NEW YORK (awp international) - An den US-Börsen dürften am Donnerstag zum Handelsstart vor allem Technologieaktien zulegen. Einmal mehr sorgt das Thema Künstliche Intelligenz (KI) für Optimismus. Mit Spannung warten die Anleger ausserdem auf den Arbeitsmarktbericht für November, der am Freitag veröffentlicht wird. Auch Spekulationen finden Beachtung, dass sich die japanische Notenbank bald - als letzte Zentralbank- von ihrer Negativzinspolitik verabschieden könnte. Auslöser sind Bemerkungen des japanischen Notenbankchefs Kazuo Ueda.

Rund eine Stunde vor dem US-Handelsstart taxierte der Broker IG den Dow Jones Industrial 0,1 Prozent tiefer auf 36 032 Punkte. Für den Auswahlindex Nasdaq-100 zeichnete sich am Donnerstag ein um 0,4 Prozent auf 15 848 Zähler höherer Start ab. Die im Grossen und Ganzen seit den Oktober-Tiefs laufende Börsenrally stockt seit ein paar Tagen. Allerdings sind die Indizes auch bereits dicht in an ihre Rekordhochs herangerückt.

Angetrieben wurden die Börsen dies- und jenseits des Atlantiks in den vergangenen Wochen von der Aussicht auf bald wieder sinkende Leitzinsen. An den Märkten wird davon ausgegangen, dass die Notenbanken in den USA und der Eurozone mit ihren Zinserhöhungen durch sind und 2024 mit Senkungen beginnen. Das sollte, so wird gehofft, dann der Wirtschaft Rückenwind geben, nachdem der Inflationsdruck zuletzt spürbar nachgelassen hat.

Technologiewerte wie Alphabet und AMD stehen mit KI-Neuigkeiten im Blick. So stellte die Google-Mutter Alphabet ein neues KI-Modell namens Gemini vor und behauptet, es könne ChatGPT übertreffen. Die Fortschritte der Tochter Google im KI-Bereich seien ermutigend, urteilte etwa JPMorgan-Analyst Douglas Anmuth. Die Aktien stiegen vorbörslich um 3,1 Prozent.

AMD gewannen vorbörslich ebenfalls 3,1 Prozent, nachdem der Halbleiterhersteller neue KI-Chips vorgestellt hat. Im Zuge der Veranstaltung von AMD zum Thema KI habe das Unternehmen ausserdem seine Prognose für das gesamte Marktvolumen im Jahr 2027 deutlich angehoben, konstatierte UBS-Analyst Timothy Arcuri, der die Aktie auch 2024 als eine "Top Idee" ansieht. Nvidia legten vorbörslich um 0,4 Prozent zu.

Die Anteile der Nikola Corp. sanken vorbörslich um fast 20 Prozent. Der angeschlagene Hersteller von Elektro-Lkw will mithilfe neuer Aktien und der Begebung von Wandelanleihen mehr Geld heranschaffen.

Dass die Bank of America ihre Kaufempfehlung für die Papiere des Computerspiele-Entwicklers Take-Two Interactive strich, brockte diesen ein vorbörsliches Minus von 1,8 Prozent ein./ck/mis