TAIPEH (dpa-AFX) - Deutsche Firmen in Taiwan sehen ihr Geschäft einer Umfrage zufolge zunehmend durch die Spannungen zwischen Taipeh und Peking beeinträchtigt. Das ging aus einer am Donnerstag in der taiwanischen Hauptstadt Taipeh vorgestellten Geschäftsklima-Umfrage der deutschen Auslandshandelskammer (AHK) hervor. Mehr als ein Drittel der befragten Unternehmen gab demnach an, dass sich Unterbrechungen in der Lieferkette wegen der angespannten Stimmung zwischen China und Taiwan negativ auf sie ausgewirkt hätten.

Die Kommunistische Partei in Peking zählt Taiwan zum Territorium Chinas, obwohl dort eine unabhängige Regierung an der Macht ist. Politische Spannungen heizen die Stimmung immer wieder auf.

Die AHK befragte zwischen November und Januar 251 Firmen, von denen 39 Prozent Antworten zurückschickten. Die Erhebung zeigte, dass deutsche Unternehmen am Standort Taiwan festhalten wollen. Gute Aussichten auf Umsatz, Gewinn und Produktivität ließen deutlich mehr Firmen "vorsichtig optimistisch" auf die Entwicklung in diesem Jahr blicken. Fast 50 Prozent wollen in den kommenden zwei Jahren weiter in Taiwan investieren.

Taiwans Regierung soll mehrere Probleme beheben

Aus den Antworten der Firmen ging auch hervor, dass die taiwanische Regierung mehr unternehmen solle, um Energiesicherheit zu gewährleisten, Sprachkenntnisse zu verbessern und das Problem mangelnder Arbeitskräfte zu lösen. Das deutsche Wirtschaftsbüro in Taipeh wolle außerdem mit den taiwanischen Behörden im Dialog die "drängenden Herausforderungen" überwinden, sagte der Leiter, Axel Limberg, laut Bericht.

Taiwan ist ein wichtiger Hersteller von Hightech-Produkten wie Chips für Geräte und Smartphones. Das Handelsvolumen mit Deutschland lag 2023 nach AHK-Angaben bei 22 Milliarden US-Dollar (20,3 Mrd Euro) und damit leicht unter dem Wert von 2022. Mit 1,5 Milliarden Dollar an freigegebenen Direktinvestitionen im vergangenen Jahr ist Deutschland der zweitgrößte Auslandsinvestor.

Knapp ein Drittel der deutschen Firmen dort sind im Maschinen- und Anlagenbau tätig, rund 15 Prozent arbeiten im Elektro- und Computerbereich. Mehr als die Hälfte der befragten Firmen erachten Taiwan als wichtigen Knotenpunkt für Verkäufe auf anderen asiatischen Märkten./jon/DP/jha