Berlin (Reuters) - Gute Geschäfte in Westeuropa und Nordamerika verhelfen dem Autobauer Volkswagen zu einem spürbaren Absatzplus und machen die anhaltende Schwäche auf dem wichtigen chinesischen Markt wett.

Insgesamt verkaufte der Wolfsburger Konzern nach Angaben vom Freitag im dritten Quartal gut 2,3 Millionen Autos weltweit - das sind 7,4 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Während das Unternehmen allerdings in Westeuropa gut ein Fünftel mehr Autos absetzte und in Nordamerika ein Plus von 12,2 Prozent verbuchte, ging es in der Volksrepublik um 5,8 Prozent abwärts.

Auf dem chinesischen Markt tobt derzeit ein Preiskampf, chinesische Autobauer wollen so auf ihrem Heimatmarkt Marktanteile erobern. Mercedes-Chef Ola Källenius hatte den Preiskrieg zuletzt als "darwinistisch" bezeichnet. Die Stuttgarter verzeichneten dort zuletzt einen Absatzeinbruch von zwölf Prozent, BMW verkaufte 1,8 Prozent weniger Autos.

Immerhin zeichnet sich nun ab, dass die Talfahrt für Volkswagen an Geschwindigkeit verliert. Im September verkaufte Volkswagen nur noch 0,9 Prozent weniger Fahrzeuge in China. Traditionell ist der September ein starker Monat für die Autobranche in China, unter anderem, weil wichtige Feiertage anstehen. Von den zuletzt gut zwei Millionen verkauften Neuwagen in der Volksrepublik ist inzwischen jedes dritte Fahrzeug ein Elektroauto.

Marktführer in diesem Segment ist die chinesische BYD, die allein im September knapp 290.000 Elektroautos verkaufte. Volkswagen spielt bislang auf diesem Markt dagegen bislang eine vergleichsweise geringe Rolle. Der Elektro-Absatz legte im gesamten dritten Quartal in der Volksrepublik um elf Prozent zu auf 54.700 Fahrzeuge.

Weltweit verkaufte Volkswagen im Sommer 209.900 Elektroautos - gut zwei Fünftel mehr als vor Jahresfrist. Ihr Anteil an den gesamten Auslieferungen lag damit bei neun Prozent. Vertriebschefin Hildegard Wortmann sagte, in Europa habe Volkswagen Marktanteile dazugewinnen können, obwohl auf dem Markt branchenweit eine Kaufzurückhaltung zu spüren sei. "Da die allgemeine Marktentwicklung hinter den Erwartungen zurückbleibt, liegt unser Auftragseingang jedoch unter unseren ehrgeizigen Zielen", räumte sie ein. Zuletzt drosselten die Wolfsburger die Produktion von einigen Elektroautos im Werk Zwickau.

Bei den Marken hinkte die Kernmarke Volkswagen innerhalb des Konzerns in den ersten neun Monaten mit einem Absatzplus von 4,5 Prozent auf knapp 3,5 Millionen Autos hinterher. Audi schaffte ein Plus von 16,2 Prozent auf knapp 1,4 Millionen Fahrzeuge und verringerte damit den Rückstand auf Mercedes-Benz spürbar. Porsche verkaufte knapp zehn Prozent mehr Autos, die Nutzfahrzeugtochter Traton setzte fast 15 Prozent mehr ab.

(Bericht von Christina Amann; redigiert von Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter Berlin.Newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder Frankfurt.Newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)