazu bereit erklärt, im Rahmen eines Vergleichs über eine Sammelklage Zahlungen an aktuelle und ehemalige Eigentümer von Diesel- fahrzeugen zu leisten.

Vor dem Hintergrund dieser Vorgänge und in Anbetracht der laufenden behördlichen Anfragen, Ermittlungen, Untersuchun- gen, Anordnungen und Verfahren sowie unserer eigenen inter- nen Untersuchungen ist es wahrscheinlich, dass neben dem KBA eine oder mehrere aufsichtsrechtliche und/oder Ermitt- lungsbehörden weltweit zu dem Schluss kommen werden, dass weitere Pkw und/oder Nutzfahrzeuge der Marke Mercedes- Benz oder anderer Konzernmarken ebenfalls mit unzulässigen Abschalteinrichtungen ausgestattet und/oder dass bestimmte Funktionalitäten und/oder Kalibrierungen nicht ordnungsge- mäß offengelegt worden sind. Darüber hinaus haben die Behör- den die Untersuchungen von Daimlers Prozessen im Hinblick auf die Meldung laufender technischer Veränderungen, von Feldmaßnahmen und technischen Mängeln sowie weitere Aspekte der Regelkonformität verstärkt. Mit Ausnahme insbe- sondere des Ordnungswidrigkeitenverfahrens der Staatsan- waltschaft Stuttgart sind die Ermittlungen, Untersuchungen, rechtlichen Maßnahmen und Verfahren, die Beantwortung der behördlichen Anfragen sowie die Widerspruchsverfahren gegen die Anordnungen des KBA noch nicht abgeschlossen; Daimler kann daher zum jetzigen Zeitpunkt keine Aussage hin- sichtlich des Ausgangs dieser Ermittlungen, Untersuchungen und Verfahren treffen. In Anbetracht des Ausgangs des Ord- nungswidrigkeitenverfahrens der Staatsanwaltschaft Stuttgart gegen Daimler und der vorgenannten sowie möglicher weiterer Anfragen, Ermitlungen, Untersuchungen, Anordnungen und Verfahren ist es möglich, dass Daimler zu erheblichen weiteren

Geldstrafen, Bußgeldern, Gewinnabschöpfungen, Feldmaßnah- men, weiteren Rückrufaktionen, weiteren Auslieferungs- und Zulassungsstopps, Maßnahmen zur Prozess- und Compliance- Verbesserung und Schadensbegrenzung sowie zur vorzeitigen Rückzahlung von Förderkrediten verpflichtet und/oder sonsti- gen Sanktionen, Maßnahmen und Handlungen (wie dem Aus- schluss von Vergabeverfahren), einschließlich weiterer Unter- suchungen und/ oder Anordnungen durch diese oder andere Behörden und weiterer Verfahren, ausgesetzt wird. Der voll- ständige oder teilweise Eintritt der vorgenannten Ereignisse könnte für Daimler einen erheblichen Kollateralschaden zur Folge haben, insbesondere einen damit verbundenen Reputati- onsschaden. Ferner kann es aufgrund negativer Festlegungen oder Feststellungen zu technischen oder rechtlichen Fragen durch eine der verschiedenen Behörden dazu kommen, dass auch andere Behörden - oder auch Kläger - diese Festlegun- gen oder Feststellungen übernehmen. Dies gilt auch dann, wenn die entsprechenden Festlegungen oder Feststellungen nicht in den Verantwortungs- oder Zuständigkeitsbereich die- ser Behörde fallen. Somit besteht das Risiko, dass negative Festlegungen oder Feststellungen in einem Verfahren, wie der von der Staatsanwaltschaft Stuttgart erlassene Bußgeldbe- scheid, negative Auswirkungen auf andere Verfahren haben können und dadurch unter anderem möglicherweise neue Untersuchungen oder Verfahren ausgelöst oder diese ausge- weitet werden.

Des Weiteren könnte die Fähigkeit von Daimler, sich in den Ver- fahren zu verteidigen, durch den von der Staatsanwaltschaft Stuttgart erlassenen Bußgeldbescheid sowie weitere ungüns- tige Ergebnisse, einen ungünstigen Ausgang oder ungünstige Entwicklungen in jeder der vorangehend beschriebenen Anfra- gen, Ermittlungen, Untersuchungen, Anordnungen, rechtlichen Maßnahmen und/oder Verfahren beeinträchtigt werden.

Risiken aus rechtlichen Verfahren im Zusammenhang mit Diesel- abgasemissionen - Gerichtsverfahren

In den USA ist eine Verbraucher-Sammelklage anhängig, in der behauptet wird, dass die Daimler AG und MBUSA mit Robert Bosch LLC und der Robert Bosch GmbH (gemeinsam »Bosch«) konspiriert hätten, um die US-amerikanischen Aufsichtsbehör- den und Verbraucher zu täuschen. Im Januar 2019 wurde vom Bundesstaat Arizona eine separate Klage eingereicht, in der behauptet wird, die Daimler AG und MBUSA hätten Verbrau- cher im Zusammenhang mit der Werbung für Mercedes-Benz Dieselfahrzeuge bewusst getäuscht. Verbraucher-Sammelkla- gen mit gleichartigem Vorwurf wurden gegen die Daimler AG und weitere Konzerngesellschaften im April 2016 in Kanada und gegen die Daimler AG im Februar 2019 in Israel einge- reicht. Im Juli 2017 wurde eine ähnliche Sammelklage in den USA eingereicht, aber im Dezember 2017 haben sich die Par- teien ohne Entscheidung in der Sache auf die Abweisung dieser Klage verständigt. Sie kann unter bestimmten Voraussetzun- gen erneut erhoben werden.

28 C | KONZERNZWISCHENLAGEBERICHT

Darüber hinaus sind Sammelklagen wegen angeblich wettbe- werbswidrigen Verhaltens bezüglich Fahrzeugtechnologie, ­Kosten, Lieferanten, Märkten und anderen wettbewerblich relevanten Themen, einschließlich Diesel-Abgasreinigungstech- nologie, in den USA und Kanada anhängig.

Die Daimler AG und die übrigen jeweils betroffenen Daimler- Konzerngesellschaften betrachten diese Klagen als unbegrün- det und werden sich dagegen verteidigen.

In den USA ist eine Anleger-Sammelklage von Anlegern in Daimler AG American Depositary Receipts anhängig, in der behauptet wird, dass die Beklagten grundlegend falsche und irreführende Aussagen zu Dieselemissionen von Mercedes- Benz Fahrzeugen gemacht hätten. Die Parteien haben sich dar- auf verständigt, die Klage vergleichsweise beizulegen, wobei dieser Vergleich unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Gerichts steht.

In Deutschland und weiteren europäischen Staaten, insbeson- dere den Niederlanden, sind eine Vielzahl an Klagen von Kun- den wegen verschiedener angeblicher vertraglicher oder gesetzlicher Ansprüche anhängig. Darüber hinaus haben Anle- ger Klagen in Deutschland wegen der angeblichen Verletzung von Publizitätsvorschriften erhoben. Sowohl von Anlegern als auch von der Daimler AG wurden in diesem Zusammenhang Anträge auf Einleitung eines Musterverfahrens nach dem Kapi- talanleger-Musterverfahrensgesetz (KapMuG) gestellt. Derzeit ist noch kein Musterverfahren anhängig. Die Daimler AG hält auch diese Klagen für unbegründet und wird sich gegen sie verteidigen.

Soweit Gerichtsverfahren zum Nachteil von Daimler ausgehen, können sich hieraus erhebliche Schadens- sowie Strafscha- densersatzzahlungen, Nachbesserungsarbeiten oder sonstige kostenintensive Maßnahmen ergeben. Gerichtsverfahren kön- nen teilweise auch negative Auswirkungen auf die Reputation des Konzerns haben.

Des Weiteren könnte die Fähigkeit von Daimler, sich in den Gerichtsverfahren zu verteidigen, durch ungünstige Ergeb- nisse, einen ungünstigen Ausgang oder ungünstige Entwicklun- gen in den vorstehend genannten behördlichen oder anderen gerichtlichen Verfahren, insbesondere den von der Staatsan- waltschaft Stuttgart erlassenen Bußgeldbescheid, beeinträch- tigt werden.

Risiken aus sonstigen rechtlichen Verfahren

Die Daimler AG und die Daimler Truck AG müssen sich nach dem Abschluss des EU-Kartellverfahrens im Bereich Trucks durch eine Entscheidung der EU-Kommission vom 19. Juli 2016 in erheblichem Maß mit Schadensersatzforderungen von Kun- den auseinandersetzen. Entsprechende Klagen, Sammelklagen und andere Rechtsmittel wurden in verschiedenen Staaten innerhalb und außerhalb Europas eingereicht und sind weiter- hin zu erwarten. Daimler ergreift geeignete und angemessene Rechtsmittel, um sich zu verteidigen.

Da rechtliche Verfahren mit erheblichen Unsicherheiten behaf- tet sind, ist es möglich, dass sich die für sie gebildeten Rück- stellungen nach abschließenden Verfahrensentscheidungen teilweise als unzureichend erweisen. Infolgedessen können erhebliche zusätzliche Aufwendungen entstehen. Dies trifft auch auf rechtliche Verfahren zu, für die aus Sicht des Kon- zerns keine Rückstellungen zu bilden waren.

Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die vorgenannten Risiken aus Regulierung und rechtlichen Verfahren einzeln oder in ihrer Gesamtheit erhebliche nachteilige Auswirkungen auf unsere Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage haben könnten.

Obwohl der jeweilige endgültige Ausgang einzelner rechtlicher Verfahren das Ergebnis und den Cash Flow von Daimler in einer bestimmten Berichtsperiode beeinflussen kann, werden die daraus eventuell resultierenden Verpflichtungen nach Ein- schätzung des Konzerns jedoch keinen nachhaltigen Einfluss auf die Vermögenslage von Daimler haben.

Weitere Informationen über rechtliche Verfahren finden sich in EAnmerkung 30 des Konzernanhangs des Geschäftsbe- richts 2019.

C | KONZERNZWISCHENLAGEBERICHT 29

Prognosebericht

Nachdem die Weltwirtschaft in der ersten Jahreshälfte in eine tiefe Rezession rutschte, wird die Entwicklung auch in der zweiten Jahreshälfte weiterhin stark von der Corona-Krise geprägt bleiben. Entscheidend wird dabei sein, wann die Pan- demie weltweit unter Kontrolle sein wird, wie schnell und wie umfassend die Einschränkungen der wirtschaftlichen Aktivitä- ten aufgehoben werden und welches wirtschaftliche Erho- lungsmuster sich im zweiten Halbjahr ergibt. Aus heutiger Sicht muss für das Gesamtjahr 2020 mit einem erheblichen Rückgang der weltweiten Wirtschaftsleistung gerechnet werden.

Chinas Wirtschaft war unter den großen Volkswirtschaften die erste, die einen massiven Einbruch zu verzeichnen hatte, aber auch die erste, in der sich die Lage wieder verbessert hat. Den- noch ist zu erwarten, dass China in diesem Jahr statt der ursprünglich erwarteten 5 bis 6 % Wachstum nur ein leichtes Plus erzielen wird. Für die Europäische Währungsunion (EWU) muss aufgrund der wirtschaftlichen Auswirkungen der COVID- 19-Pandemie mit einer tiefen Rezession gerechnet werden. Auch wenn aktuell davon ausgegangen wird, dass nach dem Tiefpunkt im zweiten Quartal und der schrittweisen Öffnung in den meisten Ländern im zweiten Halbjahr eine Erholung ein- setzt, rechnet die überwiegende Mehrheit der Analysten mit einem deutlichen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Gesamtjahr. Keine der großen Einzel-Volkswirtschaften in der EWU wird sich nach aktueller Erwartung diesem BIP-Rückgang entziehen können. In besonders schwer von der Pandemie betroffenen Ländern wie Frankreich, Italien oder Spanien dürfte die Wirtschaftsleistung überdurchschnittlich stark zurückgehen. In der US-amerikanischen Volkswirtschaft gab es bereits zum Ende des zweiten Quartals infolge der frühzeitigen Lockerung Anzeichen einer Erholung auf dem Arbeitsmarkt und beim privaten Konsum. Aufgrund des tiefen Einbruchs im März und April ist jedoch auch für die US-Wirtschaft von einem deut- lichen BIP-Rückgang auszugehen.

Die Volkswirtschaften wichtiger Schwellenländer dürften sich aufgrund der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie ebenfalls sehr schwach entwickeln. Für große Rohstoffexporteure wie Russland oder Brasilien wird der voraussichtlich auch im weite- ren Jahresverlauf eher niedrige Ölpreis zusätzlich belastend wirken. Entsprechend ist sowohl in Osteuropa als auch im von der Pandemie besonders stark betroffenen südamerikanischen Wirtschaftsraum mit einer stark rückläufigen Entwicklung der Wirtschaftsleistung zu rechnen.

Die weltweite Pkw-Nachfrage wird in den meisten für Daimler wichtigen Absatzregionen weiterhin erheblich von den Auswir- kungen der Corona-Krise betroffen sein. Zwar dürfte das zweite Quartal für viele Märkte den Tiefpunkt der Krise mar- kiert haben, und für die kommenden Monate ist mit einer Ver- besserung der Marktsituation zu rechnen. Im Vergleich zum Vorjahresniveau werden die Rückgänge aber auch in der zwei- ten Jahreshälfte in vielen Ländern noch beträchtlich sein. Aus heutiger Sicht rechnen wir daher für das Gesamtjahr 2020 mit einem deutlichen Rückgang des globalen Pkw-Marktes.

Der europäische Markt dürfte ebenfalls deutlich schrumpfen. In Westeuropa ist von einer signifikant rückläufigen Nachfra- geentwicklung auszugehen. Davon werden voraussichtlich alle großen Einzelmärkte mit jeweils deutlichen Einbußen betroffen sein. Auch in Osteuropa ist ein deutlicher Rückgang des Pkw- Marktes zu erwarten.

Auf dem US-amerikanischen Markt für Pkw und leichte Nutz- fahrzeuge ist mit einem deutlichen Nachfragerückgang zu rechnen. Der chinesische Markt hat sich unter den großen Absatzmärkten als erster auf einen moderaten Erholungspfad begeben. Voraussichtlich können aber die massiven Verluste des ersten Quartals nicht vollständig kompensiert werden, so dass für das Gesamtjahr ein deutlicher Marktrückgang zu erwarten ist.

Für die Transportermärkte rechnen wir vor dem Hintergrund der tiefen weltwirtschaftlichen Rezession überwiegend mit rückläufigen Marktentwicklungen. In der Region EU30 (Europä- ische Union, Vereinigtes Königreich, Norwegen, Schweiz) ist sowohl im kombinierten Segment der mittelgroßen und großen Transporter als auch im Markt für kleine Transporter von einem deutlichen Marktrückgang auszugehen. In den USA dürfte die Nachfrage nach großen Transportern ebenfalls deutlich unter dem Vorjahr liegen. Auch bei den großen Transportern in Lateinamerika rechnen wir mit einem deutlichen Marktrück- gang. Für die mittelgroßen Transporter in China erwarten wir hingegen ein Marktvolumen in etwa auf dem Vorjahresniveau.

Wichtige Lkw-Absatzmärkte werden sich aufgrund der Corona-bedingten Wirtschaftskrise nach heutiger Einschätzung in diesem Jahr sehr ungünstig entwickeln.

Auf dem nordamerikanischen Markt gehen wir davon aus, dass die Nachfrage nach schweren Lkw (Klasse 8) deutlich zurück- gehen wird. Auch in der Region EU30 erwarten wir, dass sich die Verkäufe von schweren Lkw deutlich verringern werden. Dasselbe gilt für die Nachfrage nach schweren Lkw in Brasilien und in Japan.

Bei den Bussen erwarten wir sowohl in der Region EU30 als auch in Brasilien ein Marktniveau, das deutlich unter dem Niveau des Jahres 2019 liegen wird.

Unter den beschriebenen Rahmenbedingungen, die derzeit wesentlich von der COVID-19-Pandemie bestimmt sind, besteht eine außergewöhnlich hohe Unsicherheit über die wei- tere geschäftliche Entwicklung, die die Prognosefähigkeit unse- res Unternehmens wesentlich beeinträchtigt. Es lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschätzen, welchen weiteren Verlauf die Pandemie in den für uns wichtigen Absatzmärkten nimmt. Davon wird auch abhängen, wie umfangreich und andauernd die weiteren Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionswelle und daraus folgende wirtschaftliche Belastungen ausfallen werden. Allerdings gehen wir davon aus, dass wir die bereits eingetretenen Ausfälle im weiteren Jahresverlauf nicht mehr vollständig aufholen können.

Wir können deshalb in der derzeitigen Situation die von uns üblicherweise prognostizierten Berichtsgrößen für den weite- ren Jahresverlauf nicht in der gewohnten Detaillierung und Aus- prägung einschätzen. Für die industriellen Geschäftsfelder las- sen sich die bereinigten Umsatzrenditen und die bereinigten Cash Conversion Rates nicht verlässlich prognostizieren; damit haben die im Lagebericht 2019 abgegebenen diesbezüglichen Prognosen ihre Gültigkeit verloren.

Auf Basis der oben dargestellten Annahmen für die Entwick- lung der für uns wichtigen Märkte und der aktuellen Einschät- zungen der Geschäftsfelder erwartet Daimler, dass der Kon- zernabsatz im Jahr 2020 insgesamt unter der Größenordnung des Vorjahres liegen wird.

30 C | KONZERNZWISCHENLAGEBERICHT

Mercedes-BenzCars erwartet aufgrund der weitreichenden Auswirkungen des Coronavirus für das Gesamtjahr 2020 einen Absatz unter dem Niveau des Vorjahres. Außerdem reflektiert diese Einschätzung die vollständige Umstellung der Marke smart auf rein elektrisch angetriebene Modelle. Insgesamt beabsichtigt Mercedes-Benz Cars im Jahr 2020 rund zehn neue oder überarbeitete Modelle auf den Markt zu bringen, wodurch das Produktportfolio weiter verjüngt und insbesondere durch elektrifizierte Modelle erweitert wird. Positive Impulse erwar- ten wir weiterhin aus den sehr beliebten SUV-Fahrzeugen, wie die im Vorjahr neu eingeführten Modelle GLB, GLE und GLS.

Auch bei Mercedes-BenzVans wird sich der Absatz im Jahr 2020 vor allem aufgrund der Auswirkungen des Coronavirus voraussichtlich unter dem Niveau des Vorjahres bewegen.

Neben der ohnehin erwarteten Marktnormalisierung in unse- ren Lkw-Kernmärkten wird die COVID-19-Pandemie zu einer zusätzlichen Kaufzurückhaltung und in der Folge zu einem Rückgang beim weltweiten Absatz von Daimler Trucks im Gesamtjahr 2020 führen.

Auch Daimler Buses geht von einer rückläufigen Absatzent- wicklung für das Jahr 2020 aus. Daimler Buses rechnet jedoch weiterhin damit, die Marktführerschaft in seinen wichtigsten klassischen Kernmärkten bei den Bussen über 8 t behaupten zu können.

Daimler Mobility rechnet für das Jahr 2020 aufgrund der Aus- wirkungen der COVID-19-Pandemie und des damit verbunde- nen Absatzrückgangs unserer automobilen Geschäftsfelder mit einem Rückgang beim Neugeschäft und einem sinkenden Ver- tragsvolumen.

