Kaum verändert - Ein Renditeanstieg am Rentenmarkt auf die höchsten Stände seit 16 bzw. 17 Jahren hat die US-Börsen im Verlauf ausgebremst und zwischenzeitliche Aufschläge zunichtegemacht. Die als zinssensibel geltenden Technologiewerte der Nasdaq hinkten hinterher. Gebremst wurde der Halbleitersektor (-2,2%) neben dem Zinsanstieg auch von der US-Regierung. Diese beschränkte die Möglichkeiten Chinas zum Kauf hochentwickelter Halbleiter weiter. Nvidia sackten vor diesem Hintergrund um 4,7 Prozent ab. Gute Geschäftszahlen und Ausblicke wurden nicht immer mit steigenden Aktienkursen belohnt. Bank of America (+2,3%) und Bank of New York Mellon (+3,8%) hatten mehr verdient als erwartet, bei Goldman Sachs (-1,6%) schrumpfte der Gewinn jedoch überraschend deutlich. Johnson & Johnson (-0,9) erhöhte nach einem guten Quartal die Prognose. Lockheed Martin (+0,2%) hatte mit dem Quartalsgewinn die Erwartungen übertroffen, den Ausblick aber nur bekräftigt.

USA - ANLEIHEN


US-Anleihen 
Laufzeit              Rendite     Bp zu VT    Rendite VT      +/-Bp YTD 
2 Jahre                  5,21        +10,3          5,11           78,8 
5 Jahre                  4,87        +15,1          4,72           87,1 
7 Jahre                  4,88        +15,2          4,73           91,5 
10 Jahre                 4,84        +12,7          4,71           95,7 
30 Jahre                 4,94         +8,4          4,85           96,6 
 

Der Absturz der Rentennotierungen hatte gleich mehrere Gründe: zum einen setzten Anleger auf eine Entspannung im Nahostkrieg. Zur Beruhigung trug bei, dass US-Präsident Joe Biden in den kommenden Tagen Israel und angrenzende Länder besuchen will. Israel deutete bereits an, möglicherweise auf eine Bodenoffensive im Gazastreifen zu verzichten. Händler sprachen von einer Flucht raus aus der vermeintlichen Sicherheit der Anleihen. Zum anderen trugen zur Schwäche am Rentenmarkt stark beachtete US-Einzelhandelsumsätze bei. Mit einem unerwartet deutlichen Anstieg im September deuteten die Umsätze auf eine ungebrochene Konsumfreude der US-Verbraucher hin. Auch die Industrieproduktion stieg im September stärker als erwartet. Beide Daten sprachen eindeutig nicht für Zinssenkungen und trieben somit die Marktzinsen nach oben.

+++++ DEVISENMARKT +++++


DEVISEN          zuletzt        +/- %       0:00  Di, 17:20 Uhr   % YTD 
EUR/USD           1,0579        +0,0%     1,0576         1,0589   -1,2% 
EUR/JPY           158,34        -0,0%     158,41         158,50  +12,8% 
EUR/CHF           0,9510        -0,2%     0,9527         0,9520   -3,9% 
EUR/GBP           0,8682        +0,0%     0,8680         0,8679   -1,9% 
USD/JPY           149,68        -0,1%     149,78         149,69  +14,2% 
GBP/USD           1,2184        -0,0%     1,2185         1,2200   +0,7% 
USD/CNH           7,3160        -0,1%     7,3258         7,3206   +5,6% 
Bitcoin 
BTC/USD        28.736,71        +0,8%  28.503,62      28.551,66  +73,1% 
 
YTD bezogen auf Schlusskurs des Vortags 
 

Der Dollar folgte den Marktzinsen nicht nach oben; für den Dollarindex ging es um 0,04 Prozent ins Minus. Händler verwiesen auf die Hoffnung auf Entspannung im Nahen Osten, womit die vermeintliche Sicherheit des Greenbacks an Zulauf verliere.

