NEW YORK (awp international) - Ein solider Arbeitsmarkt in den USA hat am Freitag die Erwartung bald wieder sinkender Zinsen ein wenig gedämpft. Diese Erwartung hatte die US-Börsen in den vergangenen Wochen stark nach oben getrieben bis nahe an die Rekordstände. Anleger traten nun jedoch wieder auf die Bremse, der Leitindex Dow Jones Industrial lag im frühen Handel mit 0,05 Prozent leicht im Plus bei 36 135 Punkten.

Damit setzt sich die Stagnation auf hohem Niveau fort, welche die zu Ende gehende Börsenwoche prägt. Für diese Woche zeichnet sich für den Dow ein kleiner Verlust ab.

Der marktbreite S&P 500 lag am Freitag mit 0,05 Prozent ebenfalls moderat im Plus bei 4588 Punkten. Der technologielastige Nasdaq 100 sank um 0,10 Prozent auf 16 008 Zähler.

Laut den Jobdaten des US-Arbeitsministeriums fiel die Arbeitslosenquote im November überraschend. Volkswirte hatten im Schnitt mit einer unveränderten Quote gerechnet. Zudem wurden mehr neue Arbeitsplätze geschaffen als erwartet.

Die Entwicklung auf dem Jobmarkt ist ein wesentlicher Baustein für die geldpolitischen Entscheidungen der US-Notenbank Fed. Ein robuster Arbeitsmarkt kann zu deutlicheren Lohnzuwächsen führen und den Preisanstieg verstärken. "Der Arbeitsmarktbericht ist zwar nicht extrem stark. Aber er ist stark genug, um die erwartete erste Zinssenkung durch die US-Notenbank Fed nach hinten zu verschieben", begründete Portfoliomanager Thomas Altmann die getrübte Stimmung der Anleger. "Bislang stellt sich trotz der hohen Zinsen noch kein grosser Bremseffekt ein."

Im Kampf gegen die Inflation hatte die Fed die Leitzinsen kräftig angehoben, seit diesem Sommer dann gab es keine Änderungen mehr. An den Märkten hatte sich zudem zunehmend die Erwartung breit gemacht, dass im kommenden Jahr die Zinsen wieder deutlich gesenkt werden, da die Inflation zuletzt deutlich rückläufig war und zudem mit einer Konjunkturabschwächung gerechnet wurde. Die Jobdaten allerdings spiegeln solche Befürchtungen derzeit nicht wider.

Unter den Einzelwerten gewannen Boeing-Aktien 1,3 Prozent. Der US-Flugzeugbauer stach im Ringen um einen Grossauftrag aus Thailand laut Insidern seinen europäischen Konkurrenten Airbus aus.

Papiere von Broadcom stiegen um 0,6 Prozent. Der Halbleiterkonzern übertraf im vierten Geschäftsquartal die Markterwartung.

Lululemon , ein Hersteller von Yoga-Bekleidung, meldete für das dritte Quartal zwar rückläufige Ergebnisse, übertraf damit aber dennoch die Markterwartung. Zudem wurden Aktienrückkäufe im Wert von einer Milliarde US-Dollar angekündigt. Lululemon lagen leicht im Plus./bek/jha/