Zürich (awp) - Der SMI hat am Donnerstagnachmittag nach Veröffentlichung enttäuschender US-Konjunkturzahlen ins Minus gedreht. Im Frühhandel hatte der Leitindex noch ein Jahreshoch erreicht. Die Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe waren höher als erwartet und die Einzelhandelsumsätze gingen so stark zurück wie seit neun Jahren nicht mehr.

Damit sei der SMI erneut am Widerstand um 9'200 Punkten gescheitert, meinten Händler. In dieser Region schritten Anleger oft zu Gewinnmitnahmen. Auch der Eurex-Verfall vom Freitag laste wohl etwas auf dem Markt. Im Fokus der Anleger bleiben abgesehen davon die Berichtsaison und die politische Entwicklung im Zusammenhang mit dem US-chinesischen Handelsstreit.

Der Leitindex SMI, der zunächst bis auf ein Jahreshoch von 9'237 Punkten gestiegen ist, notiert gegen 15.15 Uhr um 0,02 Prozent tiefer bei 9'161,85 Punkten. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) sinkt um 0,15 Prozent auf 1'415,30. Der breite Swiss Performance Index (SPI) steigt hingegen um 0,31 Prozent auf 10'726 Punkte. 19 der 30 SLI-Werte geben nach.

Stütze des Marktes sind Nestlé (+2,4%), die im Frühhandel auf 89,90 Franken ein Allzeithoch markierten. Der Nahrungsmittelriese hat die Markterwartungen erfüllt und sieht sich gut auf Kurs zu seinen Zielen. Auch die Guidance für 2019 kommt gut an. Nestlé alleine kann den SMI mit jedem Kursfranken um 25 Punkte in die eine oder andere Richtung bewegen.

Der Lift- und Fahrtreppenbauer Schindler (PS:+4,3%) zieht nach Bilanzvorlage ebenfalls deutlich an. Die Innerschweizer sind schneller als erwartet gewachsen.

Temenos (+3,1%) wetzen die Kursscharte von Vortag aus, als die Papiere nach dem Abgang von Firmenchef David Arnott nachgaben. Gesucht sind zudem Clariant (+2,9%) und Sonova (+1,5%).

Schwach tendieren auf der anderen Seite die Banken Credit Suisse (-2,9%) und UBS (-1,7%). CS hatte mit ihren Jahreszahlen für 2018 eigentlich positiv überrascht. Es hätten jedoch sehr viele schwer durchschaubare Sonderfaktoren mitgespielt, sagten Börsianer. Negativ ausgelegt werden der Bank der schwache Zufluss an Nettoneugeld, die nach wie vor hohen Kosten sowie die eher karge Dividende.

Gewinnmitnahmen nach dem Kurssprung vom Mittwoch belasten auch Richemont (-2,0%) und Swatch (-1,05%). Schwache Zahlen des Mitbewerbers Fossil drückten Swatch zusätzlich.

Im breiten Markt schiessen Sulzer um 5,8 Prozent hoch. Der Anlagenbauer legte bei Umsatz und Auftragseingang deutlich zu, enttäuschte aber beim Gewinn. Addex fallen um 17 Prozent. Das Biotechunternehmen und sein Forschungspartner haben die Entwicklung eines Produktkandidaten eingestellt.

pre/rw