Angesichts der rückläufigen Absatzzahlen infolge der COVID- 19-Pandemie gehen wir davon aus, dass auch der Konzernum- satz im Jahr 2020 unter dem Vergleichswert des Vorjahres lie- gen wird.

Unter der Annahme, dass sich die wirtschaftliche Erholung im zweiten Halbjahr fortsetzt und es nicht zu einer erneuten grö- ßeren COVID-19-Infektionswelle in unseren wichtigen Absatz- märkten kommt, rechnen wir für das Geschäftsjahr 2020 sowohl für das Konzern-EBIT als auch für den Free Cash Flow aus dem Industriegeschäft mit positiven Werten unterhalb des Vorjahresniveaus. Dabei sind im Free Cash Flow aus dem Industriegeschäft mögliche Belastungen im Zusammenhang mit rechtlichen und behördlichen Verfahren nicht berücksich- tigt.

Da das EBIT des Geschäftsfelds Mercedes-Benz Cars & Vans im Jahr 2019 mit hohen Sondereffekten belastet war, rechnen wir trotz der Auswirkungen der COVID-19-Pandemiefür dieses Geschäftsfeld mit einem EBIT über dem Vorjahreswert. Die bereinigte Eigenkapitalrendite von Daimler Mobility wird nach unserer Einschätzung den Vorjahreswert nicht erreichen.

Im Rahmen unserer Maßnahmen zur Liquiditätssicherung und Kostensenkung werden wir auch die Ausgaben für Sachinves- titionen und Forschungs- und Entwicklungsleistungen kür- zen. Allerdings werden wir Vorleistungen, die der Sicherung der Zukunftsfähigkeit unseres Unternehmens dienen weiter auf- rechterhalten. Insgesamt gehen wir davon aus, dass die Sachinvestitionen und Forschungs- und Entwicklungsleistun-

gen geringer ausfallen werden als im Vorjahr.

Der Schwerpunkt der Sachinvestitionen im Geschäftsfeld Mercedes-Benz Cars & Vans liegt auf den Nachfolgemodellen der S-Klasse und C-Klasse. Außerdem sind weiterhin hohe Investments für die Elektromobilität vorgesehen. Die Investitio- nen von Daimler Trucks & Buses werden vor allem in Zukunftsprojekte und Folgegenerationen für bestehende Pro- dukte, globale Aggregate-Projekte sowie in die Optimierung des weltweiten Produktions- und Vertriebsnetzwerks getätigt.

Bei Mercedes-Benz Cars & Vans fließt ein Großteil der Ausga- ben für Forschungs- und Entwicklungsleistungen in die Erneuerung des Produktportfolios. Die wichtigsten Einzelpro- jekte sind hier die Nachfolgemodelle für die S-Klasse und die C-Klasse, sowie der Ausbau der Modellpalette der Produkt- und Technologiemarke EQ. Außerdem arbeiten wir in erhebli- chem Umfang an neuen emissionsarmen Verbrennungsmoto- ren, der Elektromobilitat, der Konnektivität unserer Fahrzeuge sowie an innovativen Sicherheitstechnologien für das automa- tisierte und autonome Fahren. Trotz COVID-19-bedingten Reduzierungen im Entwicklungsbudget spielen bei Daimler Trucks & Buses die Themen automatisiertes Fahren, Elektro- mobilität sowie Konnektivität eine wichtige Rolle. Weitere Schwerpunkte sind die Nachfolgegenerationen für bestehende Produkte, Kraftstoffeffizienz und Emissionsreduzierung sowie maßgeschneiderte Produkte und Technologien für wichtige Wachstumsmärkte.

Vorausschauende Aussagen:

Dieses Dokument enthält vorausschauende Aussagen zu unserer aktuellen Einschätzung künftiger Vorgänge. Wörter wie »antizipieren«, »annehmen«, »glauben«, »einschätzen«, »erwarten«, »beabsichtigen«, »können/könnten«, »planen«, »projizieren«, »sollten« und ähnliche Begriffe kennzeichnen solche vorausschauenden Aussagen. Diese Aussagen sind einer Reihe von Risiken und Unsicherheiten unterworfen. Einige Beispiele hierfür sind eine ungüns- tige Entwicklung der weltwirtschaftlichen Situation, insbesondere ein Rück- gang der Nachfrage in unseren wichtigsten Absatzmärkten, eine Verschlech- terung unserer Refinanzierungsmöglichkeiten an den Kredit- und Finanzmärkten, unabwendbare Ereignisse höherer Gewalt wie beispielsweise Naturkatastrophen, Pandemien, Terrorakte, politische Unruhen, kriegerische Auseinandersetzungen, Industrieunfälle und deren Folgewirkungen auf unsere Verkaufs-,Einkaufs-, Produktions- oder Finanzierungsaktivitäten, Ver- änderungen von Wechselkursen und Zollbestimmungen, eine Veränderung des Konsumverhaltens in Richtung kleinerer und weniger gewinnbringender Fahrzeuge oder ein möglicher Akzeptanzverlust unserer Produkte und Dienstleistungen mit der Folge einer Beeinträchtigung bei der Durchsetzung von Preisen und bei der Auslastung von Produktionskapazitäten, Preiserhö- hungen bei Kraftstoffen und Rohstoffen, Unterbrechungen der Produktion aufgrund von Materialengpässen, Belegschaftsstreiks oder Lieferanteninsol- venzen, ein Rückgang der Wiederverkaufspreise von Gebrauchtfahrzeugen, die erfolgreiche Umsetzung von Kostenreduzierungs- und Effizienzsteige- rungsmaßnahmen, die Geschäftsaussichten der Gesellschaften, an denen wir bedeutende Beteiligungen halten, die erfolgreiche Umsetzung strategischer Kooperationen und Joint Ventures, die Änderungen von Gesetzen, Bestim- mungen und behördlichen Richtlinien, insbesondere soweit sie Fahrzeuge- missionen, Kraftstoffverbrauch und Sicherheit betreffen, sowie der Abschluss laufender behördlicher oder von Behörden veranlasster Untersu- chungen und der Ausgang anhängiger oder drohender künftiger rechtlicher Verfahren und weitere Risiken und Unwägbarkeiten, von denen einige im aktuellen Geschäftsbericht oder in diesem Zwischenbericht unter der Über- schrift »Risiko- und Chancenbericht« beschrieben sind. Sollte einer dieser Unsicherheitsfaktoren oder eine dieser Unwägbarkeiten eintreten oder soll- ten sich die den vorausschauenden Aussagen zugrunde liegenden Annahmen als unrichtig erweisen, könnten die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den in diesen Aussagen genannten oder implizit zum Ausdruck gebrachten Ergebnissen abweichen. Wir haben weder die Absicht noch übernehmen wir eine Verpflichtung, vorausschauende Aussagen laufend zu aktualisieren, da diese ausschließlich auf den Umständen am Tag der Veröffentlichung basie- ren.

D | GESCHÄFTSFELDER 31

Mercedes-Benz Cars & Vans

480.800 (i. V. 686.800) Fahrzeuge im zweiten Quartal abgesetzt

Mercedes-Benz Cars erzielt in China beim Pkw-Absatz das bisher beste zweite Quartal Mercedes-Benz Vans mit Verkaufsstart des neuen eSprinter

Bereinigtes EBIT von -284 (i. V. 1.148) Mio. €

D.01

Q2

€-Werte in Millionen

Q2 2020

Q2 2019

Veränd. in %

Umsatz

18.949

25.418

-25

EBIT

-1.125

-2.784

.

Bereinigtes EBIT

-284

1.148

.

Umsatzrendite (in %)

-5,9

-11,0

.

Bereinigte Umsatzrendite (in %)

-1,5

4,5

.

CFBIT

430

-2.141

.

Bereinigter CFBIT

522

-2.047

.

Bereinigte CCR1

-1,8

-1,8

.

Absatz

480.800

686.757

-30

Produktion

422.082

704.039

-40

Beschäftigte

170.601

173.3942

-2

1

Cash Conversion Rate

2

Stand 31.12.2019

Absatz, Umsatz und EBIT

Das Geschäftsfeld Mercedes-Benz Cars & Vans hat von April bis Juni 480.800 (i. V. 686.800) Fahrzeuge weltweit ausgelie- fert. Der Umsatz sank um 25 % auf 18,9 Mrd. €. Das bereinigte EBIT belief sich auf -284 (i. V. 1.148) Mio. €. Die bereinigte Umsatzrendite lag mit -1,5 % unter dem Vorjahreswert von 4,5 %.

Überarbeitete Produktpalette und Neueinführungen

Im Mai debütierten die überarbeiteten E-Klasse Modelle Coupé und Cabrio mit sportlich geschärftem Design der serien­ mäßigen Voll-LED-Scheinwerfer und Heckleuchten. Ferner sind beide Modelle mit der neuen Generation von Fahrassistenz­ systemen sowie dem erweiterten Infotainmentsystem MBUX (Mercedes-Benz User Experience) ausgestattet.

D.02

Q1-2

€-Werte in Millionen

Q1-2 2020

Q1-2 2019

Veränd. in %

Umsatz

42.145

49.481

-15

EBIT

-615

-1.641

.

Bereinigtes EBIT

319

2.520

-87

Umsatzrendite (in %)

-1,5

-3,3

.

Bereinigte Umsatzrendite (in %)

0,8

5,1

.

CFBIT

-1.299

-2.976

.

Bereinigter CFBIT

-759

-2.803

.

Bereinigte CCR1

-2,4

-1,1

.

Absatz

1.027.542

1.339.107

-23

Produktion

1.031.635

1.429.731

-28

Beschäftigte

170.601

173.3942

-2

Ebenfalls im Mai stellte Mercedes-AMG die modellgepflegten Mercedes-AMG E 53 4MATIC+ Coupé und Cabriolet (Kraft­ stoffverbrauch kombiniert: 9,1-8,9 l/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 209-204 g/km) sowie im Juni die Mercedes-AMG E 63 4MATIC+ Limousine und T-Modell (Kraftstoffverbrauch kombiniert: 11,9-11,6 l/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 273-265 g/km) digital vor. Ab Herbst 2020 sind diese Modelle bei den europäischen Vertriebspartnern verfügbar.

Unter dem Label »EQ Power« erweiterte Mercedes-Benz Cars sein Angebot an Plug-in-Hybriden. Mit dem CLA 250 e Coupé (Kraftstoffverbrauch kombiniert gewichtet: 1,5-1,4 l/100 km; Stromverbrauch gewichtet: 15,2-14,7 kWh/100 km; CO2-Emis- sionen kombiniert gewichtet: 35-31 g/km), dem CLA 250 e Shooting Brake (Kraftstoffverbrauch kombiniert gewichtet: 1,6-1,4 l/100 km; Stromverbrauch gewichtet: 15,5-14,8 kWh/ 100 km; CO2-Emissionen kombiniert gewichtet: 37-33 g/km) und dem B 250 e (Kraftstoffverbrauch kombiniert gewichtet: 1,6-1,4 l/100 km; Stromverbrauch gewichtet: 15,4-14,7 kWh/ 100 km; CO2-Emissionen kombiniert gewichtet: 36-32 g/km) sind jetzt drei weitere Kompakte mit dem Hybrid-Antrieb der dritten Generation und elektrischen Reichweiten von über 70 km (NEFZ) bestellbar.

Zukunft geht nicht ohne Tradition

Dass Zukunft und Tradition untrennbar zusammengehören, zeigte Mercedes-Benz auch in diesem Quartal: So feierte das Unternehmen zwei Jubiläen: »25 Jahre Sprinter« - natürlich digital - sowie den 120sten Geburtstag des Markennamens »Mercedes«.

Mercedes-Benz Vans treibt Elektromobilität weiter voran Vor 25 Jahren startete der Mercedes-BenzSprinter seine Er- folgsgeschichte und gilt mittlerweile als Namensgeber für das Segment der großen Transporter. Mit dem Verkaufsstart der vollelektrischen Variante erreicht er den nächsten Meilenstein. Der eSprinter ist nach dem eVito der zweite Elektro-Trans­porter, den Mercedes-BenzVans als Serienfahrzeug anbietet. Passend dazu wurden im Mai die ersten 15 eSprinter Serien- fahrzeuge in die Flotte des Logistikdienstleisters Hermes ­Germany integriert. Mit der Bestellfreigabe des EQV (Stromver- brauch kombiniert: 26,4-26,3kWh/100 km; CO2-Emissionenkombiniert: 0 g/km) im Mai ist das erste Elektromodell von Mercedes-BenzVans für das private Marktsegment verfügbar. Die elektrische Großraumlimousine ist nach dem EQC (Strom- verbrauch kombiniert: 20,8-19,7kWh/100 km; CO2-Emissionenkombiniert: 0 g/km) das zweite Modell der EQ-Familievon Mercedes-Benz.

  1. Cash Conversion Rate
  2. Stand 31.12.2019

32 D | GESCHÄFTSFELDER

D.03

Q2

Absatz Mercedes-Benz Cars

Q2 2020

Q2 2019

Veränd. in %

Gesamt

408.924

575.639

-29

Europa

113.369

244.788

-54

davon Deutschland

39.531

82.521

-52

Nordamerika

49.074

88.640

-45

davon USA

42.452

75.497

-44

Asien

236.448

224.231

+5

davon China

196.173

168.313

+17

Übrige Märkte

10.033

17.980

-44

D.04

Q2

Absatz Mercedes-Benz Vans

Q2 2020

Q2 2019

Veränd. in %

Gesamt

71.876

111.118

-35

EU30

42.943

78.622

-45

davon Deutschland

18.542

32.670

-43

Nordamerika

10.888

12.338

-12

davon USA

9.581

8.668

+11

Lateinamerika (ohne Mexiko)

2.225

4.902

-55

Asien

10.576

9.072

+17

davon China

9.505

7.134

+33

Übrige Märkte

5.244

6.184

-15

Mercedes-BenzCars hat das zweite Quartal mit weltweit 408.900 (i. V. 575.600) abgesetzten Pkw der Marken Mercedes- Benz und smart abgeschlossen. Die Verkäufe im zweiten Quartal waren von den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie und den vorübergehenden Schließungen von Handelsbetrieben vor allem in Europa und Nordamerika maßgeblich geprägt. In Europa wurden 113.400 (i. V. 244.800) Fahrzeuge abgesetzt. Im Kernmarkt Deutschland haben wir 39.500 (i. V. 82.500) Fahr- zeuge ausgeliefert. In China, dem größten Absatzmarkt von Mercedes-Benz Cars, wurden 196.200 (i. V. 168.300) Einheiten verkauft. Das entspricht dem höchsten Absatz in China, der je in einem zweiten Quartal von Mercedes-Benz Cars erzielt wurde und zeigt, dass sich bisher die Nachfrage im größten Markt erholt. In den USA lagen die Auslieferungen von Mercedes-Benz Cars mit 42.500 (i. V. 75.500) Fahrzeugen deutlich unter dem Vorjahresniveau.

Die herausfordernden Rahmenbedingungen der COVID-19-­ Pandemie haben sich im zweiten Quartal auch belastend auf den Absatz in den jeweiligen Produktsegmenten ausgewirkt.

Die Auslieferungen der Kompaktwagen, darunter die A-Klasse, die A-Klasse Limousine, die B-Klasse, das CLA Coupé und der CLA Shooting Brake lag bei insgesamt 80.500 (i. V. 123.800)

Einheiten. Die Verkäufe der SUVs beliefen sich auf 158.800 (i. V. 180.500) Einheiten. Beim GLE und dem GLS konnte der Absatz im zweiten Quartal gesteigert werden. Die Auslieferun- gen der C-Klasse Limousine und des T-Modells lagen bei 66.600 (i. V. 97.100) Einheiten. Von der E-Klasse Limousine und dem T-Modell wurden 63.600 (i. V. 84.600) Fahrzeuge verkauft. Die

Auslieferungen der S-Klasse Limousine lagen bei 14.400 (i. V. 16.600) Einheiten. Die Auslieferungen der Mercedes-MaybachS-Klasse Limousine konnten dagegen um 3 % gesteigert wer- den. Bei der Marke smart wirkte sich zusätzlich der Auslauf der Vorgängermodelle sowie die Umstellung auf den rein batterie- elektrischen Antrieb weiter stark auf den Vorjahresvergleich beim Absatz aus: Weltweit wurden insgesamt 4.200 (i. V. 32.000) Einheiten der smart Modelle ausgeliefert.

Mercedes-BenzVans verzeichnete von April bis Juni 2020 einen Absatz von 71.900 (i. V. 111.100) Einheiten. Der deutliche Rückgang ist wesentlich von den Folgen der COVID-19-Pande- mie geprägt. In der Region EU30 setzte Mercedes-Benz Vans 42.900 (i. V. 78.600) Einheiten ab. Auch in Nordamerika lag der Absatz mit 10.900 (i. V. 12.300) Einheiten deutlich unter dem Vorjahr. In den USA haben wir im zweiten Quartal 9.600 (i. V. 8.700) Einheiten verkauft; in Lateinamerika ging der Absatz auf 2.200 (i. V. 4.900) Einheiten zurück. In China lag der Absatz mit 9.500 (i. V. 7.100) Einheiten deutlich über dem Vorjahreszeitraum.

D.05

Q1-2

Absatz Mercedes-Benz Cars

Q1-2 2020

Q1-2 2019

Veränd. in %

Gesamt

879.505

1.130.951

-22

Europa

302.559

480.086

-37

davon Deutschland

100.556

160.605

-37

Nordamerika

128.831

164.601

-22

davon USA

110.977

139.756

-21

Asien

417.346

445.880

-6

davon China

327.739

341.465

-4

Übrige Märkte

30.769

40.384

-24

D.06

Q1-2

Absatz Mercedes-Benz Vans

Q1-2 2020

Q1-2 2019

Veränd. in %

Gesamt

148.037

208.156

-29

EU30

96.021

145.179

-34

davon Deutschland

40.174

55.054

-27

Nordamerika

18.176

24.009

-24

davon USA

15.928

17.514

-9

Lateinamerika (ohne Mexiko)

4.966

9.076

-45

Asien

16.782

18.043

-7

davon China

13.670

13.265

+3

Übrige Märkte

12.092

11.849

+2

D | GESCHÄFTSFELDER 33

Daimler Trucks & Buses

Absatz mit 61.000 (i. V. 134.900) Einheiten deutlich unter Vorjahresniveau

Mercedes-Benz und Setra bieten Abbiegeassistenten zum Nachrüsten für Lkw und Busse

Markteintritt mit Mercedes-Benz Reisebussen in Vietnam

Bereinigtes EBIT mit -747 (i. V. 834) Mio. € deutlich unter Vorjahr

D.07

Q2

€-Werte in Millionen

Q2 2020

Q2 2019

Veränd. in %

Umsatz

6.200

11.581

-46

EBIT

-756

834

.

Bereinigtes EBIT

-747

834

.

Umsatzrendite (in %)

-12,2

7,2

.

Bereinigte Umsatzrendite (in %)

-12,0

7,2

.

CFBIT

-121

1.027

.

Bereinigter CFBIT

-121

1.027

.

Bereinigte CCR1

0,2

1,2

.

