Piazza Affari ist am Ende des Vormittags inmitten schwacher europäischer Börsen stark gefallen, angesteckt von der Nervosität der Anleger angesichts der politischen Unsicherheit in Frankreich vor den vorgezogenen Wahlen, die Emmanuel Macron nach seiner Niederlage bei den Europawahlen überraschend angekündigt hatte.

Paris verlor mehr als 2 Prozent, wobei große Banken Rückgänge von bis zu mehr als 5 Prozent verzeichneten, während die Renditen französischer Staatsanleihen auf dem besten Weg sind, den größten wöchentlichen Sprung von mehr als 20 Basispunkten seit der Euro-Schuldenkrise zu verzeichnen, so die Daten von Lseg. Die Wahl in Frankreich Ende des Monats wird ebenfalls entscheidend für das Verständnis des politischen Gleichgewichts in Europa sein.

Der italienische Aktienindex zahlt vor allem für sein starkes Engagement im Bankensektor und die Überempfindlichkeit des Marktes gegenüber dem Spread auf inländische Schulden. Nachdem er gestern um mehr als 2% gefallen war, verlor der Ftse Mib gegen 12.40 Uhr 2,7% bei einem starken Volumen von fast 1,4 Mrd. EUR. Der Saldo seit Beginn der Woche, d.h. seit der Europawahl, liegt derzeit bei -4,8%.

Die Futures auf die US-Indizes liegen ebenfalls im Minus.

Unter den beobachteten Titeln:

Der Bankenindex verliert 4%. Intesa Sanpaolo verlieren 3,4%, UniCredit 4,5%, Bper und Mps 4,6%. Die letzten drei verlieren rund 5%.

"Die italienischen Banken fallen, weil sie von der Schwäche der französischen Banken betroffen sind und weil sich der Spread ausweitet", sagt ein Händler. Der Renditeabstand zwischen Italien und Deutschland ist von 148 Punkten zum gestrigen Handelsschluss auf 157 Punkte gestiegen.

Der Autosektor gab ebenfalls nach (-2,6%) und stand auch im übrigen Europa unter Druck, da Vergeltungsmaßnahmen nach den in den letzten Tagen von der EU angekündigten Zöllen auf die Einfuhr von Elektroautos aus China befürchtet wurden. Stellantis verlor mehr als 3%.

Auch andere Industriewerte und Luxusgüter litten unter den Verkäufen.

Zu den wenigen Pluszeichen gehörten die defensiven Amplifon (+1,8%) und Campari (+0,41%). Saipem entwickelte sich gut, während der übrige Energiesektor dem allgemein negativen Tonfall erlag.

(Claudia Cristoferi, Redaktion Stefano Bernabei)