Ghanas Kakaoregulierungsbehörde hat am Dienstag gewarnt, dass eine Zunahme von Krankheiten, verursacht durch anhaltende Regenfälle und mangelndes Sonnenlicht, zu einem moderaten Produktionsrückgang führen könnte. Zuvor hatten Landwirte staatliche Unterstützung gefordert, um die Auswirkungen des schlechten Wetters abzumildern.

Das westafrikanische Land, der weltweit zweitgrößte Kakaoproduzent, musste bereits in den vergangenen Erntesaisons Produktionsrückgänge hinnehmen - bedingt durch Krankheiten, ungünstige Wetterbedingungen sowie den weitverbreiteten illegalen Goldabbau, der Kakaoplantagen zerstört und die Erträge mindert.

Ein Verband ghanaischer Kakaobauern warnte in der vergangenen Woche, dass kühlere Temperaturen, übermäßige Niederschläge und zu wenig Sonnenlicht die Erträge reduziert und das Risiko von Pilzkrankheiten wie der Schwarzfäule erhöht haben.

Dies könnte laut der Mitteilung des Verbandes nicht nur zu erheblichen Einkommensverlusten für die Bauern führen, sondern auch langfristige Schäden verursachen.

"Wir haben diese 72 Kakaoanbaugebiete besucht und Pilzbefall an den verschiedenen Kakaobäumen infolge der aktuellen Klimabedingungen festgestellt", sagte Nana Oboadie Bonsu, Präsident des Bauernverbandes, gegenüber Reuters.

Als Reaktion auf die Bedenken des Verbandes teilte die ghanaische Regulierungsbehörde COCOBOD mit, dass man die Massenspritzungen und Programme zur Krankheitsbekämpfung intensiviert habe.

"Auch wenn es noch zu früh ist, um endgültige Zahlen für die laufende Saison zu nennen, deuten erste Einschätzungen darauf hin, dass die Produktion im Vergleich zu früheren Prognosen moderat zurückgehen könnte", erklärte die Behörde gegenüber Reuters.

COCOBOD kündigte zudem an, die geplante Verteilung von Fungiziden noch vor der Haupternte abzuschließen, um Ertragsverluste zu minimieren.

Laut COCOBOD-Daten aus dem Mai wird Ghana voraussichtlich das Produktionsziel von 650.000 Tonnen für die Saison 2024/2025 verfehlen.