Absatz

61.033

134.909

-55

Produktion

54.295

135.894

-60

Beschäftigte

100.203

101.3972

-1

1

Cash Conversion Rate

2

Stand 31.12.2019

Absatz, Umsatz und bereinigtes EBIT deutlich unter Vorjahresniveau

Der Absatz von Daimler Trucks & Buses ist im zweiten Quartal 2020 im Wesentlichen aufgrund der weltweiten Folgen der COVID-19-Pandemie auf 61.000 (i. V. 134.900) Einheiten zurückgegangen. Der Umsatz verringerte sich verglichen mit dem Vorjahresquartal ebenfalls deutlich auf 6,2 Mrd. €. Auch das bereinigte EBIT lag mit -747 (i. V. 834) Mio. € deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Die bereinigte Umsatzrendite betrug -12,0 (i. V. 7,2) %.

D.08

Q1-2

€-Werte in Millionen

Q1-2 2020

Q1-2 2019

Veränd. in %

Umsatz

14.944

21.755

-31

EBIT

-509

1.387

.

Bereinigtes EBIT

-500

1.387

.

Umsatzrendite (in %)

-3,4

6,4

.

Bereinigte Umsatzrendite (in %)

-3,3

6,4

.

CFBIT

-206

795

.

Bereinigter CFBIT

-206

795

.

Bereinigte CCR1

0,4

0,6

.

Absatz

158.607

256.355

-38

Produktion

163.046

268.465

-39

Beschäftigte

100.203

101.3972

-1

1

Cash Conversion Rate

2

Stand 31.12.2019

Mercedes-Benz und Setra bieten Abbiegeassistenten zum Nachrüsten für Lkw und Busse

Größtmögliche Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer sowie die Vision vom unfallfreien Fahren, dieses Ziel treibt Daimler Trucks & Buses traditionell voran. Eine Vielzahl der Sicherheits- assistenzsysteme für schwere Nutzfahrzeuge feierte ihre ­Premiere in Lkw und Bussen von Mercedes-Benz und Setra, darunter der weltweit erste vollintegrierte Abbiegeassistent. Für nahezu jeden Lkw oder Bus von Mercedes-Benz und Setra gibt es ab sofort die passende Unterstützung, ob ab Werk oder als Nachrüstlösung: Mit den Abbiegeassistenzsystemen sind unsere Lkw oder Busse von Mercedes-Benz und Setra den aktuellen gesetzlichen Vorgaben voraus. Abbiegeassistenten für Lkw werden in der EU erst ab 2022 für neue Fahrzeugtypen und zwei Jahre später für alle bereits existierenden Baumuster verpflichtend vorgeschrieben.

Vollelektrisch angetriebener Mercedes-Benz Stadtbus ­eCitaro um Gelenkbusvariante erweitert

Der vollelektrisch angetriebene Gelenkbus eCitaro G erweitert das Angebot der Citaro Stadtbus-Familie und ist ein weiterer wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu umweltfreundlicheren und lebenswerteren Städten. Mit dem eCitaro G setzt Daimler Buses die Elektrifizierung von Stadtbussen konsequent fort. Der neue vollelektrische Gelenkbus soll mit neuen Batterie- technologien, darunter Festkörperbatterien, verfügbar sein. Darüber hinaus bietet der eCitaro G je nach Ausführung bis zu 146 Fahrgästen Platz und eignet sich damit ideal für den Ein- satz in hochbelasteten Städten und Metropolen mit großem Fahrgastaufkommen. Bereits jetzt liegen feste Aufträge über mehr als 60 Fahrzeuge vor. Die ersten Auslieferungen an Ver- kehrsbetriebe sollen bis Ende des Jahres erfolgen.

Markteintritt mit Mercedes-Benz Reisebussen in Vietnam Daimler Buses baut sein Busgeschäft in Südostasien aus und startet den Verkauf von Mercedes-BenzFahrgestellen in Viet- nam. Zu diesem Zweck arbeitet Daimler Buses künftig mit dem lokalen Automobilunternehmen Truong Hai Auto Corporation (THACO) zusammen, das als Generalvertreter im vietnamesi- schen Markt tätig sein wird. Die Fahrgestelle für die an lokale Gegebenheiten angepassten Busse sollen aus dem Mercedes- Benz Werk São Bernardo do Campo, Brasilien, kommen. THACO beabsichtigt dann vor Ort die Chassis in seiner Fabrik in Chu Lai zu montieren, mit einem Aufbau zu versehen und über sein Vertriebsnetz im vietnamesischen Markt zu ver­ treiben. Der Markteintritt in Vietnam ist ein wichtiger Schritt für Daimler Buses, um seine globale Marktpräsenz weiter ­auszubauen und damit seinen Wachstumskurs in der Region Südostasien fortzusetzen.

34 D | GESCHÄFTSFELDER

D.09

Q2

Absatz Daimler Trucks

Q2 2020

Q2 2019

Veränd. in %

Gesamt

57.945

126.474

-54

EU30

9.675

19.836

-51

davon Deutschland

3.999

7.846

-49

Nordamerika

20.023

54.533

-63

davon USA

17.321

45.593

-62

Lateinamerika (ohne Mexiko)

6.208

10.215

-39

davon Brasilien

4.809

7.301

-34

Asien

17.739

33.982

-48

Übrige Märkte

4.300

7.908

-46

nachrichtlich:

41.926

BFDA (Auman Trucks)

22.902

+83

D.10

Q2

Absatz Daimler Buses

Q2 2020

Q2 2019

Veränd. in %

Gesamt

3.088

8.435

-63

EU30

1.230

2.837

-57

davon Deutschland

590

924

-36

Nordamerika

240

665

-64

davon Mexiko

239

655

-64

Lateinamerika (ohne Mexiko)

1.249

3.712

-66

davon Brasilien

920

2.673

-66

Asien

133

716

-81

Übrige Märkte

236

505

-53

Deutlich rückläufige Absatzentwicklung bei Daimler Trucks

Der Absatz von Daimler Trucks lag im zweiten Quartal 2020 mit 57.900 Einheiten um 54 % unter dem Vorjahresniveau. Diese Entwicklung war im Wesentlichen durch die weltweiten Folgen der COVID-19-Pandemie beeinflusst. In Nordamerika gingen unsere Lkw-Verkäufe um 63 % auf 20.000 Einheiten zurück. In den Gewichtsklassen 6-8 war Daimler Trucks mit einem Markt- anteil von 37,1 (i. V. 35,4) % weiterhin Marktführer. Die Verkäufe in der Region EU30 (Europäische Union, Vereinigtes König- reich, Schweiz und Norwegen) lagen mit 9.700 (i. V. 19.800) Einheiten ebenfalls deutlich unter dem Vorjahreswert. Mit einem Marktanteil von 19,1 (i. V. 19,2) % waren die Mercedes- Benz Lkw im Segment schwerer und mittelschwerer Lkw weiter­ hin Marktführer. In Deutschland lag der Absatz mit 4.000 Lkw um 49 % unter dem Vorjahresniveau. In Brasilien setzten wir 4.800 Einheiten ab; dies entspricht einem Absatzrückgang von 34 % gegenüber dem Vorjahresquartal. Auch in Asien bewegten sich unsere Lieferungen mit 17.700 (i. V. 34.000) Lkw deutlich unter denen des Vorjahres. Dabei brach der Lkw-Absatz in Indien mit 800 (i. V. 3.800) Einheiten massiv ein, was beson- ders auf die strikte Ausgangssperre im April zurückzuführen war. In Indonesien verkauften wir mit 3.500 (i. V. 10.000) Ein- heiten ebenfalls deutlich weniger Lkw als im Vorjahresquartal. Auch in Japan entwickelten sich unsere Verkäufe mit einem Rückgang von 23 % auf 7.800 Lkw negativ. Mit der Marke FUSO erreichten wir im japanischen Lkw-Gesamtmarkt einen

Marktanteil­ von 20,6 (i. V. 18,7) %. Die Lieferungen von Auman Trucks, unseres Joint Ventures in China, stiegen mit 41.900 (i. V. 22.900) Einheiten deutlich über die Höhe des Vorjahres.

Daimler Buses Absatz deutlich unter Vorjahresniveau Daimler Buses erreichte im zweiten Quartal 2020 einen Absatz von 3.100 (i. V. 8.400) Einheiten. Der deutliche Rückgang war ebenfalls im Wesentlichen durch die weltweiten Folgen der COVID-19-Pandemiebeeinflusst. In der Region EU30 hat Daimler Buses dabei mit 1.200 Einheiten 57 % weniger Kom- plettbusse und Fahrgestelle der Marken Mercedes-Benzund Setra abgesetzt als im Vorjahresquartal. In Deutschland ­sanken die Verkäufe um 36 % auf 600 Einheiten. Mit unseren Marken Mercedes-Benzund Setra waren wir in der Region EU30 mit einem Marktanteil von 23,5 (i. V. 27,6) % weiter mit klarem Abstand Marktführer. Auch in Mexiko gingen unsere Verkäufe mit 200 Einheiten deutlich zurück (-64%). In Brasilien, unserem Hauptmarkt in Lateinamerika, verzeichneten wir mit 900 Fahrgestellen einen Absatzrückgang um 66 %. Rückläufig um 90 % waren unsere Absätze in Indien mit 45 (i. V. 500) Einheiten.

D.11

Q1-2

Absatz Daimler Trucks

Q1-2 2020

Q1-2 2019

Veränd. in %

Gesamt

150.413

242.394

-38

EU30

22.872

38.803

-41

davon Deutschland

9.835

14.422

-32

Nordamerika

55.573

102.358

-46

davon USA

48.735

87.969

-45

Lateinamerika (ohne Mexiko)

13.204

18.892

-30

davon Brasilien

9.805

13.398

-27

Asien

48.390

68.289

-29

Übrige Märkte

10.374

14.052

-26

nachrichtlich:

64.871

BFDA (Auman Trucks)

45.577

+42

D.12

Q1-2

Absatz Daimler Buses

Q1-2 2020

Q1-2 2019

Veränd. in %

Gesamt

8.194

13.961

-41

EU30

2.490

3.756

-34

davon Deutschland

1.121

1.266

-11

Nordamerika

688

1.047

-34

davon Mexiko

687

1.037

-34

Lateinamerika (ohne Mexiko)

3.635

6.875

-47

davon Brasilien

2.835

4.901

-42

Asien

536

1.562

-66

Übrige Märkte

845

721

+17

D | GESCHÄFTSFELDER 35

Daimler Mobility

Neugeschäft geht um 24 % deutlich zurück

Vertragsvolumen sinkt auf 154 Mrd. €

YOUR NOW Joint Ventures: Mobilitätsnachfrageveränderung spürbar

Bereinigtes EBIT mit 313 (i. V. 483) Mio. € deutlich unter Vorjahr

D.13

Q2

€-Werte in Millionen

Q2 2020

Q2 2019

Veränd. in %

Umsatz

6.450

7.145

-10

EBIT

205

431

-52

Bereinigtes EBIT

313

483

-35

Eigenkapitalrendite (in %)

5,6

12,5

.

Bereinigte Eigenkapitalrendite

8,6

(in %)

14,0

.

Neugeschäft

13.971

18.363

-24

Vertragsvolumen

153.704

162.8431

-6

Beschäftigte

12.057

12.6801

-5

1 Stand 31.12.2019

Neugeschäft weltweit mit deutlichem Rückgang

Die Geschäftsentwicklung von Daimler Mobility war auch im zweiten Quartal 2020 von den Auswirkungen der globalen COVID-19-Pandemie geprägt. Die umfangreichen Maßnahmen, die zur Eindämmung der Pandemie ergriffen wurden, schränk- ten die wirtschaftlichen Aktivitäten vor allem in Europa und den USA erheblich ein. In China waren erste Anzeichen einer Erholung zu spüren. Insgesamt lag das Neugeschäft deutlich unter dem Vorjahresniveau. Weltweit wurden 383.000 neue Leasing- und Finanzierungsverträge im Wert von 14,0 Mrd. € abgeschlossen, 24 % weniger als im Vorjahreszeitraum. Das Vertragsvolumen erreichte Ende Juni einen Wert von 153,7 Mrd. € und lag damit um 6 % unter dem Niveau vom Jahresende 2019. Wechselkursbereinigt sank das Vertragsvolumen um 4 %. Das bereinigte EBIT betrug 313 (i. V. 483) Mio. €. Die bereinigte Eigenkapitalrendite lag bei 8,6 (i. V. 14,0) %.

Region Europa: Neugeschäft deutlich unter Vorjahr Europaweit wurden im zweiten Quartal 134.000 Leasing- und Finanzierungsverträge abgeschlossen (-46%). Das Neugeschäft sank deutlich um 43 % auf 4,7 Mrd. €. Das Vertragsvolumen in Europa lag mit 63,6 Mrd. € unter dem Niveau vom Jahresende

D.14

Q1-2

€-Werte in Millionen

Q1-2 2020

Q1-2 2019

Veränd. in %

Umsatz

13.551

14.026

-3

EBIT

263

1.640

-84

Bereinigtes EBIT

371

974

-62

Eigenkapitalrendite (in %)

3,6

24,0

.

Bereinigte Eigenkapitalrendite

5,0

(in %)

14,2

.

Neugeschäft

30.145

35.687

-16

Vertragsvolumen

153.704

162.8431

-6

Beschäftigte

12.057

12.6801

-5

2019 (-5 %). In den Büchern von Athlon und Daimler Fleet Management standen zum Quartalsende 411.000 Verträge. Das entsprach einem Vertragsvolumen von 6,5 Mrd. €.

Rückgang im Neugeschäft in Nord- und Südamerika In Nord- und Südamerika wurden im zweiten Quartal 2020

­Leasing- und Finanzierungsverträge mit einem Gesamtwert von 4,6 Mrd. € abgeschlossen (-23 %). In den USA ging das Neu­ geschäft deutlich um 18 % zurück. Das Vertragsvolumen in Nord- und Südamerika betrug Ende Juni 56,2 Mrd. € und lag damit unter dem Niveau vom Jahresende 2019 (-6 %).

Asien-Pazifik, Afrika & China: Neugeschäft gestiegen Das Neugeschäft in der Region Asien-Pazifik,Afrika & China erreichte 4,7 Mrd. € und lag damit deutlich über dem Niveau des Vorjahreswertes (+11 %). Das Vertragsvolumen der Region belief sich Ende Juni auf insgesamt 33,8 Mrd. € (-6%). In China wurden im zweiten Quartal 120.000 neue Leasing- und Finan- zierungsverträge im Wert von 3,3 Mrd. € abgeschlossen

(+53 %). Die einsetzende Erholung der Wirtschaft in China im zweiten Quartal wirkte sich positiv auf das Neugeschäft aus. Das Vertragsvolumen in China betrug Ende Juni 16,2 Mrd. € und lag damit auf dem Niveau vom Jahresende 2019 (-2 %).

Versicherungsgeschäft gesunken

Daimler Mobility vermittelte im zweiten Quartal 2020 rund 504.000 Versicherungspolicen - das entspricht einem Rück- gang von 16 % gegenüber dem Vorjahresquartal. Am stärksten durch die Auswirkungen der Corona-Krise betroffen waren Deutschland (-39 %) und die USA (-38 %).

YOUR NOW Joint Ventures:

Nachlassende Mobilitätsnachfrage­ deutlich spürbar Zum 30. Juni 2020 nutzten 92 Mio. Menschen die Mobilitäts- dienste der Joint Ventures, die gebündelt in den drei Säulen FREE NOW & REACH NOW, SHARE NOW sowie PARK NOW & CHARGE NOW Lösungen für Ride-Hailing,multimodale Platt- formen, Carsharing, Parken und das Laden von Elektrofahr­ zeugen vereinen. Nachdem alle Dienste bis Februar 2020 ihren Wachstumskurs ungebrochen fortsetzen konnten, war die nachlassende Mobilitätsnachfrage infolge der COVID-19-Pan-demie im zweiten Quartal 2020 deutlich spürbar - die Zahl der Transaktionen lag mit 43 Mio. etwa 70 % unter dem Vorjahres- quartal. Indes integriert FREE NOW Drittanbieter in die App, um Kunden noch mehr Mobilitätsoptionen anzubieten: Seit dem zweiten Quartal 2020 können E-Scootervon Voi in Ham- burg, Berlin und München direkt über die FREE NOW App gebucht werden.

1 Stand 31.12.2019

36 E | KONZERNZWISCHENABSCHLUSS

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Q2

E.01

Q2 2020

Q2 2019

in Millionen €

Umsatzerlöse

30.184

42.650

Umsatzkosten

-27.489

-37.104

Bruttoergebnis vom Umsatz

2.695

5.546

Vertriebskosten

-2.462

-3.072

Allgemeine Verwaltungskosten

-808

-975

Forschungs- und nicht aktivierte Entwicklungskosten

-1.544

-1.569

Sonstige betriebliche Erträge

517

516

Sonstige betriebliche Aufwendungen

-151

-2.127

Ergebnis aus at-equity bewerteten Finanzinvestitionen

269

210

Übriges Finanzergebnis

-198

-87

Ergebnis vor Zinsergebnis und Ertragsteuern (EBIT)

-1.682

-1.558

Zinserträge

51

121

Zinsaufwendungen

-111

-235

Ergebnis vor Ertragsteuern

-1.742

-1.672

Ertragsteuern

-164

430

Konzernergebnis

-1.906

-1.242

davon auf nicht beherrschende Anteile entfallendes Ergebnis

95

86

davon Anteil der Aktionäre der Daimler AG am Konzernergebnis

-2.001

-1.328

Ergebnis je Aktie (in €)

auf Basis des Ergebnisanteils der Aktionäre der Daimler AG

Unverwässert

-1,87

-1,24

Verwässert

-1,87

-1,24

Der nachfolgende Konzernanhang ist integraler Bestandteil des Zwischenabschlusses.

E | KONZERNZWISCHENABSCHLUSS 37

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung Q1-2

E.02

Q1-2 2020

Q1-2 2019

in Millionen €

Umsatzerlöse

67.407

82.348

Umsatzkosten

-59.001

-69.231

Bruttoergebnis vom Umsatz

8.406

13.117

Vertriebskosten

-5.351

-6.223

Allgemeine Verwaltungskosten

-1.728

-1.994

Forschungs- und nicht aktivierte Entwicklungskosten

-3.266

-3.273

Sonstige betriebliche Erträge

1.088

1.733

Sonstige betriebliche Aufwendungen

-307

-2.352

Ergebnis aus at-equity bewerteten Finanzinvestitionen

219

472

Übriges Finanzergebnis

-126

-240

Ergebnis vor Zinsergebnis und Ertragsteuern (EBIT)

-1.065

1.240

Zinserträge

128

200

Zinsaufwendungen

-265

-489

Ergebnis vor Ertragsteuern

-1.202

951

Ertragsteuern

-536

-44

Konzernergebnis

-1.738

907

davon auf nicht beherrschende Anteile entfallendes Ergebnis

169

140

davon Anteil der Aktionäre der Daimler AG am Konzernergebnis

-1.907

767

Ergebnis je Aktie (in €)

auf Basis des Ergebnisanteils der Aktionäre der Daimler AG

Unverwässert

-1,78

0,72

Verwässert

-1,78

0,72

Der nachfolgende Konzernanhang ist integraler Bestandteil des Zwischenabschlusses.

