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Aktien New York Schluss: Dow-Rekord dank nominiertem Yellen-Nachfolger

02.11.2017 | 21:23

NEW YORK (dpa-AFX) - Die Nominierung des künftigen US-Notenbankvorsitzenden durch Donald Trump hat der trägen Wall Street am Donnerstag etwas Schwung gegeben. Der Dow Jones Industrial <US2605661048> baute seine Gewinne im späten Handel aus und erreichte bei 23 531 Punkten ein Rekordhoch. Zum Börsenschluss behauptete der US-Leitindex bei 23 516,26 Punkten ein Plus von 0,35 Prozent.

Dagegen schaffte der marktbreite S&P 500 <US78378X1072> nur einen minimalen Kursanstieg von 0,02 Prozent auf 2579,85 Punkte. Der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 <US6311011026> dämmte letztlich sein Minus bei 6236,39 Zählern auf 0,20 Prozent ein.

Mit dem vorgeschlagenen US-Notenbank-Direktor Jerome Powell als Nachfolger von Janet Yellen setze der amerikanische Präsident auf Kontinuität, schrieb Marktstratege Marvin Loh vom Finanzdienstleister BNY Mellon. Powell sei der am wenigsten kontroverse Kandidat gewesen. Er gilt wie Yellen als Vertreter einer moderaten, vorsichtigen Geldpolitik, was riskantere Anlagen wie Aktien gegenüber festverzinslichen Wertpapieren begünstigt. "Es ist nicht sehr wahrscheinlich, dass er auf die Pauke haut", sagte der CNN-Experte Dylan Ratigan nach Powells Nominierung.

Medien hatten indes schon im Vorfeld berichtet, dass Powell Trumps Favorit auf die Yellen-Nachfolge ist. Daher fiel die Reaktion am Aktienmarkt auch nicht stärker aus.

Derweil legte die Mehrheitsfraktion der Republikaner im Repräsentantenhaus einen ersten Vorschlag für die von Donald Trump versprochene Steuerreform vor. Deren Kernpunkt ist eine Senkung der Unternehmenssteuern. Sie fällt allerdings ebenso geringer aus als Trumps Wahlversprechen wie die geplante Entlastung der privaten Haushalte. Zudem muss der Entwurf neben dem Repräsentantenhaus noch den Senat passieren - dort werden weitere deutliche Veränderungen erwartet, obwohl die Republikaner auch dort die Mehrheit haben.

Daneben standen die Quartalszahlen etlicher Unternehmen im Fokus, die am Markt auf ein unterschiedliches Echo stießen. Teva <US8816242098> stach mit einem Kurssturz von fast 20 Prozent auf 11,23 US-Dollar heraus, womit die Aktien den tiefsten Stand seit dem Jahr 2000 erreichten. Der weltgrößte Generika-Hersteller hatte nach einem unerwartet schwachen dritten Quartal bereits zum dritten Mal seine Jahresziele gekappt. Teva steht schon länger wegen des zunehmenden Preisverfalls und anhaltender Absatzeinbußen in den USA mächtig unter Druck.

Bei Tesla <US88160R1014> stand ein Kursrückgang von knapp 7 Prozent zu Buche, nachdem der Elektroauto-Hersteller einen rekordhohen Quartalsverlust verkündet hatte. Mit einem finanziellen Kraftakt versucht das Unternehmen die Massenfertigung seines ersten Mittelklassewagens Model 3 auf die Beine zu stellen - dabei gibt es einige Probleme.

Die Aktien des Online-Netzwerks Facebook <US30303M1027> sackten trotz eines überraschend starken Wachstums im dritten Quartal um 2,05 Prozent ab. Damit zollten sie ihrem Höhenflug Tribut, der ihnen zuletzt eine Rekordmarke nach der anderen beschert hatte. Seit dem Börsengang vor über 5 Jahren hat sich der Wert der Aktie mehr als vervierfacht.

Die an der Wall Street notierten, anfangs rekordhohen Titel des chinesischen Onlinehändler Alibaba <US01609W1027> verloren trotz ebenfalls erfreulicher Nachrichten 0,68 Prozent. Der Amazon-Konkurrent <US0231351067> war im zweiten Geschäftsquartal weiter auf Wachstumskurs gewesen und ist dank Zukäufen nun auch optimistischer für das Gesamtjahr.

Auch DowDupont <US26078J1007> konnte die Anleger am Donnerstag nicht überzeugen: Die Anteilscheine des neu fusionierten Chemiekonzern sanken um 1,75 Prozent, nachdem dieser angekündigt hatte, seine 3 Milliarden US-Dollar schweren Sparziele mit einem Stellenabbau und der Schließung von Standorten erreichen zu wollen. Zudem bestätigte der Konzern die jüngst veröffentlichten, vorläufigen Quartalsresultate.

Beim Medienunternehmen Time Warner <US8873173038> <US8873171057> mussten die Aktionäre einen Kursverlust von 3,75 Prozent verkraften. Einem Medienbericht zufolge bereitet das US-Justizministerium eine Klage gegen die geplante Fusion mit dem Telekomkonzern AT&T <US00206R1023> vor - dessen Aktien sanken um 1,13 Prozent.

Andere Unternehmensnachrichten wurden hingegen positiv aufgenommen. So überzeugte die Systemgastronomiekette Yum Brands <US9884981013> mit ihrem Zwischenbericht, der die Aktien um 6,51 Prozent auf 79,15 Dollar nach oben schnellen ließ - bei 80,66 Dollar hatten sie kurz nach dem Handelsstart sogar so hoch wie nie zuvor notiert.

Für die Titel des Chipkonzerns Qualcomm <US7475251036> ging es um 2,58 Prozent nach oben, da der Gewinneinbruch im vierten Geschäftsquartal weniger schlimm als befürchtet ausgefallen war.

Besitzer von Akorn-Aktion <US0097281069> konnten sich über einen Kursanstieg von 2,18 Prozent freuen, da der deutsche Medizinkonzern Fresenius <DE0005785604> an der zuletzt in die Kritik geratenen, geplanten Übernahme des US-Generikaherstellers festhält.

Der Eurokurs profitierte von positiven Konjunktursignalen aus der Währungszone und stieg auf 1,1661 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1645 (Mittwoch: 1,1612) Dollar festgesetzt. Richtungweisende US-Staatsanleihen mit einer Laufzeit von 10 Jahren gewannen 7/32 Punkte auf 99 5/32 Punkte und rentierten mit 2,35 Prozent./gl/he


© dpa-AFX 2017
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