Der IBEX 35 startete die Woche mit einem leichten Anstieg, begünstigt durch die Entspannung im Nahen Osten und die wachsende Hoffnung auf eine Zinssenkung in den Vereinigten Staaten. Dennoch blieb die Vorsicht erhalten, da die Anleger auf Neuigkeiten an der Handelsfront warteten.

Der spanische Leitindex notierte am Montag knapp unter der symbolträchtigen Marke von 14.000 Punkten. Trotz des Aufschwungs steuert er jedoch darauf zu, den Juni mit einem Minus von 1,14 Prozent abzuschließen - dem ersten monatlichen Rückgang seit März.

Die Märkte reagierten mit verhaltenem Optimismus auf die Waffenruhe zwischen Israel und Iran. Nachdem die Feindseligkeiten zwischen den beiden Erzfeinden den IBEX Mitte Juni unter die 14.000er-Schwelle gedrückt hatten - eine Marke, die der Index Mitte Mai nach siebzehn Jahren erstmals wieder überschritten hatte - kehrte nun etwas Ruhe ein.

Auch die Überzeugung, dass die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) im September die Zinsen senken wird, trug zur positiven Stimmung an den Aktienmärkten bei. Hintergrund sind die anhaltenden Forderungen von US-Präsident Donald Trump an die Zentralbank.

Laut der Zinsprognose-Tool IRPR von LSEG liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung am 17. September mittlerweile bei 76 Prozent - im Vergleich zu rund 50 Prozent Anfang Juni.

Die relative Entspannung im geopolitischen Umfeld verlagerte die Aufmerksamkeit zudem auf wirtschaftliche und außenhandelspolitische Themen. In wenigen Tagen läuft die Frist ab, die Trump anderen Ländern für die Vorlage ihrer Zollvorschläge gesetzt hatte.

"Es werden in Kürze Abkommen erwartet, nachdem die Verhandlungen mit Japan und Indien Fortschritte machen. Kanada hat zudem seine Digitalsteuer aufgehoben, um ein Abkommen mit den USA voranzutreiben", heißt es im morgendlichen Marktbericht von Renta 4.

Die Analysten betonen jedoch, dass der Markt weiterhin die Entwicklung geopolitischer Konflikte und die US-Fiskalpolitik im Blick behalten wird. Ab Mitte Juli komme zudem der Start der Berichtssaison für das zweite Quartal hinzu.

Im makroökonomischen Bereich steht in dieser Woche vor allem der US-Arbeitsmarktbericht am Freitag im Fokus. Zuvor werden am Dienstag die Inflationsdaten (VPI) der Eurozone sowie Stimmungsindikatoren zur Industrie- und Dienstleistungsaktivität auf beiden Seiten des Atlantiks (Dienstag und Donnerstag) veröffentlicht.

Am Montag um 07:15 Uhr GMT legte der spanische Leitindex IBEX 35 um 16,80 Punkte bzw. 0,12 Prozent auf 13.985,80 Zähler zu, während der europäische Leitindex FTSE Eurofirst 300 um 0,10 Prozent stieg.

Im Bankensektor verlor Santander 0,61 Prozent, BBVA gab 0,50 Prozent nach, Caixabank büßte 0,60 Prozent ein, Sabadell sank um 0,07 Prozent, Bankinter verlor 0,45 Prozent und Unicaja Banco gab 0,20 Prozent ab.

Bei den großen Nicht-Finanzwerten legte Telefónica um 0,33 Prozent zu, Inditex gewann 0,32 Prozent, Iberdrola stieg um 0,61 Prozent, Cellnex gewann ebenfalls 0,61 Prozent hinzu und der Ölkonzern Repsol verlor 0,36 Prozent.

(Bericht von Tomás Cobos; bearbeitet von Benjamín Mejías Valencia)