--Zinssenkung wegen tiefgreifenden Inflationsrückgangs

--Richtung der Zinsen "ist da"

--Intensität geldpolitischen Reaktion nicht klar

(NEU: Weitere Aussagen des EZB-Vizepräsidenten)

Von Hans Bentzien

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre Zinsen in der vergangenen Woche nach Aussage von EZB-Vizepräsident Luis de Guindos wegen der deutlichen Fortschritte bei der Inflation gesenkt. In einer im Netz übertragenen Veranstaltung von MNI sagte Guindos aber auch, dass die EZB in den nächsten Monaten keinem vorab beschlossenen Zinspfad folgen werde und dass die Inflationsentwicklung der nächsten Monate "schwierig" werden dürfte. "Der Disinflationsprozess in Europa war tiefgreifend und intensiv", sagte De Guindos, und auch die Kerninflation sei gesunken.

De Guindos räumte ein, dass die Zinssenkung angesichts gestiegener Wachstums- und Inflationsprognosen nicht leicht zu kommunizieren gewesen sei, doch seien beide Prognosen nur "marginal" erhöht worden. "Die nächsten Monate werden schwierig aber wir erwarten, dass sich der Disinflationsprozess ab Anfang 2025 fortsetzen wird."

De Guindos zufolge wird die EZB vor allem auf die Entwicklung der Preise im Dienstleistungssektor und - damit zusammenhängend - der Löhne, sowie der Produktivität beobachten. Er sagte aber, dass die EZB erwarte, dass höhere Lohnstückkosten wie schon im Vorjahr von den Unternehmensgewinnen absorbiert werden.

"Die Richtung (der Zinsen) ist da - die Frage ist: Wie intensiv steuert die Geldpolitik in diese Richtung", sagte der EZB-Vizepräsident. Er sei zuversichtlich, dass die EZB den Restriktionsgrad ihrer Geldpolitik "unter normalen Umständen" verringern könne. Aber in der Zukunft könne es "verschiedene Schocks und Situationen" geben.

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June 12, 2024 10:09 ET (14:09 GMT)