(Reuters) - Der schleppende Rückgang der Inflation im britischen Dienstleistungssektor enttäuscht Anleger.

Der Bluechip-Index FTSE 100 gibt um bis zu 0,3 Prozent auf 8164 Punkte nach. Das Pfund legt unterdessen gegenüber dem Dollar um 0,2 Prozent auf 1,2732 Dollar zu. Börsianer bangten um den Zeitpunkt der ersten Zinssenkung. Während die Gesamtinflation im Mai nach einem langen Höhenflug in Großbritannien zwar wie erwartet auf die Zwei-Prozent-Zielmarke der britischen Notenbank fiel, baute sich der Preisdruck im Dienstleistungssektor langsamer ab als erwartet. Statt auf 5,5 Prozent ging der Wert lediglich auf ein Plus von 5,7 Prozent zurück.

"Die Einzelheiten des Inflationsberichts bereiten den Märkten leichte Kopfschmerzen, was die Erwartungen auf eine erste Zinssenkung zurückdrängt", sagte Ben Laidler, Marktstratege bei eToro. Anleger kalkulieren nur noch eine Wahrscheinlichkeit von etwa 30 Prozent für eine Zinssenkung im August ein. Vor Veröffentlichung der Inflationsdaten lag die Wahrscheinlichkeit bei fast 50 Prozent. "Wenn dieser zähe inländische Preisdruck anhält und die Wirtschaftsaktivität weiterhin robust bleibt, könnte auch eine Zinssenkung im August vom Tisch sein", kommentierte Zara Nokes, Analystin bei JP Morgan Asset Management die Daten.

Bei der am Donnerstag anstehenden geldpolitischen Entscheidung der Bank of England (BoE) wird mit unveränderten Zinssätzen gerechnet. Sowohl der BoE als auch den Märkten sei vor allem die Inflation im Dienstleistungssektor wichtig, sagte Joseph Capurso von der Commonwealth Bank of Australia. "Und die BoE hat gesagt, sie wolle diese Inflation weiter senken. Das hängt sehr stark mit den Löhnen und einem angespannten Arbeitsmarkt zusammen."

(Bericht von Pranav Kashyap, geschrieben von Stefanie Geiger, redigiert von redigiert von Myria Mildenberger. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)