Die deutschen Steinkohleimporteure wollen, dass die Berliner Regierung den Betrieb von Steinkohleverstromungsanlagen, die in der letztjährigen Energiekrise eingesetzt wurden, über das angestrebte Ende im März 2024 hinaus verlängert, sagte die VDKi-Lobby am Dienstag.

Die Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten machen die europäischen und deutschen Verbraucher anfällig für Energieversorgungsschocks, was Flüssigerdgas (LNG), eine Alternative zur Kohleverstromung, zu einem volatilen Rohstoff macht, so der VKDi.

"Es gibt keine Versorgungssicherheit ohne Kraftwerke, die Steinkohle verbrennen", sagte der Vorsitzende Alexander Bethe. "Das entsprechende Gesetz zur Bereitstellung von Reservekraftwerken muss verlängert werden."

Auf einer Pressekonferenz in Berlin sagte der VKDi, die Flotte der regelmäßig arbeitenden Steinkohlekraftwerke - insgesamt 18 Gigawatt (GW) - sei gut auf den Winter vorbereitet und schließe die Lücken, die durch den vollständigen Atomausstieg Deutschlands im April entstanden sind.

Die Regierung hat im Jahr 2022 vorübergehend 6 GW stillgelegter Steinkohlekraftwerke, darunter einige von Steag und Uniper betriebene, am Markt teilnehmen lassen, falls das Gasangebot nicht ausreichen sollte.

Der deutsche Winterstrombedarf kann zu einem bestimmten Zeitpunkt bis zu 80 GW betragen.

Bethe sagte, dass die globalen Kohlemärkte verlässliche Transportwege und eine Vielfalt an Herkunftsländern bieten.

Mit Blick auf die Zukunft sagte Bethe, Deutschland werde es schwer haben, neue Gaskraftwerke zu bauen, die wegen ihrer geringeren Kohlenstoffemissionen als Kohle bevorzugt werden, um die 18 GW Kohlekapazität in den kommenden Jahren zu ersetzen.

Das Wirtschaftsministerium wird bis Ende des Jahres seine Strategie für eine entsprechende Ausschreibung vorlegen.

Die Kraftwerke werden benötigt, um stabile Energie zu liefern, wenn intermittierende Wind- und Solaranlagen nicht liefern.

Es wird erwartet, dass das Projekt mit Herausforderungen wie geringer Investitionsbereitschaft und langen Genehmigungs- und Bauzeiten zu kämpfen hat.

Der VDKi hat separat mitgeteilt, dass die nationalen Steinkohleimporte in diesem Jahr wahrscheinlich auf rund 34 Millionen Tonnen sinken werden, gegenüber 44,6 Millionen im Jahr 2022. (Bericht von Vera Eckert, Bearbeitung durch Chizu Nomiyama)