NEW YORK (awp international) - Der Euro hat am Freitag seinen jüngsten Abwärtstrend fortgesetzt. Im New Yorker Handel präsentierte sich die Gemeinschaftswährung mit zuletzt 1,0873 US-Dollar allerdings etwas stabilisiert - davor war sie im Tief bis auf 1,0829 Dollar abgesackt.

Auch zum Franken verlor der Euro am Freitag, gar noch stärker als zum US-Dollar. Das EUR/CHF-Paar notierte zuletzt bei 0,9454 und damit auf dem tiefsten Stand seit Mitte Oktober - damals war das Paar im Tief bis auf 0,9274 zurückgefallen. Nachdem das USD/CHF-Paar bis am späteren Nachmittag stabil war, legte der Franken am Abend auch zum US-Dollar klar zu. Das USD/CHF-Paar kostete zuletzt 0,8695 nach knapp 0,8750 über weite Strecken des Tages.

Seit dem am Mittwoch erreichten höchsten Stand seit August ist der Euro zunehmend unter Druck geraten. Die Erwartung, dass die EZB ihre Leitzinsen schon ab dem Frühjahr 2024 reduzieren könnte, belastet die Gemeinschaftswährung. Derzeit ist eine erste Zinssenkung an den Finanzmärkten für kommenden April eingepreist. Terminkontrakte deuten auf Zinssenkungen um insgesamt mehr als einen Prozentpunkt im Jahresverlauf hin.

Gestützt wurden die Spekulationen von Inflationsdaten vom Donnerstag, die deutlich schwächer ausgefallen waren als erwartet. Mit 2,4 Prozent liegt die Teuerung im Euroraum sogar wieder in Reichweite des mittelfristigen EZB-Ziels. Aussagen von Frankreichs Notenbankchef Francois Villeroy de Galhau, wonach die Inflation im Währungsraum schneller zurückgeht als erwartet, verstärkten am Freitag den Druck auf den Euro. Bankvolkswirte bleiben allerdings skeptisch in der Frage, ob das Inflationsziel bald wieder nachhaltig erreicht werden kann.

/bgf/he/gl/he