Nicht jeder ist ein Constellation Software sein. Das von Mark Leonard beim kanadischen Unternehmen entwickelte Modell – oft als das „Berkshire Hathaway der Softwarebranche“ bezeichnet – hat weltweit zahlreiche Nachahmer inspiriert. Doch bisher konnte keiner diesem Original das Wasser reichen.
Lange Zeit sahen einige Analysten in Vitec Software einen vielversprechenden Imitator. Die Realität jedoch spricht eine andere Sprache – ebenso wie die Marktkapitalisierung des Unternehmens, die seit vier Jahren stagniert. Im gleichen Zeitraum hat sich der Börsenwert von Constellation mehr als verdoppelt.
Der Grund: Vitec schafft deutlich weniger Wert als sein kanadisches Vorbild. Die Kapitalrendite auf die externen Wachstumsinvestitionen ist schlichtweg zu niedrig. Zwischen 2021 und 2024 investierte Vitec 514 Millionen US-Dollar, generierte daraus jedoch nur zusätzliche 20 Millionen Dollar an freiem Cashflow.
Das ist meilenweit entfernt von den beeindruckenden Renditen – typischerweise zwischen 20 % und 25 % –, die Constellation auf sein eingesetztes Kapital erzielt, und das in ganz anderen Größenordnungen.
Hinzu kommt: Während Constellation seine Akquisitionen aus dem laufenden Cashflow finanziert und die Zahl seiner Aktien seit jeher konstant hält, setzt Vitec regelmäßig auf Kapitalerhöhungen. So hat sich die Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien der Schweden innerhalb von zehn Jahren um ein Drittel erhöht.
Trotz der gestrigen Enttäuschung wird Vitec weiterhin mit dem 25-Fachen seines freien Cashflows auf Zwölfmonatsbasis bewertet. Ein klares Zeichen dafür, dass der Markt in diesem Fall Wachstum höher gewichtet als Kapitalrendite.


















