Zürich (awp) - Der Schweizer Aktienmarkt ist am Montag mit leicht tieferen Kursen in die Sitzung gestartet. Belastet wird der Gesamtmarkt insbesondere von den schwachen Nestlé, ansonsten halten sich die Gewinnmitnahmen nach dem starken Lauf der vergangenen zwei Wochen in Grenzen. Die Marke von 11'500 Punkten bleibt in Sichtweite und wurde im frühen Handel auch bereits wieder kurz übertroffen.

In Marktkreisen stellt man sich die Frage, ob das jüngste Rally ein nachhaltiger Aufschwung sei oder eher die Gefahr einer Blase berge. Allerdings sind damit eher die amerikanischen Aktien gemeint als die hiesigen. "Am Aktienmarkt spielt die Musik zurzeit nicht in der Schweiz", heisst es in einer Einschätzung der Zürcher Kantonalbank, dies zeige allein schon beispielhaft die Präsentation der Jahresergebnisse von Nvidia und Nestlé in der vergangenen Woche. Als globale Zugpferde für die Aktienmärkte fungierten die von der KI-Euphorie angeheizten Tech-Aktien und diese seien in der Schweiz Mangelware. Einen weiteren Nachteil für die Schweizer Aktien sieht die ZKB im Umstand, dass die Schweiz wohl länger auf eine Zinssenkung warten müsse als die europäischen Märkte und die USA.

Der Leitindex SMI notiert 10.50 Uhr 0,12 Prozent tiefer bei 11'483,06 Punkten. Der SLI mit den 30 wichtigsten Aktien büsst 0,06 Prozent auf 1868,26 Punkte ein und der breite SPI 0,20 Prozent auf 14'957,66 Punkte. Im SLI kommen auf 15 Verlierer 13 Gewinner, 2 Titel sind unverändert.

Am Tabellenende finden sich aktuell Swatch (-1,3%) wieder. Die Titel knüpfen damit an die schwache Entwicklung vom Freitag an, als ein kritischer Kommentar verbunden mit einer markanten Kurszielreduktion durch Barclays die Aktien belastet hatte.

Am meisten wird der Gesamtmarkt indes von den Abgaben in Nestlé (-1,1%) belastet. Die Titel haben vergangene Woche wegen der mit Enttäuschung aufgenommenen Jahreszahlen als einziger SMI-Wert einen Wochenverlust erlitten. Am Berichtstag kommt nun mit einer Abstufung durch Stifel auf "Hold" von "Buy" der nächste kritische Kommentar. Die beiden Pharmaschwergewichte Roche GS (-0,1%) und Novartis (unv.) fallen dagegen im Mittelfeld kaum auf.

Überdurchschnittlich sind die Verluste noch bei SIG, Julius Bär (je -1,1%) oder Geberit (-1,0%).

Zu leichten Gewinnmitnahmen kommt es in Swiss Life (-0,5%), welche von Ende 2023 bis Ende der Vorwoche bereits gut 11 Prozent zugelegt hatten. Die Bank Vontobel hat das Rating für Swiss Life auf "Hold" von "Buy" zurückgenommen. Am Lebensversicherer sei eigentlich nichts auszusetzen, allerdings sei die Bewertung ein wenig zu hoch, heisst es bei der Bank zur Begründung.

Swiss Re (+0,1%) verteidigen derweil ihren bisherigen Jahresgewinn von über 12 Prozent.

Auf der Gegenseite verzeichnen Holcim (+1,6%) aktuell die grössten Gewinne. Im Vorfeld der Ergebnispräsentation vom kommenden Mittwoch werden erstmals seit 2015 wieder Kurse von über 70 Franken für den Titel bezahlt. Impulse kommen heute unter anderem von der US-Bank JPMorgan, welche Holcim im Hinblick auf die Jahreszahlen die "Positive Catalyst Watch List" gesetzt hat.

Ebenfalls gut gesucht sind zudem Straumann (+1,6%). Das Unternehmen wird das Jahresergebnis bereits am morgigen Dienstag vorlegen.

Im breiten Markt fallen die Aktien des Biotech-Unternehmens Idorsia (+15%) wie an den beiden vorangegangen Handelstagen mit einem weiteren massiven Anstieg auf. Allerdings hat der Titel im Tageshoch bereits viel höher gestanden und ist zuletzt wieder etwas zurückgekommen. Dennoch hat sich der Wert der Aktie innert weniger Tage in etwa verdoppelt. Grund dafür seien einerseits massive Short-Eindeckungen, wie Händler sagen. Andererseits gebe es aber auch Spekulationen über eine mögliche Refinanzierung des Unternehmens.

Jeweils nach Zahlen ziehen Ina Invest um 3,0 Prozent an und LLB um 0,6 Prozent.

cf/ra