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Neue Ausgangsbeschränkungen in Frankreich kosten Milliarden

29.10.2020 | 21:34

PARIS (dpa-AFX) - Die neuen coronabedingten Ausgangsbeschränkungen in Frankreich sorgen für milliardenschwere Extrakosten. Wie Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire am Donnerstagabend in Paris sagte, müssen 200 000 Geschäfte in den kommenden Wochen geschlossen bleiben. "Dieser Lockdown ist ein harter Schlag für alle Unternehmen, die geschlossen bleiben werden", sagte der Ressortchef. Er bezifferte die nun fälligen Unterstützungsleistungen pro Monat auf rund 15 Milliarden Euro.

Die neuen Maßnahmen gelten ab Freitag und bis zum 1. Dezember. Damit soll die Ausbreitung des Coronavirus eingedämmt werden. Staatschef Emmanuel Macron hatte die "neue Etappe" im Kampf gegen die Pandemie am Mittwoch angekündigt.

"Es gibt keine andere Lösung", sagte Premierminister Jean Castex vor Journalisten. Bürger dürfen sich nicht mehr ohne Weiteres frei bewegen. Menschen können auf die Straße gehen, wenn sie arbeiten, wichtige Einkäufe erledigen, einen Arzt aufsuchen oder frische Luft schnappen wollen - müssen dafür dann aber eine Bescheinigung ausfüllen. Sport ist eine Stunde pro Tag in einem Umkreis von einem Kilometer vom Wohnort erlaubt.

Im Großraum Paris gab es am Donnerstagabend ein hohes Verkehrsaufkommen, wie Medien berichteten. Autos stauten sich zusammengerechnet auf einer Länge von rund 700 Kilometern - deutlich mehr als üblich. Schon im Frühjahr hatten zahlreiche Bewohner die Hauptstadt während der Ausgangsbeschränkungen verlassen. Restaurantbesucher nutzten die letzte Möglichkeit, vor Beginn der Ausgangsbeschränkungen noch etwas zu bestellen, wie ein dpa-Reporter berichtete.

Franzosen sprechen von einem "confinement", den Ausdruck kann man auch mit Lockdown übersetzen. Die Regeln fallen weniger streng aus im Frühjahr - so bleiben Schulen geöffnet. Für Schüler ab sechs Jahren herrscht Maskenpflicht.

Frankreich ist von der Pandemie stark betroffen. Zuletzt gab es nach Behördenangaben über 47 600 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Es starben bisher mehr als 36 000 Menschen in dem Land, das 67 Millionen Einwohner hat./cb/DP/he


© dpa-AFX 2020
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