--Erneut Einbruch bei Elektroautos

--Marktführer VW und Opel legen zu

--BMW und Mercedes mit zweistelligen Rückgängen

(NEU: Aussagen EY, Produktionsdaten von VDA)

Von Stefanie Haxel

FRANKFURT (Dow Jones)--Der deutsche Automarkt ist im Mai geschrumpft. Wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) mitteilte, wurden im vergangenen Monat 236.425 Pkw neu zugelassen, 4,3 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Damit liegt der Markt immer noch knapp 30 Prozent unter dem Vorkrisenniveau von 2019, als fast 100.000 Neuwagen mehr verkauft wurden, rechnet die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY vor.

"Der deutsche Neuwagenmarkt pendelt sich auf einem relativ niedrigen Niveau ein. Es sieht nicht so aus, als könne die Lücke zum Vorkrisenniveau in absehbarer Zeit geschlossen werden", sagte EY-Partner Constantin M. Gall laut der Mitteilung. "Die Konjunktur schwächelt nachhaltig, Privatleute und Unternehmen bleiben bei großen Anschaffungen zurückhaltend, die Neuwagenpreise sind weiterhin relativ hoch. All das trägt dazu bei, dass auf dem Neuwagenmarkt kaum aufwärts geht."

Auch einige andere große europäische Märkte lagen demnach im Mai im Minus, Frankreich etwa um 3 Prozent, Italien um 7 Prozent.

In Deutschland nahm die Anzahl der gewerblichen Neuzulassungen laut KBA-Statistik um 5,6 Prozent ab, ihr Anteil betrug 67,5 Prozent. Die privaten Zulassungen gingen um 1,3 Prozent zurück. Unter den deutschen Marken verzeichnete Opel einen Zuwachs von 29,3 Prozent, bei VW stiegen die Pkw-Neuzulassungen um 8,7 Prozent. Für die weiteren deutschen Marken wies die Zulassungsstatistik im Mai Rückgänge aus, die bei Mini (minus 48,7 Prozent), BMW (minus 32,5 Prozent), Mercedes (minus 28,9 Prozent), Ford (minus 28,6 Prozent) und Audi (minus 17,7 Prozent) zweistellig ausfielen.

Die Nachfrage nach Elektroautos (BEV) ging deutlich zurück, die Neuzulassungen sanken um 30,6 Prozent auf 29.708 Neuwagen.

"Die Verunsicherung hält an, was den Hochlauf der Elektromobilität betrifft", sagte Gall weiter. "Kunden zweifeln an den Perspektiven von Elektroautos, wenn auch die Politik nicht mehr bereit ist, diese Technologie zu fördern."

Für die kommenden Monate rechnet Gall mit einem anhaltend niedrigen Absatzniveau. "Im laufenden Jahr werden in Deutschland voraussichtlich etwa 150.000 Elektroautos weniger verkauft als im vergangenen Jahr, wir liegen damit etwa auf dem Niveau von 2021", sagte er. Die aktuelle Absatzschwäche bei Elektroautos könne für die Hersteller zu einem massiven Problem werden, wenn für sie ab 2025 neue, verschärfte CO2-Ziele in der EU gelten. Gall wies darauf hin, dass Elektroautos im Mai in fünf von sieben europäischen Märkten, für die entsprechende Zahlen vorliegen, Marktanteile verloren hätten.

Von benzinbetriebenen Autos wurden dagegen mit 89.498 Stück 2,1 Prozent mehr verkauft. Diesel legten um 3,2 Prozent auf 44.893 Neuwagen zu.

Die Pkw-Inlandsproduktion sackte im Mai um 18 Prozent auf 307.500 Einheiten ab, wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) mitteilte. Im Zeitraum Januar bis Mai ging die Produktion um 6 Prozent zum Vorjahr auf 1,7 Million Pkw zurück. Damit lag sie um 18 Prozent unter dem Niveau der ersten fünf Monate des Vorkrisenjahres 2019.

Auch der Export entwickelte sich im abgelaufenen Monat rückläufig und sank im Mai um 16 Prozent auf 249.400 fabrikneue Pkw aus deutscher Produktion. Nach fünf Monaten liegen die Ausfuhren mit gut 1,3 Millionen Einheiten knapp 17 Prozent unter dem Vorkrisenniveau von 2019.

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June 05, 2024 08:43 ET (12:43 GMT)