Frankfurt (Reuters) - Der Technologiekonzern Bosch will sich im Zusammenhang mit Firmenkäufen an Börsennotierungen herantasten.

Für Zukäufe könnten Finanzierungen über den Kapitalmarkt benötigt werden, erklärte Bosch-Chef Stefan Hartung am Dienstagabend im Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten (ICFW). Als Emittent milliardenschwerer Anleihen habe Bosch bereits viel Know-how. Aber als Konzern mit mehr als 90 Milliarden Euro Umsatz brauche das Unternehmen alle Kapitalmarktfähigkeiten. Der Stiftungskonzern als Ganzes soll aber nicht an die Börse: "Wir gehen selber nicht als Bosch an den Kapitalmarkt." Auch das Kerngeschäft Automobilzulieferung, wo Bosch der Weltmarktführer ist, sei dafür kein Kandidat.

"Wir müssen Bosch für die Börse öffnen - in einzelnen Bereichen und an den geeigneten Stellen", hatte der Bosch-Chef vor Kurzem bereits dem "Manager Magazin" gesagt. Um finanziell handlungsfähig und unabhängig zu bleiben, sei es "automatisch notwendig, auch börsengelistete Teilunternehmen bei uns zu haben."

Ein Markt, auf dem Bosch wachsen will, sind die Vereinigten Staaten. "Unser strategisches Ziel ist, Geschäfte auszubauen weltweit, insbesondere in den USA und im nicht-automobilen Bereich", sagte Hartung im ICFW. Im Bosch-Portfolio seien die USA unterrepräsentiert. "Das ist für uns als Firma nicht richtig", ergänzte er. "Das ist ein riesiger Markt, da muss Bosch liefern." In den USA gehört Bosch nach Informationen von Insidern zu den Interessenten am Geschäft mit Heiz- und Klimatechnik für Gebäude des börsennotierten Unternehmens Johnson Controls.

(Bericht von Ilona Wissenbach, redigiert von Sabine Wollrab. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Redaktionsleitung unter frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com)