Düsseldorf (Reuters) - Der in der Energiekrise 2022 verstaatlichte Versorger Uniper hat im vergangenen Geschäftsjahr dank Zuwächsen in der Stromerzeugung aus Kohle- und Gaskraftwerken einen Milliardengewinn eingefahren.

Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) liege bei über 6,3 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Der bereinigte Nettogewinn betrage 4,4 Milliarden Euro. Beide Werte seien im Rahmen der eigenen Prognosen. Uniper will Ende Februar die Bilanz für 2023 vorlegen.

Der größte deutsche Gaskonzern war durch den russischen Gaslieferstopp 2022 in Schieflage geraten und verstaatlicht worden. Uniper machte hohe Verluste, weil der Versorger teuren Ersatz für die Lieferungen Russlands erwerben musste. Inzwischen sind die Gaspreise stark gesunken, wovon auch Uniper profitierte. Sicherungsgeschäfte für die Stromerzeugung aus Kohle- und Gaskraftwerken hätten die Gewinne nach oben getrieben. Hinzu seien erfolgreiche Termingeschäfte gekommen.

Im Konzernabschluss 2023 werde der Versorger eine Rückstellung in Höhe von rund 2,3 Milliarden Euro bilden für eine wahrscheinliche Zahlungsverpflichtung gegenüber Deutschland im Zusammenhang mit der 2022 gewährten Beihilfe. Diese Zahlungsverpflichtung, deren finale Höhe vom Gesamtergebnis 2024 abhängig sei, werde Anfang 2025 fällig und solle aus vorhandenen liquiden Mitteln geleistet werden.

(Bericht von Tom Käckenhoff, redigiert von Myria Mildenberger. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)