+++++ ROHSTOFFE +++++

ÖL / GAS


ROHÖL            zuletzt  VT-Settlem.      +/- %        +/- USD   % YTD 
WTI/Nymex          88,39        86,66      +2,0%          +1,73  +13,6% 
Brent/ICE          91,60         89,9      +1,9%          +1,70  +12,1% 
 
YTD bezogen auf Schlusskurs des Vortags 
 

Die Ölpreise tendierten im Plus (+0,8%) - gestützt von den guten US-Daten. Am Markt herrschte die Befürchtung, dass der Krieg auf andere Länder der Region, darunter wichtige Ölexporteure wie Iran, übergreifen und in der Folge eine Angebotsverknappung entstehen könnte. Die neuen Signale aus Israel linderten diese Sorgen etwas, zudem bremsten Berichte über eine Lockerung der US-Sanktionen gegen Venezuela den Preisauftrieb. So könnte mehr Öl aus Venezuela auf den Markt kommen. Im asiatischen Handel ziehen die Ölpreise mit der wieder gestiegenen Sorge um eine weitere Eskalation des Nahost-Konflikts deutlicher an.

METALLE


METALLE          zuletzt       Vortag      +/- %        +/- USD   % YTD 
Gold (Spot)     1.938,35     1.923,70      +0,8%         +14,65   +6,3% 
Silber (Spot)      23,12        22,85      +1,2%          +0,27   -3,5% 
Platin (Spot)     905,70       902,00      +0,4%          +3,70  -15,2% 
Kupfer-Future       3,61         3,58      +0,9%          +0,03   -5,2% 
 
YTD bezogen auf Schlusskurs des Vortags 
 

Die Sorge vor einer weiteren Ausweitung des Nahost-Konflikts sorgt beim "sicheren Hafen" Gold im asiatischen Handel für Zulauf.

+++++ MELDUNGEN SEIT VORTAG 17.30 UHR +++++

ISRAEL-KRIEG

- Bei einem israelischen Angriff auf einen Krankenhaus-Komplex in Gaza sind nach Angaben der Hamas mindestens 200 Menschen getötet worden. Die israelische Armee hat die Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad für den folgenschweren Angriff verantwortlich gemacht. Zuvor hatte die im Gazastreifen herrschende Hamas Israel für den Angriff verantwortlich gemacht.

- Nach dem folgenschweren Beschuss eines Krankenhauses in Gaza hat Jordanien ein für Mittwoch geplantes Vierer-Gipfeltreffen mit US-Präsident Joe Biden in Amman abgesagt. An dem Treffen sollten ursprünglich Biden, der jordanische König Abdullah II., der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sisi sowie Palästinenserpräsident Mahmud Abbas teilnehmen, um über die humanitäre Notlage der Zivilisten im Gazastreifen zu sprechen.

KONJUNKTUR CHINA

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg von Juli bis September um 4,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie das nationale Statistikamt mitteilte. Volkswirte hatten mit einem Plus von 4,5 Prozent gerechnet. Im Vergleich zum Vorquartal stieg das BIP um 1,3 Prozent. Im zweiten Quartal wuchs das BIP im Vorjahresvergleich um 6,3 Prozent und um 0,8 Prozent zum Vorquartal. Grund für das BIP-Wachstum im dritten Quartal war die bessere Binnennachfrage. Dies trug dazu bei, die Schwäche der Exporte und den seit langem anhaltenden Rückgang im chinesischen Immobiliensektor auszugleichen.

