Nach dem Zusammenbruch der Credit Suisse im Jahr 2023 bestehen weiterhin Schwächen im Schweizer Finanzregulierungsrahmen, die behoben werden müssen, so die Schweizerische Nationalbank am Donnerstag.

Im Rahmen einer staatlich unterstützten Rettungsaktion wurde die Credit Suisse im Jahr 2023 von ihrem langjährigen Rivalen UBS übernommen. Bedenken, dass der vergrößerte Kreditgeber Risiken für die Wirtschaft darstellte, veranlassten die Regierung im April, strengere Vorschriften für Banken vorzuschlagen, die als "zu groß zum Scheitern" gelten.

Im Mittelpunkt des Plans standen Vorschläge, die UBS zu mehr Kapital zu verpflichten, die aber noch einen langen politischen Prozess vor sich haben.

In ihrem Jahresbericht zur Finanzstabilität erklärte die SNB, sie teile die Ansicht des Bundesrats, dass Handlungsbedarf in Bezug auf Kapitalanforderungen, Liquiditätsanforderungen, frühzeitiges Eingreifen sowie Sanierungs- und Abwicklungsplanung besteht.

"Die aktuelle Kapitalausstattung des kombinierten UBS-Mutterhauses ist stärker als die des Credit Suisse-Mutterhauses vor der Krise. Dennoch bleiben die Schwächen des derzeitigen Systems bestehen und sollten angegangen werden", so die Zentralbank.

Die SNB sprach sich auch für eine Überprüfung der Liquiditätsdeckungsquote aus, einer wichtigen Kennzahl zur Beurteilung der Fähigkeit einer Bank, ihren Bargeldbedarf zu decken, nachdem die Abflüsse von Privatkundeneinlagen während der Krise der Credit Suisse größer und schneller waren, als die Quote annahm.

Am Mittwoch erklärte die Schweizer Finanzaufsichtsbehörde, dass die Übernahme der Credit Suisse durch die UBS wettbewerbsrechtlich unbedenklich sei, obwohl die Kartellwächter des Landes eine genauere Prüfung empfohlen hatten. (Berichte von Miranda Murray und Ludwig Burger, geschrieben von Dave Graham)