Polestar kündigte am Donnerstag an, dass das SUV-Modell Polestar 7 in einem Volvo-Werk in der Slowakei produziert werden soll. Damit verlagert der Elektroautohersteller einen weiteren Teil seiner Produktion aus China und versucht, die Auswirkungen hoher Zölle in Europa und den USA zu verringern.

Laut Polestar haben die beiden schwedischen Unternehmen, die beide unter der Kontrolle des chinesischen Konzerns Geely und dessen Eigentümer Li Shufu stehen, eine Absichtserklärung unterzeichnet. Das neue Modell soll 2028 auf den Markt kommen.

,,Polestar geht den nächsten Schritt zur Diversifizierung seiner Auftragsfertigung und erweitert diese nach Europa", teilte das Unternehmen mit.

Das Volvo-Werk in Kosice, Slowakei, soll 2026 die Produktion aufnehmen und eine erwartete Jahreskapazität von 250.000 Fahrzeugen erreichen.

Polestar, das bislang noch keinen Gewinn erwirtschaftet hat, sieht sich Einfuhrzöllen von 28,8 % für nach Europa importierte Fahrzeuge und von über 100 % für Importe in die USA ausgesetzt.

Die Europäische Union hatte im vergangenen Jahr Zölle auf in China produzierte Elektrofahrzeuge verhängt. Grund dafür seien laut EU unfaire Subventionen der chinesischen Regierung, was Peking jedoch bestreitet.

Polestar ist von den Zöllen stärker betroffen als viele andere europäische Autobauer, da der Großteil seiner Fahrzeuge in China hergestellt wird - entweder von Volvo Cars oder Geely.

Ein Teil der Polestar 3 SUVs wird inzwischen in den USA im Volvo-Werk in South Carolina produziert.

Anfang dieses Jahres stellte das Unternehmen die Annahme neuer Bestellungen von US-Kunden für den Polestar 2 ein, der weiterhin in China gefertigt wird.

Der Polestar 4 soll künftig ebenfalls in die USA exportiert werden, allerdings aus einem Werk in Südkorea, dessen Produktion in der zweiten Jahreshälfte anlaufen soll.

Zu Beginn des Jahres hatte Polestar angekündigt, dass die Profitabilität länger auf sich warten lasse und die Expansion in weitere Länder verschoben werde.