Frankfurt (Reuters) - Deutsche Landwirte prüfen einer Umfrage zufolge in großem Stil den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI).

Knapp die Hälfte der Betriebe beschäftige sich mit dieser Technologie, ergab eine am Montag veröffentlichte Erhebung des Digitalverbands Bitkoms und der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG). Bei Höfen ab einer Größe von 99 Hektar liege die Quote sogar bei 52 Prozent. Knapp zehn Prozent der 500 befragten Landwirte setzten KI bereits ein.

"KI kann die landwirtschaftlichen Betriebe massiv entlasten, so dass Landwirtinnen und Landwirten mehr Zeit für andere Aufgaben bleibt", sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. "Gerade kleinere Betriebe sollten sich die Möglichkeiten der KI stärker zunutze machen."

Das größte Potenzial für KI sahen die Befragten den Angaben zufolge bei Klima- und Wettervorhersagen, bei Ernte- und Preisprognosen sowie in der Produktionsplanung. Andere Anwendungsgebiete sähen sie im Pflanzenschutz und der Gesundheitsüberwachung des Zuchtviehs. Darüber hinaus könne KI den Landwirten Büroarbeiten abnehmen. "Frühzeitiger genauer hinzusehen löst viele Probleme bereits im Ansatz, insofern ist es in der Praxis bereits eine große Hilfe, wenn ein digitales Tool nur darauf hinweist, dass ein Problem entstehen könnte", sagte DLG-Vizepräsident Till Meinel. "Diese Funktionen gibt es bereits."

KI kann Landwirte unter anderem dabei unterstützen, die Saat zum optimalen Zeitpunkt auszubringen sowie Dünger und Pflanzenschutzmittel punktgenau zu dosieren. In der Viehzucht werden bereits Datenhalsbänder eingesetzt, die ähnlich einer Fitness-Uhr für Menschen laufend bestimmte Körperfunktionen aufzeichnen. So können Krankheiten bereits im Frühstadium erkannt werden.

(Bericht von Hakan Ersen, redigiert von Christian Götz. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)