--Kein Risiko für anhaltendes Unterschreiten von 2 Prozent Inflation
--EZB sollte sich auf mittelfristige Kerninflation konzentrieren
(NEU: Weitere Aussagen der EZB-Direktorin aus einem Interview)
DOW JONES--EZB-Direktorin Isabel Schnabel sieht keinen Grund für eine weitere Lockerung der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Schnabel sagte in einem Interview mit Econostream Media: "Wir sind nun kurz davor, die vergangenen Inflationsschocks erfolgreich zu bewältigen, was eine gute Nachricht ist. Mittelfristig wird die Inflation voraussichtlich bei 2 Prozent liegen, und die Inflationserwartungen sind gut verankert. In Anbetracht dessen sind auch unsere Zinssätze in einer guten Position, und die Latte für eine weitere Zinssenkung liegt sehr hoch."
Schnabel, die als "geldpolitische Falkin" gilt, begründete ihre Einschätzung damit, dass sie erstens kein Risiko eines anhaltenden Unterschreitens von 2 Prozent Inflation sehe und zweitens die Wirtschaft robust sei. "Eine weitere Zinssenkung wäre nur dann angebracht, wenn wir Anzeichen für eine wesentliche Abweichung der Inflation von unserem mittelfristigen Ziel sehen würden. Und dafür sehe ich im Moment keine Anzeichen", sagte sie.
Schnabel warnte davor, die EZB-Geldpolitik an der Entwicklung der sehr schwankungsanfälligen Energiepreise auszurichten und die Wirkung der Euro-Aufwertung zu überschätzen. "Wir sollten uns weiterhin fest auf die mittelfristige Entwicklung und die Kerninflation konzentrieren", sagte sie. Die Aufwertung des Euro sei in historischer Perspektive nicht besonders stark. "Wir hatten in den vergangenen zwei Jahrzehnten vergleichbare oder noch deutlichere Aufwertungen mit eher begrenzten Auswirkungen auf die Inflation", sagte sie.
Schnabel zufolge ist die Geldpolitik der EZB auf dem Weg, wachstumsfördernd zu werden. "Ich denke, wir werden akkommodierend", sagte sie. In der jüngsten Umfrage zur Kreditvergabe hätten 56 Prozent der Banken angegeben, dass die Leitzinsen die Nachfrage nach Hypothekarkrediten ankurbelten, während nur 8 Prozent gesagt hätten, dass sie die Nachfrage bremsten. "Außerdem könnte der natürliche Zinssatz in letzter Zeit aufgrund der historischen Wende in der deutschen Finanzpolitik gestiegen sein", gab die EZB-Direktorin zu bedenken.
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July 11, 2025 04:24 ET (08:24 GMT)




