38 E | KONZERNZWISCHENABSCHLUSS

Konzern-Gesamtergebnisrechnung Q2

E.03

Q2 2020

Q2 2019

in Millionen €

Konzernergebnis

-1.906

-1.242

Gewinne/Verluste aus der Währungsumrechnung

-475

-474

Gewinne/Verluste aus Fremdkapitalinstrumenten

30

-

Gewinne/Verluste aus derivativen Finanzinstrumenten

100

398

Gewinne/Verluste aus at-equity bewerteten Finanzinvestitionen

-5

12

Posten, die zukünftig möglicherweise in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden

-350

-64

Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen

-1.905

-1.171

Gewinne/Verluste aus Eigenkapitalinstrumenten

10

-4

Posten, die zukünftig nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden

-1.895

-1.175

Sonstiges Ergebnis, nach Steuern

-2.245

-1.239

davon auf nicht beherrschende Anteile entfallendes sonstiges Ergebnis, nach Steuern

-15

-17

davon Anteil der Aktionäre der Daimler AG am sonstigen Ergebnis, nach Steuern

-2.230

-1.222

Gesamtergebnis

-4.151

-2.481

davon auf nicht beherrschende Anteile entfallendes Gesamtergebnis

80

69

davon Anteil der Aktionäre der Daimler AG am Gesamtergebnis

-4.231

-2.550

Der nachfolgende Konzernanhang ist integraler Bestandteil des Zwischenabschlusses.

E | KONZERNZWISCHENABSCHLUSS 39

Konzern-GesamtergebnisrechnungQ1-2

E.04

Q1-2 2020

Q1-2 2019

in Millionen €

Konzernergebnis

-1.738

907

Gewinne/Verluste aus der Währungsumrechnung

-1.010

289

Gewinne/Verluste aus Fremdkapitalinstrumenten

-1

7

Gewinne/Verluste aus derivativen Finanzinstrumenten

349

-285

Gewinne/Verluste aus at-equity bewerteten Finanzinvestitionen

-1

-5

Posten, die zukünftig möglicherweise in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden

-663

6

Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste aus Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen

-1.333

-1.483

Gewinne/Verluste aus Eigenkapitalinstrumenten

9

24

Posten, die zukünftig nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden

-1.324

-1.459

Sonstiges Ergebnis, nach Steuern

-1.987

-1.453

davon auf nicht beherrschende Anteile entfallendes sonstiges Ergebnis, nach Steuern

-19

10

davon Anteil der Aktionäre der Daimler AG am sonstigen Ergebnis, nach Steuern

-1.968

-1.463

Gesamtergebnis

-3.725

-546

davon auf nicht beherrschende Anteile entfallendes Gesamtergebnis

150

150

davon Anteil der Aktionäre der Daimler AG am Gesamtergebnis

-3.875

-696

Der nachfolgende Konzernanhang ist integraler Bestandteil des Zwischenabschlusses.

40 E | KONZERNZWISCHENABSCHLUSS

Konzernbilanz

E.05

30. Juni 2020

31. Dez. 2019

in Millionen €

Aktiva

Immaterielle Vermögenswerte

16.587

15.978

Sachanlagen

36.483

37.143

Vermietete Gegenstände

48.774

51.482

At-equity bewertete Finanzinvestitionen

4.932

5.949

Forderungen aus Finanzdienstleistungen

52.550

52.880

Verzinsliche Wertpapiere und ähnliche Geldanlagen

853

770

Übrige finanzielle Vermögenswerte

3.668

3.347

Aktive latente Steuern

6.156

5.803

Übrige Vermögenswerte

1.018

1.286

Langfristige Vermögenswerte

171.021

174.638

Vorräte

30.118

29.757

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

9.928

12.332

Forderungen aus Finanzdienstleistungen

45.120

50.781

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

21.949

18.883

Verzinsliche Wertpapiere und ähnliche Geldanlagen

6.517

7.885

Übrige finanzielle Vermögenswerte

4.773

2.736

Übrige Vermögenswerte

5.339

5.426

Kurzfristige Vermögenswerte

123.744

127.800

Summe Aktiva

294.765

302.438

Passiva

Gezeichnetes Kapital

3.070

3.070

Kapitalrücklagen

11.551

11.552

Gewinnrücklagen

43.037

46.329

Übrige Rücklagen

-242

393

Den Aktionären der Daimler AG zustehendes Eigenkapital

57.416

61.344

Nicht beherrschende Anteile

1.441

1.497

Eigenkapital

58.857

62.841

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

11.665

9.728

Rückstellungen für sonstige Risiken

10.660

10.597

Finanzierungsverbindlichkeiten

95.891

99.179

Übrige finanzielle Verbindlichkeiten

1.892

2.112

Passive latente Steuern

3.966

3.935

Rechnungsabgrenzungsposten

1.441

1.598

Vertrags- und Rückerstattungsverbindlichkeiten

5.975

6.060

Übrige Verbindlichkeiten

894

586

Langfristige Schulden

132.384

133.795

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

13.665

12.707

Rückstellungen für sonstige Risiken

9.432

10.327

Finanzierungsverbindlichkeiten

61.700

62.601

Übrige finanzielle Verbindlichkeiten

7.030

7.752

Rechnungsabgrenzungsposten

1.562

1.624

Vertrags- und Rückerstattungsverbindlichkeiten

6.790

7.571

Übrige Verbindlichkeiten

3.345

3.220

Kurzfristige Schulden

103.524

105.802

Summe Passiva

294.765

302.438

Der nachfolgende Konzernanhang ist integraler Bestandteil des Zwischenabschlusses.

E | KONZERNZWISCHENABSCHLUSS 41

Konzern-Kapitalflussrechnung

E.06

Q1-2 2020

Q1-2 2019

in Millionen €

Ergebnis vor Ertragsteuern

-1.202

951

Abschreibungen/Wertminderungen

4.452

3.644

Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge

-296

-446

Ergebnis aus dem Verkauf von Aktiva

22

-697

Veränderung betrieblicher Aktiva und Passiva

Vorräte

-1.059

-3.849

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

2.237

-92

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

778

946

Forderungen aus Finanzdienstleistungen

3.675

-1.172

Vermietete Fahrzeuge

2.249

-631

Sonstige betriebliche Aktiva und Passiva

-1.151

4.561

Erhaltene Dividenden von at-equity bewerteten Finanzinvestitionen

64

52

Gezahlte Ertragsteuern

-784

-1.069

Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit

8.985

2.198

Zugänge zu Sachanlagen

-3.221

-3.419

Zugänge zu immateriellen Vermögenswerten

-1.487

-1.700

Erlöse aus dem Abgang von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten

178

186

Erwerb von Anteilsbesitz

-201

-1.209

Erlöse aus dem Verkauf von Anteilsbesitz

214

199

Erwerb verzinslicher Wertpapiere und ähnlicher Geldanlagen

-1.192

-3.047

Erlöse aus dem Verkauf verzinslicher Wertpapiere und ähnlicher Geldanlagen

2.405

3.798

Sonstige Ein- und Auszahlungen

-49

-80

Cash Flow aus der Investitionstätigkeit

-3.353

-5.272

Veränderung der Finanzierungsverbindlichkeiten

-2.175

3.455

Dividendenzahlung an Aktionäre der Daimler AG

-

-3.477

Dividendenzahlungen an nicht beherrschende Anteile

-207

-232

Erlöse aus der Ausgabe von Aktien

31

63

Erwerb eigener Aktien

-30

-42

Erwerb von nicht beherrschenden Anteilen an Tochtergesellschaften

-

-64

Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit

-2.381

-297

Einfluss von Wechselkursänderungen auf die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

-185

37

Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

3.066

-3.334

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum Periodenbeginn

18.883

15.853

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum Periodenende

21.949

12.519

Der nachfolgende Konzernanhang ist integraler Bestandteil des Zwischenabschlusses.

42 E | KONZERNZWISCHENABSCHLUSS

Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals

E.07

Unterschieds-

Eigenkapital-

betrag aus

instrumente/

Gezeichnetes

Kapital-

Gewinn-

Währungs-

Fremdkapital-

Kapital

rücklagen

rücklagen

umrechnung

instrumente

in Millionen €

Stand zum 1. Januar 2019

3.070

11.710

49.490

472

15

Konzernergebnis

-

-

767

-

-

Sonstiges Ergebnis vor Steuern

-

-

-2.231

279

35

Latente Steuern auf sonstiges

-

-

748

-

-4

Ergebnis

Gesamtergebnis

-

-

-716

279

31

Dividenden

-

-

-3.477

-

-

Änderungen des Konsolidierungskreises

-

-

-14

-

-

Kapitalerhöhung/Ausgabe neuer Aktien

-

-

-

-

-

Erwerb eigener Aktien

-

-

-

-

-

Ausgabe und Verwendung eigener Aktien

-

-

-

-

-

Anteilsveränderungen

-

-48

-

-

-

an Tochterunternehmen

Sonstiges

-

-

52

-

-

Stand zum 30. Juni 2019

3.070

11.662

45.335

751

46

Stand zum 1. Januar 2020

3.070

11.552

46.329

930

30

Konzernergebnis

-

-

-1.907

-

-

Sonstiges Ergebnis vor Steuern

-

-

-1.602

-992

7

Latente Steuern auf sonstiges

-

-

269

-

2

Ergebnis

Gesamtergebnis

-

-

-3.240

-992

9

Dividenden

-

-

-

-

-

Änderungen des Konsolidierungskreises

-

-

-78

-

-

Kapitalerhöhung/Ausgabe neuer Aktien

-

-

-

-

-

Erwerb eigener Aktien

-

-

-

-

-

Ausgabe und Verwendung eigener Aktien

-

-

-

-

-

Anteilsveränderungen

-

-1

-

-

-

an Tochterunternehmen

Sonstiges

-

-

26

-

-

Stand zum 30. Juni 2020

3.070

11.551

43.037

-62

39

Der nachfolgende Konzernanhang ist integraler Bestandteil des Zwischenabschlusses.

E | KONZERNZWISCHENABSCHLUSS 43

Übrige Rücklagen

Posten, die zukünftig

möglicherweise in die

Konzern-Gewinn- und Verlust-

rechnung umgegliedert

werden

Den

Anteil at-equity

Aktionären

Derivative

bewerteter

der Daimler AG

Nicht

Finanz-

Finanz-

Eigene

zustehendes

beherrschende

Summe

instrumente

investitionen

Aktien

Eigenkapital

Anteile

Eigenkapital

in Millionen €

-95

5

-

64.667

1.386

66.053

Stand zum 1. Januar 2019

-

-

-

767

140

907

Konzernergebnis

-397

-5

-

-2.319

10

-2.309

Sonstiges Ergebnis vor Steuern

Latente Steuern auf sonstiges

112

-

-

856

-

856

Ergebnis

-285

-5

-

-696

150

-546

Gesamtergebnis

-

-

-

-3.477

-232

-3.709

Dividenden

-

-

-

-14

-28

-42

Änderungen des Konsolidierungskreises

-

-

-

-

32

32

Kapitalerhöhung/Ausgabe neuer Aktien

-

-

-42

-42

-

-42

Erwerb eigener Aktien

-

-

42

42

-

42

Ausgabe und Verwendung eigener Aktien

Anteilsveränderungen

-

-

-

-48

-16

-64

an Tochterunternehmen

-

-

-

52

4

56

Sonstiges

-380

-

-

60.484

1.296

61.780

Stand zum 30. Juni 2019

-546

-21

-

61.344

1.497

62.841

Stand zum 1. Januar 2020

-

-

-

-1.907

169

-1.738

Konzernergebnis

505

-1

-

-2.083

-19

-2.102

Sonstiges Ergebnis vor Steuern

-156

-

-

115

-

115

Latente Steuern auf sonstiges

Ergebnis

349

-1

-

-3.875

150

-3.725

Gesamtergebnis

-

-

-

-

-218

-218

Dividenden

-

-

-

-78

2

-76

Änderungen des Konsolidierungskreises

-

-

-

-

13

13

Kapitalerhöhung/Ausgabe neuer Aktien

-

-

-30

-30

-

-30

Erwerb eigener Aktien

-

-

30

30

-

30

Ausgabe und Verwendung eigener Aktien

-

-

-

-1

-

-1

Anteilsveränderungen

an Tochterunternehmen

-

-

-

26

-3

23

Sonstiges

-197

-22

-

57.416

1.441

58.857

Stand zum 30. Juni 2020

44 E | KONZERNZWISCHENABSCHLUSS

Konzernanhang zum Zwischenabschluss

1. Grundlagen und Methoden im Zwischenabschluss

Allgemeines

Dieser zusammengefasst dargestellte Konzernabschluss

­(Zwischenabschluss) der Daimler AG und ihrer Tochtergesell- schaften (»Daimler« oder »der Konzern«) wurde gemäß § 115 Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) sowie in Übereinstimmung mit dem International Accounting Standard (IAS) 34 »Interim Financial Reporting« aufgestellt.

Der Zwischenabschluss steht im Einklang mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Euro­ päischen Union anzuwenden sind.

Die Daimler AG ist eine Aktiengesellschaft nach dem Recht der Bundesrepublik Deutschland. Die Gesellschaft ist im Handels- register des Amtsgerichts Stuttgart unter HRB 19360 eingetra- gen und hat ihren Firmensitz in der Mercedesstraße 120, 70372 Stuttgart, Deutschland.

Der Zwischenabschluss des Konzerns wird in Euro (€) aufge- stellt. Soweit nicht anders vermerkt, erfolgen Angaben in ­Millionen €. Die Beträge sind jeweils kaufmännisch gerundet.

Der Vorstand hat den verkürzten Konzernzwischenabschluss am 22. Juli 2020 zur Veröffentlichung freigegeben. Der Kon- zernzwischenabschluss wurde vom Konzernabschlussprüfer einer prüferischen Durchsicht unterzogen.

Alle wesentlichen konzerninternen Salden bzw. Transaktionen wurden eliminiert. Der Zwischenabschluss enthält nach ­Einschätzung der Unternehmensleitung alle Anpassungen (d.h. übliche, laufend vorzunehmende Anpassungen), die für eine angemessene Darstellung der Ertrags-, Finanz- und Vermögens- lage des Konzerns notwendig sind. Die in den unterjährigen Perioden dargestellten Ergebnisse sind nicht notwendigerweise indikativ für Ergebnisse, die in zukünftigen Perioden erwartet werden können bzw. für das gesamte Geschäftsjahr zu erwarten sind. Der Zwischenabschluss ist im Zusammenhang mit dem geprüften und veröffentlichten IFRS-Konzernabschluss zum

31. Dezember 2019 und dem darin enthaltenen Anhang zu lesen. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die der Konzern in diesem Zwischenabschluss angewendet hat, entsprechen grundsätzlich denen, die im Konzernabschluss für das Jahr 2019 angewendet wurden.

Veröffentlichte, von der EU noch nicht übernommene und noch nicht angewendete IFRS

Das International Accounting Standards Board hat im zweiten Quartal 2020 eine Änderung an IFRS 16 (»Auf die COVID-

19-Pandemie bezogene Mietkonzessionen«) veröffentlicht, mit der Leasingnehmern eine praktische Erleichterung bei der Bilanzierung von Mietkonzessionen infolge der COVID-19-Pan- demie eingeräumt werden soll. Diese Änderung ist derzeit

in der Europäischen Union noch nicht anzuwenden.

Schätzungen und Ermessensentscheidungen aufgrund der COVID-19-Pandemie

Schätzungen und Ermessensentscheidungen können Aus­ wirkungen auf die Höhe der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, die Angaben zu Eventualforderungen und -verbind- lichkeiten am Stichtag sowie auf die ausgewiesenen Erträge und Aufwendungen für die Berichtsperiode haben. Aufgrund der derzeit unabsehbaren weltweiten Folgen der COVID-19-­ Pandemie unterliegen diese Schätzungen und Ermessensent- scheidungen einer erhöhten Unsicherheit. Die sich tatsächlich einstellenden Beträge können von den Schätzungen und Ermessensentscheidungen abweichen; Veränderungen können einen wesentlichen Einfluss auf den Zwischenabschluss haben.

Bei der Aktualisierung der Schätzungen und Ermessensent- scheidungen wurden verfügbare Informationen über die ­voraussichtliche wirtschaftliche Entwicklung sowie länder­ spezifische staatliche Maßnahmen berücksichtigt.

Diese Informationen wurden bei der Untersuchung der Wert- haltigkeit finanzieller Vermögenswerte, insbesondere der Forde­ rungen aus Finanzdienstleistungen und at-equity bewerteten Finanzinvestitionen, einbezogen. Mit Hinblick auf das Hedge- Accounting wurde eine Aktualisierung der Einschätzung vor­ genommen, inwieweit der Eintritt von Transaktionen weiterhin mit hoher Wahrscheinlichkeit angenommen werden kann. Des Weiteren wurde eine Aktualisierung der Einschätzung zukünfti- ger Restwerte von vermieteten Fahrzeugen, der Bewertung von Rückstellungen für Restwertgarantien sowie der verlustfreien Bewertung des Vorratsvermögens unter Berücksichtigung der erwarteten Auswirkungen der COVID-19-Pandemie vorgenom- men. Außerdem wurden Wertminderungstests für die zahlungs- mittelgenerierenden Einheiten des Fahrzeuggeschäfts durch- geführt, die die Werthaltigkeit der jeweils zugrundeliegenden Buchwerte bestätigten.

E | KONZERNZWISCHENABSCHLUSS 45

Anpassung der Segmentzahlen in der Vorjahresperiode infolge der Umstellung der unternehmensinternen ­Steuerungs- und Berichtsstruktur ab 1. Januar 2020

Bis zum 31. Dezember 2019 umfassten die berichtspflichtigen Segmente des Konzerns Mercedes-Benz Cars, Daimler Trucks, Mercedes-Benz Vans, Daimler Buses und Daimler Mobility.

Ab 1. Januar 2020 werden die Aktivitäten des Konzerns auf die Segmente Mercedes-Benz Cars, Mercedes-Benz Vans, Daimler Trucks & Buses und Daimler Mobility aufgeteilt. Die Aufgliede- rung entspricht der internen Berichts- und Organisationsstruktur. Die Segmente Mercedes-Benz Cars und Mercedes-Benz Vans werden entsprechend der Art der angebotenen Produkte und Dienstleistungen sowie der Marken, Vertriebswege und Kunden- profile zu dem berichtspflichtigen Segment Mercedes-Benz Cars & Vans zusammengefasst.

Um eine Vergleichbarkeit der Zahlen für das Geschäftsjahr 2020 mit den Vorjahreszahlen sicherstellen zu können, wurden die Segmentzahlen des Jahres 2019 an die neue Segment- struktur angepasst. Dabei wurden die internen Liefer- und Leistungsbeziehungen innerhalb der neuen Segmente berück- sichtigt. Darüber hinaus wurden im Vorjahr insbesondere ­Auswirkungen bestimmter Rechtsthemen sowie bisher nicht den Segmenten zugeordnete Beteiligungen von der Überleitung in die Fahrzeugsegmente umgegliedert.

In diesem Zusammenhang sind ab dem 1. Januar 2020 die Abschreibungen auf die aktivierten Fremdkapitalkosten Bestandteil des EBIT. Ab dem Geschäftsjahr 2020 wird der EBIT deshalb in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung als rechnerische Größe ausgewiesen.

