Polestar hat am Donnerstag einen deutlichen Anstieg der Verkaufszahlen im zweiten Quartal gemeldet, getragen von einer starken Nachfrage nach seinen Elektrofahrzeugen auf dem Heimatmarkt Europa, obwohl das Unternehmen in Märkten wie den USA mit Herausforderungen konfrontiert ist.

Die Aktien des Unternehmens legten um mehr als 5 % zu.

Die Nachfrage nach Polestars Elektroautos blieb in Europa dank Angeboten und Rabatten robust, während in mehreren anderen Märkten hohe Zinsen, Inflation und die Verfügbarkeit günstigerer Hybrid- oder Benzinmodelle die Verkäufe belasteten.

Das in Schweden ansässige Unternehmen verkaufte im zweiten Quartal schätzungsweise 18.049 Fahrzeuge, was einem Anstieg von 38 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Europa macht laut CEO Michael Lohscheller 76 % des Gesamtumsatzes von Polestar aus, wie er gegenüber Reuters erklärte. Polestar bleibe weiterhin ,,fokussiert wie ein Laser" auf den europäischen Kontinent.

Lohscheller bekräftigte das Engagement des Unternehmens, die Produktion zu lokalisieren, da US-Importzölle die Produktionskosten in die Höhe treiben und globale Lieferketten beeinträchtigen könnten.

,,In einer Welt, in der es immer mehr und sich wandelnde Zölle gibt ... ist der einzige Weg nach vorn die Lokalisierung", so Lohscheller.

Die Zölle treffen Polestar stärker als die meisten europäischen Hersteller, da der Großteil der Fahrzeuge in China produziert wird - entweder von Volvo Cars oder Geely. Um die Auswirkungen der Zölle zu minimieren, kündigte Polestar vergangene Woche an, das SUV-Modell Polestar 7 künftig im Volvo-Werk in der Slowakei zu fertigen. Die Fahrzeugverkäufe in den USA sanken im zweiten Quartal um 56 %, wie Lohscheller weiter ausführte. In den USA herrscht starke Konkurrenz, zudem zeigen sich Konsumenten zurückhaltend beim Kauf teurer Elektroautos.

Auch die US-Elektroautobauer Tesla und Rivian meldeten Anfang des Monats rückläufige Auslieferungen im zweiten Quartal. Der US-Markt für Elektrofahrzeuge dürfte zudem weiter unter Druck geraten, wenn im Herbst eine Steuervergünstigung von 7.500 US-Dollar ausläuft, die in den vergangenen Jahren die Verkäufe angekurbelt hatte.