Zürich (awp) - Am Donnerstag stehen die Zeichen am Schweizer Aktienmarkt auf Konsolidierung. Nachdem der Leitindex SMI am Vortag erstmals seit zwei Monaten wieder knapp über der 11'000er Marke geschlossen hat, deuten die vorbörslichen Indikationen aktuell tiefere Kurse an. Damit würde er den Vorgaben aus Übersee folgen. Dort haben die Notierungen an der Wall Street am Mittwoch nachgegeben. Die asiatischen Börsen folgen dem Beispiel mit teilweise deutlichen Abgaben.

Börsianer dürften nun zunehmend vorsichtig werden, heisst es im Handel. Denn erst am morgigen Freitagnachmittag wird der mit Spannung erwartete US-Arbeitsmarktbericht veröffentlicht. Sollte dieser ein Abflauen der Beschäftigungszunahme zeigen oder einen weiteren Anstieg der Arbeitslosenquote, wäre es einfacher, Zinssenkungen zu rechtfertigen, kommentierte die UBS. Sie warnte aber, dass "die Märkte zu weit gegangen sind, indem sie eine schnelle Serie von Zinssenkungen einpreisen". Eine erste Zinssenkung in den USA wird am Markt bereits im Frühjahr erwartet.

Der von der Bank Julius Bär berechnete vorbörsliche SMI notiert gegen 08.20 Uhr um 0,21 Prozent tiefer bei 10'978,80 Punkten. Von den 20 SMI-Werten werden alle bis auf Sika und Holcim tiefer gestellt.

Für beide Bau-Werte haben die Analysten von JPMorgan Änderungen vorgenommen. So erhöhen sie für Sika (+0,8%) das Rating auf "Neutral" von "Underweight" und das Kursziel auf 237 von 223 Franken. So hätten sich die Gewinnerwartungen für die Bauchemiespezialistin auf einem besser erreichbaren Niveau eingependelt. Für Holcim (+0,2%) setzen die Experten das Kursziel auf 73 von 64 Franken hoch und bleiben bei einem "Neutral"-Rating.

Die Kursverluste von 0,8 Prozent bei Richemont und bei Swatch von 1,8 Prozent sind wiederum einer Branchenstudie der Deutschen Bank geschuldet. 2023 sei ein durchwachsenes Jahr für den Luxussektor, in dem die meisten Titel ihre anfänglichen Gewinne aus dem ersten Quartal wieder abgaben und das Jahr nun leicht rückläufig beenden dürften.

In den hinteren Reihen geht es für die Papiere des Innerschweizer IT-Dienstleisters SoftwareOne vorbörslich um 1,3 Prozent abwärts. Offenbar ist der Finanzinvestor Bain Capital der letzte Bieter, wie Reuters berichtet. AMS Osram (unv.) wiederum dürfte einen Bruttoerlöse aus Kapitalerhöhung von 808 Millionen Euro erzielen.

hr/tv