Zürich (awp) - Die Schweizer Börse wird am Donnerstag freundlich erwartet. Damit würde der SMI an seine Vortagesgewinne anknüpfen. Die internationalen Finanzmärkte haben zur Wochenmitte ihren Aufwärtstrend vom Wochenanfang wieder aufgenommen und damit den ersten Schreck über die jüngsten US-Inflationsdaten überraschend schnell weggesteckt. Auch die insgesamt freundlichen Vorgaben aus Übersee sprechen für weitere Kursgewinne. So hat die Wall Street am Mittwoch fester geschlossen und in Asien weisen am Donnerstag die meisten Börsen ebenfalls positive Vorzeichen auf.

Dabei sind die aktuellen japanischen BIP-Zahlen mit ihrem zweiten Rückgang in Folge eher negativ ausgefallen. Japan befindet sich damit in einer technischen Rezession. Am Markt schürt dies nun die Hoffnung, dass die Notenbank länger als gedacht an ihrer ultralockeren Geldpolitik festhält. Dagegen sind erste Zinssenkungen durch das Fed schon im März nach den Inflationszahlen unwahrscheinlicher geworden. "Anleger wägen ab, ob die US-Notenbank die Inflation senken kann, ohne dass die Wirtschaft, die immer wieder positiv überrascht, entgleist", fasst ein Händler die aktuelle Stimmungslage zusammen. Fed-Vertreter selbst mahnen unterdessen zur Vorsicht vor Überreaktionen auf einzelne Daten. Die im Handelsverlauf erwarteten US-Konjunkturdaten dürften weiteren Aufschluss über die US-Wirtschaftslage geben.

Der von der Bank Julius Bär vorbörslich berechnete SMI gewinnt gegen 08.15 Uhr 0,30 Prozent hinzu auf 11'247,60 Punkte. Alle 20 SMI-Werte werden mit Gewinnen erwartet.

Die grössten vorbörslichen Kursgewinne weisen Richemont (+0,7%) und Schindler (PS +0,6%) auf. Bei dem Luxusgüterkonzern hat sich der zuständige KeplerCheuvreux-Analyst ausgesprochen positiv über die weiteren Aussichten geäussert. Schindler wiederum knüpfen an die freundliche Vortagestendenz an. Die besser als erwartet ausgefallenen Zahlen haben auch Analysten dazu bewogen, ihre Kursziele teilweise nach oben anzupassen.

Es sind aber vor allem Unternehmen aus der zweiten Reihe, die für Spannung sorgen. Hierzu zählt ohne Frage der zuletzt heiss umkämpfte IT-Dienstleister SoftwareOne (+1,8%). Dieser ist im zurückliegenden Geschäftsjahr weniger stark gewachsen als erwartet. Mit der "Vision 2026" gab sich das Unternehmen nun neue Mittelfristziele.

Noch stärker ziehen Huber+Suhner (+2,8%) an, nachdem das Unternehmen einen Rahmenvertrag mit der Deutschen Bahn (DB) abgeschlossen hat.

hr/tv