46 E | KONZERNZWISCHENABSCHLUSS

2. Umsatzerlöse

Die in der Gewinn- und Verlustrechnung dargestellten Umsatz­ erlöse beinhalten sowohl Umsatzerlöse aus Verträgen mit ­Kunden als auch sonstige Umsatzerlöse, die nicht im Anwen- dungsbereich des IFRS 15 sind.

Die Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden (Umsatzerlöse IFRS 15) sind nach den beiden Kategorien Art der Produkte und Dienstleistungen und geographische Regionen aufgegliedert und in der Tabelle E.08 und E.09 dargestellt. Die Kategorie­ Art der Produkte und Dienstleistungen entspricht den berichtspflichtigen Segmenten.

Die Sonstigen Umsatzerlöse enthalten im Wesentlichen Umsatzerlöse aus Vermiet- und Leasinggeschäften, Zinsen aus dem Finanzdienstleistungsgeschäft bei Daimler Mobility sowie Effekte aus der Währungssicherung.

Infolge der weltweiten Absatzrückgänge aufgrund der durch die COVID-19-Pandemie ausgelösten geringeren Kunden­ nachfrage und Schließungen von Niederlassungen und Händler- betrieben gingen die Umsatzerlöse des Daimler-Konzerns in wichtigen Märkten deutlich zurück.

E.08

Umsatzerlöse zweites Quartal

Mercedes-Benz

Daimler

Daimler

Summe

Daimler-

Cars & Vans

Trucks & Buses

Mobility

Segmente

Überleitung

Konzern

in Millionen €

Q2 2020

Europa

6.875

1.970

944

9.789

-374

9.415

Nordamerika

3.340

2.164

1.233

6.737

-156

6.581

Asien

7.423

1.275

41

8.739

-2

8.737

Übrige Märkte

645

539

30

1.214

-

1.214

Umsatzerlöse IFRS 15

18.283

5.948

2.248

26.479

-532

25.947

Sonstige Umsatzerlöse

666

252

4.202

5.120

-883

4.237

Umsatzerlöse gesamt

18.949

6.200

6.450

31.599

-1.415

30.184

Mercedes-Benz

Daimler

Daimler

Summe

Daimler-

Cars & Vans

Trucks & Buses

Mobility

Segmente

Überleitung

Konzern

in Millionen €

Q2 2019

Europa

11.052

3.332

1.041

15.425

-325

15.100

Nordamerika

5.009

5.151

1.648

11.808

-281

11.527

Asien

7.518

1.684

46

9.248

-5

9.243

Übrige Märkte

1.124

1.171

30

2.325

-2

2.323

Umsatzerlöse IFRS 15

24.703

11.338

2.765

38.806

-613

38.193

Sonstige Umsatzerlöse

715

243

4.380

5.338

-881

4.457

Umsatzerlöse gesamt

25.418

11.581

7.145

44.144

-1.494

42.650

E | KONZERNZWISCHENABSCHLUSS 47

E.09

Umsatzerlöse erstes Halbjahr

Mercedes-Benz

Daimler

Daimler

Summe

Daimler-

Cars & Vans

Trucks & Buses

Mobility

Segmente

Überleitung

Konzern

in Millionen €

Q1-2 2020

Europa

17.195

4.440

2.058

23.693

-1.014

22.679

Nordamerika

7.972

5.745

2.748

16.465

-431

16.034

Asien

13.897

2.901

83

16.881

-5

16.876

Übrige Märkte

1.770

1.344

59

3.173

-3

3.170

Umsatzerlöse IFRS 15

40.834

14.430

4.948

60.212

-1.453

58.759

Sonstige Umsatzerlöse

1.311

514

8.603

10.428

-1.780

8.648

Umsatzerlöse gesamt

42.145

14.944

13.551

70.640

-3.233

67.407

Mercedes-Benz

Daimler

Daimler

Summe

Daimler-

Cars & Vans

Trucks & Buses

Mobility

Segmente

Überleitung

Konzern

in Millionen €

Q1-2 2019

Europa

21.946

6.193

2.250

30.389

-698

29.691

Nordamerika

9.396

9.603

2.947

21.946

-463

21.483

Asien

14.304

3.361

83

17.748

-11

17.737

Übrige Märkte

2.461

2.118

72

4.651

-7

4.644

Umsatzerlöse IFRS 15

48.107

21.275

5.352

74.734

-1.179

73.555

Sonstige Umsatzerlöse

1.374

480

8.674

10.528

-1.735

8.793

Umsatzerlöse gesamt

49.481

21.755

14.026

85.262

-2.914

82.348

3. Funktionskosten

Umsatzkosten

Die Umsatzkosten beliefen sich im zweiten Quartal 2020 auf 27.489 (Q2 2019: 37.104) Mio. € und in den ersten sechs Mona- ten 2020 auf 59.001 (Q1-2 2019: 69.231) Mio. €. Sie beinhalten im Wesentlichen Aufwendungen für abgesetzte Erzeugnisse.

Der Rückgang der Umsatzkosten ist vor allem verursacht durch Kostenanpassungen als Reaktion auf die COVID-19-Pandemie. Auch in den anderen Funktionskostenbereichen führten die aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Situation eingeleiteten Maßnahmen, unter anderem die Nutzung von Kurzarbeit

in Deutschland, zu einer Verbesserung der Kostenpositionen.

Gegenläufig resultierten aus der COVID-19-Pandemie im

­Segment Daimler Mobility erhöhte Aufwendungen für Kredit­ risikovorsorgen. Aufwendungen im Zusammenhang mit der Anpassung und Neuausrichtung der Kapazitäten innerhalb des globalen Produktionsnetzwerks im Segment Mercedes-Benz Cars & Vans verschlechterten die Umsatzkosten. Zudem führ- ten Aufwendungen im Zusammenhang mit Restwertrisiken zu einer Belastung. Im Vorjahr hatte eine Neueinschätzung von Risiken im Zusammenhang mit laufenden behördlichen und gerichtlichen Verfahren und Maßnahmen betreffend Mercedes- Benz Dieselfahrzeuge in verschiedenen Regionen zu starken Ergebnisbelastungen in den Umsatzkosten geführt. Darüber hinaus belasteten im Vorjahr Aufwendungen im Zusammen- hang mit einer aktualisierten Risikobewertung für einen erwei- terten Rückruf von Takata-Airbags in Europa und weiteren Märkten und Aufwendungen im Zusammenhang mit der Been- digung der Produktion der X-Klasse die Umsatzkosten.

Vertriebskosten

Die Vertriebskosten beliefen sich im zweiten Quartal 2020 auf 2.462 (Q2 2019: 3.072) Mio. € und in den ersten sechs Monaten 2020 auf 5.351 (Q1-2 2019: 6.223) Mio. €. Sie umfassen die angefallenen Vertriebseinzel- und -gemeinkosten und setzen sich aus Personal-, Material- und übrigen Vertriebskosten zusammen.

Allgemeine Verwaltungskosten

Im zweiten Quartal 2020 betrugen die Kosten der allgemeinen Verwaltung 808 (Q2 2019: 975) Mio. € und in den ersten sechs Monaten 2020 1.728 (Q1-2 2019: 1.994) Mio. €. Sie enthalten die Aufwendungen, die nicht der Produktion, dem Vertrieb oder der Forschung und Entwicklung zuzuordnen sind und beinhalten Personalaufwendungen, Abschreibungen auf immaterielle Ver- mögenswerte und Sachanlagen sowie übrige Verwaltungskosten.

Forschungs- und nicht aktivierte Entwicklungskosten Die Forschungs- und nicht aktivierten Entwicklungskosten lagen im zweiten Quartal 2020 bei 1.544 (Q2 2019: 1.569) Mio. € und in den ersten sechs Monaten 2020 bei 3.266 (Q1-22019: 3.273) Mio. €. Sie enthalten überwiegend Personal- und Materialkosten.

48 E | KONZERNZWISCHENABSCHLUSS

4. Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen

Die Sonstigen betrieblichen Erträge beliefen sich im zweiten Quartal 2020 auf 517 (Q2 2019: 516) Mio. € und im ersten ­Halbjahr 2020 auf 1.088 (Q1-22019: 1.733) Mio. €. Positiv wirkte im ersten Quartal 2020 die Einbringung der Marke smart in das Gemeinschaftsunternehmen smart Automobile Co., Ltd. Hieraus entstand ein Ertrag von 154 Mio. €. Weitere Infor­ mationen können EAnmerkung 11 entnommen werden. Im ersten Quartal 2019 resultierte im Rahmen der Zusammen­ legung der Geschäftseinheiten für Mobilitätsdienste des Daimler-Konzernsund der BMW Group ein Ertrag von 718 Mio. €.

Die Nutzung von Kurzarbeit in Deutschland führte zu Ansprü- chen auf die Erstattung von Sozialversicherungsbeiträgen, die in den sonstigen betrieblichen Erträgen enthalten sind.

Die Sonstigen betrieblichen Aufwendungen lagen im

zweiten­ Quartal 2020 bei 151 (Q2 2019: 2.127) Mio. € und im

ersten Halbjahr 2020 bei 307 (Q1-2 2019: 2.352) Mio. €.

Der ­Rückgang resultierte im Wesentlichen aus Aufwendungen

im Zusammenhang mit laufenden behördlichen und gerichtlichen Verfahren und Maßnahmen betreffend Mercedes-Benz Diesel- fahrzeuge in verschiedenen Regionen im zweiten Quartal 2019.

5. Übriges Finanzergebnis

Die Zusammensetzung des Übrigen Finanzergebnisses kann Tabelle E.10 entnommen werden.

6. Zinserträge und Zinsaufwendungen

Die Zusammensetzung der Zinserträge und Zinsaufwendungen ist in Tabelle E.11 dargestellt.

E.10

Übriges Finanzergebnis

Q2 2020

Q2 2019

Q1-2 2020

Q1-2 2019

in Millionen €

Ergebnis aus der Aufzinsung und Effekte aus der Änderung der

-202

-60

Abzinsungsfaktoren von Rückstellungen für sonstige Risiken

-89

-198

Sonstiges übriges Finanzergebnis

4

2

-66

-42

-198

-87

-126

-240

E.11

Zinserträge und Zinsaufwendungen

Q2 2020

Q2 2019

Q1-2 2020

Q1-2 2019

in Millionen €

Zinserträge

Nettozinsertrag auf das Nettovermögen aus leistungsbasierten Versorgungsplänen

-

1

1

2

Zinsen und ähnliche Erträge

51

120

127

198

51

121

128

200

Zinsaufwendungen

Nettozinsaufwand auf die Nettoschuld aus leistungsbasierten Versorgungsplänen

-39

-46

-79

-91

Zinsen und ähnliche Aufwendungen

-72

-189

-186

-398

-111

-235

-265

-489

E | KONZERNZWISCHENABSCHLUSS 49

E.12

Ertragsteuern

Q2 2020

Q2 2019

Q1-2 2020

Q1-2 2019

in Millionen €

Ergebnis vor Ertragsteuern

-1.742

-1.672

-1.202

951

Ertragsteuern

-164

430

-536

-44

Steuerquote

-9,4 %

25,7 %

-44,6 %

4,6 %

7. Ertragsteuern

Tabelle E.12 zeigt das Ergebnis vor Ertragsteuern, die Ertrag- steuern sowie die daraus abgeleitete Steuerquote.

Die Ertragsteuern wurden im zweiten Quartal 2020 bzw. im ersten Halbjahr 2020 wesentlich durch den Nichtansatz von aktiven latenten Steuern auf in 2020 entstandene inländische Verluste beeinflusst. Deshalb wird trotz eines negativen ­Vorsteuerergebnisses ein Steueraufwand ausgewiesen.

Im ersten Halbjahr 2019 hatte sich der im Wesentlichen steuer­ freie Ertrag aus der Zusammenlegung der Mobilitätsdienste des Daimler-Konzerns und der BMW Group mindernd auf die Steuerquote ausgewirkt.

8. Immaterielle Vermögenswerte

Die Zusammensetzung der Immateriellen Vermögenswerte kann Tabelle E.13 entnommen werden.

9. Sachanlagen

Die in der Bilanz ausgewiesenen Sachanlagen mit einem

Buchwert­ von 36.483 (31. Dezember 2019: 37.143) Mio. € ent- halten auch die Nutzungsrechte, die im Zusammenhang

mit der Leasingnehmerbilanzierung stehen.

Tabelle E.14 zeigt die Zusammensetzung der Sachanlagen ohne Nutzungsrechte. Der Rückgang der Sachanlagen ist unter anderem auf Wertminderungen von 0,3 Mrd. € zurückzuführen, die im Zusammenhang mit der Anpassung und Neuausrichtung der Kapazitäten innerhalb des globalen Produktionsnetzwerks durchgeführt wurden.

Tabelle E.15 zeigt die Zusammensetzung der Nutzungsrechte.

10. Vermietete Gegenstände

Zum 30. Juni 2020 belief sich der Buchwert der Vermieteten Gegenstände auf 48.774 (31. Dezember 2019: 51.482) Mio. €. Im ersten Halbjahr 2020 ergaben sich Zugänge von 9.495 (Q1-2 2019: 12.874) Mio. € und Abgänge von 6.998 (Q1-2 2019: 7.716) Mio. €. Die Abschreibungen für das erste Halbjahr des Jahres 2020 betrugen 4.772 (Q1-2 2019: 4.566) Mio. € und beinhalten Wertminderungen von 0,2 Mrd. €, die im Zusammenhang mit der Corona-Krise stehen. Die sonstigen Veränderungen betref- fen im Wesentlichen Effekte aus der Währungsumrechnung.

E.13

Immaterielle Vermögenswerte

30. Juni

31. Dez.

2020

2019

in Millionen €

Geschäftswerte

1.257

1.217

Entwicklungskosten

12.986

12.525

Übrige immaterielle Vermögenswerte

2.344

2.236

16.587

15.978

E.14

Sachanlagen (ohne Nutzungsrechte)

30. Juni

31. Dez.

2020

2019

in Millionen €

Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte

und Bauten einschließlich der Bauten

9.790

auf fremden Grundstücken

9.859

Technische Anlagen und Maschinen

9.942

10.113

Andere Anlagen, Betriebs- und

7.464

Geschäftsausstattung

7.864

Geleistete Anzahlungen und Anlagen

5.239

im Bau

5.073

32.435

32.909

E.15

Nutzungsrechte

30. Juni

31. Dez.

2020

2019

in Millionen €

Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte

3.796

und Bauten

3.956

Technische Anlagen und Maschinen

167

187

Andere Anlagen, Betriebs- und

85

Geschäftsausstattung

91

4.048

4.234

50 E | KONZERNZWISCHENABSCHLUSS

11. At-equity bewertete Finanzinvestitionen

Tabelle E.16 zeigt die Zusammensetzung der Buchwerte und der Ergebnisse der at-equity bewerteten Finanzinvestitionen.

Tabelle E.17 zeigt Eckdaten zu den assoziierten Unter­ nehmen, die nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen werden.

Tabelle E.18 zeigt die Eckdaten zu den Gemeinschaftsunter- nehmen, die nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen werden.

E.16

Übersicht über Buchwerte und Ergebnisse der at-equity bewerteten Finanzinvestitionen

Gemein-

Assoziierte

Gemeinschafts-

schaftliche

Unternehmen

unternehmen

Tätigkeiten

Gesamt

in Millionen €

30. Juni 2020

At-equity-Buchwert1

3.431

1.485

16

4.932

At-equity-Ergebnis (Q2 2020)1

432

-163

-

269

At-equity-Ergebnis(Q1-2 2020)1

493

-276

2

219

31. Dezember 2019

At-equity-Buchwert1

4.349

1.582

18

5.949

At-equity-Ergebnis (Q2 2019)1

323

-112

-1

210

At-equity-Ergebnis(Q1-2 2019)1

587

-129

14

472

1 Einschließlich der Anpassungen des Konzerns aus Sicht als Investor.

E.17

Eckdaten zu den at-equity bewerteten assoziierten Unternehmen

BAIC

THBV

BBAC

Motor2

(HERE)

Übrige

Gesamt

in Millionen €

30. Juni 2020

Höhe des Anteils (in %)

49,0

9,6

29,7

At-equity-Buchwert1

1.890

498

379

664

3.431

At-equity-Ergebnis (Q2 2020)1

364

-5

88

-15

432

At-equity-Ergebnis(Q1-2 2020)1

586

-144

68

-17

493

31. Dezember 2019

Höhe des Anteils (in %)

49,0

9,6

29,7

At-equity-Buchwert1

2.519

665

475

690

4.349

At-equity-Ergebnis (Q2 2019)1

353

16

-31

-15

323

At-equity-Ergebnis(Q1-2 2019)1

669

21

-71

-32

587

  1. Einschließlich der Anpassungen des Konzerns aus Sicht als Investor.
  2. Daimler bezieht das anteilige Ergebnis von BAIC Motor Corporation Ltd. (BAIC Motor) mit einem Zeitversatz von drei Monaten ein.

E | KONZERNZWISCHENABSCHLUSS 51

E.18

Eckdaten zu den at-equity bewerteten Gemeinschaftsunternehmen

YOUR NOW2

Übrige

Gesamt

in Millionen €

30. Juni 2020

Höhe des Anteils (in %)

50

At-equity-Buchwert¹

618

867

1.485

At-equity-Ergebnis (Q2 2020)¹

-171

8

-163

At-equity-Ergebnis(Q1-2 2020)¹

-248

-28

-276

31. Dezember 2019

Höhe des Anteils (in %)

50

At-equity-Buchwert¹

866

716

1.582

At-equity-Ergebnis (Q2 2019)¹

-108

-4

-112

At-equity-Ergebnis(Q1-2 2019)¹

-129

-

-129

  1. Einschließlich der Anpassungen des Konzerns aus Sicht als Investor.
  2. Daimler bezieht das anteilige Ergebnis von YOUR NOW mit einem Zeitversatz von einem Monat ein. Die Angaben für das At-equity-Ergebnis betreffen für Q2 den Zeitraum 1. März bis 31. Mai. Die Angaben für Q1-2 2019 betreffen den Zeitraum 1. Februar bis 31. Mai 2019. Die Angaben für Q1-2 2020 betreffen den Zeitraum 1. Dezember 2019 bis 31. Mai 2020.

BBAC

Im zweiten Quartal 2020 beschlossen die Anteilseigner der BBAC die Auszahlung einer Dividende für das Geschäftsjahr 2019. Der auf Daimler entfallende Betrag von 1.174 Mio. € ­reduzierte den Buchwert der Beteiligung entsprechend. Die Auszahlung wird im zweiten Halbjahr 2020 erwartet. Daimler plant in den Jahren 2020 - 2022 zusätzliches Eigenkapital von insgesamt 0,5 Mrd. € entsprechend seiner Beteiligungs- quote bereitzustellen.

BAIC Motor

Im ersten Quartal 2020 erfasste der Konzern aufgrund einer Neueinschätzung der Geschäftsentwicklung in Folge der COVID- 19-Pandemie eine Wertminderung von 150 Mio. € auf den ­Beteiligungsbuchwert an der BAIC Motor Corporation Ltd. (BAIC Motor). Der Aufwand ist im Ergebnis aus at-equity bewerteten Finanzinvestitionen enthalten.

