Das Pfund Sterling gab am Montag auf breiter Front nach. Anleger nahmen Gewinne mit, nachdem das Pfund Sterling im Mai die beste monatliche Performance gegenüber dem Dollar in diesem Jahr erzielt hatte, und warteten auf wichtige Ereignisse und Daten weltweit in dieser Woche.

Das Pfund Sterling, das im vergangenen Monat gegenüber dem Dollar um 2% gestiegen war, lag am Montag um 0,2% niedriger bei $1,2717. Der Euro, der im Mai um 0,2% gegenüber dem Pfund Sterling gefallen war, lag am Tag um 0,2% höher bei 85,22 Pence.

In dieser Woche gibt es nur wenige britische Katalysatoren, die das Pfund antreiben könnten, aber viele andere Daten und Ereignisse, die den Euro und den Dollar bewegen könnten.

Die Europäische Zentralbank trifft sich am Donnerstag und wird mit ziemlicher Sicherheit ihre erste Zinssenkung seit 2019 vornehmen.

Die Märkte erwarten derzeit eine Lockerung der EZB im Jahr 2024 um etwa 57 Basispunkte, verglichen mit etwa 33 Basispunkten bei der Bank of England.

Zweijährige Staatsanleihen weisen einen Aufschlag von etwa 130 Basispunkten auf die Rendite des deutschen zweijährigen Schatzes auf, den geringsten seit etwa sechs Wochen.

In den Vereinigten Staaten dominieren die monatlichen Arbeitsmarktdaten im Laufe der Woche den Makrokalender. Den Höhepunkt bildet der Bericht über die Beschäftigtenzahlen außerhalb der Landwirtschaft am Freitag, der die Anleger dazu veranlassen könnte, ihre derzeitige Erwartung von kaum mehr als einer Zinssenkung durch die Federal Reserve in diesem Jahr zu korrigieren.

Pepperstone-Stratege Chris Weston weist darauf hin, dass am Donnerstag das BoE Decision Makers Panel (DMP) ansteht, das seiner Meinung nach die jüngste Abschwächung des Preis- und Lohndrucks untersuchen könnte.

Jüngste Daten haben gezeigt, dass die britische Inflation in den letzten Monaten zurückgegangen ist, wenn auch nicht so stark wie von einigen prognostiziert, was die Erwartungen an die Anzahl der Zinssenkungen, die die BoE in diesem Jahr vornehmen könnte, gedämpft hat.

Hinzu kommt die politische Ungewissheit im Zusammenhang mit den Parlamentswahlen Anfang Juli. Die BoE hält bis dahin nur eine Sitzung ab, und zwar am 20. Juni.

"Die britischen Swaps sehen die Chance einer Zinssenkung durch die BoE nicht vor September, so dass die Prognosen hier die Zinssätze und damit das Pfund beeinflussen könnten", sagte Weston.

"Was die Wahlen angeht, so wird am Dienstag (21 Uhr britische Zeit) die erste Fernsehdebatte der Regierungschefs ausgestrahlt, aber das dürfte die Umfragen nicht allzu stark beeinflussen und sollte daher keine Volatilität für das Pfund bedeuten", fügte er hinzu.