Perus Wirtschaft dürfte im zweiten Quartal 2025 um knapp 3 % gewachsen sein, erklärte der Chefökonom der Zentralbank, Adrian Armas, am Freitag. Dies liege weiterhin im Rahmen der Prognosen der Zentralbank, die für das Jahresende ein Wachstum von 3,1 % erwartet.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Perus sei im Mai vermutlich um 2,4 % bis 2,6 % gestiegen und im Juni um mehr als 4 %, so Armas in einer Telefonkonferenz. Für Juli wird jedoch ein Rückgang um 0,2 % geschätzt, bedingt durch Proteste informeller Bergleute, die einen wichtigen Kupferkorridor blockierten.

Die Zentralbank rechnet damit, dass das BIP-Wachstum 2026 auf 2,9 % zurückgeht.

Die informellen Bergleute protestieren für eine Verlängerung eines Formalisierungsprogramms. Die jüngste Entscheidung der Regierung, mehr als die Hälfte der registrierten Bergleute - über 50.000 Personen - aus dem Programm auszuschließen, führte dazu, dass die Organisatoren die Straßenblockaden noch verstärkten.

Mit dieser Maßnahme soll gegen illegale Bergbauaktivitäten vorgegangen werden. Quellen berichteten Reuters am Freitag, dass der zweiwöchige Protest die Produktion großer Bergbauunternehmen beeinträchtigen könnte.

Peru ist der weltweit drittgrößte Kupferproduzent und ein bedeutender Exporteur von Metallen und Agrarrohstoffen in die Vereinigten Staaten.

Auf die Frage nach den Auswirkungen der Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, ab dem 1. August einen Zoll von 50 % auf Kupferimporte zu erheben, sagte Armas: Sollte die USA nicht in der Lage sein, ihre Kupferimporte anderweitig zu ersetzen, könnten die Kosten der Abgabe weitergegeben werden - was zu höheren Preisen in den USA führen würde.

Peru liefert den Großteil seines Kupfers nach China, doch Armas schätzte, dass das Andenland im vergangenen Jahr rund 900 Millionen US-Dollar an Kupfer und Kupferderivaten in die USA exportierte. Das rote Metall war zuvor von dem sogenannten reziproken Zoll von 10 % ausgenommen.

Chile und Mexiko, ebenfalls große Kupferexporteure, haben angekündigt, ihre Produktion auf neue Märkte umzuleiten.

,,Offensichtlich werden unsere Produkte, wie auch andere, teurer, wenn sie den US-Markt erreichen", sagte Armas und wies darauf hin, dass Unternehmen mit hoher US-Exponierung, die ihre Preise nicht erhöhen können, negativ betroffen sein könnten.

Insbesondere Avocado-Produzenten, so Armas, seien gegenüber ihren Konkurrenten aus Mexiko im Nachteil, da diese dank eines Freihandelsabkommens die beliebte Frucht zollfrei in die USA exportieren können.

Peru zählt zu den weltweit größten Avocado-Exporteuren.