Shell erwartet für das zweite Quartal einen Gewinneinbruch, der auf schwächere Ergebnisse im Gashandel der integrierten Gas-Sparte sowie Verluste im Chemie- und Produktbereich zurückzuführen ist. Dies gab das Unternehmen am Montag im Vorfeld der für den 31. Juli anstehenden Quartalszahlen bekannt.
Das Chemiegeschäft des Energiekonzerns litt unter ungeplanten Wartungsarbeiten an der Polymerfabrik in Monaca, USA. Zudem war das Handelsvolumen im Bereich Chemikalien und Produkte deutlich geringer als im ersten Quartal, teilte Shell weiter mit.
Die Shell-Aktie verlor bis 11:33 Uhr GMT 2,9 % auf 25,52 Pfund und entwickelte sich damit schwächer als der gesamteuropäische Energiesektor, der um 1,3 % nachgab.
RBC senkte nach dem aktuellen Zwischenbericht seine Prognose für Shells Nettogewinn im zweiten Quartal von 4,8 Milliarden auf 3,6 Milliarden US-Dollar. Auch die Analysten von Citi reduzierten ihre Schätzung von 6,3 Milliarden auf 4,1 Milliarden US-Dollar.
Shell hatte zuvor angekündigt, strategische und partnerschaftliche Optionen für seine Chemieanlagen in den USA prüfen zu wollen. Zudem könnten einige Chemiegeschäfte in Europa geschlossen werden.
,,Eine schwächere Handelsperformance war vermutlich zu erwarten, aber das Update deutet auf eine deutlich schlechtere Entwicklung im Downstream-Geschäft hin als angenommen", kommentierte RBC-Analyst Biraj Borkhataria.
Im auf Öl fokussierten Upstream-Segment erhöhte Shell die untere Grenze der Produktionsprognose und erwartet nun eine Förderung von 1,66 Millionen bis 1,76 Millionen Barrel Öläquivalent pro Tag (boed), nach zuvor 1,56 Millionen bis 1,76 Millionen boed.
Für das Quartal rechnet das Unternehmen zudem mit einer Explorationsabschreibung in Höhe von 200 Millionen US-Dollar, ohne weitere Details zu nennen.
Für die integrierte Gas-Division gab Shell eine Produktionsprognose von 900.000 bis 940.000 Barrel Öläquivalent pro Tag ab. Zuvor lag die Spanne bei 890.000 bis 950.000 boed.
Die LNG-Produktion des weltweit größten LNG-Händlers wird im zweiten Quartal voraussichtlich zwischen 6,4 und 6,8 Millionen Tonnen liegen; die bisherige Prognose lag bei 6,3 bis 6,9 Millionen Tonnen.
Ein Shell-Sprecher lehnte es ab, weitere Details zu den Prognosen zu geben.
Während die Handelsergebnisse in der integrierten Gas-Sparte deutlich unter denen des ersten Quartals erwartet werden, strebt Shell für die nächsten fünf Jahre einen jährlichen Zuwachs von 4 bis 5 % beim LNG-Absatz und ein Produktionswachstum von 1 % pro Jahr an.
Im Marketingbereich sollen die bereinigten Gewinne gegenüber dem ersten Quartal steigen, bei einem Absatzvolumen von 2,6 bis 3 Millionen Barrel pro Tag - leicht unter der bisherigen Prognose von 2,6 bis 3,1 Millionen Barrel pro Tag.




















