Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienbörse tendiert zum Wochenstart seitwärts. Der Leitindex SMI bewegt sich seit Handelsbeginn in einem Band von nicht einmal 40 Punkten und hat dabei schon mehrfach das Vorzeichen gewechselt. Viele Investorinnen und Investoren wollten sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, weil diese Woche wichtige Ereignisse anstünden, meinen Händler. So haben insbesondere die US-Inflationszahlen vom Dienstag, die Fed-Zinsentscheidung vom Mittwoch und die EZB-Sitzung vom Donnerstag das Potenzial, die Märkte in die eine oder andere Richtung zu bewegen. Am Donnerstag stehen ausserdem auch noch die geldpolitischen Entscheide der Schweizerischen Nationalbank und der Bank of England an.

Die Schlüsselfrage sei, ob die Notenbanker weltweit den aktuellen Optimismus der Finanzmärkte teilten, meint ein Analyst. Dieser basiert auf Hoffnungen, dass die Zinsen in absehbarer Zeit wieder sinken könnten. Es sei nun möglich, dass die Aktienmärkte das Rally fortsetzten - aber eben auch, dass es kurz vor Weihnachten jäh beendet werde, meint ein Beobachter. Denn die Luft sei dünner geworden und das Potenzial für Enttäuschungen sei beträchtlich. Zur Erinnerung: Der SMI ist in den letzten Wochen vom Jahrestief (10'251 Punkte) auf das aktuelle Niveau von über 11'000 Zählern gestiegen.

Der Leitindex SMI notiert gegen 11.00 Uhr 0,01 Prozent höher bei 11'073,02 Punkten. Der 30 Titel umfassende SLI gewinnt 0,04 Prozent auf 1748,67 Zähler, während der breite SPI 0,02 Prozent auf 14'465,29 Stellen nachgibt. Zwei Drittel der 30 SLI-Titel verbuchen Gewinne.

Allerdings halten sich die Ausschläge bei den einzelnen Titeln in Grenzen. Nur drei zeigen eine Veränderung von mehr als 1 Prozent.

Es ist dies auf der positiven Seite ABB (+1,5%), nachdem die Analysten der Citigroup ihr Rating auf 'Buy' von 'Neutral' und in der Folge auch das Kursziel markant erhöht haben. Für das Papier spreche die im Branchenvergleich moderate Bewertung und Aussichten auf Marktanteilsgewinne, heisst es zur Begründung.

Überdurchschnittlich steigen ausserdem Swatch, Kühne+Nagel, Partners Group und UBS mit Avancen von 0,6 bis 0,9 Prozent.

Eine Stütze für den Gesamtmarkt sind ausserdem die beiden Pharmaschwergewichte. Novartis (+0,6%) und der Roche-GS (+0,3%) legen nach der Vorlage diverser Forschungsergebnisse zu. Die etwas bessere Performance von Novartis ist wegen der Aussagekraft der präsentierten Studien für Analysten keine Überraschung. Marktteilnehmer verweisen ausserdem darauf, dass Roche letzte Woche fast 6 Prozent gestiegen ist, während die Novartis-Aktie ein leichtes Minus verbuchte.

Auf der anderen Seite geht es mit Lonza (-3,5%) am stärksten bergab, nachdem RBC das Rating gleich auf 'Underperform' von 'Outperform' und das Kursziel auf 270 von 705 Franken gesenkt hat. Sein Vertrauen in den Konzern sei gleich aus mehreren Gründen erschüttert, so der zuständige Analyst. Nicht nur die immer wieder gesenkten Erwartungen für das laufende und kommende Jahr, auch die zaghaften Äusserungen zu den generellen Marktbedingungen stimmten ihn weniger zuversichtlich.

Dahinter erleiden Nestlé (-1,0%) die grössten Einbussen. Der Grund ist, dass das US-Brokerhaus Jefferies den Titel auf 'Underperform' gesenkt und auch das Kursziel mit neu nur noch 86 Franken stark zurückgenommen hat. Vor allem die Konjunkturentwicklung in den USA und die Normalisierung des wichtigen Bereichs Tierfutter nach der Pandemie dürften das Geschäft laut dem zuständigen Analysten nächstes Jahr erschweren.

Abgesehen davon erleiden einzig noch Zurich mit knapp -1,0 Prozent klar überdurchschnittliche Abgaben.

Am breiten Markt geht es mit Cosmo (+9,9%) markant aufwärts. Auslöser für das Kursfeuerwerk ist, dass das Biopharmaunternehmen die bestehende Zusammenarbeit mit dem US-Partner Medtronic im Bereich der KI-gesteuerten Behandlungen erweitert.

Mit Basilea (+4,8%) ist ein zweiter kleiner Pharmawert weit oben bei den Gewinnern anzutreffen. Das Unternehmen hat eine erweiterte US-Zulassung für das Antipilzmittel Cresemba erhalten.

Überdurchschnittliche Verluste erleiden derweil Meyer Burger (-9,6%) oder Idorsia (-6,1%).

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