Die Pariser Börse startet mit einem Plus von knapp 0,8 % und notiert um die 7.825 Punkte. Getragen wird der Anstieg vor allem von EssilorLuxottica (+5,5 %) sowie von den Banken Société Générale (+2,9 %), BNP Paribas (+1,8 %) und Crédit Agricole (+1,1 %).
Der heutige Mittwoch, der 9. Juli, markiert das Ende der 90-tägigen Waffenruhe bei den gegenseitigen Zöllen, die am sogenannten ,,Liberation Day" beschlossen wurde - ein Ereignis, das von den Märkten gleichermaßen erwartet wie gefürchtet wurde.
Obwohl diese dreimonatige Frist offiziell heute ausläuft, hat sich kaum etwas geändert: Das Moratorium wurde schlicht auf den 1. August verschoben.
Der US-Präsident blieb seiner protektionistischen Rhetorik treu und drohte gestern mit einer Sonderabgabe von 200 % auf importierte Pharmazeutika sowie von 50 % auf ausländisches Kupfer.
Trotz einiger Handelsabkommen mit Großbritannien, Vietnam oder China konnten viele Wirtschaftspartner - allen voran Europa - bislang keine Einigung mit den USA erzielen.
,,Diese Waffenruhe hat nichts gelöst", beklagt Fidel Martin, Präsident von Exoé. ,,Sie hat den internationalen Handel nicht befriedet", unterstreicht der Leiter der auf Vermögensverwalter spezialisierten Handelsplattform.
Angesichts der anhaltenden Unklarheit über die Entwicklung der Zölle fürchten Investoren erneut, dass die Handelskonflikte negative Auswirkungen auf die Wirtschaftstätigkeit und somit auf die Unternehmensgewinne haben könnten.
Die Auswirkungen von Strafzöllen und die daraus resultierende Unsicherheit könnten sich zudem auf Konjunkturindikatoren und den Kurs der Geldpolitik auswirken, da sie die Inflation möglicherweise erneut anheizen.
In dieser unruhigen Gemengelage fanden die US-Aktienmärkte gestern Abend keine klare Richtung: Der Dow Jones verlor 0,4 %, der S&P 500 legte um 0,1 % zu und der Nasdaq schloss nahezu unverändert.
Obwohl die Unsicherheiten hoch bleiben, scheinen sich die Anleger an das Vorgehen von Trump gewöhnt zu haben - einige fassen es inzwischen mit dem Akronym TACO (,,Trump Always Chickens Out" - ,,Trump rudert am Ende immer zurück") zusammen.
,,Kurz gesagt: Die Märkte sind nicht nur ein wenig taub gegenüber diesen Zollgeschichten geworden, sondern viele wetten mittlerweile darauf, dass Trump bloß blufft", meint Michael Brown, Marktanalyst bei Pepperstone.
,,Schließlich läuft dieser Film nun schon seit sechs Monaten in Dauerschleife und alle kennen das Drehbuch auswendig", erinnert der Stratege.
Auf der Agenda stehen heute Nachmittag lediglich die US-Lagerbestände im Großhandel sowie die Treibstoffreserven.
Die Protokolle (,,Minutes") der letzten Sitzung der US-Notenbank werden zudem nach Börsenschluss in Europa veröffentlicht.
Am Anleihemarkt gibt die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries leicht auf 4,39 % nach (-2 Basispunkte), während die 10-jährige Bundesanleihe in Europa stabil bei rund 2,63 % notiert.
Wegen der gestiegenen US-Langfristzinsen gewinnt der Dollar etwas an Schwung, seine Zugewinne gegenüber dem Euro bleiben jedoch begrenzt; der Kurs hält sich um die Marke von 1,171 USD.
In London steigt der Preis für ein Barrel Brent um 0,8 % auf rund 70,6 USD.
Bei den französischen Unternehmen meldet Crédit Agricole Assurances (CAA) den erfolgreichen Verkauf von 6.110.156 FDJ United-Aktien über die Tochtergesellschaften Predica und Crédit Agricole Assurances Retraite. Dies entspricht etwa 3,3 % des Kapitals und 4,5 % der Stimmrechte.
UBS bestätigt seine ,,Neutral"-Einschätzung für die L'Oréal-Aktie und belässt das Kursziel vor Veröffentlichung der Zahlen für das zweite Quartal 2025 bei 353 EUR.
Arkema kündigt zudem den Bau einer neuen Produktionsanlage für transparentes Polyamid Rilsan Clear in Singapur an. Die Investition beläuft sich auf rund 20 Millionen US-Dollar; die Inbetriebnahme ist für das erste Quartal 2026 geplant.
Copyright (c) 2025 CercleFinance.com - Alle Rechte vorbehalten.
















