Bari (Reuters) - Die G7-Staats- und Regierungschefs wollen sich verpflichten, ihre Bemühungen im Kampf gegen die weltweite Unterernährung zu verstärken.

Dies geht aus dem Entwurf der Gipfel-Erklärung der wichtigsten westlichen Industriestaaten hervor, den die Nachrichtenagentur Reuters am Freitag einsehen konnte. Darin heißt es, dass der Einmarsch Russlands in der Ukraine die weltweiten Ernährungsprobleme "verschärft" habe. Die G7 wollen deshalb eine "Initiative Apulia Food Systems Initiative" (AFSI) ins Leben rufen - benannt nach der süditalienischen Region, in der das G7-Gipfeltreffen derzeit stattfindet. Ziel sei es, "strukturelle Hindernisse für Ernährungssicherheit und Ernährung zu überwinden".

Die westlichen Mächte verpflichten sich dazu, "den fiskalischen Spielraum für die Ernährungssicherheit zu verbessern", etwa durch die Senkung der Kreditkosten für ärmere Länder. Dabei gehe es auch um eine Streichung von Schulden. Die Initiative wird sich auf einkommensschwache Länder konzentrieren und Projekte in Afrika unterstützen. Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni - Gastgeberin des G7-Gipfels - hatte Anfang des Jahres einen Plan zur Unterstützung Afrikas vorgelegt. Sie hatte wiederholt erklärt, dass die Unterstützung des Kontinents unerlässlich sei, um die Ursache der illegalen Migration nach Europa zu bekämpfen. Die AFSI-Initiative, deren Einzelheiten von den G7-Entwicklungsministern in den kommenden Monaten festgelegt werden sollen, stieß aber auf Kritik von afrikanischen Landwirtschaftsverbänden. Sie erklärten, sie seien nicht konsultiert worden.

Seit dem russischen Überfall auf die Ukraine und den russischen Angriff auf ukrainische Getreidefelder und -schiffe klagen Länder gerade auf der Südhalbkugel über stark gestiegene Lebensmittelpreise. Der Westen macht dafür Russland verantwortlich, Russland wiederum die Ukraine. Schon bei früheren G7-Gipfeln stand deshalb die Hilfe für ärmere Staaten auf der Agenda.

(Bericht von Angelo Amante, geschrieben von Andreas Rinke; redigiert von Elke Ahlswede. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)