THBV (HERE)

Im Dezember 2019 unterzeichneten u. a. die There Holding B.V. (THBV) und die HERE International B.V. (HERE) einen Vertrag, wonach ein Gemeinschaftsunternehmen von Mitsubishi Corporation und Nippon Telegraph and Telephone Corporation einen Anteil von 30 % an HERE erwirbt. Der Vollzug der Transaktion erfolgte am 29. Mai 2020 nach Erhalt entsprechender behördli- cher Genehmigungen. Bei THBV ergab sich aus der Transaktion ein positiver Ergebniseffekt, welcher anteilig mit 105 Mio. € bei Daimler im Ergebnis aus at-equity bewerteten Finanzinvesti­ tionen enthalten ist.

Im ersten Halbjahr 2020 führte die THBV Kapitalmaßnahmen durch, die den Buchwert der Beteiligung in Summe um 164 Mio. € reduziert haben.

YOUR NOW

Im zweiten Quartal 2020 ist im Ergebnis aus at-equity bewer­ teten Finanzinvestitionen der YOUR NOW Holding GmbH (YOUR NOW) eine Wertminderung von 105 Mio. € enthalten.

Übrige at-equity bewertete Gemeinschaftsunternehmen

Die Mercedes-Benz AG und Zhejiang Geely Holding Group hat- ten im Dezember 2019 das Gemeinschaftsunternehmen smart Automobile Co., Ltd. (smart) gegründet. Beide Unternehmen brachten im ersten Quartal 2020 zu gleichen Teilen je 2,7 Mrd. RMB in das Eigenkapital des Gemeinschaftsunternehmens ein. Der Anteil der Mercedes-Benz AG bestand im Wesentlichen aus der Einbringung der Marke smart. Hieraus ergab sich im ersten Quartal 2020 ein positiver Ergebniseffekt von 154 Mio. €, der im sonstigen betrieblichen Ertrag ausgewiesen wurde. Das Gemeinschaftsunternehmen smart ist dem Segment Mercedes- Benz Cars & Vans zugeordnet.

Gemeinsames Unternehmen zwischen Volvo Group und Daimler Truck AG

Die Volvo Group und die Daimler Truck AG haben im April 2020 eine vorläufige Vereinbarung zur Begründung eines neuen gemeinsamen Unternehmens unterzeichnet. Es ist geplant, dass die Volvo Group und die Daimler Truck AG zu je 50 % am gemeinsamen Unternehmen beteiligt werden. Um das gemein- same Unternehmen zu ermöglichen, wird der Daimler-Konzern alle konzernweiten Brennstoffzellen-Aktivitäten in neuen Brennstoffzellen-Einheiten bündeln. Der Abschluss einer ver- bindlichen Vereinbarung mit der Volvo Group über 50 % des gemeinsamen Unternehmens für rund 0,6 Mrd. € wird voraus- sichtlich im dritten Quartal 2020 erfolgen. Aus der Transaktion wird ein wesentlicher positiver Ergebniseffekt für den Daimler- Konzern erwartet. Nach Prüfung und Genehmigung durch die zuständigen Wettbewerbsbehörden wird mit einem Vollzug der Transaktion innerhalb von sechs Monaten nach Unterschrift der bindenden Verträge gerechnet. Das gemeinsame Unter- nehmen wird zukünftig voraussichtlich nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen und im Segment Daimler Trucks & Buses ausgewiesen werden.

52 E | KONZERNZWISCHENABSCHLUSS

12. Forderungen aus Finanzdienstleistungen

Die Forderungen aus Finanzdienstleistungen stellen sich wie folgt dar:

E.19

Forderungen aus Finanzdienstleistungen

30. Juni 2020

31. Dez. 2019

Kurzfristig

Langfristig

Gesamt

Kurzfristig

Langfristig

Gesamt

in Millionen €

Absatzfinanzierung mit Endkunden

18.335

31.055

49.390

18.963

30.627

49.590

Absatzfinanzierung mit Händlern

16.696

3.360

20.056

21.016

3.573

24.589

Finanzierungsleasing-Verträge

11.007

19.110

30.117

11.461

19.329

30.790

Buchwert (brutto)

46.038

53.525

99.563

51.440

53.529

104.969

Wertberichtigungen

-918

-975

-1.893

-659

-649

-1.308

Buchwert (netto)

45.120

52.550

97.670

50.781

52.880

103.661

Zum 30. Juni 2020 entfallen von den Wertberichtigungen 0,5 Mrd. € auf die Erhöhung der Kreditrisikovorsorge, die infolge der verschlechterten volkswirtschaftlichen Prognosen im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie ergebnis­ wirksam im Segment Daimler Mobility berücksichtigt wurden.

13. Vorräte

Die Vorräte setzen sich wie folgt zusammen:

E.20

Vorräte

30. Juni

31. Dez.

2020

2019

in Millionen €

Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe

3.481

3.321

Unfertige Erzeugnisse und Leistungen

4.336

4.290

Fertige Erzeugnisse, Ersatzteile und Waren

22.106

21.922

Geleistete Anzahlungen

195

224

30.118

29.757

E | KONZERNZWISCHENABSCHLUSS 53

14. Eigenkapital

Genehmigtes Kapital

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 5. April 2018 wurde der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital der Daimler AG bis zum 4. April 2023 mit Zustimmung des Aufsichtsrats ganz oder in Teilbeträgen, einmal oder mehrmals um bis zu insge- samt 1,0 Mrd. € durch Ausgabe neuer, auf den Namen lautender Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2018). Die neuen Aktien sind grundsätz- lich den Aktionären zum Bezug (auch im Wege des mittelbaren Bezugs gemäß § 186 Abs. 5 Satz 1 AktG) anzubieten. Der Vor- stand wurde unter anderem auch ermächtigt, unter bestimmten Voraussetzungen und in definierten Grenzen mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen.

Vom Genehmigten Kapital 2018 wurde bislang kein Gebrauch gemacht.

Bedingtes Kapital

Die von der Hauptversammlung am 1. April 2015 erteilte Ermäch­ tigung zur Ausgabe von Wandel- und/oder Optionsschuld­ verschreibungen war bis zum 31. März 2020 befristet. Von der Ermächtigung wurde kein Gebrauch gemacht. Das korres­ pondierende Bedingte Kapital 2015 wurde durch Beschluss der Hauptversammlung vom 8. Juli 2020 aufgehoben.

Ebenfalls mit Beschluss der Hauptversammlung vom 8. Juli 2020 wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Auf- sichtsrats bis zum 7. Juli 2025 Wandel- und/oder Options- schuldverschreibungen oder eine Kombination dieser Instrumente (Schuldverschreibungen) im Gesamtnennbetrag von bis zu 10,0 Mrd. € mit einer Laufzeit von längstens 10 Jahren zu begeben und den Inhabern bzw. Gläubigern dieser Schuldver- schreibungen Wandlungs- bzw. Optionsrechte auf neue, auf den Namen lautende Stückaktien der Daimler AG mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von insgesamt bis zu

500 Mio. € nach näherer Maßgabe der Wandel- bzw. Options- anleihebedingungen zu gewähren. Die Schuldverschreibungen können gegen Barleistung, aber auch gegen Sachleistung,

insbesondere­gegen die Beteiligung an anderen Unternehmen begeben werden. Die jeweiligen Bedingungen können auch eine Wandlungs- bzw. Optionspflicht vorsehen. Die Schuldver- schreibungen können einmalig oder mehrmals, insgesamt oder in Teilen oder gleichzeitig in verschiedenen Tranchen und auch durch mit der Daimler AG im Sinne der §§ 15 ff. AktG ver­ bundene Unternehmen begeben werden. Der Vorstand wurde unter anderem auch ermächtigt, unter bestimmten Voraus­ setzungen und in definierten Grenzen mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre auf die Schuldver- schreibungen auszuschließen.

Zur Bedienung der unter vorstehender Ermächtigung ausgege- benen Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen

hat die Hauptversammlung am 8. Juli 2020 ferner beschlossen, das Grundkapital um bis zu 500 Mio. € bedingt zu erhöhen (Bedingtes Kapital 2020). Das Bedingte Kapital 2020 wird wirk- sam mit seiner Eintragung im Handelsregister.

Eigene Aktien

Die von der Hauptversammlung am 1. April 2015 beschlossene Ermächtigung zum Erwerb und zur Verwendung eigener Aktien lief am 31. März 2020 aus. Durch Beschluss der Hauptversamm- lung vom 8. Juli 2020 wurde der Vorstand erneut ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 7. Juli 2025 zu jedem zulässigen Zweck eigene Aktien im Umfang von bis zu 10 % des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung der Hauptver- sammlung, oder - falls dieser Wert geringer ist - des zum ­Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grund- kapitals zu erwerben und zu allen gesetzlich zulässigen Zwecken zu verwenden. Die Aktien können unter anderem unter Aus- schluss des Bezugsrechts der Aktionäre im Rahmen von Unter- nehmenszusammenschlüssen und Unternehmenserwerben verwendet oder gegen Barzahlung an Dritte zu einem Preis ver- äußert werden, der den Börsenpreis zum Zeitpunkt der Ver­ äußerung nicht wesentlich unterschreitet. Die erworbenen Aktien können auch zur Bedienung von ausgegebenen Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen sowie zur Ausgabe an Arbeitnehmer der Gesellschaft und Arbeitnehmer und Organe von mit dieser im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen verwendet werden. Die eigenen Aktien können auch eingezogen werden.

Im Umfang von bis zu 5 % des zum Zeitpunkt der Beschluss­ fassung der Hauptversammlung bestehenden Grundkapitals wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Auf- sichtsrats eigene Aktien auch unter Einsatz von Derivaten (Put- und Call-Optionen, Terminkäufe oder eine Kombination dieser Instrumente) zu erwerben, wobei die Laufzeit der Derivate 18 Monate nicht überschreiten darf und spätestens am 7. Juli 2025 enden muss.

Belegschaftsaktienprogramme

Im ersten Quartal 2020 hat die Daimler AG gem. § 71 Abs. 1 Nr. 2 AktG im Zusammenhang mit Belegschaftsaktienprogrammen ohne Nutzung der Ermächtigung der Hauptversammlung vom

1. April 2015 zum Erwerb eigener Aktien 1,1 (2019: 0,8) Mio. Stück Daimler Aktien erworben, um sie an Mitarbeiter auszu- geben. Die Ausgabe erfolgte am 25. März 2020.

Dividende

Die Hauptversammlung vom 8. Juli 2020 hat beschlossen, aus dem Bilanzgewinn des Jahres 2019 der Daimler AG (Einzel­ abschluss) eine Dividende von 963 Mio. € (0,90 € je dividenden­ berechtigter Stückaktie) an die Aktionäre auszuschütten (2019: 3.477 Mio. € bzw. 3,25 € je dividendenberechtigter Stückaktie). Die Auszahlung der Dividende erfolgte am 13. Juli 2020.

54 E | KONZERNZWISCHENABSCHLUSS

E.21

Entwicklung des Finanzierungsstatus

30. Juni

31. Dez.

2020

2019

in Millionen €

Barwert der leistungsbasierten

-37.149

Verpflichtungen

-36.195

Beizulegender Zeitwert der

26.798

Planvermögen

27.760

Finanzierungsstatus

-10.351

-8.435

davon in: Übrige

77

Vermögenswerte

83

davon in: Rückstellungen

für Pensionen und ähnliche

-10.428

Verpflichtungen

-8.518

15. Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Entwicklung des Finanzierungsstatus

Der Finanzierungsstatus der Pensionsverpflichtungen ist in Tabelle E.21 dargestellt. Der Anstieg des Barwerts der ­leistungsbasierten Verpflichtungen ist auf einen leichten Rück- gang der Abzinsungsfaktoren zurückzuführen. Dieser Effekt wurde durch eine leicht negative Renditeentwicklung der Plan- vermögen verstärkt.

Pensionsaufwendungen

Die in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung enthaltenen Pensionsaufwendungen sind in den Tabellen E.22 und

  • E.23 dargestellt.

Zuwendungen an die Pensions-Planvermögen

Im zweiten Quartal und im ersten Halbjahr des Jahres 2020 betrugen die Zuwendungen von Daimler an die Pensions-Plan- vermögen 29 und 120 (2019: 47 und 89) Mio. €.

E.22

Pensionsaufwendungen zweites Quartal

Q2 2020

Q2 2019

Pensionspläne

Pensionspläne

Pensionspläne

Pensionspläne

Gesamt

Inland

Ausland

Gesamt

Inland

Ausland

in Millionen €

Laufender Dienstzeitaufwand

-200

-171

-29

-174

-149

-25

Nettozinsaufwand

-27

-19

-8

-33

-24

-9

Nettozinsertrag

-

-

-

1

-

1

-227

-190

-37

-206

-173

-33

E.23

Pensionsaufwendungen erstes Halbjahr

Q1-2 2020

Q1-2 2019

Pensionspläne

Pensionspläne

Pensionspläne

Pensionspläne

Gesamt

Inland

Ausland

Gesamt

Inland

Ausland

in Millionen €

Laufender Dienstzeitaufwand

-399

-342

-57

-348

-299

-49

Nettozinsaufwand

-55

-38

-17

-65

-47

-18

Nettozinsertrag

1

-

1

2

-

2

-453

-380

-73

-411

-346

-65

E | KONZERNZWISCHENABSCHLUSS 55

16. Rückstellungen für sonstige Risiken

Die Zusammensetzung der Rückstellungen für sonstige

Risiken kann Tabelle E.24 entnommen werden.

E.24

Rückstellungen für sonstige Risiken

30. Juni 2020

31. Dez. 2019

Kurzfristig

Langfristig

Gesamt

Kurzfristig

Langfristig

Gesamt

in Millionen €

Produktgarantien

3.320

5.012

8.332

3.744

4.964

8.708

Personal- und Sozialbereich

1.300

2.810

4.110

1.522

2.726

4.248

Haftungs-, Prozessrisiken und behördliche Verfahren

2.504

2.273

4.777

2.498

2.404

4.902

Übrige

2.308

565

2.873

2.563

503

3.066

9.432

10.660

20.092

10.327

10.597

20.924

17. Finanzierungsverbindlichkeiten

Die Finanzierungsverbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

E.25

Finanzierungsverbindlichkeiten

30. Juni 2020

31. Dez. 2019

Kurzfristig

Langfristig

Gesamt

Kurzfristig

Langfristig

Gesamt

in Millionen €

Anleihen

13.496

67.239

80.735

17.806

67.819

85.625

Geldmarktpapiere

2.305

-

2.305

3.278

-

3.278

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

24.544

13.506

38.050

23.043

16.768

39.811

Einlagen aus Direktbank-Geschäft

9.886

3.858

13.744

9.713

3.406

13.119

Verbindlichkeiten aus ABS-Transaktionen

9.773

7.358

17.131

6.911

7.021

13.932

Leasingverbindlichkeiten

700

3.367

4.067

703

3.537

4.240

Darlehen, übrige Finanzierungsverbindlichkeiten

996

563

1.559

1.147

628

1.775

61.700

95.891

157.591

62.601

99.179

161.780

56 E | KONZERNZWISCHENABSCHLUSS

18. Rechtliche Verfahren

Wie bereits berichtet, sind die Daimler AG und ihre Tochter­ unternehmen mit verschiedenen Gerichtsverfahren, Ansprüchen sowie behördlichen Untersuchungen und Anordnungen ­(rechtliche Verfahren) konfrontiert, die eine Vielzahl an Themen betreffen.

Diesel-Emissionsverhalten: Sammelklagen und sonstige Klagen in den USA, Kanada und Europa

Wie bereits berichtet, wurden Anfang 2016 mehrere Verbrau- cher-Sammelklagen bei US-Bundesbezirksgerichten in den USA gegen die Mercedes-Benz USA, LLC (MBUSA) eingereicht. Hauptvorwurf war die Verwendung von Vorrichtungen, die unzulässigerweise die Wirkung von Emissionskontrollsystemen zur Verringerung des Stickstoffoxid-Ausstoßes (NOX) vermindern und überhöhte Emissionswerte in Dieselfahrzeugen verursa- chen sollen. Zudem behaupteten die Kläger, dass Verbraucher im Zusammenhang mit der Bewerbung von Mercedes-Benz Dieselfahrzeugen bewusst irregeführt worden seien. Diese Ver- braucher-Sammelklagen wurden zu einer Sammelklage gegen die Daimler AG und die MBUSA zusammengefasst, die vor dem U.S. District Court for the District of New Jersey anhängig war und in der die Kläger im Namen einer landesweiten Gruppe, bestehend aus den natürlichen oder juristischen Personen, die zum 18. Februar 2016 Eigentümer oder Leasingnehmer bestimmter Mercedes-Benz Dieselfahrzeuge waren, verschie- dene Ansprüche auf Schadensersatz in Geld erhoben. Daimler AG und MBUSA reichten einen Antrag auf vollumfängliche

Klageabweisung­ein. Mit Beschluss vom 6. Dezember 2016 hat das Gericht dem Antrag von Daimler AG und MBUSA auf Klage- abweisung stattgegeben und hat die Klage ohne Entscheidung in der Sache abgewiesen mangels hinreichender Bestimmtheit des Klägervortrags zur als irreführend behaupteten Werbung.

Die Kläger haben daraufhin eine abgeänderte Sammelklage mit ähnlichen Behauptungen bei demselben Gericht eingereicht. Die abgeänderte Klage richtet sich auch gegen die Robert Bosch LLC und Robert Bosch GmbH (gemeinsam »Bosch«) als Beklagte und behauptet, dass Daimler AG und MBUSA mit Bosch konspiriert hätten, um die US-amerikanischen Aufsichts­ behörden und Verbraucher zu täuschen. Am 1. Februar 2019 hat das Gericht einem weiteren Antrag der Daimler AG und der MBUSA auf Klageabweisung teilweise stattgegeben und diesen teilweise abgewiesen. Das Verfahren dauert fort; das Gericht hat lediglich über prozessuale Fragen im Zusammenhang mit der klägerischen Anspruchstellung entschieden, nicht jedoch über Fragen der Nachweisbarkeit und Richtigkeit der klägerischen Behauptungen oder über die Erfolgsaussichten der von der Klägerseite­ geltend gemachten Ansprüche.

Am 8. Januar 2019 hat der Generalstaatsanwalt des Bundes- staates Arizona eine Zivilklage im bundesstaatlichen Gericht von Arizona gegen Daimler AG und MBUSA eingereicht, in der ähnliche Vorwürfe, dass Verbraucher in Arizona im Zusammen- hang mit der Werbung für Mercedes-Benz Dieselfahrzeuge bewusst getäuscht worden seien, erhoben werden. Der Bundes­ staat klagt auf Geldstrafen für die Verletzung von Verbraucher- schutzgesetzen von Arizona.

Eine weitere Verbraucher-Sammelklage mit gleichartigem Vor- wurf gegen die Daimler AG und weitere Konzerngesellschaften wurde im April 2016 in Kanada eingereicht. Am 29. Juni 2017 gab das Gericht einem Prozessantrag statt, bestimmte strittige Punkte für die Sammelklage zuzulassen und am 12. März 2018 wurde den Parteien per Gerichtsbeschluss aufgegeben,

die potenziellen Anspruchsinhaber der Sammelklage bis zum

18. Mai 2018 darüber schriftlich zu unterrichten, dass das Ver- fahren läuft und sie an den Ausgang des Verfahrens gebunden sind. Diese Unterrichtung wurde verschickt und die poten­ ziellen Anspruchsinhaber der Sammelklage hatten bis zum

20. Juli 2018 die Möglichkeit, aus der Sammelklage auszuschei- den, um zu vermeiden, an nachfolgende Entscheidungen gebunden zu sein.

