Washington (Reuters) - Die Stimmung der US-Verbraucher hat sich im Juni überraschend eingetrübt.

Das Barometer für das Verbrauchervertrauen sank auf 65,6 Punkte von 69,1 Zählern im Mai, wie die Universität Michigan am Freitag zur ihrer monatlichen Umfrage mitteilte. Von Reuters befragte Experten hatten mit einem Anstieg auf 72,0 Punkte gerechnet. Die Konsumenten bewerteten ihre Lage deutlich schlechter als im Mai und sehen auch die Aussichten weniger rosig als zuvor.

"Die Einschätzung der persönlichen Finanzen ging zurück, und zwar wegen leicht steigender Sorgen über hohe Preise und sinkende Einkommen", erläuterte Umfrageleiterin Joanne Hsu. Die Inflationserwartungen der Verbraucher blieben konstant: Mit Blick auf die kommenden zwölf Monate rechnen sie wie bereits im Mai mit einer Teuerungsrate für Waren und Dienstleistungen von 3,3 Prozent.

Genau diese Teuerungsrate war im Mai in den USA erreicht worden, nachdem die Verbraucherpreise im April noch um 3,4 Prozent gestiegen waren. Nach dem jüngsten Zinsbeschluss wies Notenbankchef Jerome Powell am Mittwoch darauf hin, dass der Rückgang der Inflation ein ermutigendes Zeichen sei. Doch benötige die Notenbank weitere Daten, um mehr Zuversicht zu gewinnen, dass die Inflationsrate nachhaltig auf die Zielmarke von zwei Prozent zusteuere. Die Zentralbank hält den Leitzins in der Spanne von 5,25 bis 5,50 Prozent konstant. Viele Experten gehen davon aus, dass sie im September die Zinswende nach unten vollziehen wird.

(Büro Washington, geschrieben von Reinhard Becker, redigiert von Olaf Brenner.; Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)