EU / STROMMARKTREFORM

Die EU-Energieminister haben sich auf die umstrittene Reform des gemeinsamen Strommarkts geeinigt. Mit der Reform soll der Strompreis unabhängiger vom Gaspreis werden. Streit gab es zuletzt zwischen Deutschland und Frankreich um mögliche Subventionen für bestehende Atomkraftwerke. Dem Kompromiss zufolge sind solche Hilfen für bestehende Anlagen nun erlaubt. Die Mitgliedsländer können demnach selbst entscheiden, ob sie die neuen Förderinstrumente auch auf bestehende Anlagen anwenden wollen, erklärte EU-Energiekommissarin Kadri Simson. Deutschland hatte sich dafür ausgesprochen, staatliche Subventionen nur für neue Anlagen zuzulassen, um vor allem erneuerbare Energien zu fördern.

EU / FISCHEREISEKTOR

Gegen Überfischung werden die Kontrollen für Fischer in der EU künftig verschärft. Das Europaparlament beschloss am Dienstag eine entsprechende Reform der gemeinsamen Regeln für den Fischereisektor. Unter anderem müssen demnach große Schiffe künftig mit Überwachungskameras ausgestattet werden, um die Einhaltung von Fangquoten sicherzustellen.

INNENPOLITIK USA

Der erzkonservative US-Republikaner Jim Jordan ist bei der Wahl eines neuen Vorsitzenden des Repräsentantenhauses vorerst durchgefallen. Bei einer ersten Abstimmung in der Kongresskammer verfehlte der Verbündete von Ex-Präsident Donald Trump am Dienstag klar die erforderliche Mehrheit von 217 Stimmen. Neben den Demokraten stimmten auch 20 Republikaner gegen den 59-jährigen Hardliner.

FLATEXDEGIRO

hat im dritten Quartal über die eigenen Plattformen 13,8 Millionen Transaktionen abgewickelt und damit 5 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Der Umsatz kletterte um 29 Prozent auf 101,4 Millionen Euro. Die durchschnittlichen Provisionen pro Transaktion erreichten 4,26 Euro, ein Anstieg um 7 Prozent, die Zinserträge wuchsen um 164 Prozent auf 38,3 Millionen Euro. Das bereinigte EBITDA stieg im dritten Quartal um 70 Prozent auf 41,2 Millionen Euro.

NAGARRO

Der Aufsichtsrat des IT-Dienstleisters hat beschlossen, die Vorstandsverträge mit Manas Human, Annette Mainka und Vikram Sehgal bis 2026 zu verlängern.

ABB

hat im dritten Quartal den Gewinn überproportional zum Umsatz gesteigert. Zugleich entwickelte sich das Neugeschäft wie schon in den drei Monaten zuvor leicht rückläufig. Der Industriekonzern meldete für die Monate Juli bis September einen Überschuss von 882 Millionen Dollar, deutlich mehr als das Doppelte der im Vorjahr erwirtschafteten 360 Millionen Dollar. Der Umsatz kletterte um 8 Prozent auf fast 8 Milliarden Dollar. Der Auftragseingang ging unterdessen um 2 Prozent auf 8,05 Milliarden Dollar zurück. Das operative EBITA kletterte um 13 Prozent auf 1,39 Milliarden Dollar - die entsprechende Umsatzrendite verbesserte sich um 0,8 Punkte auf 17,4 Prozent. Für das vierte Quartal erwartet CEO Björn Rosengren ein Wachstum des vergleichbaren Umsatzes im niedrigen bis mittleren einstelligen Bereich.

BHP

Der Bergbaukonzern hat in den ersten drei Monaten seines laufenden Geschäftsjahres mehr Kupfer, aber weniger Eisenerz gefördert.

STELLANTIS

Die Marke Citroen hat einen elektrischen Kleinwagen für 23.300 Euro vorgestellt. Der ë-C3 mit einer Reichweite von 320 Kilometern soll ab Frühjahr 2024 zu kaufen sein. Anfang 2025 solle sogar ein Elektroauto für 19.900 Euro folgen, mit einer Reichweite von 200 Kilometern ist es für den Stadtverkehr gedacht.

TELEKOM AUSTRIA

(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires

October 18, 2023 01:35 ET (05:35 GMT)