Am 14. Juli 2017 wurde eine weitere Sammelklage gegen die Daimler AG und weitere Konzerngesellschaften am Superior Court of California, Los Angeles County, erhoben. In der Klage werden ähnliche Behauptungen wie in den bereits anhängigen US-Sammelklagen gemacht. Diese Klage wurde an die Bundes- gerichte verwiesen und am 31. Oktober 2017 dem District

of New Jersey zugeteilt. Am 21. Dezember 2017 haben sich die Parteien ohne Entscheidung in der Sache auf die Abweisung der Klage verständigt. Sie kann unter bestimmten Vorausset- zungen erneut erhoben werden. Daimler AG und MBUSA halten die vorgenannten Klagen in den USA und in Kanada jeweils für unbegründet und werden sich dagegen verteidigen.

Am 23. Juni 2020 wurde auch in den Niederlanden eine Sammel­ klage gegen die Daimler AG und weitere Konzerngesellschaften eingereicht. Mit dieser werden vergleichbare Behauptungen wie in den vorgenannten US-amerikanischen und kanadischen Sammelklagen mit Bezug auf alle Euro 5 und 6 Dieselfahrzeuge erhoben, die in der EU zwischen 2009 und 2019 verkauft ­wurden. Die Klägerin, eine Stiftung nach niederländischem Recht, klagt im Namen niederländischer Anspruchsteller, die per Gesetz ohne eigenes Zutun an der Klage beteiligt sind (Opt- out). Im Laufe des Verfahrens besteht die Möglichkeit, dass sich weitere Anspruchsteller, die ein entsprechendes Fahrzeug auf dem EU-Markt erworben haben, an der Sammelklage durch Abgabe einer Erklärung beteiligen (Opt-in). Die Klägerin hat

ferner­ Anträge auf Feststellung diverser Ansprüche auf Wider- ruf und Rückabwicklung von Fahrzeugkaufverträgen, auf

Austausch­ der Fahrzeuge und/oder auf Schadensersatz gestellt. Daimler AG und die weiteren Konzerngesellschaften halten diese Sammelklage für unbegründet und werden sich dagegen verteidigen.

In Deutschland ist eine Vielzahl an Klagen von Anlegern wegen der angeblichen Verletzung von Publizitätsvorschriften gegen Daimler anhängig. Ferner begehren einige Anleger außergericht­­ lich Schadensersatz. Die Anleger behaupten, die Daimler AG habe Insiderinformationen im Zusammenhang mit dem Emissi- onsverhalten seiner Dieselfahrzeuge nicht unverzüglich ver­ öffentlicht und zudem falsche und irreführende öffentliche Angaben gemacht. Sie behaupten weiter, der Kaufpreis der von ihnen erworbenen Finanzinstrumente (insbesondere Daimler- Aktien) wäre niedriger gewesen, wenn Daimler pflichtgemäß berichtet hätte. Sowohl Kläger als auch die Daimler AG haben in diesem Zusammenhang Anträge auf Einleitung eines Muster- verfahrens nach dem Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetz (KapMuG) gestellt. Derzeit ist noch kein Musterverfahren anhängig. Die Daimler AG hält auch diese Klagen für unbegrün- det und wird sich gegen sie verteidigen.

E | KONZERNZWISCHENABSCHLUSS 57

Diesel-Emissionsverhalten: Behördliche Verfahren

Wie berichtet, haben weltweit einige Bundes- und Landesbe- hörden sowie weitere Institutionen Anfragen gestellt und/oder führen Untersuchungen und/oder Verfahren durch oder haben diese durchgeführt und/oder haben Anordnungen oder, im Fall der Staatsanwaltschaft Stuttgart, einen Bußgeldbescheid erlassen. Diese beziehen sich insbesondere auf Testergebnisse und Emissionskontrollsysteme in Mercedes-Benz Dieselfahr- zeugen und/oder Daimlers Interaktion mit den entsprechenden Bundes- und Landesbehörden sowie damit zusammenhängen- den rechtlichen Fragen und Implikationen, beispielsweise auch nach geltendem Umwelt-, Straf- und Kartellrecht. Zu diesen Behörden und Institutionen zählen unter anderem das US-Justiz­ ministerium (U.S. Department of Justice; DOJ), das die Daimler AG im April 2016 aufgefordert hat, den Zertifizierungs- und Zulassungsprozess in Bezug auf Abgasemissionen in den USA im Wege einer internen Untersuchung in Abstimmung mit dem DOJ zu überprüfen, die US-Umweltschutzbehörde (Environ­ mental Protection Agency; EPA), die kalifornische Umweltschutz­ behörde (California Air Resources Board; CARB) und weitere US-Landesbehörden, das südkoreanische Umweltministerium (Ministry of Environment; MoE), die südkoreanische Wettbe- werbsbehörde (Korea Fair Trade Commission; KFTC) und die Staatsanwaltschaft Seoul (Südkorea), die Europäische Kommis- sion, das Bundeskartellamt sowie Landeskartellbehörden und weitere Behörden verschiedener ausländischer Staaten sowie das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA). Die Europäische Kommission hat im Rahmen ihrer förmlichen Prüfung möglicher Absprachen über Emissionsminderungssysteme im April 2019 eine Mitteilung der Beschwerdepunkte an Daimler sowie andere Automobilhersteller gerichtet. Daimler hat in diesem Zusam- menhang bei ihr bereits vor einiger Zeit einen Antrag auf Geld- bußenerlass (»Kronzeugenantrag«) gestellt. Die Staatsanwalt- schaft Stuttgart führt Ermittlungsverfahren gegen Mitarbeiter von Daimler wegen des Verdachts auf Betrug und strafbare Werbung durch und hat die Geschäftsräume von Daimler im Mai 2017 an verschiedenen Standorten in Deutschland durch- sucht. Im Februar 2019 hat die Staatsanwaltschaft Stuttgart auch ein förmliches Ordnungswidrigkeitenverfahren gegen die Daimler AG eingeleitet. Im September 2019 hat die Staats­ anwaltschaft Stuttgart gegen Daimler einen Bußgeldbescheid wegen fahrlässiger Aufsichtspflichtverletzung in Höhe von

870 Mio. € erlassen, welcher rechtskräftig geworden ist. Dadurch ist das Ordnungswidrigkeitenverfahren gegen Daimler beendet.

Das KBA hat seit 2018 verschiedene Anordnungen erlassen, in denen es feststellt, dass bestimmte Kalibrierungen von näher spezifizierten Funktionalitäten in bestimmten Mercedes-Benz Dieselfahrzeugen als unzulässige Abschalteinrichtungen zu bewerten seien und hat diesbezüglich nachträgliche Neben­ bestimmungen zu den einschlägigen EG-Typgenehmigungen angeordnet, einschließlich Rückrufen und zum Teil Erstzulas- sungsstopps. Daimler hat zudem seit 2018 (mit Blick auf die Rechtsauffassung des KBA vorsorglich) für bestimmte Modelle einen vorläufigen Auslieferungs- und Zulassungsstopp ange- ordnet, auch bezüglich des Gebrauchtwagen-, Leasing- und Finanzierungsgeschäfts, und prüft laufend, ob dieser ganz oder teilweise wieder aufgehoben werden kann. Gegen die Anord- nungen des KBA hat Daimler jeweils fristgerecht Widerspruch eingelegt bzw. wird dies weiterhin tun, um die offenen Rechts- fragen gegebenenfalls auch gerichtlich klären zu lassen. Das KBA führt im Rahmen seiner regulären Marktüberwachung lau- fend weitere Untersuchungen von Mercedes-Benz Fahrzeugen durch und stellt Fragen zu technischen Elementen der Fahr- zeuge. Angesichts der vorgenannten Anordnungen des KBA und Diskussionen mit dem Amt ist es wahrscheinlich, dass das KBA im Zuge der laufenden und/oder weiterer Untersuchungen zusätzliche Anordnungen erlassen wird, in denen es feststellt, dass weitere Mercedes-Benz Dieselfahrzeuge ebenfalls mit unzulässigen Abschalteinrichtungen ausgestattet sind. Die vom KBA geforderten Neukalibrierungen werden derzeit bearbeitet, und für einen erheblichen Teil der Fahrzeuge ist die betreffende Software vom KBA bereits freigegeben worden; die ent­ sprechenden Rückrufe sind insoweit eingeleitet worden. Es ist nicht ausgeschlossen, dass bei gegebenem Anlass Software- Updates nachbearbeitet, weitere Auslieferungs- und Zulassungs­ stopps angeordnet oder als Vorsichtsmaßnahme des Unter­ nehmens, auch im Hinblick auf das Gebrauchtwagen-, Leasing- und Finanzierungsgeschäft, beschlossen werden können.

Daimler führt weitergehende Untersuchungen durch und kooperiert im Übrigen weiterhin vollumfänglich mit den Behör- den und Institutionen. Mit Ausnahme des Ordnungswidrig­ keitensverfahrens der Staatsanwaltschaft Stuttgart dauern die vorgenannten Ermittlungen, Untersuchungen, Verwaltungs­ verfahren und die Beantwortung diesbezüglicher Anfragen, sowie die Widerspruchsverfahren gegen die Anordnungen noch an.

Bilanzielle Bewertung der rechtlichen Verfahren im ­Zusammenhang mit Diesel-Emissionsverhalten

Um die Position von Daimler nicht zu beeinträchtigen, werden hinsichtlich der in den beiden vorstehenden Kapiteln beschrie- benen rechtlichen Verfahren gemäß IAS 37.92 keine Angaben dazu gemacht, ob und gegebenenfalls in welcher Höhe Rück- stellungen gebildet bzw. Eventualverbindlichkeiten angegeben wurden. Eine Eventualverbindlichkeit aus der Sammelklage in den Niederlanden ist derzeit nicht bewertbar.

58 E | KONZERNZWISCHENABSCHLUSS

Kartellrechtliche Verfahren

(einschließlich Schadensersatzklagen)

Seit dem 25. Juli 2017 wurden in den USA und in Kanada eine Reihe von Sammelklagen gegen die Daimler AG und andere Automobilhersteller sowie verschiedene ihrer nordamerika­ nischen Tochtergesellschaften eingereicht. Die Kläger behaup- ten, einen Schaden erlitten zu haben, weil die Beklagten sich seit den 1990er Jahren an wettbewerbswidrigem Verhalten bezüglich Fahrzeugtechnologie, Kosten, Lieferanten, Märkten und anderen wettbewerblich relevanten Themen, einschließ- lich Diesel-Abgasreinigungstechnologie, beteiligt hätten. Am

  1. Oktober 2017 wurden sämtliche anhängige US-Sammelkla- gen durch das sogenannte Judicial Panel on Multidistrict Litiga- tion zu einem Verfahren verbunden und an ein Bundesgericht in Kalifornien (U.S. District Court for the Northern District of California) abgegeben. Am 15. März 2018 erweiterten und kon- solidierten die Kläger in den US-amerikanischen Sammelklagen ihre Klagen in zwei Schriftsätzen, einen im Namen der Ver­ braucher und einen im Namen der Händler. Am 17. Juni 2019 hat das Gericht die miteinander verbundenen US-Sammelkla- gen abgewiesen, jedoch mit der Möglichkeit, die Klagen abge- ändert wieder einzureichen, und am 15. August 2019 haben die Kläger abgeänderte Klagen mit ähnlichen Behauptungen ein­ gereicht. Am 31. März 2020 hat das Gericht auch diese ersten abgeänderten US-Sammelklagen abgewiesen, jedoch mit der Möglichkeit, die Klagen abgeändert wieder einzureichen. Am
  1. Juni 2020 haben die Kläger abermals abgeänderte Klagen eingereicht. Daimler AG und MBUSA betrachten die in den USA und Kanada anhängigen Klagen als unbegründet und werden sich dagegen verteidigen. Diese Eventualverbindlichkeit ist derzeit nicht bewertbar.

Die Daimler AG kann offenlegen, dass sie in diesem Zusam- menhang bereits vor einiger Zeit bei der Europäischen Kom- mission einen Kronzeugenantrag gestellt hat. Die Europäische Kommission hat Ende Oktober 2017 vorangekündigte Nachprü- fungen bei Daimler in Stuttgart (sowie weitere Nachprüfungen bei anderen Herstellern) durchgeführt, um den Sachverhalt weiter aufzuklären. Im dritten Quartal 2018 hat die Euro­ päische Kommission eine förmliche Prüfung möglicher Abspra- chen über Emissionsminderungssysteme eingeleitet. Im Rah- men dieser Prüfung hat sie im April 2019 eine Mitteilung der Beschwerdepunkte an Daimler sowie andere Automobilherstel- ler gerichtet, auf die Daimler fristgerecht erwidert hat. Daimler geht derzeit nicht davon aus, dass sich aus diesem Themen- komplex wesentliche Auswirkungen auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage ergeben.

Die Daimler AG und die Daimler Truck AG müssen sich nach dem Abschluss des EU-Kartellverfahrens im Bereich Trucks durch eine Entscheidung der EU-Kommission vom 19. Juli 2016 in erheblichem Maß mit Schadensersatzforderungen von Kun- den auseinandersetzen. Entsprechende Klagen, Sammelklagen und andere Rechtsmittel wurden in verschiedenen Staaten innerhalb und außerhalb Europas eingereicht und sind weiter- hin zu erwarten. Daimler ergreift geeignete und angemessene Rechtsmittel, um sich zu verteidigen. Angaben dazu, ob und gegebenenfalls in welcher Höhe Rückstellungen gebildet bzw. Eventualverbindlichkeiten angegeben wurden, werden gemäß IAS 37.92 nicht gemacht, um die Position von Daimler nicht zu beeinträchtigen.

Sammelklagen Takata-Airbag-Gasgeneratoren

Wie bereits berichtet, sind in Kanada, den USA und in Israel Sammelklagen im Zusammenhang mit Takata-Airbags anhän- gig. Den Klagen liegt der Vorwurf zugrunde, zusammen mit Takata-Gesellschaften und vielen anderen Unternehmen, welche Fahrzeuge mit Takata-Airbag-Gasgeneratoren verkauft haben, beim Verkauf dieser Fahrzeuge angeblich fahrlässig gehandelt zu haben, diese nicht schnell genug zurückgerufen zu haben und es versäumt zu haben, einen vermeintlich ange- messenen neuen Airbag-Gasgenerator zur Verfügung zu ­stellen. Im Einzelnen: Im August 2016 wurde Mercedes-Benz Canada (MB Canada) als weitere Beklagte zu einer vor dem Ontario Superior Court weiterhin anhängigen landesweiten Sammelklage hinzugefügt. Darüber hinaus wurden die Daimler AG und MBUSA im Juni 2017 neben Takata-Gesellschaften in einer landesweiten Sammelklage in den USA als Beklagte benannt, die am Bundesgericht in New Jersey erhoben wurde. Dieses Verfahren wurde im dritten Quartal 2017 im Rahmen einer Verfahrenskonsolidierung mit anderen sogenannten »Multidistrict Litigation« Verfahren an ein Bundesgericht in Flo- rida (Southern District) abgegeben. Weitere Sammelklagen in den USA wurden in das Multidistrict-Verfahren integriert. Eine der »Multidistrict Litigation« Klagen macht auch Ansprüche von Automobilverwertern geltend, die behaupten, einen Schaden erlitten zu haben, weil sie die im Rahmen des Takata-Rückrufs geborgenen Airbag-Gasgeneratoren nicht weiterverkaufen kön- nen. Die Anträge auf Abweisung dieser Klage sind noch ausste- hend. Im Februar 2019 wurde gegen die Daimler AG und ihren externen israelischen Vertriebspartner (Colmobil) eine landes- weite Sammelklage in Israel eingereicht mit der Behauptung, dass die Takata-Rückrufmaßnahmen in Israel unzureichend seien. Die bereits berichtete Klage des Bundesstaates New Mexico gegen MBUSA wurde am 22. Juni 2017 ohne Entschei- dung in der Sache abgewiesen. Sie kann unter bestimmten Voraussetzungen jedoch erneut erhoben werden. Die Daimler AG betrachtet alle diese Klagen in Bezug auf Mercedes-Benz Fahrzeuge weiterhin als unbegründet, und die jeweils betroffe- nen Konzerngesellschaften werden sich weiter gegen sie ver- teidigen. Für diesen Sachverhalt wurden Eventualverbindlich- keiten in geringer Höhe angegeben.

Die vorstehenden Ausführungen zu rechtlichen Verfahren sind im Zusammenhang mit den EAnmerkungen 23, 30 sowie 31 im Konzernanhang des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2019 zu lesen.

E | KONZERNZWISCHENABSCHLUSS 59

19. Finanzinstrumente

Tabelle E.26 stellt die Buch- und beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente des Konzerns dar.

Der beizulegende Zeitwert eines Finanzinstruments ist der Preis, der in einem geordneten Geschäftsvorfall zwischen Marktteilnehmern­ am Bemessungsstichtag für den Verkauf eines Vermögenswerts eingenommen bzw. für die Übertragung einer Schuld gezahlt würde. Angesichts variierender Einfluss- faktoren können die dargestellten beizulegenden Zeitwerte nur als Indikatoren für tatsächlich am Markt realisierbare Werte angesehen werden.

E.26

Buch- und beizulegende Zeitwerte von Finanzinstrumenten

30. Juni 2020

31. Dez. 2019

bei-

bei-

zulegender

zulegender

Buchwert

Zeitwert

Buchwert

Zeitwert

in Millionen €

Finanzielle Vermögenswerte

Forderungen aus Finanzdienstleistungen

97.670

99.382

103.661

104.930

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

9.928

9.928

12.332

12.332

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

21.949

21.949

18.883

18.883

Verzinsliche Wertpapiere und ähnliche Geldanlagen

7.370

7.370

8.655

8.655

Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet

4.910

4.910

5.323

5.323

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet

2.246

2.246

2.858

2.858

Zu Anschaffungskosten bewertet

214

214

474

474

Übrige finanzielle Vermögenswerte

Eigen- und Fremdkapitalanteile

843

843

860

860

Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet

476

476

482

482

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet

367

367

378

378

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete

67

67

übrige finanzielle Vermögenswerte

27

27

Derivative Finanzinstrumente, die in ein Hedge Accounting einbezogen sind

2.155

2.155

1.191

1.191

Sonstige Forderungen und finanzielle Vermögenswerte

4.899

4.899

3.328

3.328

144.881

146.593

148.937

150.206

Finanzielle Verbindlichkeiten

Finanzierungsverbindlichkeiten

153.524

153.567

157.540

159.288

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

13.665

13.665

12.707

12.707

Übrige finanzielle Verbindlichkeiten

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten

87

87

52

52

Derivative Finanzinstrumente, die in ein Hedge Accounting einbezogen sind

660

660

1.186

1.186

Sonstige übrige finanzielle Verbindlichkeiten

8.042

8.042

8.491

8.491

Vertrags-­und Rückerstattungsverbindlichkeiten

Verpflichtungen aus Verkaufsgeschäften

4.278

4.278

5.200

5.200

180.256

180.299

185.176

186.924

60 E | KONZERNZWISCHENABSCHLUSS

Die beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente wurden auf Basis der am Bilanzstichtag zur Verfügung stehenden Marktinformationen ermittelt; folgende Methoden und Prämis- sen wurden dabei zugrunde gelegt:

Verzinsliche Wertpapiere und ähnliche Geldanlagen, übrige finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten Die verzinslichen Wertpapiere werden erfolgsneutral oder erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Die ähn- lichen Geldanlagen werden zu Anschaffungskosten bewertet und keiner Bemessungshierarchie zugeordnet, da der Buch- wert aufgrund der kurzen Laufzeiten und des grundsätzlich niedrigen Kreditrisikos einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert darstellt.

