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Kramp-Karrenbauer beklagt ruinösen Wettbewerb um CDU-Vorsitz

21.11.2020 | 17:44

BERLIN (dpa-AFX) - Die scheidende CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer hat den Bewerbern um ihre Nachfolge vorgeworfen, mit einem zerstörerischen Wettbewerb der Partei geschadet zu haben. "Die Partei hat bei dieser Diskussion gespürt, dass aus diesem fairen Rennen ein ruinöser Wettbewerb geworden ist. Und dieser ruinöse Wettbewerb fällt zuallererst auf die Kandidaten selbst zurück, aber auch auf die CDU", sagte sie der "Augsburger Allgemeinen" (Samstag). "Deshalb habe ich immer davor gewarnt."

Bewerber sind Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet, der Wirtschaftspolitiker Friedrich Merz und der Außenpolitiker Norbert Röttgen. Im Ringen um die Verschiebung des anstehenden Parteitags hatte vor allem Merz mit Laschet einen offenen Streit ausgefochten, mit teils persönlichen Angriffen.

Merz wies die Kritik zurück. "Wir befinden uns in einem ganz normalen parteipolitischen Auswahlprozess um die Führung der CDU", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Sonntag).

Kramp-Karrenbauer forderte alle drei abermals auf, sich auch bei einer Niederlage in den Dienst der Partei zu stellen. "Das ist die klare Erwartung der Mitglieder. Wir befinden uns im Januar schon im Wahljahr", sagte sie.

Sie warnte zudem vor einem zu rückwärtsgewandten Wahlkampf: "Die CDU hat sich in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten sehr stark weiterentwickelt. Sie ist heute eine andere Partei als sie das vor 10 oder 20 Jahren war, auch, weil wir heute eine andere Gesellschaft haben." Sie müsse "Antworten geben auf die Fragen aus dem Jahr 2021 und nicht auf die aus den 80er Jahren".

Merz entgegnete: "Die CDU hat jetzt die Chance zu zeigen, dass sie bei innovativen Themen wie der Digitalisierung vorangeht und Maßstäbe setzt." Und: "Ich setze mich dafür ein, dass wir diese Chance mit Mut und Zuversicht ergreifen."/and/DP/fba


© dpa-AFX 2020
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