Die Eigenkapitalanteile werden erfolgsneutral oder erfolgswirk- sam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Für die zum

30. Juni 2020 ausgewiesenen Eigenkapitalanteile bestand grundsätzlich keine Veräußerungsabsicht.

Zum beizulegenden Zeitwert bewertete verzinsliche Wertpa- piere und Eigenkapitalanteile wurden mit Börsenkursen zum Ende der Berichtsperiode bewertet. Sofern öffentliche Notie- rungen für einzelne Fremd- und Eigenkapitalanteile nicht vorla- gen, basiert die Marktwertermittlung auf Parametern, für die entweder direkt oder indirekt abgeleitete notierte Preise auf einem aktiven Markt zur Verfügung standen. Die Marktwerte werden mittels anerkannter finanzmathematischer Modelle, wie z. B. Discounted-Cash-Flow- oder Multiplikator-Modelle, berechnet.

Die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten übrigen finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten betreffen derivative Finanzinstrumente, die nicht in ein Hedge Accounting einbezogen sind. Diese Finanzinstrumente, sowie auch die derivativen Finanzinstrumente, die in ein Hedge Accounting einbezogen sind, umfassen:

  • Derivative Währungssicherungskontrakte; die beizulegenden Zeitwerte von Zinswährungsswaps wurden auf Basis abge- zinster, zukünftig erwarteter Cash Flows, unter Berücksichti- gung von Kreditaufschlägen und Ausfallrisiken ermittelt. Dabei wurden die für die Restlaufzeiten der Finanzinstru- mente geltenden Marktzinssätze verwendet. Die Bewertung von unbedingten Devisentermingeschäften basiert auf am Markt quotierten Forward-Kurven. Devisenoptionen wurden mittels Kursnotierungen oder Optionspreismodellen unter Verwendung von Marktdaten bewertet.
  • Derivative Zinssicherungskontrakte; die beizulegenden Zeitwerte der Zinssicherungsinstrumente (z.B. Zinsswaps) wurden auf Basis abgezinster, zukünftig erwarteter Cash Flows, unter Berücksichtigung von Kreditaufschlägen und Ausfallrisiken ermittelt. Dabei wurden die für die Restlaufzei- ten der Finanzinstrumente geltenden Marktzinssätze ver- wendet.
  • Derivative Commodity-Sicherungskontrakte; die beizulegen- den Zeitwerte der Commodity-Sicherungskontrakte (z.B. Commodity Forwards) wurden auf Basis aktueller Referenz- kurse unter Berücksichtigung der Terminauf- bzw. -abschläge und Ausfallrisiken bestimmt.

Vertrags-­ und Rückerstattungsverbindlichkeiten Vertrags-­und Rückerstattungsverbindlichkeiten enthalten Ver- pflichtungen aus Verkaufsgeschäften, die Finanzinstrumente darstellen. Verpflichtungen aus Verkaufsgeschäften sind grundsätzlich als kurzfristig anzusehen. Es wird angenommen, dass die beizulegenden Zeitwerte aufgrund der kurzen Laufzei- ten den Buchwerten dieser Finanzinstrumente entsprechen.

Tabelle E.27 zeigt, in welche Bemessungshierarchien (gemäß IFRS 13) die finanziellen Vermögenswerte und Verbind- lichkeiten, die zu beizulegenden Zeitwerten bewertet werden, eingestuft sind. Zum Ende der Berichtsperiode wird überprüft, ob Umgruppierungen zwischen Bemessungshierarchien vorzu- nehmen sind.

Für die Ermittlung des Kreditrisikos aus derivativen Finanzinst- rumenten, die der Bemessungshierarchie Stufe 2 zugeordnet sind, wird auf die auf Nettobasis gesteuerten Portfolien abge- stellt.

E | KONZERNZWISCHENABSCHLUSS 61

E.27

Bemessungshierarchie für finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die zu beizulegenden Zeitwerten bewertet werden

30. Juni 2020

31. Dez. 2019

Gesamt

Stufe 11

Stufe 22

Stufe 33

Gesamt

Stufe 11

Stufe 22

Stufe 33

in Millionen €

Zum beizulegenden Zeitwert zu

bewertende finanzielle Vermögenswerte

Verzinsliche Wertpapiere

7.156

4.618

2.538

-

8.181

5.254

2.927

-

Erfolgsneutral zum beizulegenden

4.910

2.372

2.538

-

5.323

2.396

2.927

-

Zeitwert bewertet

Erfolgswirksam zum beizulegenden

2.246

2.246

-

-

2.858

2.858

-

-

Zeitwert bewertet

Eigen- und Fremdkapitalanteile

843

238

279

326

860

275

270

315

Erfolgsneutral zum beizulegenden

476

198

158

120

Zeitwert bewertet

482

205

158

119

Erfolgswirksam zum beizulegenden

367

40

121

206

Zeitwert bewertet

378

70

112

196

Erfolgswirksam zum beizulegenden

Zeitwert bewertete übrige finanzielle

67

-

67

-

27

-

27

-

Vermögenswerte

Derivative Finanzinstrumente, die in ein

2.155

-

2.155

-

1.191

-

1.191

-

Hedge Accounting einbezogen sind

10.221

4.856

5.039

326

10.259

5.529

4.415

315

Zum beizulegenden Zeitwert

zu bewertende finanzielle

Verbindlichkeiten

Erfolgswirksam zum beizulegenden

Zeitwert bewertete finanzielle

87

-

87

-

52

-

52

-

Verbindlichkeiten

Derivative Finanzinstrumente, die in ein

660

-

660

-

1.186

-

1.186

-

Hedge Accounting einbezogen sind

747

-

747

-

1.238

-

1.238

-

  1. Die Marktwertermittlung erfolgte auf Basis notierter, unangepasster Preise auf aktiven Märkten für diese oder identische Vermögenswerte und Schulden.
  2. Die Marktwertermittlung erfolgte auf Basis von Parametern, für die entweder direkt oder indirekt abgeleitete Preise auf einem aktiven Markt zur Verfügung stehen.
  3. Die Marktwertermittlung erfolgte auf Basis von Parametern, für die keine beobachtbaren Marktdaten zur Verfügung stehen.

62 E | KONZERNZWISCHENABSCHLUSS

20. Segmentberichterstattung

Wie in EAnmerkung 1 beschrieben, basiert die interne Berichts- und Organisationsstruktur ab 1. Januar 2020 auf den Segmenten Mercedes-Benz Cars, Mercedes-Benz Vans, Daimler Trucks & Buses und Daimler Mobility. Dabei werden die Segmente Mercedes-Benz Cars und Mercedes-Benz Vans entsprechend der Art der angebotenen Produkte und Dienst- leistungen sowie der Marken, Vertriebswege und Kundenprofile zu dem berichtspflichtigen Segment Mercedes-Benz Cars & Vans zusammengefasst.

Unter Berücksichtigung der internen Liefer- und Leistungsbe- ziehungen innerhalb der neuen Segmente wurden die Segment­ informationen des Jahres 2019 an die neue Segmentstruktur angepasst. Darüber hinaus wurden im Vorjahr insbesondere Auswirkungen bestimmter Rechtsthemen sowie bisher nicht den Segmenten zugeordnete Beteiligungen von der Überleitung in die Fahrzeugsegmente umgegliedert. Weitere Informationen hierzu finden sich in EAnmerkung 1.

Die Segmentinformationen stellen sich für das zweite Quartal

2020 und 2019 wie folgt dar:

E.28

Segmentberichterstattung zweites Quartal

Mercedes-Benz

Daimler

Daimler

Summe

Daimler-

Cars & Vans

Trucks & Buses

Mobility

Segmente

Überleitung

Konzern

in Millionen €

Q2 2020

Außenumsatzerlöse

18.235

5.895

6.054

30.184

-

30.184

Konzerninterne Umsatzerlöse

714

305

396

1.415

-1.415

-

Umsatzerlöse gesamt

18.949

6.200

6.450

31.599

-1.415

30.184

Segmentergebnis (EBIT)

-1.125

-756

205

-1.676

-6

-1.682

Mercedes-Benz

Daimler

Daimler

Summe

Daimler-

Cars & Vans

Trucks & Buses

Mobility

Segmente

Überleitung

Konzern

in Millionen €

Q2 2019

Außenumsatzerlöse

24.872

11.235

6.543

42.650

-

42.650

Konzerninterne Umsatzerlöse

546

346

602

1.494

-1.494

-

Umsatzerlöse gesamt

25.418

11.581

7.145

44.144

-1.494

42.650

Segmentergebnis (EBIT)

-2.784

834

431

-1.519

-39

-1.558

E | KONZERNZWISCHENABSCHLUSS 63

Die Segmentinformationen stellen sich für das erste

Halbjahr 2020 und 2019 wie folgt dar:

E.29

Segmentberichterstattung erstes Halbjahr

Mercedes-Benz

Daimler

Daimler

Summe

Daimler-

Cars & Vans

Trucks & Buses

Mobility

Segmente

Überleitung

Konzern

in Millionen €

Q1-2 2020

Außenumsatzerlöse

40.547

14.294

12.566

67.407

-

67.407

Konzerninterne Umsatzerlöse

1.598

650

985

3.233

-3.233

-

Umsatzerlöse gesamt

42.145

14.944

13.551

70.640

-3.233

67.407

Segmentergebnis (EBIT)

-615

-509

263

-861

-204

-1.065

Mercedes-Benz

Daimler

Daimler

Summe

Daimler-

Cars & Vans

Trucks & Buses

Mobility

Segmente

Überleitung

Konzern

in Millionen €

Q1-2 2019

Außenumsatzerlöse

48.407

21.048

12.893

82.348

-

82.348

Konzerninterne Umsatzerlöse

1.074

707

1.133

2.914

-2.914

-

Umsatzerlöse gesamt

49.481

21.755

14.026

85.262

-2.914

82.348

Segmentergebnis (EBIT)

-1.641

1.387

1.640

1.386

-146

1.240

Überleitung

Die Überleitung der Summe Segmentergebnisse (EBIT) auf das

EBIT des Daimler-Konzerns ergibt sich aus Tabelle E.30.

In der Überleitung werden zentral verantwortete Sachverhalte ausgewiesen. Geschäftsbeziehungen zwischen den Segmenten werden in der Überleitung eliminiert.

E.30

Überleitung auf Konzernwerte

Q2 2020

Q2 2019

Q1-2 2020

Q1-2 2019

in Millionen €

Summe Segmentergebnisse (EBIT)

-1.676

-1.519

-861

1.386

Ergebnis aus at-equity bewerteten Finanzinvestitionen1

-4

14

-143

20

Sonstige zentrale Posten

-79

-59

-158

-210

Eliminierungen

77

6

97

44

EBIT

-1.682

-1.558

-1.065

1.240

1 Beinhaltet die Wertminderung des At-equity-Buchwertes an BAIC Motor von 150 Mio. € im ersten Quartal 2020.

64 E | KONZERNZWISCHENABSCHLUSS

21. Beziehungen zu nahestehenden

Unternehmen­und Personen

Als nahestehende Unternehmen oder Personen werden assozi- ierte Unternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und nicht konsolidierte Tochterunternehmen bezeichnet sowie Personen, die einen maßgeblichen Einfluss auf die Finanz- und Geschäfts- politik des Daimler-Konzerns ausüben. Letztere umfassen alle Personen in Schlüsselpositionen sowie deren nahe Familien­ angehörige. Im Daimler-Konzern sind dies die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats.

Nahestehende Unternehmen

Geschäftsvorfälle mit nahestehenden Unternehmen werden zu marktüblichen Bedingungen ausgeführt. Der überwiegende Teil des Lieferungs- und Leistungsvolumens zwischen dem Kon- zern und nahestehenden Unternehmen entfällt auf assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen und ist in Tabelle E.31 dargestellt.

Assoziierte Unternehmen

Bei den Geschäftsbeziehungen mit assoziierten Unternehmen entfallen wesentliche erbrachte Lieferungen und Leistungen des Konzerns sowie Forderungen des Konzerns auf die Mercedes- Benz Cars & Vans zugeordneten Gesellschaften LSH Auto International Limited (LSHAI) und Beijing Benz Automotive Co., Ltd. (BBAC).

Die in Tabelle E.31 ausgewiesenen empfangenen Lieferungen und Leistungen betreffen überwiegend die LSHAI.

Gemeinschaftsunternehmen

Bei den Beziehungen des Konzerns zu den Gemeinschafts­ unternehmen entfallen wesentliche Umfänge der erbrachten ­Lieferungen und Leistungen auf die Mercedes-Benz Cars & Vans zugeordnete Fujian Benz Automotive Co., Ltd. sowie auf die Daimler Trucks & Buses zugeordnete DAIMLER KAMAZ RUS

  1. Daneben ergab sich im ersten Quartal 2020 ein sonstiger betrieblicher Ertrag von 154 Mio. € aus der Einbringung der Marke smart in das Gemeinschaftsunternehmen smart Auto- mobile Co., Ltd.

Weitere Erläuterungen zu den wesentlichen assoziierten ­Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen sind in EAnmerkung 11 enthalten.

E.31

Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Personen und Unternehmen

Erbrachte Lieferungen und Leistungen und sonstige Erträge

Empfangene Lieferungen und Leistungen und sonstige Aufwendungen

in Millionen €

Q2 2020

Q2 2019

Q1-2 2020

Q1-2 2019

Q2 2020

Q2 2019

Q1-2 2020

Q1-2 2019

Assoziierte Unternehmen

3.312

3.591

6.098

6.671

203

256

418

471

davon LSHAI

1.717

2.037

3.137

3.619

108

233

271

416

davon BBAC

1.527

1.448

2.804

2.831

91

19

139

44

Gemeinschaftsunternehmen

174

232

603

429

66

29

170

50

Forderungen1

Verbindlichkeiten2

30. Juni

31. Dez.

30. Juni

31. Dez.

in Millionen €

2020

2019

2020

2019

Assoziierte Unternehmen

3.513

3.324

133

116

davon LSHAI

654

1.288

40

24

davon BBAC

2.767

1.966

83

78

Gemeinschaftsunternehmen

268

213

90

78

  1. Nach Wertminderungen von insgesamt 85 Mio. € (66 Mio. € zum 31. Dezember 2019).
  2. Einschließlich Verbindlichkeiten für Ausfallrisiken aus Garantien für nahestehende Personen.

65

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzu- wen-denden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Zwischen- berichterstattung der Konzernzwischenabschluss ein den ­tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermö- gens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließ- lich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.

Stuttgart, den 22. Juli 2020

Ola Källenius

Martin Daum

Renata Jungo Brüngger

Wilfried Porth

Markus Schäfer

Britta Seeger

Hubertus Troska

Harald Wilhelm

66

Bescheinigung nach prüferischer Durchsicht

An die Daimler Aktiengesellschaft, Stuttgart

Wir haben den verkürzten Konzernzwischenabschluss - beste- hend aus Gewinn- und Verlustrechnung, Gesamtergebnis­ rechnung, Bilanz, Entwicklung des Eigenkapitals, Kapitalfluss- rechnung sowie ausgewählten, erläuternden Anhangangaben - und den Konzernzwischenlagebericht der Daimler AG, für den Zeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2020, die Bestandteile des Halbjahresfinanzberichts nach § 115 WpHG sind, einer

prüferischen­Durchsicht unterzogen. Die Aufstellung des ver- kürzten Konzernzwischenabschlusses nach dem International Accounting Standard IAS 34 »Zwischenberichterstattung«, wie er in der EU anzuwenden ist, und des Konzernzwischen­ lageberichts nach den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG liegt in der Verantwor- tung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere ­Aufgabe ist es, eine Bescheinigung zu dem verkürzten Konzern- zwischenabschluss und dem Konzernzwischenlagebericht auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht abzugeben.

Wir haben die prüferische Durchsicht des verkürzten Konzern- zwischenabschlusses und des Konzernzwischenlageberichts unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze für die prüferische Durch- sicht von Abschlüssen und ergänzender Anwendung des ­International Standard on Review Engagements 2410 »Review of Interim Financial Information Performed by the Independent Auditor of the Entity« (ISRE 2410) vorgenommen. Danach ist die prüferische Durchsicht so zu planen und durchzuführen, dass wir bei kritischer Würdigung mit einer gewissen Sicherheit ausschließen können, dass der verkürzte Konzernzwischen­ abschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit IAS 34 »Zwischenberichterstattung«, wie er in der EU anzu- wenden ist, und der Konzernzwischenlagebericht in wesent­ lichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzern- zwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden sind. Eine prüferische Durchsicht beschränkt sich in erster Linie auf Befragungen von Mitarbeitern der Gesellschaft und auf analytische Beurteilungen und bietet des- halb nicht die durch eine Abschlussprüfung erreichbare Sicherheit. Da wir auftragsgemäß keine Abschlussprüfung vor- genommen haben, können wir einen Bestätigungsvermerk nicht erteilen.

Auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Annahme veranlassen, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit IAS 34 »Zwischenberichterstattung«, wie er in der EU anzuwenden ist, oder dass der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzern­ zwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden ist.

Stuttgart, den 22. Juli 2020

KPMG AG

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Sailer

Dr. Thümler

Wirtschaftsprüfer

Wirtschaftsprüfer

Adressen |

Finanzkalender

Informationen

Investor Relations

Telefon 0711 17 95277

  1. 92285
  1. 95256

Telefax 0711 17 94075

Diesen Zwischenbericht sowie weitere Informationen finden Sie im Internet unter wwww.daimler.com

Konzeption und Inhalt

Daimler AG

Investor Relations

Publikationen für unsere Aktionäre: Geschäftsbericht (deutsch und englisch) Zwischenberichte zum ersten, zweiten und dritten Quartal (deutsch und englisch) Nachhaltigkeitsbericht (deutsch und englisch) wwww.daimler.com/ir/berichte

Zwischenbericht Q2 2020

23. Juli 2020

Zwischenbericht Q3 2020

23. Oktober 2020

Analysten- und Investorenkonferenz

18. Februar 2021

Jahrespressekonferenz

18. Februar 2021

Hauptversammlung 2021

31. März 2021

Zwischenbericht Q1 2021

23. April 2021

Zwischenbericht Q2 2021

21. Juli 2021

Da wir Terminverschiebungen grundsätzlich nicht ausschließen können, empfehlen wir Ihnen, den aktuellen Stand kurzfristig im Internet unter wwww.daimler.com/ir/termine abzufragen.

Daimler AG Mercedesstr. 120 70372 Stuttgart Deutschland www.daimler.com

Daimler AG veröffentlichte diesen Inhalt am 23 Juli 2020 und ist allein verantwortlich für die darin enthaltenen Informationen.
Unverändert und nicht überarbeitet weiter verbreitet am 23 Juli 2020 07:50:12 UTC.

Originaldokumenthttps://www.daimler.com/dokumente/investoren/berichte/zwischenberichte/q2/daimler-ir-zwischenbericht-q2-2020.pdf

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